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Smart Grid: Schlechte Aussichten für intelligente Stromzähler
ddp

Intelligente Stromzähler ergänzen erneuerbare Energien perfekt: Dank ihnen sollen Kunden Elektrizität vor allem bei viel Wind oder Sonne verbrauchen. Doch bislang hat die Technik am Markt kaum Chancen. Laut einer Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, würde kaum ein Deutscher für sie zahlen.

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manta 10.07.2012, 13:03
10.

Wer das Prinzip eines üblichen Ferraris-Stromzähler verstanden hat und wem Begriffe wie Inhärenz und Autarkie etwas sagen, der weiss dass intelligente Stromzähler ein schwachfug sind. Es gibt keine bessere Methode für einen einfachen, dauerhaltbaren Stromzähler welcher keinerlei Netzteil o.ä. braucht.
Die intelligenten Stromzähler haben dann nach 5 Jahren eingetrocknete Elkos, kaputte Schaltnetzteile etc. Das dehnt nur eine weitere Ausdehnung der Obsoleszenz.

Das Stromnetz sollte ein träges, sicheres und autochtones system sein. Große, extrem träge Synchrongeneratoren zur Blindstromaufnahme/abgabe tragen dazu bei.
Das ganze jetzt dynamisch mit zig Regelungseinheiten und komplett unberechenbaren Systemantworten zu gestalten wird ausser kosten, unsicherheiten und problemen genau garnichts bringen.

Einfach mal intelligent mit Strom umgehen würde viel mehr helfen. Herd/Ofen und Waschmaschine kann man mit Gas betreiben. Elektroheizungen sowie Trockner per Strafsteuer langsam vom Markt drängen. Denn Strom zum reinen Heizen zu nehmen ist der Gipfel der Dummheit.

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hansulrich47 10.07.2012, 13:06
11. Das ist nicht nur eine Preisfrage

Vieles, was als 'intelligent' gepriesen wird ist einfach zu kompliziert oder zu unpraktisch.
Wenn ich zum Beispiel Strom spare, indem ich den elektrischen Wäschetrockner nicht nutze, dann möchte ich die Wäsche aber auch dann waschen, wenn ich will, die Sonne scheint und ich Zeit zum Aufhängen habe. Nicht dann, wenn irgendein Computer beschliesst, jetzt ist Strom im Überschuß da, jetzt wird gewaschen.
Außer der Waschmaschine kenne ich kein Gerät im Haushalt, das durch smart grid angeschaltet werden könnte.
Licht brauch ich wenns dunkel ist und fernsehen tu ich, wenn ich will, nicht ein Computer es zuschaltet. Also bitte, was soll ich mit so 'nem Kram sparen????
Das ist unterm Strich wieder so eine Geschichte, die man machen kann, aber auch bleiben lassen kann, es verdient nur der Verkäufer des Zählers.

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gauna 10.07.2012, 13:07
12. Unternehmen sehen die Chancen nicht...

Es sollte aber auch die Frage gestellt werden, warum überhaupt der Endverbraucher für die Kosten der Geräte aufkommen sollten. Alleine die Prozesskosten rund um Zählerstandserfassungen würden sich für alle Geräte gen null bewegen. Gerade durch die Übermittlung von falschen Zählerständen oder Zähervertauschungen entstehen auf Seite der Netzbetreiber hohe Kosten. Diese könnten wohl fast vollständig eingespart werden und der Außendienst somit fast gestrichen werden kann. Ebenfalls wären massive Einsparungen im Bereich des Stromklaus bzw. des Inkassos zu sparen. Bisher haben sich wohl nur wenige die Mühe gemacht, dies zu kalkulieren. Das Umlegen der Kosten ist simpel gesagt, ein einfach Versagen der Kalkulation.

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Löschknecht 10.07.2012, 13:09
13. Falscher Ansatz

Es ist zwar schön, dass die Energieversorger von 2-way Kommunikation träumen - schließlich kann man da neben Geräte-Steuerung und Zähler-Fernauslesen auch noch ganz spannende Daten gewinnen. Aber dieser Fernüberwachung und -steuerung mag sich der Kunde nicht aussetzten - zumindest nicht, ohne dass ihm ein klar erkennbarer Vorteil kommuniziert wird (z.b. garantiertes Halbieren der Stromrechnung).

