Forum: Wirtschaft
Seat, Lidl und Co. : Katalonien droht der wirtschaftliche Exodus
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Nicht nur einheimische Konzerne wollen weg aus Katalonien. Auch die Ableger deutscher Unternehmen diskutieren längst Notfallpläne. Kann der wirtschaftliche Druck die Separatisten stoppen?

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heiko1977 06.10.2017, 20:20
110.

Zitat von peter.di
Jetzt heißt es, Katalonien droht der wirtschaftliche Exodus. Vor der Einführung des Euros hieße es, der Euro bringt die dynamischste Wachstumsregion der Welt und er bringt die Völker Europas zusammen. Gerade in Katalonien sieht, man dass bei beidem genau das Gegenteil eingetreten ist. Ohne Eurokrise wäre die Unabhängigkeitsbewegung vermutlich nie so stark geworden, dass es zu einem Referendum gekommen wäre. Also passiert ja vielleicht auch genau das Gegenteil von einem wirtschaftliche Exodus. Auch wenn die Übergangzeit sicher schwer wird. Ich wünschen den Katalonen jedenfalls viel Glück!
Die Ereignisse in Katalonien haben nichts mit dem Euro zu tun. Die Katalanen wollen eigentlich auch den Euro behalten, wenn sie dürfen. Die Katalanische Frage ist nun seit dem 16. Jahrhundert existent und ist in den letzten Jahren wegen des Verhaltens in Madrid unter den Regierungspräsidenten Azar und Rajoy wieder akut geworden, da man in Katalonien sich gerade von den konservativen Regierungen unterdrückt und ausgebeutet fühlt, da diese eher dazu neigen Autonomiestatuten zu untergraben oder nicht zu beachten. Hinzu kommt das Katalonien 2005 ein neues Autonomiestatut forderte und ein solches der spanischen Zentralregierung vorlegte, mit der Begründung, dass das alte Statut die Züge Francos noch trage und wesentliche Aspekte der EU-Gesetzgebung (Spanien trat der EU am 01.01.1986 bei) nicht beinhaltete. Nachdem die Zentralregierung dem neuen Autonomiestatut zustimmte, klagte aber die Partido Popular (PP) gegen dieses. da aus ihrer Sicht dieses Statut Verfassungswidrig sei. Das spanische Verfassungsgericht stimmte dieser Sicht teilweise zu und das Autonomiestatut wurde nicht ratifiziert. Seit dem ist in dieser Frage in Spanien nichts mehr passiert obwohl die Katalanen weiterhin auf ein neues Autonomiestatut aus den genannten Gründen drängten.

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libarz 06.10.2017, 20:21
111. Bayern und Barça

Der überhebliche Ton in manchen Komentare, deutet ........lassen wir es.
Mit allen Respekt an die Bayern, der Vergleich mit ihnen ist falsch.
Ich würde sagen der Vergleich mit Holländer wäre treffender, eigene Kultur, Mentalität und Sprache.
Und wenn das Wohlbefinden der Bürger vom Fussball abhängt, na dann Gute Nacht

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Claes Elfszoon 06.10.2017, 20:21
112. Wenn Bürger ...

Zitat von sischwiesisch
...und ihrer vermeintlich überlegenen Wirtschaftskraft ging´s doch zuallererst den Seperatisten ! Um nichts anderes. Demokratie ? Das ganze Verfahren zum Referendum war illegal und die Wahlbeteiligung spricht Bände. Nicht mal 45 %. Freiheitsliebend ? Man könnte meinen in Spanien herrschte eine Diktatur. Welch eine Hybris.
... in Europa ihre politische Meinung artikulieren möchten, ist das weder illegal, noch ist die Verhinderung durch den Staat mit Gewalt politisch sinnvoll und zu rechtfertigen, selbst wenn das vielleicht auch rechtlich legal erscheint.
Nicht nur in den Augen Kataloniens ist die Partido Popular der Nachfolger und Sachwalter der Franco Diktatur, sie ist auch noch stolz darauf und verweigerte jede Aufarbeitung (wie schon oft von Katalonien und anderen Regionen gefordert) der Franco-Verbrechen. Übrigens hat Franco das Königstum als seinen offiziellen Nachfolger eingesetzt - auch eine originelle Seite der "Aufarbeitung" der Diktatur in Spanien. Der aktuelle König hat versagt und "Rajoy ist eine Schurke" (Originalzitat von Rolf Dieter Krause ehemaliger Studioleiter des ARD Stuios in Brüssel, der ja sonst nicht im Ruf steht leichtfertige Zuweisungen zu produzieren).

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Atheist_Crusader 06.10.2017, 20:23
113.

Zitat von chickenrun1
Warum kann Katalonien nicht schnell Teil der EU werden. Sie sozusagen wieder einbinden in den Kreis der Familie. Nur weil sie ihre historische Chance auf Eigenständigkeit gegenüber Spanien endlich nutzen wollen, sollte man nicht die kalte Schulter zeigen. Diese linke Nummer mit Liebesentzug ist einfach nur kindisch und einer Wertegemeinschaft unwürdig. Hier muss eine Scheidung her, bei der man Freunde bleiben kann. Diese Chance sollte Spanien und vorallem die EU erkennen. Bisher zeigt man sich nur Fußstampfend eingeschnappt. Oder wie hier mit Droh- und Untergangsszenarien.
So ein Unfug. Erstens gibt es die Beitrittsprozeduren aus gutem Grund. Solche Dinge zu übereilen hat in der Vergangenheit durchaus Probleme eingebracht (siehe Osterweiterung). Und es besteht kein Grund, für Katalonien eine Ausnahme zu machen. Da müssen alle durch. Selbst Nordirland kann sich nur da herumdrücken, wenn es wieder Teil von Irland wird.

