Forum: Wirtschaft
Seat, Lidl und Co. : Katalonien droht der wirtschaftliche Exodus
AP

Nicht nur einheimische Konzerne wollen weg aus Katalonien. Auch die Ableger deutscher Unternehmen diskutieren längst Notfallpläne. Kann der wirtschaftliche Druck die Separatisten stoppen?

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nixus_minimax 06.10.2017, 21:01
150. Hmm

Zitat von gerd.lt
Für einen Außenstehenden ist es schwierig die Lage zu beurteilen. Wenn man nach den Erfahrungen davon ausgeht, dass es überall, allerdings in überschaubarerer Zahl, Separatisten gibt, muss man doch für Katalonien feststellen, dass es sich hier schon um eine Volksbewegung handelt, was darauf schließen lässt, dass die Probleme zwischen Madrid und Barcelona, durch Gründe darüber hinaus entstanden sind. Wenn jetzt wirtschaftlicher Druck entsteht, hat das eine Aussagekraft über das spanische Problem hinaus, nämlich die, dass die Politik am Faden wirtschaftlicher Interessen hängt, und demokratisch gewählte Politker auf Gedeih und Verderb von Konzernentscheidungen abhängen. Hier beginnt die Fragwürdigkeit des bestehenden Systems, weil dadurch deutlich wird, dass unsere Demokratie eine Schweinwelt ist, die von Entscheidungen außerhalb der demokratischen Entscheidungsprozesse abhängig ist, was so lange bestehen bleibt wie sich die Politik ständig gegeneinander ausspielen lässt. Zurück zum spanischen Problem, eine Lösung sehe ich darin, dass, wenn unter Einhaltung demokratischer Normen in Katalonien eine Volksabstimmung über eine Abspaltung ja oder nein stattfindet. Ich bin mir sicher, dass die Separatisten keine Chance hätten, was aber den spanischen Staat nicht davon befreit, einen gerechten Ausgleich der Interessen durchzuführen.
Sie haben durchaus Recht mit der übertriebenen Abhängigkeit von der Wirtschaft. Man muss aber dazu wissen das die Massen mobilisiert wurden mit dem Dogma "als eigene Nation bleiben wir in der EU und keine Firma geht aus Kat. weg sondern es wird Milch und Honig fliessen" Jede Kritik oder jedes Gegenargument wurden niedergebrüllt. Der Chef der spanischen Notenbank sagte im Jahr 2015 das es bei einem unilateralen Austritt einen Bankenrun geben würde. Daraufhin würde er auf übelsten von der katalanischen Regierung und Ihren Adlaten beschimpft.

Das ist die Dosis Realität gegen die sich die Separatisten immer durch niederbrüllen gewehrt haben.

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von111derletzte 06.10.2017, 21:01
151. Ganz genau,

Zitat von globaluser
Spanien ein Lande der dritten Welt.
so wie Portugal, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, alle mit und ohne Katalonien.

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soisses007 06.10.2017, 21:04
152. Euro und die Folgen - die Spaltung

Zitat von peter.di
... Gerade in Katalonien sieht, man dass bei beidem genau das Gegenteil eingetreten ist. Ohne Eurokrise wäre die Unabhängigkeitsbewegung vermutlich nie so stark geworden, dass es zu einem Referendum gekommen wäre. ...
Der Euro hat die wirtschaftlich starken Länder noch Fetter gemacht und die schwachen verarmt. Der Euro spaltet Europa. Die schwachen Länder brauchen eine Währung die sie selbst steuern (abwerten) können. Der Euro ist eine Währung für die Big Player, welche International agieren. Allen anderen bringt er keine Vorteile.
Meinen (lächerlichen) Nachteil, im Urlaub mit anderen Währungen bezahlen zu müssen, würde ich gerne akzeptieren.

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brazzo 06.10.2017, 21:04
153. @fredadrett

Genau, die ?Katalonen? und alle sonstigen freiheitsliebenden Bürger, sollten sich das ganz genau merken. Die sollten sogar Listen mit den bösen Unternehmen erstellen, damit das auch jeder echte Katalane erfährt. Und wenn man schon dabei ist, dann sollten auch gleich noch Listen mit den unechten Katalanen erstellt werden und mit allen sonstigen, nicht freiheitsliebenden Bürgern. Denn genau das, verstehen Leute wie Sie ja unter Freiheit.

