Forum: Wirtschaft
Seat, Lidl und Co. : Katalonien droht der wirtschaftliche Exodus
AP

Nicht nur einheimische Konzerne wollen weg aus Katalonien. Auch die Ableger deutscher Unternehmen diskutieren längst Notfallpläne. Kann der wirtschaftliche Druck die Separatisten stoppen?

Seite 10 von 29
der-junge-scharwenka 06.10.2017, 20:04
90.

Zitat von heiko1977
Bei Katalonien sieht dies jedoch gänzlich anders aus: dies war seit jeher die wirtschaftlich stärkste Region Spaniens, und es wurde Jahrhunderte lang von Madrid ausgebeutet und unterdrückt.
Mag sein, mag nicht sein. Aber was nützt das, wenn man in der Welt alleine bestehen muss und keinen Binnenmarkt mehr hat? Was will man noch anbieten? Und vor allem: Wem will man es anbieten? Katalonien wird bei einer Sezession eine Insel, denn weder Spanien noch die anderen Mitgliedsstaaten der EU werden Disintegration belohnen; sie können es nicht. Das das muss allen klar sein. Offenbar müssen einige diese Erfahrung tatsächlich selbst machen, bevor sie es glauben. Das wird allerdings weh tun.

Beitrag melden
kumi-ori 06.10.2017, 20:06
91.

Zitat von skylarkin
Abwandern hört sich dramatischer an als es ist, zumindest bei den Banken. Es geht, lt. DLF, vor allem um eine Adressänderung um im Falle einer Löslösung von Katalonien, weiterhin vom europäischen Rettungsschirm (also unseren Steuergeldern) zu profitieren. Das heißt es wird nur formal der Hauptsitz nach Madrid verlegt, ansonsten ändert sich wenig. Hier wird bewusst ein Horrorszenario aufgebaut.
Und noch eine Kleinigkeit: die Steuern werden in Madrid entrichtet.

Beitrag melden
doppelhannes 06.10.2017, 20:07
92.

Zitat von multi_io
War die Abstimmung eigentlich wirklich "illegal"? Oder nicht doch nur "ungültig"? Wer will in einem freien Land jemandem verbieten, 'ne Abstimmung zu machen, sei es über Unabhängigkeit oder über mehr Freizeit oder besseres Wetter. Nur ob das, was dabei rauskommt, irgendeine Relevanz hat, das ist dann die Frage.
Die Mehrheit, also 62,2% haben nicht für den Austritt aus Spanien gestimmt !!

Die meisten verstehen die Zahlen nicht zu lesen: 90% von 42% der Wahlberechtigten hört sich toll an, aber dass heisst 62,2% haben NICHT ZUGESTIMMT = Die wollen NICHT raus aus Spanien.

Beitrag melden
allessuper 06.10.2017, 20:07
93. Ach was, Konzerne machen schon lange die Politik.

Zitat von hausfeen
Hier mischen die Unternehmer in der Politik mit.
Es wird nur nicht mehr so versteckt, da sie das nicht mehr verheimlichen müssen. Der schleichende Prozess ist ausreichend fortgeschritten. Allerdings fragt man sich ernsthaft, ob Konzerne wie Lidl, die sämtliche Arbeitsregelungen umgehen und Mitarbeiter im Ausland ziemlich brutal über den Tisch ziehen wirklich ein Verlust sind. Schlechtes Futter für Arme, von Armen in die Regale gebracht.

Beitrag melden
adal_ 06.10.2017, 20:07
94. Exodus

Zitat von skylarkin
Abwandern hört sich dramatischer an als es ist, zumindest bei den Banken.
Stimmt. Von den Großbanken wandern wahrscheinlich nur wenig Arbeitsplätze ab. Dafür aber wandern ganz viele Steuern ab nach Madrid. Das taten sie zwar schon früher, nach einer Sezession käme davon aber nix mehr zurück.
Seat hingegen beschäftigt 13.000 Arbeiter. Und sorgt indirekt noch mal für ein mehrfaches an Arbeitsplätzen.

Worin besteht die wirtschaftliche Stärke Kataloniens? Genau, in der Wirtschaftskraft seiner Unternehmen. Was bleibt davon noch übrig, wenn die großen und die innovativen Unternehmen alle nach Spanien abwandern?

Beitrag melden
mpigerl 06.10.2017, 20:08
95. Es ging doch immer nur ums Geld!

Zitat von fredadrett
Geht es nur noch darum was die Wirtschaft will? Haben die letztn Wahlen nicht gezeigt das die Menschen wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung gehören. Soll sich Katalonien für 30 Silberlinge verkaufen? Die Katalonen und alle anderen freiheitsliebenden Bürger sollten sich ganz genau merken wer gegen ihre Interessen handelt und wer sie unterstützt. Die Firmen wollen weg; dann sollten alle die die Sache der Demokratie und der Freiheit im Herzen tragen bei diesen seelenloaen Unternehmen nixht mehr einkaufen!
Der einzige stichhaltige Grund für Katalonien war immer schon, dass sie keinen Bock mehr haben auf den spanischen Länderfinanzausgleich und, dass sie zuviel für andere Regionen zahlen. Die Idee war von Anfang, dass es ihnen durch die Aufkündigung der Solidargemeinschaft besser gehen würde.
Außer dem Steuerrecht hat (wahrscheinlich besser hatte) Katalonien einen ziemlich weitgehende Autonomie: eigene Sprache, eigene Sicherheitsorgane, eigene Verwaltung, etc.
Wenn man jetzt merkt, dass es nach der Unabhängigkeit eben wirtschaftlich nicht besser ist, sondern schlechter ist dies halt doof.
Eigentlich haben sie so oder so verloren, wenn sie die Unabhängigkeit einseitig ausrufen und sich durchsetzten, fliegen sie aus der EU und verlieren massiv an Wirtschaftskraft (und ihre Bürger verlieren Reisefreiheit, brauchen Visas, es gibt Zollschranken, etc Barca spielt nicht mehr in der Championsleague, usw). Wenn sie sich nicht durchsetzten wird Madrid die Autonomie aufheben und sie sind viel weniger selbstständig wie jetzt. Und wenn der katalanische Präsident die Unabhängigkeitserklärung absagt, fliegt ihm die Regierungskoalition um die Ohren. Eine typische Loose - Loose - Loose Situation.

