Forum: Wirtschaft
Silicon Valley: Google investiert eine Milliarde in Wohnungen
AP

In San Francisco ist das Wohnen für Durchschnittsverdiener unerschwinglich. Der Grund sind vor allem die hohen Einkommen der Angestellten in der Tech-Branche. Google reagiert jetzt und will bezahlbare Wohnungen bauen.

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WOLF in USA 19.06.2019, 13:02
10. 78% finden Googles Initiative gut ... Wie bitte?

Geht's noch? Das sind Almosen! Philanthropie ist gerade in den Gesellschaften groß wo die Politik hoffnungslos versagt. Merkt das eigentlich kein Schwein? Aber vor allen Dingen, koennen solche Almosen bestenfalls ein Tropfen auf den heissen Stein sein und sollen davon ablenken, dass es gewaltige Defizite der Politik gibt, die solchen Konzernen immer noch erlauben quasi keine Steuern zu zahlen. Eine Milliarde anstatt 5 oder 10 Milliarden ist doch ein gutes Geschäft für Google.
Machen wir uns nichts vor, solche Massnahmen kaschieren das eigentliche Problem und wird nur in sehr begrenztem Maße einigen wenigen in einer sehr teuren Umgebung (allein die Gruendstueckspreise werden gigantisch sein) helfen und wahrscheinlich obendrein Google-Mitarbeiter bevorzugen. Toll!

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WOLF in USA 19.06.2019, 13:09
11. Absolut richtig!

Zitat von carinesophie
Silicon Valley ist verrückt: wer dort gelebt hat, weiß das - und daß die Dauerprobleme der hohen Mieten, der Staus, mangelnden Parkplätze, schlechten Infrastruktur seit Jahrzehnten bekannt sind. Vor 20 Jahren sollten bezahlbare Wohnungen für Mitarbeiter und normal Bürger (nicht Google) gebaut werden - als diese fertiggestellt wurden, wurde entschieden, daß alles doch besser dem Markt angepaßt sein sollte und dann konnte sich bestenfalls ein Professor noch so eine Wohnung leisten.
Nach 16 Jahren Kalifornien, 7 davon im Silicon Valley, u.a. Palo Alto sind wir geheilt und zurück in Deutschland. Obwohl wir beide bei großen und bekannten IT-Unternehmen arbeiteten (oder vielleicht genau deshalb) und relativ gutes Geld verdienten. Völliges Politik-Versagen und hoffnungslos! Daran ändern diese lächerlichen Almosen mal rein gar nichts, zumal die Preise bereits im A sind und ein Milliarde mal gerade so viel bewirken kann, wie bestenfalls 250 Millionen vor 10-15 Jahren.

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dodel 19.06.2019, 13:20
12. Google Standort Berlin

RRG in Berlin war nicht fähig die Pläne für einen Google Standort in Berlin gegen den Druck von Links durchzusetzen. Grund die Verteufelung jeglichen Engagements des "bösen Kapitals". Aus meiner Sicht ein schwerer Fehler, der die Berliner Wirtschaft sicher nicht gefördert hat.

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flitzpiepe0815 19.06.2019, 13:47
13. Habe ich den Artikel irgendwie falsch verstanden?

Die Mitarbeiter der Tech-Firmen können sich die aktuellen Preise ja, laut Artikel, leisten. Wie kommt man darauf, es handele sich bei den Google-Wohnungen um Mitarbeiter- / Werkswohnungen, wenn doch offensichtlich auch das untere und mittlere Preissegment bedient werden soll?

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herhören 19.06.2019, 14:03
14. Ein Geschäft, sonst nichts

Google rühmt sich, hier ein soziales Engagement zu zeigen. Das kann man glauben, muß man aber nicht. Ich bin mit sehr sicher, daß, wenn Google 1 Mrd. Dollar in die Hand nimmt, ein genauer Businessplan dahinter steckt. Das ist weder verwerflich, noch schlecht, allerdings hat das nichts mit sozialem Engagement zu tun, sondern ist nicht mehr und nicht weniger als ein Geschäft. Google investiert in großem Stil in den Wohnungsmarkt in einem Gebiert, in dem sich das lohnt. Warum ? Weil sie müssen, um weiterhin gute Mitarbeiter aller Einkommensklassen zu bekommen und weil sie das Geld dazu haben. V.a. aber, weil es eine gute Rendite verspricht. Das ist alles.

