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Sinkende Arbeitslosenzahl: Ökonomen entzaubern deutsches Jobwunder

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich überraschend positiv: In der Rezession blieb er robust, im Aufschwung sinkt die Zahl der Erwerbslosen immer weiter. Was ist der Grund für das Jobwunder? Eine wichtige Rolle spielen Demografie und Statistiktricks.

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Tostan 31.08.2010, 13:07
1. und wieviele arbeitnehmer können von ihrem Einkommen leben?

Wirklich interessieren würde mich mal eine Statistik, wie viele Arbeitnehmer(familien) vom Einkommen leben können und wie viele aufstocken(Einkommen+ALG II) müssen. Und wie sich diese Zahlen über die Jahre entwickelt haben.

Ich finde es entwürdigend, wenn man trotz Vollzeit-Arbeit im Schichtbetrieb noch ALG II beantragen muss um die Familie ernähren zu können. Das sind keine Einzelfälle.

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Se Norm 31.08.2010, 13:12
2. 100.000 + einige 10.000 = 2 Millionen?

Verstehe ich nicht. Die Differenz zwischen erwarteter Arbeitslosigkeit liegt bei knapp 2 Millionen, gleichzeitig wird im Artikel behauptet, dass 100.000 in Rente gegangene Arbeitslose und einige 10.000 die private Jobvermittler haben einen starken Anteil an dieser Minderung hätten. Das wär ein Anteil von max. 10%.... wow!

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mitbürger 31.08.2010, 13:21
3. Ddr 2.0

In einer DDR gibt es offiziell keine Arbeitslosen.

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deppvomdienst 31.08.2010, 13:22
4.

Zitat von sysop
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich überraschend positiv: In der Rezession blieb er robust, im Aufschwung sinkt die Zahl der Erwerbslosen immer weiter. Was ist der Grund für das Jobwunder? Eine wichtige Rolle spielen Demografie und Statistiktricks.
Entscheidend ist die gedankliche Nullinie, die man zieht:
Sagen wir einmal, bei 5% Arbeitslosigkeit, entprechend rund 1,6 Mio Menschen. Wenn man also hochrechnet, wie es uns gehen würde, wenn diese Zielmarke erreicht ist, zeigt sich das volle Dilemma der Politik:
Es wird nicht reichen!
Selbst bei 5% Arbeitslosigkeit bleiben die Staatsfinanzen defizitär und die Sozialkassen unterfinanziert - es sei denn, die Lohnsummen, und damit die Steuer- und SV-Beitragseinnahmen stiegen extrem an.

Solange aber mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht der entsprechende Einnahmezuwachs in den staatlichen Geldtöpfen verbunden ist, streut im Prinzip jede Jubelmeldung der Arbeitsagentur Salz auf die offenen Wunden einer seit 30 Jahren verfehlten Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Oder auch:
wie viel Wachstum würden wir denn wirklich brauchen, um unsere Probleme zu lösen?
Wo soll das herkommen?
Was tut die Politik, um es zu erreichen?

Und so bleibt das Jobwunder, was es ist: Man kann sich immer neu wundern, was da für Jobs geschaffen wurden ...

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Caiman 31.08.2010, 13:25
5. Hurraaa!!!

Zitat von Tostan
Wirklich interessieren würde mich mal eine Statistik, wie viele Arbeitnehmer(familien) vom Einkommen leben können und wie viele aufstocken(Einkommen+ALG II) müssen. Und wie sich diese Zahlen über die Jahre entwickelt haben. Ich finde es entwürdigend, wenn man trotz Vollzeit-Arbeit im Schichtbetrieb noch ALG II beantragen muss um die Familie ernähren zu können. Das sind keine Einzelfälle.
Genau das ist der Punkt: es werden schlichtweg weitere 6,6 Millionen Transferempfänger aus den Statistiken herausgelogen, die gerade in einer mehr oder weniger sinnvollen Weiterbildung befindlich sind, die 1-EUR-Sklavenjobs nachgehen, die Beschäftigungsverhältnisse auf 400 EUR-Basis haben usw usw...

De facto haben wir also keine knapp 3,2 Millionen Arbeitslose, es sind deutlich mehr, nur mag das niemand hören, und die Medien vermelden die gelogenen Zahlen brav und staatstragend freudig weiter!

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suessi22 31.08.2010, 13:27
6. 5,8 Millionen Menschen bekommen

Lohnersatzleistungen. Davon 4,9 Millionen Menschen ALG2. Und sie wollen behaupten, das die Statistiken nicht geschönt sind?

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deppvomdienst 31.08.2010, 13:27
7. Falscher Maßstab

Zitat von Tostan
Wirklich interessieren würde mich mal eine Statistik, wie viele Arbeitnehmer(familien) vom Einkommen leben können und wie viele aufstocken(Einkommen+ALG II) müssen. Und wie sich diese Zahlen über die Jahre entwickelt haben. Ich finde es entwürdigend, wenn man trotz Vollzeit-Arbeit im Schichtbetrieb noch ALG II beantragen muss um die Familie ernähren zu können. Das sind keine Einzelfälle.
Entschuldigung, aber bei nur noch 1,4 Kindern pro Frau muss man nicht davon ausgehen, dass einer alleine die Familie ernähren muss. In unserer kinderarmen Gesellschaft darf es eben nur noch um 10 Jahre, im Verlauf einer 45-jährigen Erwerbsbiografie gehen, in denen ein Partner zu Gunsten von Kinderbetreuung Einkommensverluste hinzunehmen hat. Das Familienbild aus den 60er Jahren trägt nicht mehr!

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Daniel28 31.08.2010, 13:28
8. Nicht alles was glänzt ist Gold

Offensichtlich ist nicht alles so schlimm gekommen, wie Pessimisten befürchtet hatten und es ist aber auch nicht alles so toll.
Die grandiosen Wachstumszahlen müssen im Hinblick auf große vorangegangene Schrumpfungen verstanden werden.

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xguardian 31.08.2010, 13:29
9. Sinkende Arbeitslosenzahl: Ökonomen entzaubern deutsches Jobwunder

Jetzt hören Sie doch endlich mal damit auf die Menschen ständig weiter zu belügen.
Wo ist denn hier Boom in Binnenmarkt zu verspüren gar nicht, viele Leute sind immer noch Erwerbslos seit 2008.
Erst wurde einen vorgegaukelt der IT-Markt ist in der Wirtschaftskrise kaum betroffen, tatsächlich hat es sich aber anders dargestellt.

Seit August sind nur noch 2-4 Stellenangebote in der Region Nürnberg verfügbar, makaber ist das viele Zeitarbeitsunternehmen ständig ihre gleichen Vakanzen Posten.
Diese Ständige belügen, von der Bundesagentur für Arbeit die durch Willkür handelt und die Regierung duldet.
Medien die Statistiken Unterstreichen obwohl keine einzelnen oder betroffenen Bereiche oder Menschen gefragt werden.

Ganz Europa Wundert sich warum Deutschland der Jobmotor funktioniert, aber noch schlimmer ist die Menschen in Deutschland wundern sich noch viel mehr darüber weil es nicht stimmt.

Jetzt bleibt doch endlich mal ehrlich.

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