Beitrag melden
libarz 06.10.2017, 20:11
96. Ein paar Fragen

Bei einer harten Trennung, muss Spanien die Schulden übernehmen,1000 Millionen Euro, wie geht es dann weiter ohne der Lokomotive?
Welche sind die Banken die die meisten Kredite haben?
Euro könnte man weiter benutzen.
Kennt jemand EFTA?
Es wÄre vielleicht besser zu verhandeln und eine win-win Situation zu schaffen.
Und warum lässt Spanien ein geregeltes Referendum nicht zu?
Sind Verfassungen in Stein gemeisselt oder steht Angst dahinter?
Natürlich haben die Katalanen nach der Diktatur, einer Verfassung zugestimmt, ist das wunderlich?
Wer garantiert die Einheit Spaniens in der Verfassung? Nicht der souverÄne Wille der Bürger sondern die Militärs!! Dieser Artikel wurde aufgezwungen.
Noch Fragen?

Beitrag melden
Claes Elfszoon 06.10.2017, 20:12
97. Irrtum, Katalonien ...

Zitat von voiceecho
Man versucht wahrscheinlich vergeblich dem Cataexit aufzuhalten. Die Entstehung eines unabhängigen Kataloniens außerhalb der EU ist aber für die Katalanen und Unternehmen eine einmalige Chance, Katalonien kann sich mit unabhängiger Gesetzesgebung zu einem Steuerparadies avancieren und somit für viele Unternehmen eine große Chance die Gewinne noch mehr zu steigern! Deshalb ist das Ganze ein Schmierentheater! Abwarten und teetrinken!
... will gar nicht aus der EU austreten. Wie die Mehrzahl der autonomen oder nach mehr Autonomie strebenden Regionen in Europa, sind sie glühender Verfechter der EU, werden aber gerade etwas irritierend vor den Kopf gestoßen durch die behäbige und teilweise die Eskalation befeuernde legalistische Reaktion einiger Kommissionsvertreter, die ohne auch nur einen Anflug davon zu besitzen, welche Chancen sich für die EU aus einer guten Moderation, in Sachen eigene Akzeptanz, ergeben könnten, wieder einmal Sprechblasen ablassen statt politische Ansätze wahrzunehmen..
Ich will ausgerechnet Oettinger nicht unterstellen, dass er bewußt und gezielt mit seinem Hinweis auf die Gefahr eines Bürgerkrieges (die real gar nicht existiert), Öl ins Feuer gießen möchte, aber dumm ist ein derartiges Gefasel schon.

Beitrag melden
lies.das 06.10.2017, 20:12
98. Demokratie braucht PR-Profis

Ohne professionelle Politik- und PR-Beratung fahren demokratische Parteien gelegentlich kostspielig an die Wand. Katalonien, Great Britain, Kosovo... EU-Brüssel! In Deutschland tappen Regierung und Medien erst blind in die Flüchtlingskrise, dann wurde die AfD laienhaft eingeschätzt und im Eifer unprofessionell bekämpft. Die Schwarmintelligenz demokratischer Partei-Politiker ist ohne externe professionelle Beratung leider allzu stimmungsabhängig, um immer intelligent zu handeln. Katalonien und Brexit beweisen es.

Beitrag melden
pavel1100 06.10.2017, 20:12
99. Frei aber arm?

Zitat von fredadrett
Geht es nur noch darum was die Wirtschaft will? Haben die letztn Wahlen nicht gezeigt das die Menschen wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung gehören. Soll sich Katalonien für 30 Silberlinge verkaufen? Die Katalonen und alle anderen freiheitsliebenden Bürger sollten sich ganz genau merken wer gegen ihre Interessen handelt und wer sie unterstützt. Die Firmen wollen weg; dann sollten alle die die Sache der Demokratie und der Freiheit im Herzen tragen bei diesen seelenloaen Unternehmen nixht mehr einkaufen!
Natürlich nicht frei aber arm sondern unfrei und arm. Die Katalanen sind umzingelt von einer EU-Außengrenze. Also keine Reisefreiheit. Visa wirds wohl auch schwer geben denn diesen Staat wird kein anderes Land anerkennen. Höchstens vielleicht die Warlords von der "Republik" Lugansk. Die Katalanen werden in höchstem Maße in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein. Eine Verfassung und Gesetze gibts auch noch nicht. Mal sehen welche Schmankerl die Nationalisten und die Ultralinken sich da noch einfallen lassen. Inzwischen retten die Firmen ihr Material und ihr Geld Richtung EU.

Beitrag melden
Seite 10 von 29
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!