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der-junge-scharwenka 06.10.2017, 21:07
154. Einstimmigkeit

Zitat von Claes Elfszoon
Katalonien könnte sehr wohl und sehr schnell und dazu auch noch relativ unbürokratisch in die EU aufgenommen werden, denn alle dazu notwendigen Daten, die die Aufnahmekriterien betreffen, sind ja seit 2012 durch die EU kontinuierlich erhoben. Diese Daten bescheinigen Katalonien ganz klar, dass es ALLE Kriterien erfüllt. Hören Sie dazu Eric Bonse, u.a. EU Korrespondent von taz, Handelsblatt und des unabhängigen Blogs "Lost in Europe".
Auch für Sie noch einmal: Die Aufnahme eines neuen Staates in die EU setzt eine einstimmige Entscheidung aller (!) Mitglieder voraus. Ja, das ist unverrückbar. Nein, da kann man nicht mauscheln. Und Nein, auch Geld hilft da nicht. Jetzt erklären Sie mir mal, warum Spanien dem zustimmen sollte. Und das gleiche machen Sie bitte mit Blick auf Frankreich, das ein Korsika-Problem hat, mit Blick auf Italien, das Probleme in Padanien und in Südtirol hat, und zum Schluss dann auch noch mit Belgien, wo die Flamen lieber heute als morgen weg möchten. Also warum? Um es kurz zu machen: Keiner wird zustimmen. Da kann Katalonien noch so schöne Wirtschaftsdaten haben. Das können Sie gut oder schlecht finden; die Sache wird jedenfalls so ausgehen.

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pavel1100 06.10.2017, 21:08
155. Das wird nicht passieren

Zitat von chickenrun1
Warum kann Katalonien nicht schnell Teil der EU werden. Sie sozusagen wieder einbinden in den Kreis der Familie. Nur weil sie ihre historische Chance auf Eigenständigkeit gegenüber Spanien endlich nutzen wollen, sollte man nicht die kalte Schulter zeigen. Diese linke Nummer mit Liebesentzug ist einfach nur kindisch und einer Wertegemeinschaft unwürdig. Hier muss eine Scheidung her, bei der man Freunde bleiben kann. Diese Chance sollte Spanien und vorallem die EU erkennen. Bisher zeigt man sich nur Fußstampfend eingeschnappt. Oder wie hier mit Droh- und Untergangsszenarien.
Und selbst wenn, es würde zu lange dauern. Schneller läufts wenn die Firmen ihre Sitze, ihr Katpital und ihre Recourcen in die EU verlegen. Schade um Katalonien aber sie habens so gewollt. Das Schiff sinkt. Rette sich wer kann.

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nixus_minimax 06.10.2017, 21:09
156. Stimmt

Zitat von heiko1977
Bayern hat sich damals nicht abgespaltet weil es auf den Länderfinanzausgleich und das Geld aus den reichen Industriegebieten in NRW angewiesen war. Jetzt tritt es nicht aus weil es weiss ohne den Rest Deutschlands fällt es auf eben dieses Niveau von vor 1990 wieder zurück. Bei Katalonien sieht dies jedoch gänzlich anders aus: dies war seit jeher die wirtschaftlich stärkste Region Spaniens, und es wurde Jahrhunderte lang von Madrid ausgebeutet und unterdrückt.
Überall waren die Katalanen aufs Rad geflochten in Madrid. Tausende katalanische Sklaven in den Minen Asturiens zu Tode geschunden und heute sieht man ja diese unfassbare Unterdrücken wenn die sich überall mit ihren Fähnchen rumtreiben und dem tatsächlich produktiven Teil der Gesellschaft gigantisch auf den Puffer gehen.

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candido 06.10.2017, 21:10
157. @gersois#91 Gesprächsbereitschaft?

Gesprächsbereitschaft mit einem Putschisten? Dann hätte ihrer Meinung nach 1981 die Regierung mit dem Oberst Tejero und Milans del Bosch bei ihrem versuchten Putschversuch verhandeln sollen? Merkwürdiges Demokratieverständnis.

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libarz 06.10.2017, 21:11
158.

Zitat von der-junge-scharwenka
"Eigene Kultur, Mentalität und Sprache": Häkchen, Häkchen, Häkchen! Das trifft doch alles auf die Bayern zu. Als Norddeutscher bin ich nicht in der Lage, einen Bayern im Gespräch zu verstehen. Seine Trachtenseligkeit ist eine Kultur, die mir völlig fremd ist, und mit der Mentalität kann ich ebenfalls nichts anfangen. Tut mir leid, da ist mir ein Holländer wirklich näher (und das nicht nur räumlich). Ist schon ein Mist, die Sache mit den Grenzen...
Dann sind wir halt Dänen, wollte es halt nur verständlich machen.
Apropo die Katalanen hatten ein Parlament schon im Jahre 1238, und dies ist der 130 Präsident. Nur im Wiki blättern.
Und noch etwas weiteres, die Beiträge die alle über den katalanischen Nationalismus wettern, empfehle ich einen Beitrag von Paul Mason(Leiter des Wirtschaftsressort der BBC)
‘We are with you Catalunya’ – the revolt in Spain is bigger than flags and language
Sehr lesenswert

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heiko1977 06.10.2017, 21:13
159.

Zitat von theanalyzer
Meinen Sie wirklich, daß tumber Nationalismus die Menschen so blindwütig macht? Das wäre sehr schlimm.
Die Frage ist wo ist der schlimmere Nationalismus: Bei denen die einen neuen Staat wollen, weil sie meinen sie bräuchten diesen, oder bei denen, die meinen der bestehende Nationalstaat sei heilig und dürfte nicht getrennt werden. Ich muss gestehen mir sind beide zuwider und kann der Idee des "Nationalstaat" immer weniger abgewinnen.

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