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Sky-Chefs: Beschäftigte protestieren gegen Verkauf der Lufthansa-Küchen
dpa

"Wir kochen vor Wut": Die Lufthansa will sich von ihrer Catering-Sparte trennen. Bei den Mitarbeitern, die längst nicht mehr nur Flugpassagiere verpflegen, stößt das auf Widerstand.

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markus_wienken 05.06.2019, 14:50
20.

Zitat von hirsnemehism
…ist das gar nicht! Viele Mitarbeiter (teils mit Migrationshintergrund , durchaus zweite oder dritte Generation) arbeiten nur deshalb bei der LSG, weil sie dadurch die Möglichkeit haben, relativ schnell und günstig nach Hause (oder zu Eltern/Großeltern oder auch nur an ein Urlaubsziel) zu gelangen. Gerade für die Mitarbeiter aus dem asiatischen Raum ist das ein Argument. (Hier ist anzumerken, dass für diese Flüge nur nicht gebuchte Plätze zur Verfügung stehen. Ist ein Flug ausgebucht, bleibt der Mitarbeiter stehen!) Hinzu kommt, dass, vor allem was den Transport der Waren ans Flugzeug angeht (sprich Fahrpersonal), mittlerweile außerhalb der Flughäfen besser entlohnt wird. Die Möglichkeit des günstigen Fliegens ist DAS Alleinstellungsmerkmal der LSG, um überhaupt noch neue Fahrer (und nicht nur die) rekrutieren zu können. Noch dazu, weil nicht jeder Interessierte die nötige verschärfte Sicherheitsüberprüfung besteht. Denn auf Flughafenvorfelder darf man nur mit dieser! Da frage ich mich, wie ein Käufer neues Personal locken will, wenn er dieses Alleinstellungsmerkmal nicht mehr bieten kann. Außerdem wird er Schwierigkeiten haben Gewinn zu machen, wenn er als Kompensation höhere Löhne zahlen soll. Denn es ist davon auszugehen, dass LH in Zukunft die Preise für das Catering weiter drücken wird, es zumindest versucht. Und das vor dem Hintergrund, dass in diversen Foren immer wieder zu lesen ist, dass man inzwischen wieder lieber ein paar Euro mehr zahlt um mit LH zu fliegen, da hier der Preis (einschließlich Getränk und Snack) von vornherein klar ist, während bei „Billigfliegern“ häufig jedes kleine Extra ( Getränk und Snack) extra bezahlt werden muss, was darauf hinausläuft, dass der Preis dort ähnlich hoch wird, wie bei LH. Ob die strategische Entscheidung der LH das Catering (und anscheinend nicht nur das Catering) auszugliedern nicht doch eher ein Schuss ins Knie für LH wird, wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls dürfte sich LH der Möglichkeit der direkten Einflussnahme berauben.
Ich verstehe die Thematik bei Beschäftigten mit Migrationshintergrund durchaus (insbesondere da meine Ehefrau Chinesin ist) und sehe, dass das Goody des Arbeitgebers hier schon lockt.
Mich stört die Wortwahl meines Vorposters: Angewiesen.
Wenn man sich entscheidet im Ausland zu arbeiten ist es halt so, dass man u.U, nicht regelmäßig zurück in die alte Heimat reisen kann. Schön wenn es klappt, aber ein Anrecht darauf hat man nicht, insofern ist die Vokabel "angewiesen" hier völlig fehl am Platz.
Denn: Was machen die vielen anderen Migranten die nicht das Glück haben bei einer Airline beschäftigt zu sein?

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hirsnemehism 05.06.2019, 15:30
21. Sicher,...

Zitat von markus_wienken
Ich verstehe die Thematik bei Beschäftigten mit Migrationshintergrund durchaus (insbesondere da meine Ehefrau Chinesin ist) und sehe, dass das Goody des Arbeitgebers hier schon lockt. Mich stört die Wortwahl meines Vorposters: Angewiesen. Wenn man sich entscheidet im Ausland zu arbeiten ist es halt so, dass man u.U, nicht regelmäßig zurück in die alte Heimat reisen kann. Schön wenn es klappt, aber ein Anrecht darauf hat man nicht, insofern ist die Vokabel "angewiesen" hier völlig fehl am Platz. Denn: Was machen die vielen anderen Migranten die nicht das Glück haben bei einer Airline beschäftigt zu sein?
…ein Anrecht gibt es nicht, da stimme ich Ihnen zu. Nur ist es eben doch so, dass viele Mitarbeiter nur aus dem Grund dieses Goody nutzen zu können bei der LSG angefangen haben. Teils vor deutlich mehr als zwanzig Jahren. Diejenigen, die NICHT bei einer Airline Arbeit gesucht und gefunden haben, wussten von vornherein, dass sie u.U. seltener nach Hause können. Das ist schon ein Unterschied.

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markus_wienken 05.06.2019, 16:02
22.

Zitat von hirsnemehism
…ein Anrecht gibt es nicht, da stimme ich Ihnen zu. Nur ist es eben doch so, dass viele Mitarbeiter nur aus dem Grund dieses Goody nutzen zu können bei der LSG angefangen haben. Teils vor deutlich mehr als zwanzig Jahren. Diejenigen, die NICHT bei einer Airline Arbeit gesucht und gefunden haben, wussten von vornherein, dass sie u.U. seltener nach Hause können. Das ist schon ein Unterschied.
Sicher
Aber nichts hält ewig, auch die Arbeitsstelle/Firma nicht. Änderungen sind immer möglich und damit muss man rechnen. Nennt sich Leben.
Und da viele (die Mehrheit) Migranten ohne dieses Goody auskommen (müssen) und es eh kleine lebenslangen Garantien gibt bleibe ich dabei, "angewiesen" ist einfach das falsche Attribut.
Es ist für die Betroffenen sicherlich ärgerlich und natürlich haben Sie das Recht dagegen zu demonstrieren, aber im Endeffekt ist es "nur" der Arbeitgeber der sich ändert.
Entscheidend ist immer das Grundgehalt, Goodys können und werden sich im Laufe der Zeit ändern, darauf darf man als Arbeitnehmer nicht bauen.

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