Forum: Wirtschaft
So arbeitet Deutschland : Wie viel Macht haben Gewerkschaften noch?
SPIEGEL ONLINE

Völker, hört die Signale? Von wegen! Die Deutschen scheinen konfliktscheu - im Schnitt erlebt nur jeder fünfte Beschäftigte jemals einen Streiktag. Arbeitskampf-Fakten auf einen Blick.

Seite 1 von 7
noalk 28.08.2017, 10:48
1. Allgemeinverbindlicherklärung

Hauptgrund für die abnehmende Bedeutung der Gewerkschaften ist nach meiner Ansicht die de-facto-Abschaffung der Allgemeinverbindlicherklärung für Tarifverträge.

Beitrag melden
hexenbesen.65 28.08.2017, 13:41
2.

Zitat von noalk
Hauptgrund für die abnehmende Bedeutung der Gewerkschaften ist nach meiner Ansicht die de-facto-Abschaffung der Allgemeinverbindlicherklärung für Tarifverträge.
Nö, ich sehe den "Hauptgrund" die Gewerkschaftsbeiträge. Die sind imens hoch ---da treten erst mal gar keine Leute mehr ein. Und diese (ich sag es salopp) Bagage sind die Nutznieser von Leuten,die Beiträge für Gewerkschaften zahlen, die dann mit den Arbeitgebern verhandeln. Unsere Gewerkschaft zahlt den Mitgliedern deswegen noch einen Extra-bonus UND verhandelt über Extra-Urlaubstage. Die bekommen dann nur Gewerkschaftsmitglieder (ist auch richtig so ) Manche sind eben nur auf die Kohle aus---treten wegen der Kohle (sparen) aus der Kirche aus....
Ohne Gewerkschaften allerdings würden wir heute noch 6 Tage je 10 oder 12 Stunden schuften !
Allerdings sehe ich auch neuerdings die Gefahr der Verschlechterung durch die großen Gewerkschaften.... vom "Zeitarbeiter auf 4 Jahre" über Aufweichung des Kündigungsrechts...

Beitrag melden
yvowald@freenet.de 28.08.2017, 14:51
3. Fehlende Durchsetzungskraft

Die Frage ist: Wieviel Macht hatten die deutschen Gewerkschaften jemals?
Im Prinzip keine.
Denn in den 1950er und 1960er Jahren prosperierte die Wirtschaft. Infolge der Milliardengewinne konnten die Arbeitgeber ihre Belegschaften üppig an den erzielten Gewinnen beteiligen.
Nach der "Energiekrise 1973", die natürlich von den OPEC-Führern gezielt gesteuert wurde, kam es zu Gewinneinbrüchen. Dadurch wurden auch die Lohn- und Gehaltssteigerungen abgeschwächt.
Niemals jedoch wurden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an den Produktions- und Rationalisierungszuwächsen angemessen beteiligt.
Wir Beschäftigten erhielten nur die Brosamen, die vom Tisch der Wirtschaftsmächtigen abfielen.
Somit waren und sind auch die deutschen Gewerkschaften lediglich Bittsteller, die formal versuchen, Löhne und Gehälter durch geringfügige Anhebungen zu steigern.
Das Ganze ist und bleibt sowieso ungerecht, weil prozentuale Anhebungen die Schere zwischen Geringverdienenden und Gutverdienenden weiter öffnen.
Sozial gerecht wären für alle gleich hohe Lohn- und Gehaltserhöhungen (zum Beispiel 100 EURO monatlich mehr für alle Beschäftigten).
Dafür aber fehlt den Gewerkschaften erst recht die Durchsetzungskraft.

Beitrag melden
dennis_berber 02.09.2017, 08:00
4. Immer mehr Beschäftigten in atypischen Beschäftigungsverhältnisse

Das Problem der geringen Gewerkschaftsorganisation ist einerseits die Branche und die zugehörige geringe und unsichere Entlohnung, andererseits aber auch das Wirken der Gewerkschaften. Diese haben in den letzten Jahren immer mehr mit den Arbeitgeberverbänden paktiert und zu Ungunsten von Zeit- und Leiharbeitern gewerkelt.

