Forum: Wirtschaft
Schwieriges Paketgeschäft: Der Druck der letzten Meile
imago/ Sven Simon

Arbeitsüberlastung, Preisdruck - und ein mieses Image: Trotz des nachhaltigen Booms wird der Paketversand ein immer schwierigeres Geschäft. Besonders groß sind die Probleme auf den letzten Metern vorm Ziel.

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salomohn 06.03.2019, 19:08
1. Es geht noch schlimmer

Im Artikel ist Hermes an Negativbeispiel erwähnt. Amazon hat einen eigenen Lieferservice. Die Fahrer sind vom Balkan und können kein Wort deutsch. Pakete werden dort einfach entsorgt, auf die Straße geworfen oder verschwinden im Osten. Alles eigene Erfahrungen. Ich zahle lieber etwas mehr, aktuell bei DHL. Ein Trinkgeld für den Fahrer ab und zu ist auch gut.

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sabinehh512 06.03.2019, 19:12
2. Das ist ein Verbrechen,

denn diese armen Menschen werden in unserem reichen Land hemmungslos ausgebeutet. Es bleibt nur ein Ausweg, die Waren- und Lieferkosten erhöhen um den dort arbeitenden Menschen ein halbwegs würdiges Gehalt für ihre schwere Arbeit zu zahlen. Und ja, es kann sein, dass sich einige dann nicht mehr ihre unsinnigen Bestellungen leisten können, so what?

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haumti 06.03.2019, 19:28
3. Hermes gewinnt immer

In einer DOK über Hermes (WDR 2018) wurden Zahlen genannt.
Hermes beauftragt Subunternehmen und zahlen denen etwa 1,60-1,70 euro pro Paket.
Wenn wir also wie in der Grafik oben von etwa 6 euro pro Paket ausgehen, streicht Hermes etwa 4,20 euro abzüglich Mwst ein.
Die Subunternehmer müssen mit 1,70 euro also die letzte Meile bedienen die ja eigentlich 50% des Preises ausmacht.
Das damit weder ein Auskommen für den Unternehmer noch ein legales Beschäftigungsverhältnis mit Mindestlohn mit dem Fahrer finanziert werden kann ist logisch.
Eine Haftung von Hermes für ihre Subunternehmer würde das Geschäftsmodell beenden.

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A.Schmidt-Ohrn 06.03.2019, 19:30
4. Da muss der Gesetzgeber eingreifen.

Die Lücken, mit denen man den Mindestlohn umgehen kann, müssen schnellstens geschlossen werden.
Für Stundenlöhne von 4,50 € müssten die Unternehmen hart bestraft werden.
Es ist ein Unding, dass so etwas in Deutschland möglich ist.
Und dass eine Wachstumsbranche wie die Paketdienste jetzt jammert, weil sie mehr AUfträge bekomt, ist ja schon ein bsischen strange. In einer normalen Marktwirtschaft würde der Boom dazu führen, dass mehr Menschen eingestellt werden und die Gehälter steigen.
Aber normal ist ja in den entfesselten Märkten schon lange nichts mehr.

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ladiv 06.03.2019, 19:39
5.

Zitat von salomohn
Im Artikel ist Hermes an Negativbeispiel erwähnt. Amazon hat einen eigenen Lieferservice. Die Fahrer sind vom Balkan und können kein Wort deutsch. Pakete werden dort einfach entsorgt, auf die Straße geworfen oder verschwinden im Osten. Alles eigene Erfahrungen. Ich zahle lieber etwas mehr, aktuell bei DHL. Ein Trinkgeld für den Fahrer ab und zu ist auch gut.
Ich versende nur noch per Hermes weil die DHL Paket in der Regel nicht ankommen. Ich war angeblich nicht zu Hause ist die meiste Ausrede oder der DHL Paketshop war zu (haha), dann wird gerne 10 Straßen weiter abgegeben. Seit ich zu Hermes gewechselt bin kamen alle Pakete an.

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rahelrubin 06.03.2019, 20:07
6. Abhilfe

schafft der Amazon Locker und die Paketstationen. Diese müssten vermehrt aufgestellt werden und auch Platz für größere Sendungen bieten.
Mir ist das eh viel lieber, dort jederzeit mein Paket abholen zu können. Besser als manchmal zigmal beim Nachbarn zu klingeln.

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k.k.laake 06.03.2019, 20:08
7. Es wird immer schlimmer

Bis vor 2 Jahren war alles meistens in Ordnung.
Mittlerweile sind von 10 Amazon Prime Bestellungen, die "garantiert am xx geliefert", 5 erst 1 Tag später, manche auch 2-3 Tage später da.
Vorletzte Woche Freitag Bestellung bei Karstadt.de, am Mittwoch dann Meldung von DHL "Die Auslieferung verzögert sich". Kam dann erst Freitag. 1 ganze Woche für ein Päckchen.