Stattdessen fände ich dynamische Strompreise und eine Übermittlung derer an Zähler mit Tarifanzeige, Schaltausgängen & Homeserver-Anbindung ein geeignetes Mittel, um den Stromverbrauch in Richtung lastärmerer Zeiten zu verlagern - und zwar ohne ein Big-Brothermäßiges mithören von anderer Seite...

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dr.u. 10.07.2012, 13:14
14. Nicht von Jetzt auf Gleich

Zitat von sysop
Intelligente Stromzähler ergänzen erneuerbare Energien perfekt: Dank ihnen sollen Kunden Elektrizität vor allem bei viel Wind oder Sonne verbrauchen. Doch bislang hat die Technik am Markt kaum Chancen. Laut einer Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, würde kaum ein Deutscher für sie zahlen.
Smart-Meter und Smart-Grid sind keine Technologien für alle von jetzt auf gleich. Aber man muss anfangen die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Alle neu installierte Stromzähler sollten Smart-Meter sein. Dann könne in der Folge Wasch- und Spülmaschinen und Kühl- und Gefrierschränke so "intelligent" gemacht werden, dass sie vorzugsweise zu günstigen Zeiten laufen. Die Kommumikation über die Stromleitung selbst ist auch nichts Neues mehr (Power-Line).

Übrigens sparen die Smart-Meter selber auch schon Strom:
"Der Eigenverbrauch der elektrischen Stromzähler im Telegestore-Projekt [Smart Meter Pilotprojekt in Italien] liegt nämlich bei nur knapp 2W oder rund 17kWh pro Jahr. Zum Vergleich: Der typische Ferraris-Zähler in deutschen Haushalten verbraucht gut 30kWh/a."
(Telepolis special 01/2008, S.9)

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mr.ious 10.07.2012, 13:22
15.

Zitat von mopsfidel
Die Stromlieferanten möchten eine genaue Verbrauchsanalyse, um Stromkapazitäten besser steuern zu können. Wieso muss dazu in jedem Haushalt ein intelligenter Stromzähler verbaut werden? Für diese Anforderung würde es genügen, wenn im nächstgelegen Straßenverteiler ein Messgerät eingebaut wäre. Denn ob nun die Meiers oder nur die Schulzes gerade mehr Strom verbrauchen, spielt für die komplette Straßen keinen Unterschied.
"Leistungssummenzähler" gibt es sicher schon seit Jahr und Tag, aber die Privatisierung macht andere Messverfahren auch nötig. Stichwort -erzeugernaher Verbrauch- bei PV.
Hauptargument ist aber das diese "Smart-Meter" eine aktuelle, eben viertelstündlich erneuerte Information senden. Was weder sowieso vorhandene Summenzähler erübrigt, noch das dies was mit der automatisierten Steuerung oder gar Fernsteuerung von Geräten nach dem Kundenanschluß zu tun hat.

Zitat von mopsfidel
Den Stromanbietern geht es darum, Strom teurer machen zu können. Und zum Glück erkennen die Verbraucher diesen faulen Zauber und zeigen den Unternehmen die rote Karte. Ich wette allerdings darauf, dass in spätestens in 5 Jahren ein Stromausbauerneuerungsgesetz beschlossen wird, in dem jeder Verbraucher verpflichtet wird, sich ein solches Messgerät einpflanzen zu lassen.
In keinster Weise ist das so, denn der angebliche "Stromlieferant" eines Kundenanschlußes, muß ja längst nicht mehr mit dem Versungungsnetzbetreiber übereinstimmen. Aber genau wie Sie's oben andeuten, ist jemand für das Stomnetz verantwortlich und muß somit Messungen durchführen.
Wenn nun dieser Versorger selber an der Börse handelt, also auch selber Strombezieher ist, die Kunden in seinem Netzbereich aber gar nicht bei ihm kaufen und bezahlen, kann man "Überproduktion" und Fehkäufe gar nicht anders verhindern, als durch genaue Kundenkennzahlen zur aktuellen Leistung. Somit kann man auch nur so groß Energie sparen.

