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Schweizer Referendum gegen Zuwanderung: Warum ich mit Nein gestimmt habe
DPA

Die Eidgenossen entscheiden über eine drastische Beschränkung der Zuwanderung. Auch die in Hamburg lebende SPIEGEL-Redakteurin Samiha Shafy. Die Ecopop-Initiative lehnt sie ab - das klischeehafte Schweiz-Bild der Deutschen ebenso.

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zuerichente 29.11.2014, 09:47
1. Abstimmung

Im Grunde finde ich die Abstimmungen sehr gut, denn sie betreffen ja nicht nur Themen für die gesamte Schweiz, sondern auch kantonale oder Dinge, die nur eine bestimmte Gemeinde/Stadt etwas angeht. Schade ist nur, daß bei solchen regionalen Themen Auslandsschweizer teilnehmen dürfen, aber Ausländer, die wie ich mehr als 8 Jahre in einer Gemeinde leben, nicht. Abstimmungen in meiner Stadt/meinem Kanton gehen auch mich etwas an und ich möchte mitgestalten dürfen!!!!

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tdse13 29.11.2014, 10:07
2. Das sollte auch ein Vorbild für uns Deutsche sein

Das sollte auch ein Vorbild für uns Deutsche sein. In 95 % aller Referenden kommt ein Ergebnis heraus, das man gemeinhin als vernünftig bezeichnen kann. Und das ist das Ergebnis von Überzeugungsarbeit der Politik. Der mündige Bürger entscheidet und nicht ein Politiker nach Gutherrenart (a la Basta).

Hieran sollten unsere Politiker sich ein Beispiel nehmen und unserer Volk auch.

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cyrill3000 29.11.2014, 10:12
3. ?

Tja, und warum sind Sie dagegen?
Verliert die Schweiz durch die Beschränkung etwas substantielles?
Ich wage zu behaupten: ja! Selbstbewusst sich Möglichkeiten zu stellen, die vielleicht auch Einsatz verlangen. Aber auch Chancen! Sie persönlich dürfen die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen und beispielsweise in Deutschland Ihr verdientes Gehalt beziehen, wählen und bekommen Unterstützung, wenn Sie eine Durstsrecke haben. Wieso trauen Sie das Ihrem Heimatland nicht zu? Es wirkt leider ängstlich und xenophob.

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Sal.Paradies 29.11.2014, 10:14
4. Das ist gelebte Demokratie in der Schweiz

und es sollte auch so in D eingeführt werden. Wie sieht den Demokratie bei uns aus? Alle 4 Jahre wählt(inzwischen) nicht einmal mehr die Hälte der Wahlberechtigten eine Partei, die dann 4 Jahre lang (fast nichts) bewegt/entscheidet und wenn sie dann doch einmal eine Entscheidung treffen haben viele das Gefühl, dass es gegen die Mehrheitsmeinung ist.
Inzwischen treffen oft Menschen in Brüssel Entscheidungen, obwohl diese "Politiker" einzelne Regionen in Europa gar nicht mehr kennen/wahrnehmen und mit einem realen Leben so gar nichts mehr gemein haben.
Natürlich wird es auch bei einer Direktabstimmung in der Schweiz immer einen guten Teil geben, der die Abstimmung "verloren" hat. Aber der Unterschied ist, dass jeder weiß, dass seine "Mitbürger" / Nachbarn diese Entscheidung so getroffen hatten und nicht irgend welche namenlose Bürokraten, die keinen unmittelbaren Auftrag von mir bekommen haben.
Also ich könnte mit so einer direkten demokratischen Entscheidung sehr viel besser leben/umgeehen und die Schweizer können stolz darauf sein, dass sie ein solches Instrument nutzen.
Und ja, ich gebe der Autorin vollkommen recht. In der Schweiz müssen die Politiker sich immer wieder richtig anstrengen, damit sie mit ihrer Überzeugung ihre Wähler erreichen + überzeugen.
Und in D?? Seid doch ehrliich Leute, hier machen die doch einfach was sie wollen. Denen ist schon längst völlig egal was die Menschen denken und/oder sich wünschen.Wenn dann bald nur noch 40% zur Wahl gehen wieder dasselbe Gequatsche und Geheule sie müssen sich mehr anstrengen um die Menschen wirder an die Urne zu bekommen !! Ja klar, dann strengt euch doch einfach mal an und redet nicht immer nur darüber.
Unsere Politiker haben doch einfach nur die Hosen voll und Angst vor einer Direktdemokratie wie in der Schweiz. Das würde ja bedeuten, dass die sich mal richtig anstrengen und arbeiten müssen.....

