Forum: Wirtschaft
Soll der Staat spekulative Finanztransaktionen stärker besteuern?

Der Finanzmarkt und die Auswirkungen hochspekulativer Aktionen stürzten die Welt in eine der größten Wirtschaftskrisen. Soll der Staat künftig Finanztransaktionen generell stärker besteuern?

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henningr 23.11.2011, 10:23
370.

Zitat von Berg
Fakt ist aber, dass auch diese "Kapitaleigner" zur "Gesellschaft" dazugehören. Deswegen ist auch die Gesellschaft für Möglichkeiten zur Vermehrung des Geldes durch Geld verantwortlich - die kapitalistische Gesellschaft, versteht sich. Eine eingebnete sozialistische Gesellschaft würde Spitzenvermögen solange abhobeln, bis sie dem Durchschnitt entsprechen. Es wurde mal 40 Jahre lang ausprobiert - und wieder beendet. Hätten Sie das gerne noch einmal versucht?

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henningr 23.11.2011, 10:27
371.

Zitat von Berg
Eine eingebnete sozialistische Gesellschaft würde Spitzenvermögen solange abhobeln, bis sie dem Durchschnitt entsprechen. Es wurde mal 40 Jahre lang ausprobiert - und wieder beendet. Hätten Sie das gerne noch einmal versucht?
Vor der Wiedervereinigung gab es hier im Westen etwas, das "soziale Marktwirtschaft" genannt wurde. Von seinem Erschaffern auch "der dritte Weg" genannt. Da wurde mit Maß abgehobelt und es hat sehr gut funktioniert, auch wenn es das vielleicht nur deshalb gab, um dem Osten zu zeigen, wie gut es den Menschen hier geht. Jetzt braucht man dies offenbar nicht mehr.

Das hätte ich aber gerne noch einmal probiert.

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rolli 23.11.2011, 10:56
372.

Zitat von henningr
Vor der Wiedervereinigung gab es hier im Westen etwas, das "soziale Marktwirtschaft" genannt wurde. Von seinem Erschaffern auch "der dritte Weg" genannt. Da wurde mit Maß abgehobelt und es hat sehr gut funktioniert, auch wenn es das vielleicht nur deshalb gab, um dem Osten zu zeigen, wie gut es den Menschen hier geht. Jetzt braucht man dies offenbar nicht mehr. Das hätte ich aber gerne noch einmal probiert.
Der Zu gist abgefahren, da die Neoliberalfaschisten den grösst mlglichen Drecksack erfunden haben: rational ökonomistisch, rücksichtslos.
Ein Drecksack im System genügt um das ganze System zu vergiften.

rolli

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Harro 24.11.2011, 16:01
373. Finanztransaktionssteuer

Wenn man wirklich den Hochfrequenzhandel eindämmen will, dann ist dafür eine Finanztransaktionssteuer sicher ein gutes Werkzeug. Gleichzeitig kann man dann auch mit einem spürbaren Steuersatz den amoralischen Transaktionshandel mit Nahrungsmitteln zumindest erschweren. Es gibt in vielen Bereichen Killerargumente (Arbeitsplatzvernichtung; Dominoeffekt, etc.), so auch hier: Es funktioniert nur, wenn alle mitmachen, sonst ist es für Europa ein Wettbewerbsnachteil. usw. Nein, man muss einfach anfangen! Nicht von ungefähr sind die Worte "Steuern" und "steuern" in der deutschen Sprache gleich. Und seit der fulminanten Kauder-Rede weiß alle Welt: Ab jetzt wird Deutsch gesprochen.

Es gibt noch einen weiteren Hochfrequenzhandel, nämlich den der Benzinpreisänderungen. Wenn diese Preise innerhalb von 24 Std. mindestens fünfmal 'rauf- und 'runtergehen, dann hat dies nichts mehr mit Marktwirtschaft zutun, von sozialer ganz zu schweigen, sondern nur noch mit Kundenver… und Profitgier. Man sollte daher in einem Aufwasch mit der Finanztraktionssteuer auch eine Benzinpreisänderungs-Steuer einführen, z. b. 10 % für jede Änderung nach oben innerhalb von 72 Stunden. Entweder würden die Mineralölgesellschaften mit ihrer Preispolitik zu marktwirtschaftlichen Usancen zurückkehren oder Herr Schäuble könnte sich über sprudelnde Mehreinnahmen freuen, so dass ihm gar nichts anderes übrigbliebe als keine neuen Schulden zu machen.