Dann gibt es natürlich noch den wunderbaren Vorteil für die PV-Dach Besitzer, die nach auslaufen der Förderug ja evtl. Kunden haben wollen, anstatt nur in ein ominöses "Netz" einzuspeisen ?

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Gegengleich 10.07.2012, 13:22
16.

[QUOTE=hansulrich47;10526583]
Außer der Waschmaschine kenne ich kein Gerät im Haushalt, das durch smart grid angeschaltet werden könnte.
/QUOTE]

Geschirrspülmaschine?

Zitat von gauna
Es sollte aber auch die Frage gestellt werden, warum überhaupt der Endverbraucher für die Kosten der Geräte aufkommen sollten. Alleine die Prozesskosten rund um Zählerstandserfassungen würden sich für alle Geräte gen null bewegen. Gerade durch die Übermittlung von falschen Zählerständen oder Zähervertauschungen entstehen auf Seite der Netzbetreiber hohe Kosten. Diese könnten wohl fast vollständig eingespart werden und der Außendienst somit fast gestrichen werden kann. Ebenfalls wären massive Einsparungen im Bereich des Stromklaus bzw. des Inkassos zu sparen. Bisher haben sich wohl nur wenige die Mühe gemacht, dies zu kalkulieren. Das Umlegen der Kosten ist simpel gesagt, ein einfach Versagen der Kalkulation.
So ist es, das ganze bringt doch hauptsächlich den Stromproduzenten was. Ein harmonisierter Stromverbrauch bedeutet weniger Kraftwerke, also weniger Kosten für die Energiekonzerne.
Sollen die's auch zahlen!

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j1958 10.07.2012, 13:29
17. Immer dasselbe

Es ist immer dasselbe, die Leute wollen umweltfreundlichen Strom, Bioprodukte, umweltfreundliche Autos und Elektrogeräte, aber wenn es nur ein paar Cent mehr kostet dann kommt doch das billigere, konventionelle Produkt zum Einsatz. Das ist ein ganz altes Prinzip und wird sich nie ändern. Wir sind alle Engel in unseren Worten, in den Taten aber Teufelchen....

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ollowain13 10.07.2012, 13:31
18.

Zitat von sysop
Intelligente Stromzähler ergänzen erneuerbare Energien perfekt: Dank ihnen sollen Kunden Elektrizität vor allem bei viel Wind oder Sonne verbrauchen. Doch bislang hat die Technik am Markt kaum Chancen. Laut einer Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, würde kaum ein Deutscher für sie zahlen.
Aus gutem Grund: Der Bürger als Verbraucher hätte nämlich unterm Strich nichts davon. Die möglichen Einsparungen sind äußerst gering und würden von zusätzlichen Kosten für diese sog. "intelligenten Stromzähler" (allein der Begriff ist großer Quatsch) mehr als aufgefressen - und außerdem wären Einsparungen nur mit großen Einschränkungen in der persönlichen Lebensführung möglich.

Was nützt es mir, wenn der Strom nachts günstiger ist, wenn ich aber morgens meinen Kaffee und mittags und/oder abends etwas warmes zu Essen möchte? Wer in einem Mehrparteienhaus wohnt, der sollte sich hüten, seine Waschmaschine oder den Trockner zu nachtschlafender Zeit laufen zu lassen, weil er damit das ganze Haus aufweckt. Außerdem will ich nicht, dass meine Wäsche stundenlang in der Maschine das Muffeln anfängt, nur weil die erst nachts um 2 gnädigst beschließt, jetzt waschen zu wollen - und dann liegt die Wäsche nochmal stundenlang feucht in der Maschine, bis ich sie morgens aufhängen oder dem Trockner übergeben kann, der dann wiederum bis zur nächsten Nacht wartet. Das ist doch absurd und überhaupt nicht praktikabel.

