Forum: Wirtschaft
Selbstversuch: Vegan, plastikfrei, nachhaltig
Adrienne Meister

Vom Umweltschwein zum Gutmenschen - Sarah Schill hat ihr Leben komplett umgestellt. Nach zwei Jahren Selbstversuch ist die Autorin reif für den nächsten Schritt: mehr Engagement in Politik und Wirtschaft.

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kosmischerkater 10.08.2014, 21:26
50. Da sitzen Sie leider einem Trugschluß auf...

Zitat von olaf_olafson
Der genannte Artikel ist aus mehreren Gründen irreführend. Er argumentiert ausschließlich aus australischer Sicht und stellt 2 Dinge gegenüber: Getreide und Rindfleisch. Die meisten Rinder in Australien werden laut Artikel auf Weideland großgezogen. Dort leben wenige Menschen auf einer riesigen Fläche. Das ist ganz klar keine Massentierhaltung! Fast überall sonst auf der Welt sieht es aber ganz anders aus. Außerdem werden Unmengen an Schweinen und Hühnern getötet, bei denen auch die wenigsten je eine Weide gesehen haben. Der Artikel argumentiert weiter, dass viele neue Felder angelegt werden müssten, würde man von Rindfleisch auf Getreide umsteigen (Wieder nur die 2 Optionen!). Hier ist es so: Weltweit gibt es mehr als genug Felder, deren Anbaufläche aber hauptsächlich für Tierfutter genutzt wird. Australien ist hier die Ausnahme. Wenn jetzt argumentiert wird, dass auf Feldern insgesamt mehr Tiere sterben als im Schlachthof, dann mag das von der reinen Zahl her stimmen, aber mit dem Wegfallen des Fleischkonsums würden insgesamt (weltweit) viel weniger Anbaufläche benötigt als bisher. Ließe man jetzt noch den Rapsanbau für dieses unsinnige Bio-Diesel, E10 etc. weg, benötigte man noch weniger Anbaufläche. Verlässt man jetzt das eingeschränkte Sichtfeld eines australischen Farmers noch ein bisschen mehr, dann kommt dazu, dass es jede Menge verschiedene Lebensmittel gibt die keinen monokulturellen Feldanbau benötigen. Das massenweise Vergiften von Mäusen kann auch nicht als Argument für Rindfleisch genutzt werden, da dieser Vorgang dann natürlich ebenfalls zu vermeiden ist. Dem kann man z.B. dadurch zuvorkommen, indem man Bio-Produkte zu sich nimmt bei denen kein Gift eingesetzt wird. Zum Schluss steht noch zur Diskussion, ob es sinnvoll ist mit der Rasenmähermethode jedes (empfindungsfähige) Tier (Insekten, Reptilien, Nager, Kühe, Schweine) alle als 1 Leben zu zählen. Damit vernachlässigt man die Individualität der Tiere vollständig und auch die graduellen Unterschiede in Empfindungsfähigkeit und Intellekt. Bei einer solchen bescheuerten Zählmethode dürfte man den Menschen auch nicht gesondert betrachten.
denn wenn weniger Tiere gehalten werden, dann braucht es mehr Fläche, weil die Erträge sinken. Denn der Mist aus der Tierhaltung verbessert die Bodenfruchtbarkeit und macht gerade sandige Böden erst für den Ackerbau nutzbar. Ach, der böse Rapsanbau...Sie haben leider übersehen, daß der meiste Raps in die menschliche Ernährung geht.

