Forum: Wirtschaft
Slowakei: Wenige Cent mehr Lohn - deutsche Firmen sind empört
DPA

Die Slowakei ist das Billiglohnland der Euro-Zone, jetzt sollen Arbeiter etwas höhere Schichtzulagen bekommen. Geht gar nicht, wettern deutsche Unternehmen. Cooler bleibt die Konkurrenz aus Österreich.

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SPONU 30.04.2018, 13:19
30. Es zeigt doch schön die bizarre deutsche Haltung

Systematisch wird Produktion in die günstigen Visegrad Staaten ausgelagert, die Leute dort mit Billiglohn abgespeist, damit deutsche Konsumenten auch weiterhin günstige Waren kaufen können...und dann sollen sie gefälligst ohne Murren dem deutschen Weltenretterwahn folgend tausende Migranten aufnehmen. Es mutet schon etwas schizophren an wenn die eine Hand mit dem moralischen Zeigefinger wedelt und gleichzeitig mit der anderen Hand den Daumen auf den Geldsäckel hält.

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shardan 30.04.2018, 13:25
31. Gemeinsamkeit von BWLern und Managern

Sie können rechnen - Mathematik und deren Denkweise ist ihnen jedoch fremd. In der Mathematik lernt man früher oder später, meist so 10. oder 11. Klasse, das Rechnen mit Limiten, allgemeinverständlicher Grenzwertbetrachtung genannt. Die Industriebarone möchten den maximalen Gewinn mit möglichst geringen Kosten. Wendet man hier einmal mathematische Grenzbetrachtungen an, bedeutet die Grenze: Kosten Null = Gewinn maximal. Das ist das Ziel, auf das hingearbeitet wird. Diese Rechnung kann am Ende nicht aufgehen. Denn ohne Geld können die Menschen nichts mehr kaufen und die produzierte Ware bleibt liegen - Gewinn also gleich Null. Natürlich wird jeder Industriemanager das weit von sich weisen - dennoch wird auch er daran arbeiten, die "Industrie 4.0" dazu zu verwenden, die Nebenkosten, hauptsächlich Lohn, zu minimieren. Damit beschneidet er, siehe oben, aber auch seinen Gewinn. Ein Minimallohnempfänger kauft keinen großen teuren TV oder ein Luxusauto (wenn überhaupt eines) - das Geld ist nicht da. Aber die Quartalszahlen des Unternehmens sind eben wichtiger als langfristiges Denken. Und so treiben Regierung und Industrie, das Auge fest auf die nächsten Quartalszahlen gerichtet, langsam aber sicher auf eine dequalifizierte Hilfsarbeiterrepublik zu, in der einige Wenige noch das Geld für ein würdevolles Leben, eine angemessene Ausbildung usw haben. Was der im Artikel zitierte Industriellensprecher da von sich gibt, zeigt eines mit aller Deutlichkeit: Das Fehlen jeglicher langfristiger Perspektive. Das "Weg vom Billiglohn, hin zum Best Price" der Österreicher zielt da schon eher in die richtige Richtung. Weg vom "Wir sind die Billigsten", hin zum "Wir sind die Besten". Den Weg dahin haben alle deutschen Regierungen der letzten Dekaden allerdings zunehmend schwer gemacht.

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georg schwarz 30.04.2018, 13:26
32. Wer?

Es wäre schon eimal interessant, welche deutsche Unternehmen gegen die Lohnerhöhung in der Slowakei sind.

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GoaSkin 30.04.2018, 13:27
33. diese Einstellung öffnet dem Rechtspopulismus Tür und Tor

Wenn westeuropäische Firmen Osteuropa nur als Billiglohn-Gebiet innerhalb der Zollunion sehen, braucht man sich nicht wundern, dass die Menschen dort dazu neigen, europaskeptische Rechtspopulisten in die Regierung zu wählen.

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haarer.15 30.04.2018, 13:34
34. NIedriglohnland Slowakei

Peinlich, wie sich die deutsche Wirtschaftslobby hier bloßstellt. Wie knauserig muss man denn sein, um den Beschäftigten in der Slowakei nicht mal einen vernünftigen Mindestlohn zuzugestehen. Dabei wäre eine Angleichung in Europa eigentlich erstes Gebot, denn das ist genau eines der Probleme in der EU. Je größer die Unwucht in der Eurozone ist und sich das noch zementiert, desto weniger wird Europa zusammenwachsen. Die Fliehkräfte werden dann größer.

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wallabyxxxx 30.04.2018, 13:36
35. Frechheit

eine Frechheit sich über Lohnsteigerungen zu beschweren. Das Preisniveau, speziell in der Hauptstadt, steht dem österreichen in nichts nach. Die Preise im Tesco oder Billa sind absolut identisch, eher noch teurer. Und gerade der Grossraum Bratislava hat sowieso schon mit Fachkräftemangel zu kömpfen da es sich lohnt für deutlich mehr Geld auf der anderen Seite der Donau zu arbeiten

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From7000islands 30.04.2018, 13:43
36. am Lohn kann es nicht liegen

...dass Firmen in China aber nicht in der mehr EU Arbeitsplätze schaffen. In Rumänien soll der Mindestlohn noch niedriger sein als in der Slovakei. Es liegt wohl eher an mehreren Dingen wie an der (Aus-)Bildung der Menschen in der EU, die nicht gut genug ist, und besonders an fehlenden Umweltauflagen in China und fehlenden Gender Toiletten in den Fabriken, die das schmutzige und unbürokratische Produzieren leicht macht und die Gewinne steigert.

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haarer.15 30.04.2018, 13:45
37. Dann sollen sie gehen

Zitat von bebreun
Wenn ausländische Firmen in der Slowakei investieren, dann tun sie das wegen günstiger Rahmenbedingungen wie Löhne, Steuern etc. Sobald diese sich ändern werden solche Standorte wirtschaftlich uninteressant und neue .....
Es geht aber auch um eine Angleichung der Rahmenbedingungen in Europa. Eigentlich oberstes Gebot. Denn daran krankt es doch. Und ich finde, das steht über der Gewinnmaximierung von Unternehmen, die trotz allem eine Verpflichtung gegenüber denjenigen haben, die das erwirtschaften.

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haarer.15 30.04.2018, 13:48
38.

Zitat von klauspeterstuder
Deutschland ist das europäische Ausbeuterland. Gewissenlose Arbeitgeber und Manager.
Ja - leider. Hier tritt eine ausgesprochen egoistische Grundhaltung zutage. Wir sollten uns selbst den Spiegel vorhalten.

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joomee 30.04.2018, 13:52
39. Bin mir nicht sicher

Bin mir nicht sicher ob die DSHK auch immer die wirklichen Meinungen der dort vertretenen Unternehmen vertreten.

Ich finde den Artikel sehr reißerisch. Merkel und andere sagen auch oft Dinge im Namen von Deutschland mit welchen ich oft nicht einverstanden bin. Das hat man ja leider überall.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der Geschäftsführer ser DSHK nun auch einige Anrufe von Mitgliedern bekommt, die nicht wegen ein paar Cents sich aufregen und mit solchen Aussagen nicht zufrieden sind. Wahrscheinlich ist das sogar die Mehrheit der Unternehmen.

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