Forum: Wirtschaft
Sollten Verträge leichter befristet werden können?

Getreu der Koalitionsvereinbarung will Bundesarbeitsministerin von der Leyen die Hürden für befristete Arbeitsverhältnisse reduzieren. Der bestehende Kündigungsschutz wäre dann nur noch Makulatur. Ein richtiger, sinnvoller Weg zu mehr Arbeitsplätzen?

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T. Wagner 18.03.2010, 17:41
1.

Zitat von sysop
Getreu der Koalitionsvereinbarung will Bundesarbeitsministerin von der Leyen die Hürden für befristete Arbeitsverhältnisse reduzieren. Der bestehende Kündigungsschutz wäre dann nur noch Makulatur. Ein richtiger, sinnvoller Weg zu mehr Arbeitsplätzen?
Es werden doch fast nur noch befristete Arbeitsverträge geschlossen. Eben weil es sehr schwer ist, Leute zu feuern. Würde man den übertriebenen Kündigungsschutz zurückfahren, wären auch mehr Arbeitgeber bereit, unbefristete Arbeitsverträge abzuschliessen. Vor allem die mittlerweile gängige Praxis, die Leute mit einer Abfindung (wofür eigentlich?) loszuwerden sollte gestoppt werden. Weg mit den Abfindungen!

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Der-Gande 18.03.2010, 17:56
2. Arbeitsplätze

Zitat von T. Wagner
Es werden doch fast nur noch befristete Arbeitsverträge geschlossen. Eben weil es sehr schwer ist, Leute zu feuern. Würde man den übertriebenen Kündigungsschutz zurückfahren, wären auch mehr Arbeitgeber bereit, unbefristete Arbeitsverträge abzuschliessen. Vor allem die mittlerweile gängige Praxis, die Leute mit einer Abfindung (wofür eigentlich?) loszuwerden sollte gestoppt werden. Weg mit den Abfindungen!
Hm, ich glaube, sie sind kein Arbeitnehmer, der um seinen Arbeitsplatz bangen muß, oder!
Getreu dem Motto "Hire anf fire!!"

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autocrator 18.03.2010, 17:59
3. vdL

frau von der Leyen ist erstaunlich erkenntnisresistent.
der kündigungsschutz wurde auf druck der arbeitgeber eh schon bis zur praktischen nichtexistenz (ok, 2 wochen zum monatsende in der regel ; man "rettet" also grade mal ein halbes monatsgehalt) zusammengestrichen ... und was hat es genutzt?

- nichts:
die (tatsächliche, nicht statistikgeschönte) arbeitslosenzahl blieb stabil hoch,
die mitarbeiter sind massiv verunsichert,
die beschäftigungsverhältnisse - und damit einkommensverhältnisse werden immer prekärer.

und umgekehrt:
arbeitgeber können immer stärker in gutsherrenmanier agieren.

die klientelprolitik dieser ministerin ist widerlich.

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Sapere aude 18.03.2010, 18:00
4. Toll

Tolles Gesellschaftskonzept. Arbeitsplätze unsicherer machen und soziale Sicherung absenken. Mindestlohn blockieren so das Doppelverdiener Pflicht sind, aber keine akzeptable Kinderbetreuung anbieten.
Und da wundert sich jemand über zu wenig Kinder?

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sch-ch 18.03.2010, 18:01
5.

