Forum: Wirtschaft
Silicon Valley: Google investiert eine Milliarde in Wohnungen
AP

In San Francisco ist das Wohnen für Durchschnittsverdiener unerschwinglich. Der Grund sind vor allem die hohen Einkommen der Angestellten in der Tech-Branche. Google reagiert jetzt und will bezahlbare Wohnungen bauen.

Seite 1 von 3
lars872 19.06.2019, 11:28
1. wenn sie das ernst meinen

Wenn sie das ernst meinen und wirklich auf normale Preise achten, dann eine super Sache! Wenn nicht, dann wird halt mal wieder klar wie Google wirklich tickt. Aber auch eine Schande, dass da private Konzerne ran müssen, die USA haben allein für den F-35 Jet mehrere hundert Milliarden Euro rausgehauen, und jetzt hat man kein Geld um ein paar tausend bezahlbare Wohnungen zu bauen??? Aber Geld für eine Mauer haben sie, obwohl die auch nix bringt solange das Problem der Armut und Arbeitslosigkeit in Mittelamerika NICHT gelöst wird!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
danmage 19.06.2019, 11:33
2. Neue Wohnungen

Neben der Umwandlung von Bürogebäuden in Wohngebäude, könnte Google auch neue Wohngebäude bauen lassen.
Das wurde ja auch Ende des 19 Jahrhunderts in Deutschland gemacht:

"...Arbeitersiedlungen wurden auch als Werkssiedlungen von Betrieben der Montanindustrie für ihre Arbeiter und Angestellten errichtet. Aber auch in anderen Industriezweigen kam die Idee der Bindung der Arbeitnehmer an ihre Arbeitsstätten durch betriebsnahe Wohngelegenheiten zum Tragen (z. B. Zementindustrie, holzverarbeitende Industrie). Der Bau solcher Betriebswohnungen wurde durch spezielle staatliche Förderprogramme unterstützt.

Die Montanindustrie hatte insbesondere im Ruhrgebiet Ende des 19. Jahrhunderts ein rasches Wachstum mit entsprechenden Wanderungszuwächsen aus den europäischen Nachbarstaaten und aus wirtschaftsschwachen deutschen Regionen zu verzeichnen, die zu Engpässen auf dem Wohnungsmarkt führten. Für die Betriebe in der Entwicklungszone des Ruhrgebietes war die Anwerbung und Sesshaftmachung von Arbeitskräften daher ein lebenswichtiges Problem, das man durch die Errichtung von Werkssiedlungen zu lösen versuchte. Diese typischen Zechenkolonien wurden meistens in der Nähe der Betriebe errichtet, für die Planung wurden oft renommierte Architekten gewonnen...." (Wiki)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jus94 19.06.2019, 11:33
3. Revival Ost West.

Wir erleben gerade eine Art "revival". Während die einen massiv in Wohnungsbau finanzieren, verfällt man in Berlin in Planwirtschaft zurück. Die Analyse und Gegenüberstellung beider Vorhaben wird sicher spannend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carinesophie 19.06.2019, 11:38
4. seit Jahrzehnten nur Tropfen auf heißen Stein

Silicon Valley ist verrückt: wer dort gelebt hat, weiß das - und daß die Dauerprobleme der hohen Mieten, der Staus, mangelnden Parkplätze, schlechten Infrastruktur seit Jahrzehnten bekannt sind. Vor 20 Jahren sollten bezahlbare Wohnungen für Mitarbeiter und normal Bürger (nicht Google) gebaut werden - als diese fertiggestellt wurden, wurde entschieden, daß alles doch besser dem Markt angepaßt sein sollte und dann konnte sich bestenfalls ein Professor noch so eine Wohnung leisten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Haarfoen 19.06.2019, 11:50
5.

