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Solarstrom - lohnt sich der Milliardenaufwand?

Der deutsche Staat garantiert hohe Vergütungssätze für Solarstrom. Unnötiger Milliardenaufwand - oder sinnvoller Umweltschutz?

Seite 52 von 611
Petra 02.04.2008, 15:29
510.

Zitat von susanne_tatter
Verbrauchen denn Solarzellen für irgendwelche Kühlung Wasser? Oder sind die genau dann einsatzbereit, wenn alle Klimaanlagen anspringen?
Tja – dumm, aber genau dann, wenn die Klimaanlagen laufen, also bei der massivsten Sonneneinstrahlung, ergibt sich bei Siliziumzellen leider eine Leistungsminderung.

Das Blöde ist nämlich, daß durch Wärmeeinstrahlung bereits Elektronen fließen und dadurch das Spannungspotential sinkt. Alle Leistungsangaben einer Siliziumzelle beziehen sich auf eine ideale Arbeitstemperatur von 25°. Im Sommer, bei wirklich satter Einstrahlung, kann die Zelltemperatur aber auf bis zu 70° steigen – und dann sinkt leider die Leistung von Siliziummodulen um ca. 20%. Gerade dann, wenn die Klimaanlagen anspringen. Also: Je mehr Sonne, desto... Leider.

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Tom Berger 02.04.2008, 15:31
511.

Zitat von WillyWusel
Ich bin mir nicht so sicher, was mit dem Begriff "Grundlagenforschung" gemeint ist, aber ich vermute doch einfach mal, daß Solarworld, Q Cells, Solon und wie sie alle heißen auch ein nicht geringes Quantum an Geld in die Forschung stecken.
Diese Firmen werden ja auch nicht subventioniert (bzw erhalten eventuell für Grundlagenforschung Gelder aus EU- oder nationalen Töpfen, was aber nichts mit dem EEG zu tun hat). Sie stehen ganz normal in Wettbewerb zueinander und müssen sich ihren Markt mühsam und teuer erkämpfen.

Die Forderung von Petra & Co, Energiesubventionen nur in Form von Subvention von Grundlagenforschung zuzulassen, ist einfach nur aberwitzig dumm. Das Problem des Aufbaus der EE-Infrastruktur ist ja keineswegs fehlendes Grundlagenwissen, sondern ist die fehlende Massenproduktion, die erst zu niedrigen Anlagenkosten und damit zu niedrigen Strompreisen führt.

Bestes Beispiel dafür ist die Windenergie: die seinerzeit für die Grundlagenforschung gedachte Subvention in die GROWIAN war völlig fehlinvestiertes Geld. Das ganze Projekt war ein Desaster, und fast wäre der deutsche Erfolg der Windkraftanlagen-Industrie gescheitert, WEIL die Subventionen in die Grundlagenforschung fließen sollten, anstatt in die Verbilligung der Produktion. Zum Glück wurde mit dem EEG der richtige Weg gefunden, Windstrom heute wettbewerbsfähig zu machen.

Tom Berger

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cyberdrop 02.04.2008, 15:53
512.

Zitat von Tom Berger
Die Forderung von Petra & Co, Energiesubventionen nur in Form von Subvention von Grundlagenforschung zuzulassen, ist einfach nur aberwitzig dumm. Das Problem des Aufbaus der EE-Infrastruktur ist ja keineswegs fehlendes Grundlagenwissen, sondern ist die fehlende Massenproduktion, die erst zu niedrigen Anlagenkosten und damit zu niedrigen Strompreisen führt.
Ohne leistungsfähige Speichertechnologie ist EE aber leider nicht einsatzfähig. Deswegen ist der Aufbau der EE-Infrastruktur zum jetzigen Zeitpunkt auch rausgeschmissenes Geld.
Und bei der Speichertechnologie fehlt das Grundlagenwissen, deswegen ist die finanzierung von Grundlagenforschung in diesem Bereich auch wichtig.


Zitat von susanne_tatter
Die Grundlagenforschung zur Solartechnik war mit dem Verstehen des photoelektrischen Effektes abgeschlossen. Die Forschung beschäftigte sich dann mit geeigneten Materialien und kam letztendlich bei Silizium an. In der Entwicklungsphase wurde dieses Material optimiert, hin zur Dünnschichttechnik und wir sind jetzt in der Phase der Prozeßoptimierung, um die Module günstiger und Markt reif zu bekommen.
Die Firmen haben an der Prozeßoptimierung ein Wirtschaftliches Interesse.

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Tom Berger 02.04.2008, 16:00
513.

