Forum: Wirtschaft
Smarte Transportidee: Brummis, ab in den Untergrund!
Cargo Sous Terrain

Ein Schweizer Verein plant eine Verkehrsrevolution. Die Idee: Güter-U-Bahnen sollen Waren unterirdisch transportieren, die Straße wird so entlastet. Auch ein Deutscher tüftelt an einem Transportsystem in der Tiefe.

Seite 3 von 5
gandhiforever 18.09.2016, 19:55
20. So einfach ist das

Zitat von ge1234
Um Autobahnen zu entlasten, würde schon die Verbannung des überregionalen und bis zu gewissen Grenzen auch regionalen Gütertransportes auf die Schiene ausreichen!
Ja, so einfach ist das.

Warum die Macher nicht von selbst darauf kommen?

Um bei der Schweiz zu bleiben, in Deutschland ist es kaum anders. Die alten Schienenwege haben keine freien Kapazitaeten.

Und bei neuen Schienen, siehe Gotthard, kommt Ihr Land Wenn ueberhaupt) seinen Versprechungen nur zoegernd mit grossen Verspaetungen nach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hla63 18.09.2016, 20:08
21. Zitat des Professors:

"Interessenten aus dem Ausland ... fehlte stets das funktionierende Vorbild in Deutschland." – warum muss es ein Vorbild in Deutschland sein? Deutschland als Vorbild für funktionierende Großprojekte, dass ich nicht lache... Eher als abschreckendes Beispiel, siehe BER und S21.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rockwater 18.09.2016, 20:14
22. Noch besser

Seit Stuttgart 21 wartet alle Welt auf den ersten unterirdischen Flughafen und fliegende Containerschiffe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leo_stern 18.09.2016, 21:11
23. Zwei Seiten

Das schweizer Projekt hat einen Geburtsfehler: es passen keine Europaletten hinein. Also teures Umladen. Macht man die Bahn palettentauglich, wird sie von der Speditionslobby als missliebige Konkurrenz abgeschossen. So einfach ist das

Beitrag melden Antworten / Zitieren
echoanswer 18.09.2016, 21:19
24. Unfug, ...

wenn nicht einmal die überirdischen Schienen wegen fehlender Flexibilität benutzt werden. Außerdem, wie lange soll der Bau in einem Land, welches weder einen Konzertsaal, einen Bahnhof oder einen Flughafen in einer endlichen Zeit mit endlichen Kosten bauen kann, dauern? Solche Konzepte sind einfach nur Hirngespinste. Wahrscheinlich aber vom Steuerzahler teuer bezahlte "Forschungsprojekte".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Paul Panda 18.09.2016, 21:37
25. Parallelenetz

Warum baut man nicht einfach ein paralleles Straßen- bzw. Autobahnnetz, das nur für LKW zugelassen ist? Die PKW verblieben dann auf den bisherigen Straßen, die wiederum von LKW nicht befahren werden dürften. Dann wären alle Verkehrsprobleme gelöst. Das wäre natürlich schon ein Eingriff in die Natur und ein bedeutender Flächenverbrauch, aber es wäre kostengünstiger als die Tunnellösung und vor allem theoretisch und praktisch machbar. Die Straßen würden sicherer, es gäbe weniger Unfälle und Staus und die Abnutzungen der Straßen wäre geringer. Aus Lärmschutzgründen könnte man die LKW-Autobahnen dann an sensiblen Stellen sogar überdachen und so einen Pseudo-Tunnel erzeugen, der auch dem Wild zur Überquerung der Spuren dienen könnte. Auf vierspurigen Autobahnen könnte man dies bereits jetzt schon einführen. Dann müsste lediglich ein Wechsel zwischen den beiden jeweiligen Spurenpaaren durch Barrieren unmöglich gemacht werden. Ohne LKW kommen PKW durchaus mit zwei Spuren aus - und umgekehrt. Der Bau könnte je nach Finanzlage durchaus auch langsam voranschreiten und viele Jahre in Anspruch nehmen, da man nicht unter Zeitdruck steht. Ich weiß: "könnte, könnte, könnte"! Trotzdem eine praktikable Lösung, vorausgesetzt, man findet auf der geplanten Trasse keine Juchtenkäfer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
steffen.ganzmann 18.09.2016, 21:57
26. Neu?