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kosmischerkater 10.08.2014, 21:32
51. Eben nicht...Tiere bekommen Preßkuchen

Zitat von olaf_olafson
Zu den Studien: Man kann davon ausgehen, dass jede Studie/Umfrage immer an Interessen geknüpft ist und auch dementsprechend mehr oder weniger manipulativ ist. Die Studien der Gegenseite sind sicher nicht besser.Also sollte man solchen Studien immer in größerem Zusammenhang sehen, mit anderen Quellen vergleichen und auch selbst mitdenken. Zum Tofu: 1) Warum Tofu? Ich esse seit einiger Zeit kein Fleisch mehr und esse Tofu höchstens einmal pro Monat. Ungefähr so oft wie ich die Zeit vorher Fleisch gegessen habe. Wieso wird hier der Fokus auf Tofu gesetzt? 2) Wie auch in den von Ihnen genannten Artikel zu entnehmen ist, wird das allermeiste Soja eben nicht für Tofu, Sojamilch oder ähnliches Produkte verwendet, sondern als Futter in der Massentierhaltung und zur Produktion von Öl (davon wird wieder ein großer Teil verbrannt). 3) Ich bin selbst kein Veganer. Es stimmt, dass Veganer sich sehr bewusst ernähren müssen um keine Mangelerscheinungen zu bekommen. 4) Bei der Gesundheit, bzw. dass Vegetarier öfters bestimmte Krankheiten bekommen läuft es wieder auf eine einzelne Studie zurück: Nicht, dass man mit 1300 Menschen überhaupt vernünftig Statistik betreiben kann, sind erstens die Auftraggeber unbekannt und es gibt zweitens absolut keine Transparenz wie die Menschen ausgesucht wurden. Z.B. sind 70% Frauen (wie sind die wiederum verteilt?). Genauso könnte es ja sein, dass aus sozialen Schichten, Lebensumfeld, Alter usw. nicht gleichmäßig ausgesucht wurde. Bei einer so kleinen Teilnehmerzahl muss man das schon aufschlüsseln. Desweiteren werden keine kausalen Schlüsse gezogen und es wird nicht berücksichtigt, ob die Menschen vielleicht schon vor ihrer vegetarischen Ernährung krank waren und aus Gesundheitsgründen auf Fleisch verzichten. Wie gesagt mit verschieden ausgesuchten 1300 Leuten kann man jedes Ergebnis bekommen.
Extraktionsschrot. Dabei handelt es sich um entölte Sojabohnen. Das Sojaöl geht in die menschliche Ernährung. Insofern essen Sie weniger Sojaprodukte (Besonders Öl) wenn Sie dem Regenwald etwas gutes tun wollen.

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Turambar 10.08.2014, 21:54
52. Technologie ist wandelbar

Wissen Sie, als ich vor 10 Jahren bei Areva zu Gast war, haben mir die dortigen Fachleute (völlig vorurteilsfrei und ohne Eigeninteresse) auch Stein und Bein geschworen, dass die erneuerbaren Energien auf Jahrzehnte hinaus nie mehr als 5 % zu unser Energieversorgung beitragen werden. Und wo sind wir heute?
Es gibt bereits sehr vielversprechende Ansätze einer tierfreien Landwirtschaft, es gilt sie eben konsequent weiter zu entwickeln. Letztendlich sind die Tiere für den Nährstoffaufschluss für die Feldfrüchte nichts anderes als Vorverarbeiter und Behälter für die Bioreaktoren (Bakterien). Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich so etwas mit einer anderen Technologie bewerkstelligen lässt.
Und wir reden doch hier nicht von einer kleinbäuerlichen extensiven Landwirtschaft, wie sie energetisch und auch ökologisch in vielen Teilen der Welt praktiziert wird. Ich persönlich wäre hochzufrieden, wenn wir bei uns zu einer solchen Landwirtschaft zurückkehren könnten. Allerdings bedeutet das dann eben auch entsprechend Verzicht, d.h. wie früher vielleicht ein- bis zweimal Fleisch die Woche, sonst vegetarisch oder vegan. Da werden die Fleischesser dann froh um jeden Veganer sein, weil sonst das Fleisch nicht das 10- sondern das 20-fache von heute kosten würde :-)

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DMenakker 10.08.2014, 23:26
53.

