Forum: Wirtschaft
Seat, Lidl und Co. : Katalonien droht der wirtschaftliche Exodus
AP

Nicht nur einheimische Konzerne wollen weg aus Katalonien. Auch die Ableger deutscher Unternehmen diskutieren längst Notfallpläne. Kann der wirtschaftliche Druck die Separatisten stoppen?

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der-junge-scharwenka 06.10.2017, 21:48
190. Erfrischend!

Zitat von hwi28
was ist das eigentlich für eine schwachsinnige EU, die meint ein unabhäniges Katalonien müßte der EU erneut beitreten. Mann und Frau sind verheiratet. Mann geht fremd, Frau läßt sich scheiden.... vor einem deutschen Gericht. Muß sie wegen der Scheidung die Staatsbürgerschaft (Mitgliedschaft in Deutschland) neu beantrage.... Solange die Bevölkerung des "EU-Gebietes Katalonien" keinen K-exit beantragt gilt die bestehende Mitgliedschaft weiter. Rechte und Plichten sind zwischen Spanien 1 und Spanien 2 aufzuteilen. Wer anderes propagiert gehört aus der Politik entfernt. Falls die "wegfallende Mitgliedschaft" so in den EU-Verträgen steht, muß der gesamte Vertrag nachgebessert werden.
Erfrischende Idee! Haben Sie sich schon mal gefragt, warum vor - ausgerechnet - Ihnen noch wirklich gar kein anderer auf diese Idee gekommen ist? Es könnte natürlich damit zu tun haben, dass alle anderen völlige Strohköpfe sind. Die andere denkbare Sichtweise können Sie sich selbst überlegen.

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KingTut 06.10.2017, 21:51
191. Wie bei Schottland

Zitat von hwi28
was ist das eigentlich für eine schwachsinnige EU, die meint ein unabhäniges Katalonien müßte der EU erneut beitreten. Mann und Frau sind verheiratet. Mann geht fremd, Frau läßt sich scheiden.... vor einem deutschen Gericht. Muß sie wegen der Scheidung die Staatsbürgerschaft (Mitgliedschaft in Deutschland) neu beantrage.... Solange die Bevölkerung des "EU-Gebietes Katalonien" keinen K-exit beantragt gilt die bestehende Mitgliedschaft weiter. Rechte und Plichten sind zwischen Spanien 1 und Spanien 2 aufzuteilen. Wer anderes propagiert gehört aus der Politik entfernt. Falls die "wegfallende Mitgliedschaft" so in den EU-Verträgen steht, muß der gesamte Vertrag nachgebessert werden.
Für mich ist es einleuchtend, dass ein Land, das sich zuvor von einem EU-Mitgliedsstaat abgespalten hat, kein Mitglied der EU ist. Das hat man z.B. auch den Schotten vor ihrem Referendum klipp und klar gesagt und weil sie in der EU bleiben wollten, kam damals keine Mehrheit für eine Abspaltung von GB zustande. Man stellt immer wieder fest, dass es Katalanen gibt, die ungläubig in die Kamera schauen, wenn sie auf den Verlust ihrer EU-Mitgliedschaft im Falle einer Abspaltung von Spanien angesprochen werden. Vielleicht hätten die Wortführer der Kampagne ihren Bürgern vorher reinen Wein einschenken sollen. Auch die zu erwartende Abwanderung von Firmen hätte man thematisieren müssen, bevor man die Leute zur Wahlurne gelockt hat.

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heiko1977 06.10.2017, 21:54
192.

Zitat von nixus_minimax
der katalanische ultranationalismius wird sich wie ein nährender Hauch über die Hungernden und Dürstenden schmiegen und Ihnen Trost und Freude in Ihren Hütten sein. visca catalanistan lliure and stuff
Und was ist dann der spanische Nationalismus? Ist der in irgendeiner Weise auch nur etwas besser?

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helgeharder 06.10.2017, 21:55
193.