In der Freiburger Uni.-Klinik gibt es so etwas in klein schon seit den 1980ern. Die ungefähr müllcontainergrossen Boxen fahren nach Eingabe des Ziels (e.g. Station Thannhauser) eigenständig durch das Untergeschoss, dessen Betreten darum auch wegen Lebensgefahr verboten ist, die Wägelchen nehmen (nahmen?) nämlich keinerlei Rücksicht auf jedwede Lebewesen in ihrem Weg, und benutzen selbstständig ihre kleinen Spezialaufzüge zu den Stationen. Sah sehr witzig aus, wenn man das Gewusel von den Kellertüren aus beobachtete, das reinste Verkehrschaos, allerdings ohne Staus oder Unfälle ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m.m.s. 18.09.2016, 22:05
27. Klitzekleines Problem

Klitzekleines Problem: die Finanzierung.
Noch kleineres Problem: die letzte Meile.
Es würde ein Sklavenheer benötigen das flächendeckend zu Bauen und in Betrieb zu halten, die Waren immer wieder umzuladen; ähnlich schlechter wie in einem B-Science Fiction Film ist das nicht erdacht. Erinnert and die Euphorie mit den Tomaten im autarken Tank-Haus; nur wurde vergessen, dass das niemals autark ist und Unsummen and Geld und Material hineingesteckt werden müssen um etwas herauszubekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hamberliner 18.09.2016, 22:21
28. interessant bei dichtester Zivilisation auf engstem Raum

Jeden, der sich mit diesemThemenkomplex beschäftigt, möchte ich ermuntern, sich einmal Europas größte Shopping-Mall von innen und von hinten anzugucken. Ich rede von der "Hamburger Meile". Ich habe mich da einmal in den - wenn ich es son nennen darf - "Backstage-Bereich" verirrt, weil ich eine Toilette suchte. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus.Das Kellergeschoss besteht aus einer Straße entlang einer riesig lange Laderampe, wobei mir nie oberirdisch irgendwie nennenswerter LKW-Verkehr aufgefallen wäre. Erst wenn man das sieht bekommt man eine Vorstellung davon, dass diese gigantische Agglomeration von Läden ja schließlich von irgendwoher mit Nachschub versorgt werden muss, aber das bekommt die Öffentlichkeit gar nicht mit, es ist einfach perfekt getarnt. Eine bewundernswerte Meisterleistung der Logistik, diese Hamburger Meile.

Von da her glaube ich, solche teuren Tunnel-Lösungen haben am ehesten eine Chance, wo sich die Zivilisation auf engstem Raum konzentriert, wo akuter Platzmangel herrscht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
shardan 18.09.2016, 22:23
29. In Deutschland? Undenkbar

So unsinnig ist die Idee nicht. Wenn man sieht, welche Mengen an Waren jeden Tag durch die Straßen rollen, sind Alternativen wichtig. Nur wird das in Deutschland wieder sehr schwierig. Von der Autolobby bis zu den Umweltschützern wird jeder jedes Mittel aufbieten, das zu verhindern. Spätestens, wenn so etwas mal überregional funktionieren soll , wird es Schwierigkeiten mit der Führung der Trassen geben. Eine Verbindung der regionalen Systeme würde das Ganze erst richtig lukrativ machen. Hinzu kommt, dass Politiker bereits heute Schwierigkeiten haben, den Zustand der vorhandenen Infrastruktur schönzureden. Zu deutlich ist der marode Zustand vieler Straßen und Brücken geworden. All zu oft wird statt einer Instandsetzung einfach eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf gemacht - unter dem Schild steht dann der freundliche Hinweis "Straßenschäden". Oder man sperrt eine Brücke einfach für schwere Fahrzeuge. Es wird gehen wie so oft: Es wird hier entwickelt, es findet sich kein Abnehmer und das Ausland kauft die Patente und Rechte. Demnächst sind wir das westeuropäische Land, in dem hervorragende Ingenieure und ideenreiche Erfinder über Buckelpisten und Schotterstrecken ins Büro fahren. Wahrlich ein Grund, stolz zu sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5