Zitat von cato-der-ältere
Wieso ruft das Thema eigentlich reflexartig fast nur bitter resigniertes Pro oder zynisch ablehnendes Contra hervor?
Eigentlich ganz einfach zu erklären. Weil vegane Lebensweise de facto nicht der Natur des Menschen enspricht. Überall dort, wo Menschen geglaubt haben, gegen die Natur leben zu müssen - und sei es auch auch mit noch so moralisch hohem Anspruch - geht es schlicht in die Hose.

Nehmen wir uns ein Beispiel: Es ist ein vollkommen "natürlicher" Vorgang, dass eine Spezies versucht, sich seiner natürlichen Feinde zu erwehren. Das hat der Mensch z.B. mit dem Wolf getan. Es gibt einfach keine Wölfe mehr in Westeuropa. Dadurch hat aber das Rotwild seine natürlichen Feinde verloren. Wenn jetzt tatsächlich keiner mehr Fleisch essen würde ( was passiert dann eigentlich mit den ganzen domestizierten Tierarten? ) riskiert man, dass Rotwild sich bis zum Schädlingsstatus vermehrt. Alternativen wären natürlich die Bestände ohne anschliessenden Verzehr zu kontrollieren ( sorry, wie pervers wäre das denn ) oder wieder ausreichende Wolfspopulationen in deutschen Wäldern zuzulassen ( das geht gar nicht!!! ).

Noch viel besser: Man gehe nach Australien. Wer dort etwas für den Umweltschutz tun will, stellt seine Ernährung auf Karnickel only um. Am besten 3 ( Kaninchen ) Fleischmahlzeiten am Tag. Die Gründe dürften bekannt sein.

"Mit viel Nachdenken" und "aus Achtung vor dem Planeten" zum Vegetarier oder Veganer? Nun wirklich nicht. Dazu bräuchte es schon ganz blickdichte Scheuklappen und ein nur sehr eingeschränktes Denkvermögen.

Der Mensch ist "von Natur aus" ein Allesfresser. Das sollte er durchaus auch bleiben. Lediglich Industriefrass stand noch nie auf der natürlichen Liste, und das dürfte auch gerne wieder soweit kommen. Zwischen Veganer einerseits und dem Anrecht auf ein Wasserklottlett für 3,90 das Kilo auf der anderen Seite gibt verdammt viel Spielraum für echte und natürliche Lösungen.

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olaf_olafson 11.08.2014, 12:12
54. Das mache ich

Zitat von kosmischerkater
Extraktionsschrot. Dabei handelt es sich um entölte Sojabohnen. Das Sojaöl geht in die menschliche Ernährung. Insofern essen Sie weniger Sojaprodukte (Besonders Öl) wenn Sie dem Regenwald etwas gutes tun wollen.
Ich nehme wie gesagt relativ selten Soja-Produkte zu mir. 1-2 mal im Monat wenn es hochkommt. Sojaöl verwende ich garnicht.
Reduktion des menschlichen Sojaöl-Konsums sollte dann miteinhergehen mit der Futtermittelreduzierung und gleichzeitig könnte der Soja-Kuchen auch direkt als menschliche Nahrung dienen. Da es viel Eiweiß hat, eignet es sich optimal als Fleischersatz.

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i.riedl 11.08.2014, 14:50
55. Tolles Buch! Super Frau!

Sie ist so eine inspirierende Frau! Habe auch schon ein Interview mit ihr gemacht: http://blog.wernerlampert.com/2014/04/interview-mit-sarah-schill/
Das Buch ist so amüsant und motivierend. Absolut lesenswert :)

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hobbyleser 11.08.2014, 15:39
56. Soja kommt woher?

