Forum: Wirtschaft
Sieg für Cathy Hummels vor Gericht: "Dieses Urteil ist für UNS!!!"
DPA

Ist es Schleichwerbung, wenn Influencer auf Verkaufsseiten von Luxuskleidung verlinken? Im Fall von Cathy Hummels ist es das nicht, entschied ein Gericht. Die Fußballerfrau sieht das als Sieg für die ganze Branche.

Seite 5 von 5
hegoat 30.04.2019, 01:31
40.

Seit wann muss Werbung gekennzeichnet werden? An der Bande im Stadion (um beim Thema Fußball zu bleiben, Cathy Hummels einzige Qualifikation ist nach wie vor Spielerfrau) steht auch nicht dran, dass das Werbung ist. Genauso wenig wie auf den Trikots oder den lustigen bunten Fu$ballschuhen der Stars, die seit einigen Jahren in Mode sind. Oder in der Finanztip-Kolumne auf SPON, wenn bestimmte Finanzdienstleistungen angepriesen werden. Wo endet Berichterstattung, Meinungsäußerung oder schlicht faktisches Handeln und wo beginnt Werbung? Wird Zeit, dass der BGH sich damit beschäftigt. Denn die Frage IST relevant, auch wenn hier wieder der eine oder andere von sich behauptet, sich nie und niemals von so einem Influencer beeinflussen to lassen. Leute, es geht nicht immer nur um Euch, es geht um die Schwachen der Gesellschaft, und das sind beim Thema Werbung nunmal Kinder und Jugendliche, die Idole suchen und ihnen nacheifern. Im Grunde ist daher das Influencer-Dasein eine ganz perfide Art, Geld zu verdienen, denn man fokussiert sich auf diese leicht zu beeinflussende und eigentlich schutzwürdige Zielgruppe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mirage122 30.04.2019, 02:32
41. Tolle Berufe

Das ist doch ein absoluter Aufstieg: Von der Spielerfrau, die recht armselig neben ihrem Mann dahin vegetiert, hat sie nun "was Eigenes"! Jodel-Diplom hätte sie wohl nicht geschafft und für Schmuck-Designerin hat's auch nicht gereicht. Oh, wie recht Loriot doch hatte! Mir fällt zu solchen Mädels nichts ein, aber SPON ist eifrig dabei, sich langsam diesem Niveau und der dazugehörigen Leserschaft anzubieten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ch@rybdis 30.04.2019, 07:24
42. Wo bleibt die Unabhängigkeit der Richter?

"Das Münchner Landgericht hofft ebenfalls, dass der Fall Hummels vor dem OLG München landet. "Wir sind schon gespannt, was die zweite Instanz sagt", sagt Rhein."

Schade, dass Frau Rhein ihrem eigenen Urteil offenbar nicht traut. Vielleicht sollte sie über einen Berufswechsel nachdenken - denn so wenig Selbstvertrauen in die eigene Urteilskraft sollte man als Vertreterin der Judikative m.E. nach nicht haben ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peterpullin 30.04.2019, 07:50
43. sehr viel unwisseneheit hier...

unsere welt ist im wandel. unsere gesellschaft ist im wandel. was wir hier sehen ist eine kombi aus schlecht gemachten gesetzen und anwälten die jede haaresbreite ausnutzen um die eigenen taschen zu füllen. normalerweise zahlen die krude abgemahnten „täter“ einfach und versuchen weiteren ärger zu vermeiden. hier hat es jemand getroffen der sich den prozess leisten konnte - das mögen diese „verbände“ gar nicht. brief raus, geld aufs konto und gut ist.

es geht bei diesen verbraucherschützern NIE um die gesellschaft oder irgendwelche schäden. es geht um geld verdienen von creativen anwälten. für den verbraucher in deutschland ist deren wirken verheerend: die händler MÜSSEN die preise erhöhen, versenden aus dem ausland ( um die unsinnigen urteile zu umgehen) werden immer ruppiger. es gibt mittlerweile fast alles im ausland billiger - aber ohne jedes recht für die kunden. in diesem bereich kann das auch so kommen. dann senden diese püppchem eben von england aus oder polen oder aus einem anderen land in dem sie sich verwirklichen können - und nicht irgendwelche nutzlosen anwälte.

früher mussen vor jemem auto fahnenträger laufen, wurden leute vom zugfahren verrückt - heute haben wir abmahnvereine und willige richter. auch das geht vorbei....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DerBlicker 30.04.2019, 08:42
44. doch genau diese Trennung gibt es hier

Zitat von MisterD
von Cathy ist sicherlich diskussionswürdig. Gut festmachen kann man das an ihrer Aussage, sie wolle dieselben Rechte erstreiten wie Printmedien und Fernsehen. Das lässt tief blicken, wie weit sich Frau Hummels auskennt... Bei Printmedien oder im Fernsehen ist die Werbung zum einen deutlich ersichtlich. Zum anderen ist die Werbeabteilung getrennt von der Redaktion, die für die Inhalte des Mediums verantwortlich ist. So kam es dann ja auch desöfteren zu desaströsen Szenen, wenn zum Beispiel direkt neben einem Artikel über Auschwitz Werbung für einen günstigen Gasanbieter gemacht wurde... Influencer hingegen vermischen Werbung mit ihrer persönlichen Meinung. Für den Konsumenten ist nicht ersichtlich, ob Frau Hummels Geld bekommt, weil sie die neue Gucci-Handtasche lobt bzw. ob Gucci ihr das Teil geschenkt hat.
Frau Hummels markiert Werbung als Werbung und private Meinung eben nicht als Werbung. Genau dieser Sachverhalt passte dem Abmahnverein nicht, er hält auch nicht bezahlte Meinung pauschal für Werbung. Eine abwegige Rechtsauffassung, daher ist das Urteil auch völlig in Ordnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Flari 30.04.2019, 09:06
45.