Am Ende ist aber einfach nicht genug Arbeit vorhanden. Das Arbeitsvolumen stagniert und die Anzahl an Erwerbstätigen nimmt zu. So haben wir seit 1991 zwei Millionen Vollzeitstellen verloren und die Anzahl an Teilzeitstellen von fünf auf zehn Millionen verdoppelt. Wo die Arbeiterschaft errodiert, da errodieren auch die Gewerkschaften.

https://www.finwir.de/wirtschaft/arbeitsvolumen-zu-wenig-arbeit-fuer-zu-viele-menschen/

Beitrag melden
Garda 02.09.2017, 08:08
5. da bin ich mir nicht sicher

Zitat von hexenbesen.65
Nö, ich sehe den "Hauptgrund" die Gewerkschaftsbeiträge. ...
Ich glaube eher, dass es daran liegt, dass der heutige Angestellte und Arbeiter (zumindest die jüngeren) keinen Arsch mehr in der Hose haben, um gegen den heute üblichen Druck von oben aufzubegehren. Demonstriert wird für/gegen alles mögliche, erinnert eher an Folklore-Veranstaltungen als an "Arbeitskampf", nur begehrt keiner auf, wenn eine Firma Sozialleistungen abbaut, oder auch Szenarien für Personalabbau durchspielt. Renten- und Gesundheitsproblematik werden verdrängt oder nicht begriffen. Die jüngere Generation hat leider das Kämpfen nie gelernt, dafür war man in der Kindheit und Jugend zu weich gebettet.

Beitrag melden
Koana 02.09.2017, 08:39
6. Gewerkschaften sind das Placebo...

... das den Arbeitgebern (= Arbeiter! - die anderen nehmen diesen ihre Arbeitskraft weg und machen Gewinn damit, gegen ein Überlebensgeld, ok - für manche ist das sehr üppig - doch das sind jene die eher nichts arbeiten, sondern die Arbeitenden beaufsichtigen und antreiben, ihnen sagen wo es langgeht, ihnen z.B. vorschreiben Drecksarbeit zu leisten, die Menschen das Leben kostet und die Umwelt vernichtet - die Arbeiter gehorchen leider.) vorgaukelt, sie hätten eine Vertretung, die für ihre Interessen einsteht.

Das ist im Grunde nochmal eine zusätzliche Ebene im politischen Führungstheater, die sich aus den Beiträgen am Leben hält.

Bei fast jedem Streik schießen sich die Streikenden langfristig eher selber ins Knie!
Doch wenn wir das weiter denken, läuft es gesellschaftlich ja exakt identisch. Die Masse möchte immer mehr und wird am Ende nicht einmal mehr die Luft zum atmen haben.

Beitrag melden
power.piefke 02.09.2017, 08:40
7. @hexenbesen.65*

die gewerkschaftsbeiträge sind immens hoch? bei mir ist es 1% vom Gehalt. wem es das nicht wert ist, dem kann man nicht helfen. im übrigen profitieren alle Nichtmitglieder von denen, die zahlen. das Problem ist nicht die Höhe des Beitrags, sondern die Priorisierung. der Handyvertrag kann kosten was er will, 4 mal Urlaub im Jahr ist auch ein muss, aber gewerkschaft: "pfff, was haben die ausser einer Reduzierung der Arbeitszeit, der Erhöhung der Gehälter und einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen je für mich gemacht?! "

Beitrag melden
spon_3511963 02.09.2017, 08:41
8. Die Gewerkschaften schaffen sich ab.

Seit Schröder und das schweigen des DGB zu H4 und Agenda 2010 kann jedem Arbeitnehmer nur noch das
K...... kommen wen er Gewerkschaft hört.
Da gibt es bessere und preiswertere Absicherungen.

Beitrag melden
tomymind 02.09.2017, 08:42
9.

Die Gewerkschaften haben sich durch ihre Unterstützung für Schröder und die SPD unglaubwürdig gemacht. Hartz4 wurde nicht bekämpft und Arbeitslose haben sie nie interessiert.

Beitrag melden
Seite 1 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!