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So arbeitet Deutschland : Wie viel Macht haben Gewerkschaften noch?
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Völker, hört die Signale? Von wegen! Die Deutschen scheinen konfliktscheu - im Schnitt erlebt nur jeder fünfte Beschäftigte jemals einen Streiktag. Arbeitskampf-Fakten auf einen Blick.

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yvowald@freenet.de 04.09.2017, 13:42
60. Gewerkschaftsfunktionäre wurden "über den Tisch gezogen"

Zitat von spon_3511963
Wieviel Macht haben Gewerkschaften noch? Überhaupt keine mehr denn sie wollen auch keine Macht ausüben seit ihre Bosse in den Aufsichtsräten sitzen. Begann mir Agenda2010 und H4 . Wer heute noch in diesen Vereinen Mitglied ist hat den Knall noch nicht gehört.
Die Demontage der Gewerkschaften durch die Gegenseite, die Arbeitgeberlobby, begann bereits in den Nachkriegsjahren. Damals erdachten sich kluge Köpfe des Kapitals die sogenannte "Paritätische Mitbestimmung".
Arbeitgeber, also die Kapitalseite, und Arbeitnehmer, also der "Produktionsfaktor Arbeit", sollten gemeinsam über bestimmte Zielplanungen der Großunternehmen entscheiden.
Es kam dann zwar nicht zu einer echten Parität, aber dennoch nahmen fast alle führenden Gewerkschaftsfunktionäre ein Aufsichtsratsmandat an.
Sie waren also plötzlich Funktionäre, die auf Augenhöhe mit der Gegenseite verhandeln durften.
Daß diese Gewerkschaftler, die ja auch nur Menschen sind und total deshalb total beeinflußbar, sich ein anderes Denken aneigneten, weil sie ja in den Vorstands-Casinos mit den Vorständen und Vertretern der Kapitalseite gut essen und trinken durften, ist verständlich.
Das war jedoch im Grunde der Niedergang der Arbeitnehmervertretung durch Gewerkschaften.
Stellen wir uns jedoch einmal vor, es gäbe keine Arbeitnehmervertretungen mehr. Was wäre dann?
Dann könnte die Kapitalseite Löhne und Gehälter maßlos drücken und am Ende - theoretisch - nur noch Mindestlöhne zahlen.
Wollen wir das?
Also sollten wir alles tun, um die Paritätische Mitbestimmung zu beenden und Gewerkschaftsfunktionäre wieder zu unabhängigen Vertretern von uns Angestellten und Arbeitern machen.

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yvowald@freenet.de 04.09.2017, 16:30
61. Unternehmenskapital in Arbeitnehmerhände

Zitat von Johannes Karga
Die Gewerkschaften hatten bis zum Anfang der 50er überhaupt kein Mitspracherecht.Durch Arbeitskämpfe und Verhandlungen entwickelte sich in die Vereinbarung zur paritätischen Besetzung der Aufsichtsräte (Arbeitgeber-Arbeitnehemer), mit doppelten Stimmrecht des AR-Vorsitzenden, den die Eigentümerseite stellt. Und falls es Ihnen entgangen sein sollte, der ......
Ein Streit "um des Kaisers Bart" scheint sinnlos.
Ganz klar, Aufsichtsräte sollten unbedingt die Interessen des Unternehmens im Auge haben und alles daransetzen, daß dieses Interesse auch von der Unternehmensführung, dem Vorstand, verfolgt wird.
Allerdings: Wem gehört das "Unternehmen". Doch ausschließlich den Kapitaleignern, also bei Kapitalgesellschaften den Aktionärinnen und Aktionären bzw. den jeweiligen Gesellschaftern.
Aber auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben ein vitales Interesse an einer guten Unternehmensführung und am Fortbestand der Firma oder des Betriebes.
Durch das Doppel-Stimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden in strittigen Fragen kann von paritätischer Mitbestimmung der Arbeitnehmerseite also eigentlich keine Rede sein.
Aber es geht ja um mehr: Die Kapitalseite ist alleinige Nutznießerin des Unternehmens-Profits, also der Unternehmensgewinne.
Um diese Gewinne noch zu steigern, kommt es nicht selten zum Personalabbau oder zur Verringerung der Lohnquote, etwa durch schlechtere Bezahlung von neu eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Um alles dies zu verhindern, sollte das Unternehmenskapital einzig und allein den Belegschaften zukommen.
Zukunftsmusik? Ja, aber irgendwann gelangen auch weniger eloquente Politikerinnen und Politiker zu neuen Erkenntnissen.

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