Paketboxen sind zu unzuverlässig. Wenn kein Platz ist kann man, wenn man Pech hat, 30 Minuten zur nächsten fahren (mir schon passiert).
Paketshops haben oft schlechte Öffnungszeiten.
Garagenverträge (dem Paketboten erlauben, das Paket irgendwo zu deponieren), wälzen das Risiko auf den Empfänger ab.

Hier muss sich einfach was ändern, sowohl zum Wohl der Kunden wie der Auslieferer.

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spon_7302413 06.03.2019, 20:11
8. Zustelldienste ...

... sind keine homogene Branche. DHL hat inzwischen im hieisgen Zustellbezirk den ehemals pünktlichen, stets freundlichen und zuvorkommenden Zusteller abgezogen, der allein wegen seiner Zuverlässigkeit und der Planbarkeit seiner Touren regelmäßig sein Zuatzeinkommen durch Trinkgeld erarbeitet hatte. Nun fahren die berüchtigten Sub-Sub-Unternehmer mit täglich wechselnder Besatzung, und mit der vorhersehbaren Verwirrung und folgerichtiger Unzuverlässigkeit, weil niemand das Revier richtig kennt. Besonders ärgerlich sind die sich häufenden Fälle, dass Zusteller das Päckchen oder Paket direkt im nächsten Paketshop abladen, ohne überhaupt einen Zustellversuch unternommen zu haben. Das kommt immer öfter vor und man stellt dann am Abend fest, den ganzen Tag vergeblich auf eine möglicherweise dringend erwartete Lieferung gewartet und das Haus nicht verlassen zu haben, um ja nicht .... Manche Zustelldienste geben Trackinginformationen über die Position der Fahrzeuge im Internet aus, so dass wenigstens ein grobe Planung möglich ist. Die meisten sind aber nicht einmal in der Lage, ein einigermaßen zuverlässiges Zeitfenster anzugeben. Ärgerlich. Wenn tatsächlich die letzte Meile 50% der Kosten ausmachen sollte, umso mehr, denn diese 50% Kosten übernimmt in solchen Fällen der Empfänger, wenn die Sendung im Paketshop "zur Abholung für den Kunden bereit liegt". Immerhin, bezahlt der Kunde oder Versender ja die volle Höhe der Versandkosten. Und wer meint, dass "versandkostefrei" bedeutet, dass jemand anderes die Versandkosten bezahlt, sollte sich mal mit dem Thema "Preiskalkulation" befassen. Und nicht alles, das versendet wird, ist Sendung von den Großen des Internethandels zu Großkundenpreisen rabattiert. Unterwegs sind auch die Päckchen, auf die der volle Versandkostenpreis erhoben und bezahlt wurde. Die werden auch nicht besser behandelt. Wenn die Hälfte der Kosten auf die letzte Meile fällt, und ich mein Paket in einem Paketshop abholen muss, wäre im Grunde auch eine Erstattung der hälftigen Versandkosten fällig. Doch alleine der Aufwand, das einzufordern, ist schon teurer, als die Höhe einer etwaigen Rückvergütung. Ich traue den Aussagen und Kostenangaben der Großen der Branche nicht. Die sind daran interessiert, eine Alibiargumentation zu entwickeln, um die Erträge/Versandkosten zu erhöhen. Allerdings nicht, um die Zusteller besser zu stellen, sondern die Kapitaleignerineressen durchzusetzen und die Renditen zu optimieren. Das ist es, worum es geht. Die sorgen mit allen Tricks dafür, dass der Vorteil gewahrt bleibt. Und wenn es zu Lasten der letzten Meile, der Zusteller, der Kunden und kleinen Händler geht, die auch darunter leiden, wenn Ihre Waren nicht zuverlässig aber zu vollen Kosten zugestellt werden. Bezahlen tun aber wie üblich nach wie vor die schwächsten Glieder der Kette - der Kunde und die Zusteller, die in der Sub-Subkultur ausgebeutet werden.
Ich wäre absolut bereit, für die halben Versandkosten eine Lagerung und Selbstabholung in einem nahe gelegenen Paketshop zu akzeptieren. Nicht einverstanden wäre ich mit Einsparung bei der Leistung, bei gleichbleibender Höhe der Versandkosten.

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petra.blick 06.03.2019, 20:27
9. Wer meint billig an Ware kommen

zu können, zahlt halt mit Schmerzen. Amazon ist der teuerste Laden auf der Welt ! Das Produkt ist zwar günstig aber der Preis immens hoch. Ausverkauf der Städte durch Massensterben von Geschäften, Erhöhung der Arbeitslosigkeit, geringes Steueraufkommen, Niedriglöhne, Vermüllung durch Billigprodukte und Fehlkäufe etc etc . Kauf günstig bei Amazon und deine Gesellschaft ist morgen schneller arm. Stopp deine Bequemlichkeit dann klappts auch wieder mit dem Nachbarn.

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