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Share Deals von Immobilienkonzernen: Bürger zahlt, Investor strahlt
imago/CHROMORANGE

Investoren kaufen Hunderttausende Wohnungen. Sie sparen dabei Steuern und unterlaufen die Rechte der Kommunen. So funktioniert der Trick.

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abuyazid 14.02.2019, 10:15
1. Typisches Beispiel

Die reichen werdeb reicher die armen ärmer. Der Kapitalismus hat meiner Meinung nach in Deutschlans (nicht weltweit) ausgedient. Es ist Zeit für den wahren Sozialismus. Deutschland hat sich den Sozialismus mit dem Kapitalismus nun verdient. Der Sozialismus ist die blüte einer hochentwickelten Gesellschaft wo der Kapitalismus mehr eine Aufbaustufe war. Andere Länder mögen noch den Kapitalismus brauchen da nur mit Gier (leider) schnelle Entwicklung kommt. Ist diese aber erstmal da ist es Zeit es zu genießen. Die Blüte ist auch noch nicht das Ende.... der schöne Duft der dann im die Welt zieht ist das Ziel. Damals war es Indien der nahe Osten... oder warum redet man noch heute über einen Buddha? Das ist die höchste verwirklichung! Man merkt es doch... die Leute wollen Grundeinkommen um sich selbst zu verwirklichen. Die Straßen stehen, die Gebäude und Maschinen stehen... nun ist es an der Zeit in die nächste Phase der Evolution zu gehen.

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hoeffertobias 14.02.2019, 10:19
2. Eine Schwelle wird, ...

... wie in anderen bereichen auch immer ganz elegant umgangen. Dazu lassen sich beliebig viele Gesellschaften gründen und die Gesellschaftsanteile häppchenweise veräußern. Richtig wäre es, den Anteil der Übertragung der Geschäftsanteile zu besteuern. Werden 95% der Anteile übertragen, wechselt ein imaginärer Anteil von 95% der Wohnungen den Eigentümer. Bei Übertragung von 10% der Anteile eben 10% der Wohnungen. Und genau den Anteil kann man auch besteuern. Ansonsten würde ein "Deal" von 2 x 74,9% nicht besteuert, einer mit einmal 80%, der ein deutlich größeres Volumen betreffen kann, aber schon. Das hat mit der Realität herzlich wenig gemein!

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Tostan 14.02.2019, 10:22
3.

Sorry, aber wer die Grunderwerbssteuer als "Eine Art Dummensteuer" bezeichnet, der bezeichnet den "kleinen Bürger" als dumm. Das ist eine Steuer wie jeder andere. Der normale Bürger muss sie bezahlen, der Unternehmer "vermeidet" die elegant. Er hinterzieht keine Steuern, er vermeidet sie nur ganz legal.

Denn das gründen der Gesellschaft, deren Führung etc. kosten auch Geld - diese Share Deals lohnen sich also nur für Summen, die weit über dem eines normalen Eigenheimes liegen. So etwa ab 10 bis 15 Mio Kaufpreis.

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christianu 14.02.2019, 10:23
4. Diese Erkenntnis ist nicht neu

Ich gehe davon aus, dass dieser Umstand auch Politikern und Ministerialbeamten schon länger bekannt ist. Sie ändern daran aber nichts, finden also den Umstand erträglich. Die Grunderwerbssteuer ist ohnehin sehr mobilitätsfeindlich. Statt eines Umzuges bevorzugen Besitzer von Wohneigentum das Pendeln zum Arbeitsort. Wollen wir das wirklich? Wenn die Wohnungsbaugesellschaften den beschriebenen Trick nicht nutzen könnten, würde doch später die Miete steigen. Ist das sinnvoll? Mein Schluss lautet: Die Grunderwerbssteuer gehört abgeschafft!

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josho 14.02.2019, 10:23
5. Hatten wir nicht....

.....in den letzten 20 Jahren 15 Jahre lang die Beteiligung einer Partei namens SPD? Die sich angeblich um die Sorgen und Nöte der kleinen Leute und Mieter kümmert? Und die da schon längst hätte Hand anlegen können und müssen gegen diese unfassbaren Schlupflöcher und Praktiken?

