Forum: Wirtschaft
"Shareholder Value": US-Konzerne verabschieden sich vom Aktionärs-Mantra
Johannes EISELE / AFP

Eine ganze Managergeneration fühlte sich der Gewinnmaximierung verpflichtet. Doch nun lassen Amerikas mächtigste Konzernchefs von dem Ziel ab, vorrangig die Aktionäre zu beglücken. Ihre Kritiker wird das kaum besänftigen.

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Blendy 20.08.2019, 17:36
1. Meinen Shareholdern verpflichtet

Schade, ich hatte den Grundsatz seinerzeit ins Private übernommen. Meine Familie sind meine Anteilseigner und ich deren. Jegliches ziviles Engagement oder gar Ehrenämter wurden gestrichen, auch sonst unnütze Zeitverschwendungen wie Mitgefühl für jemanden aufbringen oder sonstiges Gedönds wurden aufgegeben. Warum sollten wir unser Leben anders leben als wir unser Vermögen investieren und unser Geld für uns arbeiten lassen?

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merapi22 20.08.2019, 17:41
2. Aufgabe der Wirtschaft = allen Menschen zu dienen

Das würde die Wirtschaft wieder vom Kopf auf die Füße stellen! Wenn heute Menschen den Interesse der Wirtschaft geopfert werden, dann widerspricht diese Ideologie dem Kapitalismus. Dieser ist eine Zugewinnwirtschaft für alle, nur wenn jeder Gewinn macht, auch das Dienstmädchen ist ständiges Wachstum möglich.
Man sollte dies aber im Zusammenhang mit den vielen Zukunft-Visionen sehen, welche sich jetzt herausbilden.
Star Trek Gesellschaft wäre die richtige Bezeichnung für diese nicht also ferne Zukunft! Das UBI-BGE ist der erste Schritt und wird es allen Menschen ermöglichen ihre besonderen Begabungen zu entdecken und zu fördern. Wenn 10 mal mehr in Wissenschaft, Forschung tätig werden, auch alle dann arbeitsfreien Behördenmitarbeiter wird sich die technische Entwicklung beschleunigen. Totaler Überfluss an allen wird alles was in Star Trek aufgezeigt wurde bald Realität werden lassen.
https://futurism.com/the-byte/nyt-automated-luxury-communism?fbclid=IwAR2MVT6QyyqNGB3l_Upnd6Qa3XvhRGm 3GOUvCd3TdKxymyMgibsbSYJXkpw

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Emderfriese 20.08.2019, 17:46
3. Kreide

"...1997 hatten sich die im Roundtable organisierten Unternehmen darauf verpflichtet, künftig 'in erster Linie' den Anteilseignern zu dienen..."
Und was haben sie vorher gemacht? Dem Allgemeinwohl gedient? Natürlich haben die Unternehmer und die Superreichen Angst, es könnte ihnen demnächst an den Geldbeutel gehen. Deshalb fressen sie Kreide. Das ist alles...

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christianu 20.08.2019, 17:47
4. Ergebnis ist nicht alles, aber ohne Ergebnis ist alles nichts

Diese Erkenntnis ist wahrhaftig nicht neu, und sie gilt auch weiterhin uneingeschränkt. Gewinne sind ein Hauptzweck von Unternehmen, aber eben nicht um jeden Preis. Die Kunden müssen langfristig zufrieden sein, die Beschäftigten einen Sinn in ihrer Arbeit erkennen und der soziale Frieden muss gewahrt sein. Das erstrangige Streben nach Shareholder Value erfreut die Aktionäre und macht sie besonders reich, aber der Rest der Bevölkerung bleibt auf der Strecke. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, was man ganz besonders in den USA besichtigen kann, aber durchaus auch in Deutschland. Der Aufruf zu ausgewogenem Denken entspricht also nicht der Verzichtmentalität, sondern eher einer langfristigen Sicht.

