Forum: Wirtschaft
Sommer-Zwischenbilanz: Sonnen-, Wind und Gasenergie verdrängen zunehmend Kohlestrom v
Frank Molter/DPA

In diesem Sommer wurde besonders wenig Strom aus Kohle erzeugt. Stattdessen registrierten Experten einen hohen Anstieg bei Solarenergie und Windkraft - sowie bei Gas.

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schnubbeldu 28.08.2019, 08:39
1. Stimmt, wir betreiben zwar ...

... eine Solarthermie-Anlage, aber es ist mit der Ausbeitung der PV-Anlagen vergleichbar. Wir hatten mit unserer Solarthermie-Anlage im Juni den bisher stärksten Anteil an Sonnenenergie im MFH als sonst die Jahre zuvor. Sprich, es waren nicht nur die heißen Temperaturen ausschlaggebend, sondern die Anzahl der Sonnenstunden. Und selbst wenn man bedenkt, dass PV-Anlagen bei hohen Außentemperaturen der Wirkungsgrad ein wenig erniedrigt, ist es beachtlich was die PV-Anlagen im Juni an Strom produziert haben. Respekt! Solar vs. Kohle

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woffi22 28.08.2019, 08:57
2. Interessant

Es wäre interessant zu wissen, wie hoch der Anteil von Importstrom aus schweizer und französischen Kernkraftwerken war. Und was der Stromexport gekostet hat.

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schacke67 28.08.2019, 09:00
3. Atomstrom ersetzt Kohlestrom

Schaut man bei Agora-Energiewende nach, so wird klar, dass der inländische Kohlestrom hauptsächlich durch Importe von Atomstrom aus Frankreich und der Schweiz verdrängt wird. Konkret heute (28.08.) um 6.00 Uhr: Import von 3,374 GW Atomstrom aus Frankreich und 2,5 GW aus der Schweiz. In Fessenheim und Leipstadt glühen die Brennstäbe, damit in Freiburg und Karlsruhe nicht das Licht ausgeht. Soll das wirklich die Lösung sein?

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t.fetzberger 28.08.2019, 09:22
4. Was können wir noch gut in Deutschland?

Wir können keinen Flughafen, keine Energiewende, keine zielgerichteten Wasserstoffantriebe, Infrastruktur und Internet, aber dafür Geschenke an die Wähler für jede Art von Befindlichkeiten, die unser Land nicht voran sondern immer weiter ins Abseits manövriert. Es ist gruselig!!

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a.vollmer 28.08.2019, 09:33
5. Fortschrittsfeindlichkeit?

Hat sich Deutschland so sehr verändert? Hat man vor über 100 Jahren innerhalb eines Jahrzehnts den Umstieg von Pferdewagen und Eisenbahnen auf Automobile akzeptiert und umarmt, die Vorteile der Veränderung gepriesen, so tun sich heute mehr Menschen schwer mit dem Abgang des Alten.

So hat man schon 1904 auf der Weltausstellung die Vorzüge der Abkehr von der Kohle-beheizten Dampfkraft wegen der Energieverluste gepriesen und es als selbstverständlich betrachtet dass eine Energie umso besser ist, desto generischer sie ist, desto weniger Umwandlungsverluste sie erfährt. Zusätzlich hat man zu jener Jahrhundertwende begrüßt, dass der Wandel neue Arbeitsplätze schafft, die angenehmer und sicherer sind, als die untergehenden.

Aber da war Deutschland noch keine 40 Jahre alt, man hatte gesehen wie die Wirtschafts- und Währungsunion statt der alten souveränen Kleinstaaten den Fortschritt brachten und der Fortschritt die Lebensbedingungen auch der einfachen Leute verbesserte. Und man hat das geschätzt. Dass wir heute nicht mehr wie vor 40 Jahren Daten mit 300 Bit pro Sekunde austauschen, jedes Jahr tausende Menschen im Straßenverkehr sterben oder Menschen an den Masern sterben oder an Fehlfunktionen der Zimmeröfen, das wird nicht mehr wahrgenommen.

Die Vergangenheit, auch die nähere, wird verklärt und dass zehn Windparks immer noch schöner aussehen als ein einzelnes Kraftwerk mit Kühltürmen plus dem Tagebau, der es versorgt, das wird ignoriert. Beschämend ist das für unser Land.