Zitat von heiko1977
Also Katalonien spricht nun seit dem 17. Jahrhundert davon sich von Spanien abzutrennen.
Deshalb hat Katalonien 1978 der spanischen Verfassung ja auch mit über 90% zugestimmt. Weil sie schon seit Jahrhunderten alle weg wollten. Aber sicher

Daß es Spinner gab und gibt, die schon immer unabhängig sein wollten, bestreite ich nicht. Ich habe selber im Fernsehen gesehen, wie ein Katalane in Fernsehen ganz stolz davon sprach, daß eine in 17xx stattgefundene Schlacht (die de Katalanen wohl verloren hatten) durch das Referendum quasi im Nachhinein gewonnen würde. Wie bescheuert muß man sein, um auf solche Ideen zu kommen? Wen interessieren denn bitte von 300 Jahren verlorene Schlachten?

Doch nur Hardcore-Nationalisten und Idioten.

Die Mehrzahl der Katalanen gehört zum Glück nicht dazu.

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der-junge-scharwenka 06.10.2017, 21:55
194.

Zitat von heiko1977
Also Binnenmarkt nennt man einen internen Markt innerhalb eines Wirtschaftsraumes in dem Waren und Dienstleistungen getauscht werden, also den englischen Binnenmarkt oder deutscher Binnenmarkt etc. Dies geht natürlich auch mit dem katalanischen Binnenmarkt, denn die Katalanen werden weiterhin Waren und Dienstleistungen untereinander tauschen. Was für Katalonien schwierig wird, und Sie meinen, ist der Außenhandel.
Ich meinte: "Zugang zum EU-Binnenmarkt". Das ist dann für die Katalanen dann zukünftig in der Tat Außenhandel.

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thobie2 06.10.2017, 21:57
195.

Zitat von fredadrett
Geht es nur noch darum was die Wirtschaft will?
Naja, ein Kleinstaat, gerade gegründet ohne Zugang zu den Märkten in Spanien und Frankreich mit einer kollabierenden Wirtschaft. Glauben Sie wirklich, dass es das ist, was die Menschen dort wollen. Da gibt es dann keinen Rettungsschirm. Es wird eine hohe Arbeitslosigkeit geben und einen Staat, der keine Reserven hat. Aber praktisch sofort Rentenlasten zu tragen hat. Sorry, das kann nicht funktionieren. Tragisch ist nur, dass die Populisten das dem Volk nicht gesagt haben. Die tun so, als würde ein eigenständiges Katalonien sofort Mitglied der EU. Selbst im besten Fall dauert ein solcher Prozess Jahre. Und nur noch einmal zur Erinnerung: Die Aufnahme neuer Mitglieder bedarf der Zustimmung aller EU-Mitglieder. Und Spanien wird mit Sicherheit Nein sagen. Kleinstaaterei ist mit Sicherheit nicht die Lösung der Probleme des 21. Jahrhunderts.

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der-junge-scharwenka 06.10.2017, 21:57
196.

Zitat von jrcom
Das Problem der Selbstbestimmung wird aber die Eliten weiter heimsuchen.
Darum geht es doch nur in der Außendarstellung. Die Selbstbestimmung ist die Verkaufe, die Show, das Feigenblatt, hinter dem sich das versteckt, worum es eigentlich geht: Egoismus. Die Unwilligkeit, mit anderen Menschen zu teilen. Und weil sich "ich will nicht teilen" eben nicht so gut anhört, verkauft man es als "ich will selbstbestimmt" sein. Wir sollten nicht so dumm sein, auf eine derartig plumpe Masche hereinzufallen.

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pavel1100 06.10.2017, 21:59
197. Versteh ich das richtig?

Zitat von Claes Elfszoon
... in Europa ihre politische Meinung artikulieren möchten, ist das weder illegal, noch ist die Verhinderung durch den Staat mit Gewalt politisch sinnvoll und zu rechtfertigen, selbst wenn das vielleicht auch rechtlich legal erscheint. Nicht nur in den Augen Kataloniens ist die Partido Popular der Nachfolger und Sachwalter der Franco Diktatur, sie ist auch noch stolz darauf und verweigerte jede Aufarbeitung (wie schon oft von Katalonien und anderen Regionen gefordert) der Franco-Verbrechen. Übrigens hat Franco das Königstum als seinen offiziellen Nachfolger eingesetzt - auch eine originelle Seite der "Aufarbeitung" der Diktatur in Spanien. Der aktuelle König hat versagt und "Rajoy ist eine Schurke" (Originalzitat von Rolf Dieter Krause ehemaliger Studioleiter des ARD Stuios in Brüssel, der ja sonst nicht im Ruf steht leichtfertige Zuweisungen zu produzieren).
Die Spanier machen durch Wahl die PP zur Regierungspartei weil sich sich die Franco-Diktatur zurückwünschen? Ist das nicht ein bisserl absurd? Der Konig Juan Carlos hat die Demokratie in Spanien übrigens erst ermöglicht und gefördert. Davon abgesehen, ich mag diesen hölzernen und sturen Rajoi auch nicht.