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heinzlichtaus 20.08.2019, 17:51
5. aus Amerika nicht Neues

Als ich bei einem großen Deutschen Kreditinstitut in den 70 erJahren anfing wurde von einem "Dreiklang" gesprochen: Kunde, Mitarbeiter, Aktionär; deren Interessen sollten das wirtschaftliche Handel leiten. Irgendwann kam dann aus Amerika dann der "Shareholder Value" und intelligente Leute bei dieser Bank haben sich gefragt, ob denn nun Kunde und Mitarbeiter auf der Strecke bleiben; die Frage ist aus heutiger Sicht mit "Ja" zu beantworten. Jetzt kann man nur hoffen, dass diese Verbreiterung des Fokus wirtschaftlichen Handelns, die in den USA aktuell propagiert wird, von den Deutschen in bewährter Manier zu mehr als 120% umgesetzt wird und wir wären wieder da, wo wir vor längerer Zeit schon mal waren - das wäre endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung!

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keese 20.08.2019, 18:04
6. Dodge vs Ford - 1919

https://en.wikipedia.org/wiki/Dodge_v._Ford_Motor_Co.

Und sich jetzt klarmachen, dass die utopischen Aktienkurse bald nicht mehr mit Gewinnaussichten verdient werden können. Langsam sieht man wohl die Gefahr, echte Firmen mit echt profitablen Geschäften kaputt zu machen.
Höchstens Firmen, welche eine komplett auf Phantasie beruhende Bewertung haben, sind da aussen vor.

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thoms1957 20.08.2019, 18:09
7. The winner takes all

Das kapitalistische System ist aus sich selbst heraus nicht reformfähig. Es ist eben nicht auf freiwillige Selbstbeschränkung ausgelegt. Es ist nicht demokratisch organisiert, sondern funktioniert nach feudalen Kriterien. Die Folgen für die Gesellschaften und für die Umwelt sind zunehmend katastrophal. Eigentlich - Vergleiche, zumal historische hinken ja immer, befinden wir uns in einer Situation wie vor der französischen Revolution. Das bisherige System handelt gegen die übergroße Mehrzahl der Menschen und zerstört zunehmend die Lebensgrundlagen. Wenn das System überhaupt überleben kann/wird, dann nur wenn die Gesellschaften/ die Politik ganz neue Regeln aufstellen und auf deren Einhaltung achten. Dann steht aber nicht mehr die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern das Wohl der Angestellten und ihrer Familien und der gesellschaftliche Mehrwert. Kleine Aktionäre würden z. B. pro Aktie mehr erhalten, als große und nicht die Mehrheit an Aktien würde den Weg des Unternehmens bestimmen. Z. B. ist die deutsche Autoindustrie viel zu wichtig, um sie dem Management und den Aktionären zu überlassen. Die bisherige Unternehmensphilosophie fährt sie gerade gegen die Wand. Der Wechsel hin zu einem reformierten Kapitalismus ist schwer und es ist nicht mehr viel Zeit. Das Neue und Fundamentale an der jetzigen Krise ist bekanntlich, dass sie die Lebensgrundlagen auf dem ganzen Planeten bedroht. Eine Reform ist - eigentlich hasse ich dieses Wort - alternativlos. Aber alles andere endet in absehbarer Zeit im totalen Chaos.

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skitime 20.08.2019, 18:12
8. Nichts Neues

Die meisten der genannten Unternehmen zahlen schon heute gute Gehälter und bieten viel für Ihre Mitarbeiter.
Nur solche Unternehmen sind dauerhaft in der Lage solide Gewinne zu erwirtschaften, Steuern zu zahlen, gute Gehälter, Dividende und enorme Investitionen...

Daher machen die meisten CEO viel automatisch richtig, wenn der Shareholdervalue über viele Jahre stetig steigt.

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alleswirdbesser 20.08.2019, 18:13
9. Also, ich bin überrrascht.

Das wäre etwas ganz Großes - schaun mer mal.
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Darin verabschiedet sich Amerikas Konzernelite vom Vorrang des "Shareholder Value", dem Konzept, das die Steigerung des Firmenwerts und Aktienkurses zur wichtigsten Aufgabe jeden CEOs erklärt.
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Wegen des shareholder value sind ganze Belegschaften rausgeschmissen worden, nur um dem schnöden Mammon zu dienen.
Wenn das nach Europa käme, wäre das eine Sensation.

Allerdings: sog. politische oder "Gutmenschen"-Haltung erwarte ich von keinem CEO, siehe Joseph Käser oder die Trulla von VW.
Arbeitet ordentlich und kümmert euch um eure Angestellten und Arbeiter - mehr braucht es nicht.

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