Zitat von Petra
Tja – dumm, aber genau dann, wenn die Klimaanlagen laufen, also bei der massivsten Sonneneinstrahlung, ergibt sich bei Siliziumzellen leider eine . Das Blöde ist nämlich, daß durch Wärmeeinstrahlung bereits Elektronen fließen und dadurch das Spannungspotential sinkt. Alle Leistungsangaben einer Siliziumzelle beziehen sich auf eine ideale Arbeitstemperatur von 25°. Im Sommer, bei wirklich satter Einstrahlung, kann die Zelltemperatur aber auf bis zu 70° steigen – und dann leider die Leistung von Siliziummodulen um ca. 20%. Gerade dann, wenn die Klimaanlagen anspringen. Also: Je mehr Sonne, desto... Leider.
Unsinn! Und zwar nicht, weil das falsch wäre, sondern weil es völlig irrelevant ist!

Mal ganz abgesehen davon, dass bei Solarzellen der Wirkungsgrad ohnehin völlig bedeutungslos ist, sondern vielmehr das Verhältnis von Kosten und Ertrag, kann man Solarzellen auch ganz einfach kühlen, um sie möglichst im optimalen Bereich laufen zu lassen. Und um den üblichen Einwänden gleich vorzubeugen: für diese Kühlung benötigt man keineswegs elektrisch betriebene Klimaanlagen, da genügen ein bißchen frische Luft und Kühlflüssigkeit.

Tom Berger

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Olaf 02.04.2008, 16:09
514.

Zitat von susanne_tatter
Hallo Olaf, wir kommen jetzt in die wichtigen Unterschiede von lächerlich gegenüber Drittmittel. Glücklicherweise wird bei der aktuellen Situation auch noch die Prozeßoptimierung durch indirekte Subventionen unterstützt, um gegen die unendlich billige fossile Energie, die eigentlich nur eine Hypothek darstellt, konkurrenzfähig zu werden. Das wird übrigens z.B. bei Flugzeugen und der Bundesbahn ebenso gemacht, wo immer noch erhebliche Mittel, in diesem Fall direkte Subventionen, bereit gestellt werden, obwohl doch die Technik seit Jahrzehnten ausgereift und Markt tauglich ist. Aber der Staat hat ein berechtigtes Interesse daran, ebenso wie an der Solarenergie. .. Das Selbe wird das mit der Kernfusion gemacht, wo die Grundlagenforschung schon vor dem Bau der ersten Wasserstoffbombe abgeschlossen war. Forschung wird seit dem betrieben, aber schon ITER ist Entwicklung, da nur ein bekanntes Prinzip hoch skaliert wird. Und der nächste Reaktor, DEMO ist dann, wenn er denn in dreizig Jahre immer noch auf Staatskosten gebaut wird und das Projekt nicht schon eingestellt worden ist, dann reine Prozeßoptimierung sein. Ob nun das in die Solarzellen investierte Geld ebenso verbrannt ist, wie Geld in den schnellen Brüter oder in den Transrapid, werden wir in einigen Jahrzehnten sehen. Fragen z.B. nach der Langzeithaltbarkeit zu Solarzellen können heute noch nicht beantwortet werden. Und da die Solarzellen erst einmal losgelöst von Energiespeichern zu betrachten sind, können diese auch einzeln gefördert werden. Oder wird heute schon an der Kühlung für thermische Kraftwerke im Jahr 2030 gearbeitet, wenn die Flüsse leer sind? Das ist ebenso unabhängig vom Kraftwerk zu betrachten wie die Speicherung von der Solarzelle. Mit freundlichen Grüßen Susanne Tatter
Die Solarzelle ohne Energiespeicher ist wie ein Motor der nicht zuverlässig läuft, sondern unkontrollierbar die Drehzahl ändert oder sogar ausgeht.

Daher hat Herr Benz ja auch erst einmal gesehen, dass sein Motor rund läuft, dann hat man angefangen ihn effektiver zu machen.

Daher halte ich auch die Forschung in höhere Wirkungsgrade (Optimierung) nur für bedingt interessant. Rund wird die Sache erst durch einen ausreichend großen Energiespeicher. Leider gibt es zur Entwicklung eines solchen keinen Anreiz im EE-Gesetz.

Die Solarstromproduzenten wurden von der Notwendigkeit eines solchen Speichers befreit (wohl aus gutem Grund) und dürfen einspeisen wann und wieviel sie wollen. Die sind an der Entwicklung eines solchen Speichers also gar nicht interessiert, tun dafür aber so, als wäre die Lösung ihrer Probleme die Sache der EVU.

Übrigens, wenn 2030 die Flüsse leer sein sollten, haben wir ganz andere Probleme als die Kühlung der Kraftwerke.

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susanne_tatter 02.04.2008, 16:16
515.