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thobie2 06.10.2017, 21:59
198.

Zitat von dietmarcill
Wenn die schlau sind führen die eine 10 % Flattax ein und zeigen der EU den Mittelfinger. Wir ( Mallorca) warten schon drauf, dann wird umgesiedelt. Das Firmen abhauen hat sich dann auch erledigt. Wär doch mal schön, Taxhaven am Mittelmeer.....
Können sie. Nur auch das wird nicht helfen. Die Briten haben auch so etwas angedroht. Für Seat würde das bedeuten, dass VW die Vorleistungen in Deutschland nicht mehr bei der Vorsteuer berücksichtigen kann.

Und dann ein Staat, der nur von der See aus erreichbar ist und keine Überflugrechte für Frankreich und Spanien hat. Und das soll bei einer arbeitsteiligen Wirtschaft funktionieren. Halte ich ehrlich gesagt für sehr blauäugig.

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Reinhardt Gutsche 06.10.2017, 21:59
199. Sezession und EU-Mitgliedschaft

Zitat: "Die Separatistenregierung würde gern in der EU bleiben - und den Euro behalten. Aus Brüssel kommt aber Gegenwind. Das Referendum sei illegal gewesen, im Falle einer Unabhängigkeit müsste Katalonien erst einen langwierigen Beitragsprozess absolvieren."

So tönte es auch vor dem Sezessions-Referendum der Schotten 2014 warnend aus Brüssel und den EU-Hauptstädten. Ein unabhängiges Schottland verlöre automatisch die EU-Mitgliedschaft und müsse sich in einem neuen Beitrittsverfahren wieder hinten anstellen. Doch drehte sich plötzlich der Wind nach dem Brexit: "Wenn es jetzt ein weiteres Referendum gäbe, würden wahrscheinlich viele Schotten für einen Austritt aus Großbritannien stimmen. Sie würden lieber ein Teil der EU sein anstatt ein Teil Großbritanniens." (FAZ 14. 7. 2016). Dieser Sichtweise liegt die Annahme zugrunde, nach einer Sezession Schottlands vom UK bliebe es automatisch EU-Mitglied. Die schottische Erste Ministerin Nicola Sturgeon wurde dann auch unmittelbar nach dem Sieg der Brexit-Fans demonstrativ in Brüssel zu einem "sympathetic hearing from EU chiefs" empfangen (Daily Mail), damit den Eindruck erweckend, die Rechtslage hätte sich für Schottland nach dem gesamtbritischen Brexit-Plebiszit nunmehr abrupt geändert und es müsse nicht mehr wie jeder andere Beitrittskandidat erneut in Brüssel anklopfen und um Einlaß bitten. Das wäre insofern logisch, als Schottland ebenso wie Katalonien durch ihre bisherige EU-Zugehörigkeit realiter bereits alle deren Kriterien erfüllt.

Überdies stünde einem souveränen Schottland wie Katalonien der Weg offen, über die EFTA dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beizutreten, in welchem nach dem Abkommen vom 2. Mai 1992 die vier FreiheitendesWaren-,Personen-,Dienstleistungs- undKapitalverkehrs herrschen. Es bekäme einen vergleichbaren Status wie etwa Island und Norwegen. Auch die Schweiz genießt über bilaterale Verträge mit der EU jene Freiheiten.

 Ähnliches gilt für das ERASMUS-Programm, für dessen Teilnahme eine EU-Mitgliedschaft nicht zwingend ist. Auch die Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Norwegen, Liechtenstein und die Türkei gehören zu den Programmländern außerhalb der EU, warum nicht auch ein souveränes Schottland und Katalonien. Und wenn schon der Zwergstaat Montenegro, ebenfalls ein Sezessions-Produkt, Mitglied der NATO werden kann, warum dann nicht auch Schottland und Katalonien?


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