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Internetnutzer 24.11.2011, 16:32
374. Finanztransaktionsteuer

Wenn das in Deutschland versteuert wird, dann geht man eben woanders hin. Deutscher Neid und Sozialismus. es gibt genug Staaten, die das sehr begrüßen würden.
Als Gipfel solcher Maßnahmen sollte man jeden einkauf zum Erwerb von Waren versteuern, da werden auch Finanztransaktionen getätigt.
Fakt ist, der Staat hat zu viele Schulden gemacht, das ist die ursprüngliche und eigentliche Misere. Mit schulden wurden Wählerstimmen gekauft, und wir alle haben dazu noch applaudiert.
Jetzt sucht man krampfhaft und verzweifelt nach Geldquellen.
Geld ist scheu, wenn wir nicht vorsichtig sind, ist es bals woanders und wir haben noch weniger. Ich bin auch schon ins Ausland ausgewichen, dem deutschen Staat trau ich nicht mehr.

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paix 24.11.2011, 17:07
375. Das ist einfach:

Ja, besteuern. Aber nicht nur spekulative sondern alle Finanztransaktionen, spekulative nur noch viel höher.
Und meinethalben auch als deutscher Alleingang.
Ich zahle ja auch "Mehrwertsteuer" auf alles.

Würde auch etliche Staatshaushalte binnen kürzester Zeit sanieren und unter anderem eine faire Refinanzierung heutiger und zukünftiger Rettungsschirme bedeuten.

Niemand muss Abermillarden an Gewinn machen pro Jahr, die nicht mal mit realen Werten hinterlegbar sind.
Also zapft ruhig was von diesem reinen Buchgeld ab für die Allgemeinheit namens Staat.

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-mowgli- 24.11.2011, 18:06
376. ...

Zitat von Harro
Wenn man wirklich den Hochfrequenzhandel eindämmen will, dann ist dafür eine Finanztransaktionssteuer sicher ein gutes Werkzeug. Gleichzeitig kann man dann auch mit einem spürbaren Steuersatz den amoralischen Transaktionshandel mit Nahrungsmitteln zumindest erschweren.
Wir haben doch genügend Instrumente in Deutschland um unsere Moral hoch zu halten.
Die BaFin braucht doch nur den Handel mit entsprechenden Produkten verbieten und fertig.
Diese Möglichkeit ist vorhanden und wurde temporär auch bei einigen Leerverkäufen angewendet.
Warum fordern die Befürworter einer Börsenumsatzsteuer das nicht?
Weil sie am Unmoralischen mitverdienen wollen?
Da fehlen mir die klaren Ansagen bei dem Thema.
Entweder will ich auch einen Teil vom Kuchen abhaben, oder ich trete als Moralapostel auf und fordere entsprechende Verbote.

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Berg 24.11.2011, 23:07
377.

Zitat von henningr
Vor der Wiedervereinigung gab es hier im Westen etwas, das "soziale Marktwirtschaft" genannt wurde. Von seinem Erschaffern auch "der dritte Weg" genannt. Da wurde mit Maß abgehobelt und es hat sehr gut funktioniert, auch wenn es das vielleicht nur deshalb gab, um dem Osten zu zeigen, wie gut es den Menschen hier geht. Jetzt braucht man dies offenbar nicht mehr. Das hätte ich aber gerne noch einmal probiert.
Soweit ich mich erinnere, ist der "dritte Weg" erst viel später gesucht worden - in einem Papier von Schröder und Blair.

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schwarz-weiss-grün 25.11.2011, 08:14
378.

Zitat von Harro
Es gibt noch einen weiteren Hochfrequenzhandel, nämlich den der Benzinpreisänderungen. Wenn diese Preise innerhalb von 24 Std. mindestens fünfmal 'rauf- und 'runtergehen, dann hat dies nichts mehr mit Marktwirtschaft zutun, von sozialer.....
Entschuldigen sie bitte, wären sie mir so freundlich und erklären mir die Preisfindung in dieser Branche mit allen Variablen (u.a. auch Wasserstand des Rhein). Marktwirtschaft bedeutet übrigens auch, das Preise steigen können bei veränderten Variablen.

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ray4901 25.11.2011, 09:33
379. konsequent

Zitat von Harro
Es gibt noch einen weiteren Hochfrequenzhandel, nämlich den der Benzinpreisänderungen. Wenn diese Preise innerhalb von 24 Std. mindestens fünfmal 'rauf- und 'runtergehen, dann hat dies nichts mehr mit Marktwirtschaft zutun, von .....
Ich fühle mit Ihnen und sehe jede Menge Regulierungsbedarf. Allerdings retten Sie damit nicht die Marktwirtschaft, nicht mal die soziale! Die hat endgültig abgedankt, "sie" merkt es nur noch nicht. Die Eingriffe, erzwungen durch weitere Abstürze und ein (hoffentlich) endlich erwachendes Volk, werden etwas anderes entstehen lassen: die oekologisch-soziale direktdemokratisch kontrollierte Staats- und Produktionsgemeinschaft (oder ähnlich, man kann es sich erst in groben Umrissen vorstellen)

Irgendwann ist Schluss mit Flickwerk. Und flicken sollte man gleich den ganzen Kontinent Europa, gemeinsam, ohne Kleinlichkeiten, also: auf gehts!

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