Das hätte ich von der ehemaligen Familienministerin nicht erwartet. Leidtragende werden vor allem junge Frauen und Berufsanfänger sein. Wer will schon das Risiko eingehen, eine junge, noch gebärfähige Frau unbefristet einzustellen, die evtl. ein Kind bekommt und dann in Elternzeit geht. Super, so schafft man es auch, dass Frauen mit Kinderwunsch kaltgestellt und zum Heimchen am Herd verdonnert werden

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willibrand 18.03.2010, 18:07
6. Soziale Kälte

was erwartet uns sonst noch von dieser Koalition. Die FDP hält nichts von sozialem Frieden. Wird mittelfristig Chaos und Anarchie in Kauf genommen oder träumt Westerwelle von Sklavenarbeitsverträgen ( wie im alten Rom ?)und die CDU setzt das um. Der Schwanz wackelt mit dem Hund !
Aber ich hoffe bei der NRW Wahl ist die Bundesratsmehrheit dahin, dann bleibt zumindest ein Hauch Demokratie

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Noodles 18.03.2010, 18:10
7. Ursel von der Leine

Ich kündige Sie und zwar fristlos und ohne soziale Hängematte.

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Noodles 18.03.2010, 18:18
8. Ganz davon abgesehen

dass der Anspruch Arbeitsplätze schaffen zu wollen ohnehin der Quadratur des Kreises gleicht und weiterhin davon abgesehen dass ein Arbeitsplatz kein Lottogewinn sondern mühevolle Maloche bedeutet,wird auch dieser Anspruch damit mehr Arbeitsplätze zu schaffen haargenau dort enden wo alle seine Vorgänger wie SSteuergeschenke für Reiche und Superreiche, HATZ IV, Ein Euro Jobs usw, Praxisgebühr usw. usf geendet sind.

Mit zunehmender Armut, permanenter Lebensunsicherheit, steigender Armuts und Ausbeutung und Ausplünderung der Arbeitenden usw. usf, ohne das angestrebte Ziel auch nur annähernd erreichen zu können.


Wie lange will sich dieses Volk im Namen von Arbeitsplätzen die die Welt nicht braucht, eigentlich noch verarschen lassen.



Zitat von sysop
Getreu der Koalitionsvereinbarung will Bundesarbeitsministerin von der Leyen die Hürden für befristete Arbeitsverhältnisse reduzieren. Der bestehende Kündigungsschutz wäre dann nur noch Makulatur. Ein richtiger, sinnvoller Weg zu mehr Arbeitsplätzen?

Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
Und wenn der Schlaf verboten wär!
Und wenn sie euch so sehr belögen,
dass sich des Reiches Balken bögen!
Seid höflich und sagt Dankesehr.

Die Hände an die Hosennaht!
Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!
Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.
Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut.

Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
Gehirn ist nichts für kleine Leute.
Den Millionären geht es schlecht.
Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
So macht den Ärmsten doch die Freude!

Ihr seid zu frech und zu begabt!
Seid taktvoll, wenn ihr Hunger habt!
Rasiert euch besser! Werdet zart!
Ihr seid kein Volk von Lebensart.

Und wenn sie euch noch tiefer stießen
und würfen Steine hinterher!
Und wenn Sie euch verhaften ließen
und würden nach euch Scheiben schießen!
Sterbt höflich und sagt Dankesehr.

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vgo 18.03.2010, 18:20
9. vielliecht sollte man dann auch das Berufsbeamtentum abschaffen

Es ist doch schon sehr aufschlussreich, dass immer beamtete Politiker oder Professoren neue Deregulierungsvorschläge machen.

Hätte man 1990 das Berufsbeamtentum abgeschafft, dann hätten wir vielleicht(??) heute auch bessere Politiker.

Bekannt ist, dass bei Hinzurechnung der Pensionsansprüche die Beamten zu den heimlichen Reichen dieser Republik gehören und es macht von deren Standpunkt aus gesehen schon Sinn, neue Deregulierungen zu schaffen, damit es weiter voran geht in der Wirtschaft -- das wird jedenfalls geglaubt --, denn irgendwo müssen die Steuereinnahmen ja herkommen, damit diese Beamten-Clique bezahlt werden kann -- vor allen Dingen auch ihre Alteresbezüge, die durchschnittlich wesentlich höher sind als die Renten.

Nur weiter so, man wird es schon noch schaffen, die Gesellschaft völlig auseinander zu dividieren.

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