Deutschland stand für den Willen zum Fortschritt, wir waren eine Nation des besser, gesünder, sicherer, schneller und komfortabler. Heute reüssieren die Zauderer, die Verzagten, die Ängstlichen - sie wollen nicht nur Altes und Überkommenes bewahren, sondern zurück zu längst als auf dem Schutthaufen der Geschichte gelandeten Obskuritäten wie der Verbrennung fossiler Energieträger, einer Übergangstechnologie aus Zeiten der Dampfkraft. Rückwärtsgewandheit wird als Alternative statt als Witz gesehen, eine Schande für diese einst große Techniknation.

Diese Grundstimmung und Fortschrittskritik, entzieht auch der Wirtschaft und der Gesellschaft viele Jugendliche, die sonst mit Technikbegeisterung den Fortschritt antreiben würden, selbst an der Zukunft mitarbeiten und ihren Beitrag zur stetigen Verbesserung beitragen.

Deshalb ist es zwar schön und erfreulich, dass der Kohlestrom am Verschwinden ist, gleichzeitig ist es bedauerlich, dass die Nachricht im Jahr 2019 nicht die Abschaltung des letzten Kohlekraftwerks ist, etwas, das schon zur Jahrtausendwende Realität hätte sein können.

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liberaleroekonom 28.08.2019, 09:36
6. Also funktioniert der CO2-Zertifikatehandel doch

"Die Stromerzeugung in den letzten drei Monaten war sehr spannend: die Gaspreise und die Börsenstrompreise waren niedrig und die CO2-Zertifikatspreise waren hoch", sagte Bruno Burger vom Fraunhofer-Institut. Das habe dazu geführt, dass Braun- und Steinkohlekraftwerke aus dem Markt gedrängt wurden.

Erzählen uns nicht immer die Grünen, dass der CO2-Zertifikatehandel Unsinn sei und nicht funktioniere. Hier scheinen die Marktmechanismen (Verteuerung/Verknappung der Zertifikate) aber doch sinnvolle Wirkung zu zeigen.

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Viking1957 28.08.2019, 09:42
7. Wenn Gas Kohle ersetzt ist nicht viel gewonnen

Die CO2 –Minderung durch Gas anstelle Kohle liegt im Prozentbereich, bei drei-vierfach höheren Gestehungskosten, damit ist nichts gewonnen. Wenn gleichzeitig hohe Solare- und Windstromproduktionen zu niedrigen oder gar negativen Preisen ins Ausland exportiert werden müssen, ist der wirtschaftliche Schaden für Deutschland maximal. Nach wie vor hat Wind- und Solarstrom nur einen Anteil von ca. 4% am deutschen Primärenergiebedarf. Der Effekt auf das globale Problem ist gleich Null.

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didel-m 28.08.2019, 09:43
8. Richtig! Und warum ist das so?

Zitat von schacke67
Schaut man bei Agora-Energiewende nach, so wird klar, dass der inländische Kohlestrom hauptsächlich durch Importe von Atomstrom aus Frankreich und der Schweiz verdrängt wird. Konkret heute (28.08.) um 6.00 Uhr: Import von 3,374 GW Atomstrom aus Frankreich und 2,5 GW aus der Schweiz. In Fessenheim und Leipstadt glühen die Brennstäbe, damit in Freiburg und Karlsruhe nicht das Licht ausgeht. Soll das wirklich die Lösung sein?
Weil Wind und Sonne logischerweise nie genau die Menge Strom produzieren, die in dieser Sekunde gebraucht wird. Dieser simple Zusammenhang wird nicht verstanden.
Und Speicher wird es absehbar nicht geben. Wie auch.

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Ostseeblick 28.08.2019, 09:47
9. Quellenangabe wäre gut

Schade, dass hier dem Leser nur ein kleiner Informationsausschnitt mit Interpretationen der Autoren dargeboten wird. Mich hätten die Basisdaten interessiert, weil ich Prozentrechnung ja noch aus der Schule kann.
Etwa: Gesamtstromverbrauch, Gesamtstromerzeugung, Anteil der jeweiligen Energieträger, Import/Export per Monat. Und dann stellt sich mir die Frage, welcher Anteil davon wetterabhängig ist. Ist auch ein Sommer denkbar, in dem sich diese Zahlen komplett umdrehen? Was tun die Energiebranche dafür, dass dann auch Strom fließt?

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