Und da die Katalonen sich primär deswegen abspalten weil sie nicht mehr der zahlende Teil einer Solidargemeinschaft sein wollen, sehe ich auch keine Veranlassung sie wieder in eine ebensolche aufzunehmen. Wer sagt uns, dass all der Krach sich nicht fortsetzt - nur mit Brüssel statt Madrid?

Vor allem mal sendet es ein ganz schlechtes Signal: "Separatisten aller (EU-)Länder vereinigt euch! Lasst eurem antiquierten Nationalismus und eurem abscheulichen Egoismus freien Lauf und spaltet euch noch heute ab! Konsequenzfrei!". Und das ist eine Geisteshaltung die es nicht verdient, unterstützt zu werden.

Nein, wenn Katalonien sich abspaltet, ist es raus aus der EU. Und wenn es wieder rein will, muss es sich an den gleichen Prozess halten wie jeder Andere auch. Dass Spanien dem dann vermutlich im Wege steht, darüber hätte man vorher nachdenken sollen. Die EU ist nicht dazu da, Realitätsverweigerern bei der Errichtung ihrer nationalistischen Luftschlösser zu helfen. Im Gegenteil: sie ist dazu gedacht, all diesen selbstzerstörerischen Mist aus dem frühen 20. Jahrhundert endlich zu begraben.

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slim_chance 06.10.2017, 20:24
114.

Wie kann ein Mensch der sich politisch engagiert frei sein? Wenn das Geld weg ist, ist es ein erster Schritt in Richtung Freiheit. Aber wollen das die Katalanen? Was wenn Freiheit Armut bedeutet?

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Paul Butterfield 06.10.2017, 20:25
115. Ach herrje ...

Es scheint die Leute hier ja furchtbar zu quälen und mit komplettem Unverständnis zu erfüllen, dass Menschen Widerstand leisten.

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der-junge-scharwenka 06.10.2017, 20:26
116. Selbstverliebt

Zitat von Claes Elfszoon
Wie die Mehrzahl der autonomen oder nach mehr Autonomie strebenden Regionen in Europa, sind sie glühender Verfechter der EU, werden aber gerade etwas irritierend vor den Kopf gestoßen durch die behäbige und teilweise die Eskalation befeuernde legalistische Reaktion einiger Kommissionsvertreter
Wollen Sie damit sagen, die Katalanen haben allen Ernstes geglaubt, sie würden nach einer Abspaltung sofort und ohne weiteres EU-Mitglied werden können? Mit Verlaub, so dumm kann doch kein erwachsener Mensch sein. Nur ein ganz einfacher Hinweis dazu: Es ist kein Geheimnis, dass es eine EU-Erweiterung nur nach einstimmiger Entscheidung der Mitgliedsstaaten gibt. Das heißt: Alle müssen einverstanden sein. Wirklich alle. Und alle heißt: Auch Spanien. Spätestens an dieser Stelle muss doch jedem einigermaßen vernunftbegabten Menschen klar werden, dass die Sache aussichtslos sein muss. Ich selbst kenne keinen Katalanen. Ich frage mich aber, wie selbstverliebt man sein muss, wenn man selbst diesen einfachen Gedankengang nicht anstellen kann oder will...

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Atheist_Crusader 06.10.2017, 20:28
117.

Zitat von Friend of freedom
Wenn Katalonien aus Spanien austritt, und wirtschaftlicher Schaden für Katalonien durch Zölle der EU oder Spaniens entsteht, dann sind eindeutig die EU und Spanien Schuld an diesem Schaden. Sie könnten Katalonien ja einfach unabhängig werden lassen, und keine Zölle erheben. Dass sie es doch tun, oder zumindest in Erwägung ziehen, zeigt dass es ihnen rein um die Macht in Katalonien geht.

Ja, die EU muss keine Zölle gegenüber Katalonien erheben. Sie muss auch keine Zölle gegenüber Argentinien, Russland oder Namibia erheben. Sie macht es aber, weil Handel nunmal so funktioniert. Und weil das wichtigste Prinzip der Brexit-Verhandlungen offenbar immer noch nicht allgemein bekannt ist: Nichtmitgleidschaft darf nicht vorteilhafter sein als Mitgliedschaft.

Aber klar, wenn Sie sich den Kopf anschlagen ist wahrscheinlich auch Ihre Mutter schuld, weil Sie ihnen keinen Helm mitgegeben hat und Sie bloß vierzehn mal ermahnt hat, zu schauen wo Sie hinlaufen.

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Skakesbier 06.10.2017, 20:28
118. Die katalanischen

Scharfmacher werden noch froh sein, wenn sie von den Andalusiern zollfreie Zitrus-Früchte oder aus Vigo vernünftigen Fisch einkaufen dürfen!

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kumi-ori 06.10.2017, 20:29
119.

Zitat von von111derletzte
Werden sich aber die Lidl-Mitarbeiter in Katalonien freuen? Kaufen die dann auch keinen SEAT mehr, wenn die Firmenzentrale wegzieht? Werden dann als nächstes Lidl- oder SEAT-Mitarbeiter gesellschaftlich ausgegrenzt, gemobbt, gar Autos zerstört von diesen heroischen Freiheitskämpfern?
Nein, die Strafe wird sein, dass die Katalanen nur noch bei Firmen aus sezessionistischen Ländern einkaufen. Sie werden künftig mit dem Roll's Royce bei Harrod's vorfahren.

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