Das größte Einsparpotential ist sowieso der Verbraucher selbst: Nicht benötigte Geräte abschalten anstatt auf Standby und überhaupt mal ein bisschen überlegen, ob man bei gutem Wetter nicht vielleicht ohne den Trockner auskommt, ob Warmwasser wirklich rund um die Uhr vom Heizkessel vorgehalten werden muss, oder ob man nicht mit einer simplen Zeitschaltuhr für geschätzte 1,50 € dafür sorgen kann, dass die zum Aufheizen nötige Energie nur zu den Zeiten aufgebracht werden muss, zu denen man meistens warmes Wasser braucht. Das mit der Elektromobilität ist sowieso noch kein Faktor - und wird es auf absehbare Zeit auch nicht sein. Dieses Feigenblatt kann man also auch gleich weglassen.

Was außerdem noch hinzukommt: Diese sog. "intelligenten Zähler" sind mit Sicherheit anfälliger als die herkömmlichen, die einmal eingebaut über lange Jahre absolut sicher funktionieren. Ich befürchte sehr, dass mit den neuen Zählern die gleiche Situation eintritt wie bei den Heizungszählern, wo es inzwischen sogar gerichtlich bestätigt wurde, dass eine Fehlfunktion von 30 % noch kein Grund für die Anfechtung einer Nebenkostenabrechnung sein soll. Wer sich ein bisschen auskennt, weiß, dass die Heizungszähler höchst anfällig sind - egal, ob man selber abliest oder das einem der beiden Quasimonopolisten (Techem und Ista) überlässt: Fehler (stets zu Ungunsten des Verbrauchers) sind absolut die Regel und Abhilfe technisch nicht wirklich möglich. Zähler gehen in schöner Regelmäßigkeit nach 2,5 bis 3 Jahren kaputt. Von daher kann ich nicht empfehlen, sich dieses Fiasko auch noch beim Stromzähler anzutun.

Was sinnvoll wäre, wäre eine weitere Dezentralisierung der Stromgewinnung. Idealerweise sollte jedes neu gebaute Haus zu bezahlbaren Kosten Selbstversorger sein können, wenn der Besitzer das möchte. Aber daran hat die Industrie und vor allem die großen Stromkonzerne natürlich kein Interesse, weshalb auch die Politik nichts in diese Richtung ernsthaft fördern wird.

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Humboldt 10.07.2012, 13:31
19. Schwachsinn

Zitat von mori1982
Ich befürchte, nur die Verbrauchsübersicht ist wirklich sinnvoll. Zum einen möchte ich nicht tagelang Wäsche in der Waschmaschine liegen haben, bis irgendwann mal gutes Wetter und damit günstiger Strom zum waschen da ist und zum anderen wäre ich auch nicht erfreut, wenn plötzlich Nachts um 2 der Radau in meinem Bad losgeht, weil meine Waschmaschiene grade den Schleudergang einlegt. Weiterhin gibt es viele Elektrogeräte, die brauche ich nunmal nur, wenn ich auch zu Hause, bzw wach bin, wie den Fernsehr. Es nützt mir ja wieder nix, wenn der in der Nacht um 2 an geht, wenn ich schlafen will. Einzig wenn man im Haus einen Akku hat, dann macht SMARD GRID Sinn, denn dann könnte man die günstige Energie speichern und bedarfsgerecht nutzen. Hinzu kommt noch, wieviel Strom verbraucht die ganze Überwachung des Stromverbrauchs und wie sieht es aus mit dem Standbyverbrauch der ganzen geräte, das würde dann ja den ganzen Zweck wieder ad absurdum führen...
Mit Verlaub, was sie schreiben ist wirklich Blödsinn. Wenn sie nicht wollen, das ihre Waschmaschine nachts um 2 anspringt (schade eigentlich, ist wirklich günstig), dann programieren Sie das einfach ein, wie lange längstens die Waschmaschine auf günstigen Strom warten soll...und Fernsehen gucken sie natürlich dann, wenn Sie es wollen!

Bei solchen naiv wirkenden Posts frage ich mich immer, ob das wirklich wahr ist, oder ob Kommunikationsagenturen im Auftrag der großen Energiekonzerne hier professionellen "Bürgerschwachsinn" bewusst als Sand im Energiewendegetriebe verbreiten lassen...

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