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empörteuch! 29.11.2014, 10:18
5. man darf nicht vergessen

... dass die Schweizer auch eine demokratische Basis behalten und Entscheidungen revidieren können!Und eben nicht so, wie in Ungarn, dass plötzlich eine Mafia Clique einmal durch Wahlen installiert ad absurdun führt, was Demokratie ist inden es deren Grundlage abschafft.
Obwohl böse Zungen anderes behaupten; die Schweizer sind immer noch ein Volk, welches abstimmt und der Rest ist Arbeit an Bewußtmachung , wie es sich gehört.

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Sibylle1969 29.11.2014, 10:20
6. Im Grunde...

...finde ich direkte Demokratie gut, allerdings darf man nicht übersehen, dass es in der Politik viele Sachverhalte gibt, die sich nicht auf ein einfaches Ja oder Nein reduzieren lassen, so dass alle Wahlbürger auch eine qualifizierte Entscheidung treffen können. Außerdem habe ich die starke Befürchtung, dass sich bei unserer stark verbreiteten Sankt-Florians-Kultur wichtige Infrastruktur-Vorhaben gar nicht mehr durchsetzen lassen (so nach dem Motto: Windräder und neue Stromtrassen benötigen wir zwar, aber bitte nicht vor meiner Haustür).

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paysdoufs 29.11.2014, 10:21
7.

Zitat von tdse13
Das sollte auch ein Vorbild für uns Deutsche sein. In 95 % aller Referenden kommt ein Ergebnis heraus, das man gemeinhin als vernünftig bezeichnen kann. Und das ist das Ergebnis von Überzeugungsarbeit der Politik. Der mündige Bürger entscheidet und nicht ein Politiker nach Gutherrenart (a la Basta). Hieran sollten unsere Politiker sich ein Beispiel nehmen und unserer Volk auch.
Solche Einschätzungen kommen immer wieder von Leuten die das Schweizer System nie aus nächster Nähe miterlebt haben...

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Spiegelkritikus 29.11.2014, 10:23
8. Deutschland und Europa brauchen direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild

Unabhängig vom Ausgang dieses Volksentscheids ist das Entscheidende, daß die Schweizer Bevölkerung überhaupt die Möglichkeit hat, über wichtige politische Fragen zu entscheiden. Davon können die Deutschen leider nur träumen.

Vor direkter und damit echter Demokratie schrecken die etablierte deutsche Politik und ihre Medien wie vor einem Ungeheuer zurück: Wo käme man hin, wenn die Bevölkerung Politik nicht mehr nur passiv erdulden, sondern aktiv selbst gestalten würde? Dann wäre Schluß mit autokratischer Parteien- und Elitenherrschaft in Deutschland und EU. Kurzum: Es würde real existierende Demokratie drohen, ein Phänomen, das doch nur pro forma auf dem Papier des GG existieren darf.

Die Profiteure des heutigen deutschen Herrschaftssystems argumentieren gerne damit, daß direkte Demokratie dieses Volk überfordere oder daß "falsche" Entscheidungen getroffen werden könnten.
Dabei wird geflissentlich unterschlagen, daß erst die Möglichkeit zu direkter politischer Einflußnahme wirkliches Interesse an politischen Fragen und eine lebhafte Diskussion darüber entstehen läßt. Aber genau das wollen die heute in Berlin oder Brüssel Herrschenden verhindern, aus ihrer Sicht "falsche" Entscheidungen der Vox Populi würde ihre Politik zugunsten elitärer Kreise (auch der eigenen) unmöglich machen oder zumindest sehr erschweren.

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WOLF in USA 29.11.2014, 10:25
9. zuallererst

finde ich diese direkte Demokratie beispielhaft. Sicher läuft man damit Gefahr, dass sich charismatische Populisten das Land unter den Nagel reissen, aber es ist erfrischend zu sehen, dass hier Demokratie volksnah praktiziert wird und man eben nicht das Gefühl hat ohnmächtig mit anschauen zu müssen, wie der Laden auseinander genommen wird. Das ist leider oft genug in Deutschland, sowie den meisten anderen westlichen Demokratien der Fall. Aber dass es ein Mythos ist, dass die Schweiz ein "empörend selbständiges Wesen" ist, brauche ich nicht weiter zu erläutern ... oder?!

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