Forum: Wirtschaft
Solidarisches Grundeinkommen: Arbeitsagentur-Chef warnt vor falschen Versprechungen
DPA

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit fordert ein Ende der Debatte über Hartz IV. Das solidarische Grundeinkommen sei "ein Begriff, der in die Irre führt", sagte Detlef Scheele. Die Regierung solle lieber bei geplanten Gesetzen Tempo machen.

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Leser Stefan 29.03.2018, 19:43
1. Grundsätzlich...

...muss sich das Hartz 4 System ändern! Grundsätzlich spaltet dieses Thema wie es eh schon sozial und gesellschaftlich tut. Eine soziale Grundsicherung die Sanktionieren und bestrafen darf, ist unweigerlich ein rein für die Wirtschaft Instrumentalisierte Grundsicherung, die mit sozial noch kaum etwas zu tun hat...ich kenne niemanden, der durch Bestrafung und Sanktionierungen in Arbeit gekommen ist, eher rutscht man in die z.B. Obdachlosigkeit ab! Auch mit dem Irrtum dass wir ja soooo viel bezahlen müssen, um diese nur auf der sozialen Hängematte ausführenden Sozialschmarotzer durchs Leben zu bringen muss aufgeräumt werden, denn gerade unsere heißgeliebte Wirtschaft entzieht ganz legal unserem Sozialstaat sehr viele an Steuern und Sozialabgaben. Zuerst sollten wir Menschen in Not eine soziale Grundsicherung frei von Strafe und Sanktionen gönnen, ohne das Gefühl haben zu müssen das hierbei die Solidarität mehr für die Wirtschaft da ist als für unsere Mitmenschen. Wir sollen dem Fortschritt und der Modernisierung der Wirtschaft bzw unseren Arbeitsplätzen positiv entegengehen, dass wird mit Hartz 4 nicht machbar sein, denn die weggefallenen Arbeitsplätze können für eine lange Zeit gar nicht ersetzt werden oder die Arbeitnehmer können nicht so schnell Qualifiziert oder ausgebildet werden. Eines hat die SPD jedoch geschafft, es wird über die derzeitige prekäre soziale Grundsicherung Diskutiert...was aber der SPD nicht weiterhelfen wird, sondern mehr den sozial glaubwürdigeren Linken, die Hartz 4 abschaffen wird, und durch ein Grundeinkommen durchsetzen wird...und der Spaß bei dem ganzen wird sein, es wird sehr wohl bezahlbar sein, aber vor allem funktionieren!

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genugistgenug 29.03.2018, 19:45
2. Behördenbeschäftigungstherapie plus Ruhigstellung bis zur Armutsrente

plus Subventionierung der Kommunen!
Beschäftigungstherapie: Bis das alles ausgearbeitet ist, ist die Bürokratur auf Jahrzehnte beschäftigt und nach der Umsetzung kommen die Nachverschlimmerungen - wie immer!
Die Kommunen freuen sich über billige Zwangsarbeiter - denn es geht nur darum die Kosten im Arbeitsbereich zu senken - die Verwaltungskosten steigern weiter. Frage: Wer hat diese Arbeit bisher gemacht und wo landen diese Menschen dann wenn diese Arbeit wegfällt?
Ruhigstellung: Es geht nur darum die Menschen ruhigzustellen, bis sie in die Altersarmut kommen. Denn für das erreichen der Grundsicherungsgrenze braucht es 12,50 €/Std. - ungeklärt 35 Std/Woche oder gesetzliche 48 Std/Woche -
Zugabe: Es darf sich mal jeder in der Presse aussödern und seinen Namen darin lesen.
Für uns ein weiteres Kapitel in der never ending story "Wer wird uns immer verraten?"