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Patenting 14.02.2019, 10:24
6. Grunderwerbsteuer zwingt in die Miete

Es wird oft beklagt, dass in Deutschland nur wenige in der eigenen Wohnung bzw. dem eigenen Haus wohnen. Daran schuld sind auch die ungerechtfertigt hohen Nebenkosten beim Kauf von ca. 10% (das sind 50 Tausend bei einem Haus von 500 Tausend!) - allen voran die erst vor kurzem drastisch erhöhte Grunderwerbssteuer. Deren Reduzierung oder Abschaffung wäre viel effektiver als Baukindergeld, Mietbremse und ähnliche staatliche Programme zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit !

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ericplant 14.02.2019, 10:25
7. Was bitte soll das?

Der Investor nutzt eben die gesetzlichen Gegebenheiten. Die Grunderwerbsteuer ist doch das Problem an sich. Die gehört abgeschafft!!!

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Bzwg 14.02.2019, 10:26
8. Das perfekte Beispiel

dafür dass eine Besteuerung oder Erhöhung der Besteuerung auf etwas immer vor allem den normalen Bürger trifft. Konzerne und reiche die sich die Bildung von Konstrukten zur legalen Steuervermeidung leisten können werden immer einen Aus- und Umweg finden. Hier fühle ich mich von der Politk im Stich gelassen.

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finchley 14.02.2019, 10:26
9. Seltene Ausnahme, journalistisch hochgejazzt

Also im GrEStG steht in § 1 Abs. 3: "Gehört zum Vermögen einer Gesellschaft ein ...Grundstück, so unterliegen der Steuer, ..., außerdem ... ein Rechtsgeschäft, das den Anspruch auf Übertragung eines oder mehrerer Anteile der Gesellschaft begründet, wenn durch die Übertragung unmittelbar oder mittelbar mindestens 95 % der Anteile der Gesellschaft in der Hand des Erwerbers oder in der Hand von herrschenden und abhängigen Unternehmen ...allein vereinigt werden würden."
Das bedeutet: Die GrESt lässt sich nur umgehen, wenn zwei Käufer, die nicht zum selbsen Konzern gehören, die Anteile an der GmbH kaufen, der die Immobilien gehören. So wird es auch in dem Artikel beschrieben. Das ist in der Praxis aber eine absolute Ausnahme. Wer kauft schon als Investor nur 94,9 % einer Immobilie und akzeptiert einen Mitgesellschafter, der mindestens fünf Jahre lang 5,1 % an meiner Immobilie hält?
Das akzeptieren die wenigsten Investoren. Denn jeder, der eine Immobilie nur zu 94,9 % hält, weiß doch, dass es schwierig wird, einen solchen Anteil weiter zu verkaufen. Denn der Käufer will in der Regel 100 % der Immobilie haben. Egal ob über die Anteile an der GmbH oder direkt als Eigentum.
Davon zu sprechen, die GrESt sei eine Dummensteuer ist total überzogen. Es mag sein, dass in der Praxis vereinzelt solche Konstrukte gefahren werden. Aber man hat halt immer einen fremden Dritten Mitinvestor mit im Boot. Das ist in der Regel nicht gewollt.
Das BMF hat recht, wenn es sagt, man müsse eine verfassungsfeste Regelung treffen. Die 95 % Grenze fingiert ja beim Anteilserwerb den Tatbestand des Immobilienkaufs. Wenn nur 75 % der Anteile verkauft werden, kann man schwerlich davon sprechen, dass "die Immobilie" verkauft wurde. Es ist nun mal eine Verkehrssteuer, die daran anknüpft, dass ein Objekt verkauft wird. Werden stattdessen Anteile an der GmbH verkauft, die das Objekt hält, so muss der Anteilsverkauf im Wesentlichen wirtschaftlich dem Kauf der Immobilie selbst gleich stehen. Das ist bei nur 75 % aber nicht der Fall. Also: Sturm im Wasserglas.

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