Forum: Wirtschaft
Selbstversorgung in Großstädten: Mein Strom ist auch dein Strom
imago/blickwinkel

Die eigene Stromversorgung - was auf dem Land schon gut läuft, soll auch bei Mietern und Hausbesitzern in deutschen Großstädten besser funktionieren. Die Digitalisierung hilft dabei.

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trex#1 05.04.2018, 08:08
1.

"Noch rentiert sich die Anlage nicht: ... noch etwa neun Jahre. Erst nach danach dürfte er auch jeden Monat Geld sparen."
Es ist ein Hobby. In 9 Jahren wird es enormen technischen Fortschritt geben, so dass man in 9 Jahren Schrott auf dem Dach hat. Einziger Aspekt ist eine gewisse Versorgungssicherheit, für Ängstliche.
Rentabler wäre es vielleicht, auf dem Fachdach Hühner zu halten, um eine Selbstversorgung mit Eiern zu betreiben.

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hastdunichtgesehen 05.04.2018, 08:22
2. Das ist ja wohl ein schlechter Witz

wie die allermeisten muss ich für jede Umdrehung eines Windrades und jeden Sonnenstrahl in eine Solarzelle eine EEG-Umlage bezahlen und die Nutznießer sind eher nicht bereit darauf zu verzichten. Mein Strom ist deren Strom genauso wie deren Strom.

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Indiana.Jones 05.04.2018, 08:23
3. Hmmmm

... mal nachrechnen: Hein zahlt also 170 EUR/Monat für die Kosten der Solaranlage. Und das noch 9 Jahre. Wie lange er schon zahlt, steht im Artikel nicht drin ( oder ich habe es überlesen ), aber ich gehe mal von insgesamt 10 Jahren Laufzeit aus. Das macht 170 * 12 * 10, also ca. 20.000 EUR Kosten für die Solaranlage. Er spart rund 40 EUR/Monat an Stromkosten, d.h. die Anlage hat sich schon innerhalb von rund 42 Jahren amortisiert. Tolles Modell.

Wieso er dann nach 9 Jahren anfängt zu sparen, erschließt sich nur dem Autor und seinen Rechenkünsten.

Und das Modell funktioniert doch auch nur, wenn die einzelnen Häuser der Community untereinander verkabelt sind, oder? Ich kann mir nicht vorstellen, dass der örtliche Energieversorger die Durchleitung zulässt bzw. regelt. Dazu steht im Artikel nichts drin. Falls es so wäre, dann schränkt das den Bereich der Community auf die mehr oder weniger direkte Nachbarschaft ein.

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hoeffertobias 05.04.2018, 08:28
4. Absoluter Nonsens...

Mit dem "Sonnen-Modell" wird lediglich der Verkauf eines Speichers quersubventioniert. Gut zu erkennen am Beispiel Hein: Für 4.250 kWh/a zahlt er 190 € pro Monat, demnach 2280 € pro Jahr. Macht also 53 €C/kWh. Absurd! Und so ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, wenn die Gewährleistung für den Speicher erlischt, fängt das System an, rentabel zu werden. Peinlich!

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tadano 05.04.2018, 08:33
5.

Sicher ein vernünftiges System mit Zukunft. Nur „teilen“ sollte man es nicht nennen. Was man heutzutage „teilen“ oder „Sharing“ nennt verschleiert dass es sich um ein Geschäft wie andere auch handelt. Oftmals werden dabei soziale Standards wie z. B. bei Uber oder Airbnb einfach ausgehebelt.

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reishaus 05.04.2018, 08:33
6. Angaben gehen nicht auf...

Herr Hein verbraucht im Durchschnitt 10 Kilowattstunden am Tag, also 3650 Kilowattstunden im Jahr, erhält aber (trotz Anlage) 4250 Kilowattstunden kostenlosen Strom von anderen Mitgliedern, die einspringen...

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eisbaer68 05.04.2018, 08:37
7. Komisch

ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gemeinschaft ihr eigenes Stromnetz aufgebaut hat. Demzufolge werden alle Sonnen Nutzer trotzdem über einen normalen Stromanschluss verfügen, damit sie ihren Strom austauschen können. D.h. Gebühren für den Zähler etc. werden trotzdem fällig. Für den Fall, dass die eigene Anlage ausfällt hat man auch noch eine Option und dann ist da noch jemand der auch noch für die richtige Frequenz im Netz sorgt. Alles Dinge die trotzdem bezahlt werden müssen. Es müssten sich schon alle Sonnen Nutzer vom Netz physisch trennen und ihr eigenes aufbauen. Man kann sich das natürlich alles schön rechnen und so tun als sei das doch ganz einfach. Der umweltschädliche Netzausbau, wie es der Politiker der Grünen beschreibt, wird trotzdem nicht verhindert. Der Zubau an Windkraftanlagen geht ununterbrochen weiter und das belastet die Netze weiter. Der Netzausbau wird sich nur verhindern lassen, wenn große Speichermöglichkeiten, in welcher Form auch immer, effizient geschaffen werden können oder die Industrie in die Regionen gezwungen wird die quasi vor lauter Strom schon nicht mehr aus den Augen gucken können.

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frank.huebner 05.04.2018, 08:44
8. Stromspeicherung ist der Kern

Egal, was manche als Insellösung machen, um erneuerbare Energien richtig zu verwerten muss man das Problem der Stromspeicherung im großen Stil lösen. Ohne das wird das Netz immer wackelig bleiben. Die Idee aus dem Bericht ist nett, aber nur etwas für Gläubige. Denn wirtschaftlich auf 10 Jahre gesehen ist das nicht.

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burlei 05.04.2018, 08:46
9. Tja, das geht ja nun ...

... mal gar nicht. Eine Community, die sich den erzeugten Strom teilt. Nö, mein Strom ist mein Strom und die anderen sollen gefälligst ihren eigenen Strom erzeugen. Das ist deutsch und das ist auch gut so. Gemeinsam was angehen und Lösungen suchen ist links-grün, fast schon Kommunismus.

Solange dieses Denken vorherrscht, werden solche Lösungen wie in Hamburg Einzelfälle bleiben. Bleiben werden auch die Monopole der Energieerzeuger, bleiben werden auch die jährlichen Preissteigerungen zum Wohle der Großaktionäre. Der deutsche Verbraucher will keine simplen, dezentrale Lösungen. Er will ständig mehr zahlen, er will ständig über Preissteigerungen jammern. Sicher, er könnte sich einer solchen Community anschließen, er könnte sich auch eine Kraft-Wärme-Kopplung in den Keller stellen und den Konzernen die Mittelfinger zeigen. Aber das ist undeutsch.

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