Zitat von peter_freiburg
Wieso wäre der Flächenverbrauch bei veganer Ernährung gigantisch? Wenn wir das Soja und Getreide, das an Schlachtvieh verfüttert wird, essen würden, könnte man doch viel mehr Menschen satt machen, oder? Es gibt natürlich auch Weiderind, schon klar... aber soweit ich weiss, gibts doch viel mehr Vieh, dass mit .....
Ich würde gern mal eine Antwort eines Veganers auf die Frage, wie er es mit sich vereinbaren kann, dass für sein Soja Naturflächen inkl. Regenwälder zerstört werden und dann mit ganz und gar unveganen Methoden auf den europäisch-veganen Teller zu kommen.

Im Gegensatz dazu weiß ich, was mein Biobauer zum Weidevieh zufüttert und welchen hohen Standards das gerecht wird. Ich denke, der Schlüssel liegt eher in der Regionalität, Saisonalität, hohe Bio-Standards und artgerechte Haltung. Und ja, auch mal tageweise auf Fleisch verzichten können. Das geht aber bei guter Küche sehr einfach und ohne asketische Lebensbeschränkung.

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regelaltersrentner 11.08.2014, 17:11
57.

Zitat von mukulele
Alles was legal ist, wird auch gemacht, deshalb ist hier der Gesetzgeber gefragt. Es müssen endlich Gesetze her, die z.B. Massentierhaltung komplett verbieten, am besten nur noch "Bio" erlauben. PS: Ja ja, manche können sich kein Bio leisten..... Gähn ?
Es ist erfreulich, dass ein Betrieb mit 24.000 Vögeln noch unter BIO läuft.

http://www.derwesten.de/staedte/hatt...id9438308.html

Deutschlands größter Bio-Eier-Produzent Wiesengold gehört zum Verband Naturland. Nach eigenen Angaben vermarktet das Unternehmen jährlich über 150 Millionen Bio-Eier, also im Schnitt über 400.000 pro Tag. Für das Unternehmen leben circa eine halbe Million Hühner an etwa 30 Standorten, folglich sind über 16.000 Hühner je Betrieb keine Massentierhaltung, wenn BIO darauf steht.

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deepfritz 11.08.2014, 18:37
58.

Vegan ist Schwachsinn da keine komplette Ernährung. Vegetarismus ist vollkommen okay, wenn man will.
Ich esse gerne Fleisch und verbinde das Thema "Essen" gerne mit Genuss.
Es gibt nicht besseres als ein gut gemachtes Rindercarpaccio :)!
"nachhaltigkeit" ist auch Schwachsinn da man die Bedürfnisse der Zukunft nicht kennt! Wir leben in der Gegenwart!

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peterm8s 11.08.2014, 19:53
59. Food and Agriculture Organinsation d. UN

Zitat von Turambar
Ich habe Naturwissenschaften (Physik) studiert und bin mit den Experten der FAO der Meinung, dass eine vegane Lebensweise deutlich ressourcenschonender ist. Warum sich diese unreflektierten Vorurteile und krassen Falschaussagen gegen den Veganismus solange halten, lässt sich eigentlich nur noch bewusster Ignoranz und Selbsttäuschung erklären.
Die Experten der FAO sind nicht mit Ihnen der Meinung, dass vegane Ernährung das non plus ultra sei. Ganz im Gegenteil, die FAO sieht Viehwirtschaft als integralen Bestandteil der weltweiten Landwirtschaft. Weite Flächen, ich denke zu erinnern die FAO spricht von bis zu 60 %, sind überhaupt nur für Viehhaltung, bzw Futtermittelanbau geeignet. Fast jeder Biobauer wird Ihnen bestätigen, dass Tierhaltung in unseren Breiten sinnvoller Bestandteil der Bewirtschaftung ist.

Warum tönt es eigentlich von Seiten der Vegan-Anhänger fast immer so aggressiv? Man sagt doch diese Eigenschaft eher den Fleischessern nach:)
[bewusste Ignoranz und Selbsttäuschung, unreflektierte Vorurteile, krasse Falschaussagen]

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