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smartphone 29.03.2018, 19:53
3. Agenda 2.0

Der Ansatz mit dem Grundeinkommen ist schon richtig - aber BEDINGUNGSLOS (BGE). Mit dem "solidarisch" wird ein Begriff genutzt, der in Wirklichkeit umgekippter Wein in neuen Schläuchen darstellt. Denn das mit "Gartenarbeit" hatten wir schonmal - und derarige Ideen sind grandios gescheitert . Was Mit dem BGE ((1500€ plus KV ) einhergeht ist allerdings im Sinne einer Gegenfinanzierung längst druchkalkuliert, also gegenfinanzierbar. So benötigt man weder ALG1 noch ALG2 , ergo auch kein Arbeitsamt mehr, dann werden leistungslose Einkommen umgewandelt hin zum BGE - speziell genannt sind sämtliche Pensionen ( für die es gar keinen Fonds etc gibt , also feudal aus Steuermitteln... ) Solche Sachen wie Pflegegelder, Kindergelder / KITA und sonstige Subventionen ( speziell Industrie Leih /zeitarbeit ) werden gestrichen.
Somit stellen sich auch vernünftige Löhne ein ,weil der H4 Druck etc beendet . Dass einer wie Scheele dann arbeitslos ist , fängt ja das BGE auf.

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fritz75 29.03.2018, 20:16
4. Sozial und ...

Unter sozial verstehe ich das Prinzip, dass Alle, die es können, zusammenlegen, um denen, die ihr Leben nicht durch eigener Hände arbeit finanzieren können, zu helfen. Das man niemanden im Stich lässt. Wenn aber jemand arbeiten KANN, das aber nicht macht, weil ihm der Lohn zu wenig erscheint, oder der Weg zur Arbeit zu weit, weil er Zeitarbeit ablehnt oder die Arbeit nicht mag, wenn jemand dann lieber weiter Geld aus dem solidarischen Topf zieht, als seinen Beitrag zu leisten, diesen Topf für diejenigen, die nicht arbeiten können, sei es wegen Krankheit, Kindererziehung oder Alter, gefüllt zu halten...das ist dann nicht sozial, sondern unsozial, oder wie auch immer man es nennen mag.
Ich arbeite selbst in einem Jobcenter. Und die Wirklichkeit, die ich jeden Tag erlebe, ist eher die, daß zwar viele angeblich arbeiten wollen, aber zu Bedingungen, die absolut nicht mit ihren Qualifikationen übereinstimmen können. Da wird lieber weiter Geld gezogen, als zur Arbeit in die Nachbarstadt zu fahren. Wenn alle so engagiert wären und so auf persönliche Entfaltung aus wären, wie die Freunde des Grundeinkommens immer behaupten, frage ich mich, warum kaum einer meiner Kunden z.b. ein Ehrenamt ausübt oder versucht, sich über Arbeit selbst weiter zu verbessern und einfach mal anfängt was zu tun.

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Leser Stefan 29.03.2018, 20:28
5. @ Smartphone

Ich bin da ganz bei Ihnen.
Die Wirtschaft schaft es nicht, noch gut bezahlte Jobs anzubieten...das sieht man an der Reallohnentwicklung, und daran, wie viel man für Fachkräfte bezahlen will (nicht nur in der Pflege).
Ein BGE als Ersatz für ALG1 und 2, als Ersatz für die Rente...für das Wohngeld...als Ersatz prekäre Arbeitsplätze zu subventionieren...schon alleine davon kann an Behörden sehr viel eingespart werden.
Es soll für alle gleich sein...und wer Arbeitet, hat zudem mehr Geld....so bleibt alles beim alten,...aber Arbeiten würde sich wieder lohnen.
Die Arbeitsvermittlung könnte privatisiert werden, eine gesetzliche Rente in der höhe des BGE bekommt jeder...wer mehr will muss arbeiten gehen...
Daher haben Sie Recht, dass durch ein BGE die Löhne wieder steigen werden, was unter dem jetzigen Hartz 4 Zwangs und -Ausbeutungssystem nach unten gegangen ist...
Aber genau dass wissen die Lobbyisten (Sozial ist was Arbeit schafft) und dessen abhängigen Politiker (Achtung Verschwörung) aber genau, dass im Prinzip ein BGE finanzierbar wäre (auch ohne die Steuern oder Sozialabgaben oder einen Soli einzuführen)..aber welches Land könnte mit einem unabhängigen selbstbewussten Volk umgehen??
Schon jetzt liegen die Sozialausgaben bei über 1 Billionen Euro...ein BGE von 1500 Euro für jeden läge bei ca. 800 Milliarden...und überhaupt...wer der Meinung ist schon währen den Koalitionsverhandlungen die Arbeitgeberseite der Druckenden Presse zu bevorteilen, in dem die statt 15 Prozent zur gesetzlichen Rente nur noch 5 Prozent abführen müssen, wer der EU so viele Milliarden Euro im gleichen Atemzug zum ausgleich vom BREXIT zusagt,...der kann sich ein BGE locker leisten!