Zitat von cyberdrop
...Die Firmen haben an der Prozeßoptimierung ein Wirtschaftliches Interesse.
Hallo cyberdrop,

ist das in irgend einem Bereich anders? Haben die Firmen nicht auch ein ausschließlich wirtschaftliches Interesse an der staatlich finanzierten Entwicklung der Kernfusion?
In welchen Wirtschaftssystem leben wir? Eben, es geht nur um Gewinne. Und zum Glück greift der Staat hin und wieder lenkend ein.

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Petra 02.04.2008, 16:18
516.

Zitat von Tom Berger
Mal ganz abgesehen davon, dass bei Solarzellen der Wirkungsgrad ohnehin völlig bedeutungslos ist, sondern vielmehr das Verhältnis von Kosten und Ertrag, kann man Solarzellen auch ganz einfach kühlen, um sie möglichst im optimalen Bereich laufen zu lassen. Und um den üblichen Einwänden gleich vorzubeugen: für diese Kühlung benötigt man keineswegs elektrisch betriebene Klimaanlagen, da genügen ein bißchen frische Luft und Kühlflüssigkeit.
An der frischen Luft sind sie ja meines Wissens eh... und Sie haben Solarzellen mit Kühlflüssigkeit?

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Ein Belgier 02.04.2008, 16:20
517.

Zitat von Tom Berger
Unsinn! Und zwar nicht, weil das falsch wäre, sondern weil es völlig irrelevant ist! Mal ganz abgesehen davon, dass bei Solarzellen der Wirkungsgrad ohnehin völlig bedeutungslos ist, sondern vielmehr das Verhältnis von Kosten und Ertrag, kann man Solarzellen auch ganz einfach kühlen, um sie möglichst im optimalen Bereich laufen zu lassen. Und um den üblichen Einwänden gleich vorzubeugen: für diese Kühlung benötigt man keineswegs elektrisch betriebene Klimaanlagen, da genügen ein bißchen frische Luft und Kühlflüssigkeit. Tom Berger
Erklären Sie uns doch einmal wie man sich das en détail vorzustellen hat, das mit dem bischen Luft und Kühlflüssigkeit...

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Klo 02.04.2008, 16:23
518.

Zitat von Petra
Tja – dumm, aber genau dann, wenn die Klimaanlagen laufen, also bei der massivsten Sonneneinstrahlung, ergibt sich bei Siliziumzellen leider eine .
Tja, leider haben Sie die auch, wenn im Hochsommer die konventionellen Kraftwerke mit Kühlturmbetrieb laufen müssen, weil nicht genügend Kühlwasser im Fluß ist. Und diese Leistungsminderung kann bis zu 40% betragen.

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susanne_tatter 02.04.2008, 16:27
519.

Hallo Olaf, hallo zusammen,

Zitat von Olaf
Die Solarzelle ohne Energiespeicher ist wie ein Motor der nicht zuverlässig läuft, sondern unkontrollierbar die Drehzahl ändert oder sogar ausgeht....
Wie oft muß hier noch gesagt werden, dass das aktuell überhaupt nicht relevant ist, solange ausreichend thermische Kraftwerke vorhanden sind. Warum sollten wir jetzt schon teuere Speichertechnik installieren, und nicht die Leistung der Kraftwerke regeln? Wo ist da die Logik?

Zitat von Olaf
...Leider gibt es zur Entwicklung eines solchen keinen Anreiz im EE-Gesetz. ...
Dass ehe ich ganz genauso. Natürlich ist das relevant, aber ich habe gestern schon ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung von Speichertechnologien durch das BMFT hier eingestellt. Das läuft ja parallel, aber sicherlich wären da nicht mehr Mittel notwendig und sinnvoll. Aber nur bei weiterem Ausbau der Solarenergie, da es hier auf jedem Fall den Tag-Nacht Rhythmus gibt. Der Wind in Europa weht dagegen relativ gleichmäßig. Er muß nur möglichst großflächig aus unterschiedlichen Klimazonen erfaßt werden. Aber das gehört hier thematisch gar nicht hin.

Zitat von Olaf
...Übrigens, wenn 2030 die Flüsse leer sein sollten, haben wir ganz andere Probleme als die Kühlung der Kraftwerke.
Nicht wirklich, denn bevor wir kein Trinkwasser mehr haben, werden die Kraftwerke vorher abgestellt und Nahrungsmittel gibt es auf dem Weltmarkt. Unabhängig davon gibt es genug Quellen zur Versorgung der Bevölkerung. Dann entfällt vielleicht das tägliche Duschen mit Frischwasser, aber das geht auch mit nicht Trinkwasser.

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