Zitat von danmage
"...Arbeitersiedlungen wurden auch als Werkssiedlungen von Betrieben der Montanindustrie für ihre Arbeiter und Angestellten errichtet. Aber auch in anderen Industriezweigen kam die Idee der Bindung der Arbeitnehmer an ihre Arbeitsstätten durch betriebsnahe Wohngelegenheiten zum Tragen (z. B. Zementindustrie, holzverarbeitende Industrie). Der Bau solcher Betriebswohnungen wurde durch spezielle staatliche Förderprogramme unterstützt. Die Montanindustrie hatte insbesondere im Ruhrgebiet Ende des 19. Jahrhunderts ein rasches Wachstum mit entsprechenden Wanderungszuwächsen aus den europäischen Nachbarstaaten und aus wirtschaftsschwachen deutschen Regionen zu verzeichnen, die zu Engpässen auf dem Wohnungsmarkt führten. Für die Betriebe in der Entwicklungszone des Ruhrgebietes war die Anwerbung und Sesshaftmachung von Arbeitskräften daher ein lebenswichtiges Problem, das man durch die Errichtung von Werkssiedlungen zu lösen versuchte. Diese typischen Zechenkolonien wurden meistens in der Nähe der Betriebe errichtet, für die Planung wurden oft renommierte Architekten gewonnen...." (Wiki)
Richtig. ABER: Diese Wohnbauprojekte sind zumeist in das EIGENTUM der Arbeiter / Beschäftigten übergegangen und haben einen kleinen Wohlstand der Beschäftigten begründet. Sie sind NICHT im Besitz der Konzerne verbleiben. Das ist ein gewaltiger Unterschied zur Vorgehensweise von Google. Hier werden Wohnungen gebaut, die im Besitz des Konzerns verbleiben und damit werden Menschen in ihrer Freiheit beschränkt. Die Souveränität der Menschen wird beschnitten: Kritisiere ich meinen Arbeitgeber, wehre ich mich gegen schlechte Arbeitsbedingungen - dann verliere ich ggf. meine Unterkunft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zausi 19.06.2019, 12:11
6. Bestimmt auch mit Alexa gratis...

Damit sie wissen, was in den Wohnungen so alles los ist, wer krank macht und krank ist zb.
Wenn die es bauen ohne hinter Gedanken, was es in der freien Marktwirtschaft aber nicht giebt, dann könnten sich andere Unternehmen Mal ein Beispiel nehmen, statt nur abzugreifen......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Per Thomson 19.06.2019, 12:32
7. So geht Wohnraum schaffen!

Die Planwirtschaft in Berlin ist politische Dummheit und sorgt zudem für noch höhere Mieten. Angebot und Nachfrage, so funktioniert die Wirtschaft, die Börse, … In den neunziger Jahren versuchte ein Filmteam während einer Dokumentation über Silicon Valley einen Obdachlosen zu finden; schließlich wurden sie an einer Tankstelle fündig. Es gab nur einen, ein ehemaliger Mitarbeiter eines großen Unternehmens. Heute verscheuchen Roboter die Obdachlosen in Silicon Valley. Für acht Dollar die Nacht kann man einen Sitz in einem städtischen Bus bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MyMoon 19.06.2019, 12:42
8. Werkswohnungen

Das gab es in den 60 sehr häufig. Nennt sich bei uns Werkswohnungen. Viele gerade große Unternehmen fangen gerade da an wieder ortsnahe Werkswohnungen zu bauen oder zu erwerben um auch für die Mitarbeiter attraktiver zu sein. Im Wettbewerb um die Fachkräfte ist das das effektivste Mittel. Man bindet auch die Mitarbeiter langfristiger und fördert die Identifikation mit dem Unternehmen. Natürlich sind die Werkswohnungen auch oft günstiger als auf dem freien Markt. Die Werkswohnungen werden langfristig sicher ein Revival erleben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
archi47 19.06.2019, 12:53
9. Totalausfall der Politik

soweit ist es beim Hegemon also schon gekommen, dass die weltweit größten Oligopolkraken überall hineingrätschen, mit dem Geld der nicht gezahlten Steuern, die sie dem Plebs vorenthalten haben.

Als Jugendlicher habe ich den Film "1984" nach dem Buch James Orwells gesehen. Eine Sicht von 1948 auf eine totalitäre Geselleschaft in der Zukunft.
Die damalige Beklemmung weicht einer immer größer werdenden Sorge, dass alle viel schlimmer kommen wird und wir uns selber die perfekte Kapitaldiktatur an den Hals gewählt haben ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3