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Spiegulant 29.03.2018, 20:36
6. Hartz 4 und "Solidarisches" Einkommen volkswirtschaftlich schädlich

Hartz 4 und "Solidarisches" Grundeinkommen sind nicht nur unsozial, sondern auch volkswirtschaftlich schädlich. All diese sinnlosen Zangsmassnahmen dienen nur dazu, die einen Menschen zu brechen, und die anderen in ständiger Angst vor sozialem Abstieg und Armut zu halten.
So zerstört man Motivation!
So erzeugt man Hass, Missgunst und Neid unter den Menschen!
Was wir brauchen, sind Menschen, die Mut haben, selber zu arbeiten; die Mut haben, zusammen sich selbständig zu machen; die Mut haben, Jobs anzunehmen.
Durch Harzt 4 aber wird wertvolles Humankapital vernichtet, indem die Menschen gebrochen werden, und die anderen in Angst und Mutlosigkeit gehalten.
Wer aber ständig Angst vor Armut, auch relativer Armut oder sozialem Abstieg haben muss; wer ständig rechnen muss, ob er sich mit einem Job nicht SCHLECHTER stellt, weil hinterher das Arbeitslosengeld oder Hartz 4 gekürzt werden; der empfindet zurecht Arbeit als Sklavendienst; und der ist zurecht mutlos und vorsichtig.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde jedem die Angst vor dem täglichen Überleben nehmen. Und so könnte er Mut schöpfen, einen Beruf zu ergreifen, der ihm Freude bereitet, der für ihn Sinn macht, und in dem er deswegen letztlich gut sein wird, motiviert arbeiten wird, und die Volkswirtschaft voranbringen wird.
So aber, wie es sich jetzt darstellt: Ist das Erwachsenenleben eine einzige Last, Stress und Angst vor Verarmung, wenn man nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wird.

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Leser Stefan 29.03.2018, 20:40
7. Ich..

Zitat von fritz75
Unter sozial verstehe ich das Prinzip, dass Alle, die es können, zusammenlegen, um denen, die ihr Leben nicht durch eigener Hände arbeit finanzieren können, zu helfen. Das man niemanden im Stich lässt. Wenn aber jemand arbeiten KANN, das aber nicht macht, weil ihm der Lohn zu wenig erscheint, oder der Weg zur Arbeit zu weit, weil er Zeitarbeit ablehnt oder die Arbeit nicht mag, wenn jemand dann lieber weiter Geld aus dem solidarischen Topf zieht, als seinen Beitrag zu leisten, diesen Topf für diejenigen, die nicht arbeiten können, sei es wegen Krankheit, Kindererziehung oder Alter, gefüllt zu halten...das ist dann nicht sozial, sondern unsozial, oder wie auch immer man es nennen mag. Ich arbeite selbst in einem Jobcenter. Und die Wirklichkeit, die ich jeden Tag erlebe, ist eher die, daß zwar viele angeblich arbeiten wollen, aber zu Bedingungen, die absolut nicht mit ihren Qualifikationen übereinstimmen können. Da wird lieber weiter Geld gezogen, als zur Arbeit in die Nachbarstadt zu fahren. Wenn alle so engagiert wären und so auf persönliche Entfaltung aus wären, wie die Freunde des Grundeinkommens immer behaupten, frage ich mich, warum kaum einer meiner Kunden z.b. ein Ehrenamt ausübt oder versucht, sich über Arbeit selbst weiter zu verbessern und einfach mal anfängt was zu tun.
Verstehe Sie.
Auch ich habe durch den Beruf bei Bildungsträgern viel mit Langzeitarbeitslosen zu tun.
Ehrenamt macht dort kaum einer...da haben Sie recht! Auch das Politische Interesse geht gegen null...
Auch die falsche Wahrnehmung bei der Jobsuche wenn es um den Verdienst geht passt oftmals nicht.
Jedoch was ist falsch daran, zumindest einen Altersarmutsicheren Lohn zu fordern....ist dass wirklich schon zu viel?
Was ist falsch daran, keiner Arbeit nachgehen zu wollen, die nicht wirklich einen Unterschied zu Hartz 4 ausmacht?
Was soll den Hartz 4 Empfänger den Motivieren einer Arbeit nach zu gehen, um trotzdem noch ergänzendes Hartz 4 zu benötigen?
Und wie viele Sanktionen oder Bestrafungen haben dazu geführt, dass jemand dadurch Arbeit gefunden hat? (Außer unter Zwang)
Stellen Sie sich vor, Sie brauchen ab 2019 nicht mehr zur Arbeit hingehen, weil es Hartz 4 nicht mehr gibt, und durch ein BGE ersetz wurde..dann hören Sie bestimmt auf mit dem Arbeiten?...oder?? *fg*