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archi47 19.06.2019, 14:09
15. Es ist die Machtfrage

und das Machtgefüge verschiebt sich von der Politik hin zu den großen Kapitalagglomerationen.
Viele hier finden das super, weil sie sich die Folgen nicht eingestehen wollen: Ihr Meinung und auch sie als Wähler werden entbehrlich.
Eben wie Clinton schon sagte: Stupid, its economy...
Wir liefern unser Selbst und das unserer Nachfahren dieser Entwicklung sehenden Auges aus. Wir geben unsere Daten vorbehaltlos in den Datenpool dieser neuen Diktatoren.

Wenn es opportun erscheint, dann gibt der große Boss ein Brosam an die vorher Geplünderten, aber immer mit viel Feldgeschrei.
Damit vernebelt sich der Realitätssinn der von ihm Abhängigen. Auch natürlich der systemabhängigen Medien und der durch Spenden (nicht durch Steuereinnahmen) beeinflußten Politik und ihrer Parteien.

Wie schon in alten Rom: Es genügten jahrhundertelang "Brot und Spiele" um die Teilhabe am Gemeinwesen auszuschalten. Der Untergang kam von außen in ein wehrloses System ...

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carsten_mundt 19.06.2019, 14:34
16. Rückfall in den Frühkapitalismus

Auf gut Deutsch: Werkswohnungen.
Kennt man doch schon lange, und sie sind ein Zeichen dafür, dass der Kapitalismus und der komplett enthemmte Neoliberalsmus komplett versagen. Wenn das System nicht mehr in der Lage, seine Teilnehmer allumfänglich zu versorgen und nur noch 1% "oben" Nutznießer sind, taugt das System grundsätzlich nicht mehr.

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spiegel2019 19.06.2019, 15:14
17.

Zitat von Per Thomson
Die Planwirtschaft in Berlin ist politische Dummheit und sorgt zudem für noch höhere Mieten. Angebot und Nachfrage, so funktioniert die Wirtschaft, die Börse, … In den neunziger Jahren versuchte ein Filmteam während einer Dokumentation über Silicon Valley einen Obdachlosen zu finden; schließlich wurden sie an einer Tankstelle fündig. Es gab nur einen, ein ehemaliger Mitarbeiter eines großen Unternehmens. Heute verscheuchen Roboter die Obdachlosen in Silicon Valley. Für acht Dollar die Nacht kann man einen Sitz in einem städtischen Bus bekommen.
Denken Sie, dass solche Konzern wie Vonovia und Co. freiwillig neue Wohnungen bauen, damit der Markt nicht so hitzig wie jetzt ist?

Was Google jetzt tun, ist es nur der letzte Schritt, wo man machen muss. Außerdem ist Google auch der Ursache für die aktuelle Situation. Und denken Sie, dass Google 1 Mrd. für die Wohnungen ohne Steuervorteil investiert?

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Crom 19.06.2019, 18:26
18.

Nach der Logik müsste Google seinen Angestellten weniger bezahlen und schon fallen die Mieten und alle sind glücklich. Aber das kann ja dann auch nicht richtig sein. Baut jetzt Google Wohnungen wird auch wieder lamentiert. Fakt ist, es gibt zu wenige Wohnungen. Wären die Wohnungen nur zu teuer, würde ja keiner mieten. Möchte man hier Abhilfe schaffen, dann nur durch Neubau oder Verdichtung. Daher ist das Vorgehen von Google nur konsequent und wer sich darüber beklagt, soll zeigen wie es besser geht.

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willibaldus 19.06.2019, 20:39
19.

Zitat von lars872
Wenn sie das ernst meinen und wirklich auf normale Preise achten, dann eine super Sache! Wenn nicht, dann wird halt mal wieder klar wie Google wirklich tickt. Aber auch eine Schande, dass da private Konzerne ran müssen, die USA haben allein für den F-35 Jet mehrere hundert Milliarden Euro rausgehauen, und jetzt hat man kein Geld um ein paar tausend bezahlbare Wohnungen zu bauen??? Aber Geld für eine Mauer haben sie, obwohl die auch nix bringt solange das Problem der Armut und Arbeitslosigkeit in Mittelamerika NICHT gelöst wird!!
In den USA ist das Privatsache. Die Amerikaner haben etwas dagegen, wenn der Staat sich als Akteur in der Wirtschaft beteiligt. Das Militär ist da eine Ausnahme und wird auch kräftig dafür kritisiert. Dass in der Finanzkrise der Staat sich in Banken und Versicherungen eingekauft hat, war schon beinahe Blasphemie.

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