Zitat von DerBlicker
Frau Hummels markiert Werbung als Werbung und private Meinung eben nicht als Werbung. Genau dieser Sachverhalt passte dem Abmahnverein nicht, er hält auch nicht bezahlte Meinung pauschal für Werbung. Eine abwegige Rechtsauffassung, daher ist das Urteil auch völlig in Ordnung.
Offensichtlich hält die Richterin am Münchner LG aber so gut wie JEDEN Beitrag von Hummels für Werbung, verneint aber die Kennzeichnungspflicht, weil die Werbung offensichtlich ist.

Sie widersprechen also dem Urteil, haben das aber nicht einmal gemerkt? :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Grauen 30.04.2019, 10:56
46. Dies Urteil ist weltfremd

Da hat das OLG München einen Bock geschossen, der die Beweiserhebung extrem erschwert und damit den Sinn des Gesetzes aushebelt. Wie soll denn der Kläger mit legalen Mitteln und gegen den Widerstand der Beteiligten nachweisen, daß in einem konkreten Fall Geld geflossen ist? Wenn ein Influenzer, der/die bekannterweise ein Einkommen mit Produktplacement erzielt, Werbung für einen Hersteller macht, welche für diesen einen geldwerten Vorteil darstellt, so muß dies als prima facie Beweis gelten, daß dies in kommerzieller Absicht erfolgt. Dem Kläger ist es aufgrund der rechtlichen Hürden des Datenschutzes, Bankgeheimnisses und der Recht auf Privatsphäre nicht möglich, alle Möglichkeiten der Kompensation, die verzögert oder verschleiert erfolgen können, beweiskräftig zu durchleuchten. Wenn Frau Hummels tatsächlich kostenlose Werbung macht, so ist dies ein Geschenk an die entsprechende Firma (das steuerpfluchtig sein kann), Werbung bleibt es trotzdem und ist als solche zu kennzeichnen. Daß Leser informiert sind, kann nicht einfach unterstellt werden und spielt im Übrigen auch keine Rolle, sonst dürften selbst TV-Spots, bei denen jedem klar ist, daß.es sich um Werbung handelt, ohne Kennzeichnung in den “redaktionellen Inhalt“ eingebettet werden.

Also, so geht's nicht, auf diese Weise wird das Gesetz ad absurdum geführt. Hoffentlich wird dies merkwürdige Urteil von der nächsten Instanz kassiert. Sonst muß der Bundestag nachbessern, um die Absicht des Schutzes der Verbraucher vor Schleichwerbung auch für weltfremde Richter eindeutig klar und legal durchsetzbar zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arte-fakt 30.04.2019, 12:29
47. Eigentlich keine Nachricht wert

Grundsätzlich lehne ich mich entspannt zurück und warte, dass diese Grippewelle in einigen Jahren vorbei sein wird. Vielleicht gibt es dann andere Influenzer/Beeinflusser/Manipulateure - nach den meisten, die jetzt von sich glauben, sie seien der Nabel der Welt, wird dann kein Hahn mehr krähen.

Frau Hummels muss und wird das nicht jucken, ihr Mann hat wohl mehr Kohle gemacht, als die Familie in drei Leben ausgeben könnte. Manch andere, die jetzt auf sehr großen Füßen leben, kann und wird es schwer treffen, wenn die Schäfchen weniger werden, sich abwenden und in andere Richtungen blöken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Susi64 30.04.2019, 12:37
48. Kommerzielle Instagram-Accounts

Aus meiner Sicht sollten influencer die Möglichkeit bekommen Kommerzielle Konten bei Instagramm zu führen. Da ist dann klar, dass hier Werbung gemacht wird und es muss dann auch nicht einzeln gekennzeichnet werden. Dann ist es egal ob es für den Teddy Geld gibt oder nicht. Ob der Influencer dann auch eher private Dinge postet ist einfach seine Entscheidung und der Abmahnwahn hätte ein Ende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bordstein 01.05.2019, 05:06
49. nur halb durchdacht

Zitat von libertarian2012
Gut so. Es wird Zeit, solche Steinzeitparagraphen wie "Schleichwerbung" abzuschaffen. Auch Werbung ist Meinungsfreiheit und die ist ein hoeheres Gut, also diverse kleingeistige anti-kapitalistische Haltungen. Niemand wird gezwungen, sich den Mist anzusehen oder hinterher ein paar Schuhe zu kaufen.
Werbung ist keine Meinung sondern Werbung. Wer predigt, dass sich der Markt selbst reguliert und bspw. yelp für ein ernstzunehmendes Regulativ hält (ich weiß nicht, ob das bei Ihnen persönlich so ist, aber viele der selbsternannten Libertarians argumenieren so), sollte auch interessiert daran sein, dass die Konsumenten nicht durch bezahlte Lügen irregeführt werden. Es ist anderes wenn jemand behauptet er habe ein Produkt geteste und es ist wunderbar oder er/sie abhauptet dieses nur für Geld. Ich finde diese Konsumanpreisung gegen Bezahlung kleingeistig und oll.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 5