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fritz75 29.03.2018, 21:16
8. Wieso eigentlich immer nur Sanktion?

Wieso geht es eigentlich immer nur um Sanktionen, um Druck oder Zwang? Ich kenne keinen Kollegen, der damit gerne arbeitet oder Spaß daran hätte. Auch ich habe früher bei Bildungsträgern gearbeitet. Und auch ich habe schon einmal einen Antrag auf Hartz4 gestellt. Nichts ist falsch daran, einen gerechten Lohn zu fordern, oder eine Bezahlung, die für die Rente reicht. Aber sehr wohl finde ich es falsch, nicht zu arbeiten und weiter Geld von anderen zu nehmen, weil einem das Gehalt nich gut genug ist. Auf anderer Leute Kosten leben, wenn man nicht muß, ist nicht sozial. Arbeiten bei bedingungslosem Grundeinkommen? Ja, würde ich machen, weil mir Arbeit wichtig ist, ich mich über meinen Job definiere und es für mich selbstverständlich ist, für meinemm Lebensunterhalt zu arbeiten. Ich hab Freunde, die trotz Studium bei McDonaldst patties gewendet haben, weils ander nach ner wirtschaftlichem Pleite nicht ging erstmal. Das hat was mit Einstellung zu tun. Aber ich lege meine Hand ins Feuer, wer heute mit Hartz4 keinen Job annimmt, weil ihm das Geld zu wenig ist, nimmt mit bedingungslosem Grundeinkommen auch keinen an. Im Leben nicht.

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ernstullrichschultz 29.03.2018, 21:22
9. Etikettenschwindel

Mit Grundeinkommen haben die Vorschläge nichts zu tun. Auch die Ideen der SPD-Linken haben den Charme von Arbeitshaus! Wer kontrolliert denn, ob der Langzeitarbeitslose nun seinen "Pflichten" nachkommt? Die Kontrollbürokratie wird bleiben. Wann endlich ändert sich die Denke der Sozis, dass Arbeit nicht ein notwendiges Übel ist, sondern ein wichtiger Inhalt des Lebens ist. Leider wird heute alles auf eine Job-Mentalität ausgerichtet.
Ein Grundeinkommen, wenn es ernst gemeint ist, muss bedingungslos sein! Eine Kultur der Freiwilligkeit muss sich entwickeln. Wer nicht arbeiten kann oder will, braucht Hilfe und nicht Drohungen. Faulenzer wird es immer geben, ob bei unserem jetzigen System oder beim bedingungslosen Grundeinkommen. Das soll es übrigens nicht oben drauf geben, sondern eine solide Grundsicherung für Alle sein, gerade für die, die heute am Existenzminimum leben. Die Sicht auf die Langzeitarbeitslosen verengt unseren Blick auf die wirklichen sozialen Probleme. Und die hat die SPD seit eh und je vernachlässigt.

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