Forum: Wirtschaft
Sorge um Sozialstaat: Mehr als 100.000 Selbständige bekommen Hartz IV

In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats: Laut "Süddeutscher Zeitung" stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf.*Im Einzelfall ist es extrem schwer zu prüfen, ob die Antragsteller tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind.

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Betonia 14.06.2011, 13:02
140. x

Zitat von person012
Irgendwie habe ich immer öfter das Gefühl, es soll ein Keil (bzw. mehrere Keile) getrieben werden zwischen Arbeitslose bzw. Hartz 4 Empfänger, Niedriglöhner, Aufstocker und jetzt auch selbständge Aufstocker, damit die alle gegenseitig auf sich rumhacken und nicht auf die Idee kommen, gemeinsam gegen diejenigen vorzugehen, die wirklich Schuld an den Zuständen sind.
Mir scheint eher, dass viele Menschen sich was einfallen lassen, um über die Runden zu kommen.

H4 beziehen fürs Lebensnotwendige inkl. einer Krankenversicherung; für den kleinen Luxus arbeitet man nebenher. Wenn der Sozialstaat so blöd ist...

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ubiorum 14.06.2011, 13:02
141. Schwarzarbeit bekämpfen

Zitat von Terrorkater
Ich bin selber selbst- und ständig. Ich habe genug EInkommen, um mein Leben und meine Hobbys zu finanzieren. Wer 2-3 Jahre nicht geügend mit seiner Geschäftsidee verdient sollte aufhöhren. Wenn er dann Aufstocken muss...sollte dieses "Aufhören" befohlen werden. So was...
Das existiert bereits und wird auch teilweise praktiziert.
Andererseits kann manches Kleingewerbe nicht rentabel arbeiten weil der Schwarzarbeiter ihm die Preise zerstört. Er zahlt keine Steuern und steht somit nicht im Wettbewerb. Da hilft nur Qualität und Einsatz die keiner bezahlt.
Die Ämter in Deutschland kontrollieren viel zu stark die angemeldeten Betriebe und verfolgen viel zu wenig die Schwarzarbeit, weil dies natürlich der einfachere Weg ist.

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ACroonen 14.06.2011, 13:03
142. -

Zitat von sysop
In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats: Laut "Süddeutscher Zeitung" stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf.*Im Einzelfall ist es extrem schwer zu prüfen, ob die Antragsteller tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind.
Dann sollte der Staat sich mal an die eigene Nase fassen. Stichwort Dozenten in der Erwachsenenbildung. Die ist natürlich schön ausgelagert auf private Kursträger. Der Erhält dann pro Schüler und Stunde zwischen 2-3 Euro, nach vom Staat festgelegten Sätzen. Um zu unterrichten brauchen sie ein abgeschlossenenes Studium, teileweise eine Lizenz vom einem Bundesamt. Als Lohn winken ihnen dann 12-15€ brutto pro Stunde ohne Vor- und Nacharbeiten (Hausaufgaben,Tests,Vorbereitung), von denen sie als Dozent noch mal den vollen Krankenversicherungsbeitrag und Rentenversicherungsbeitrag zahlen dürfen.

Habe noch nie von einem derartigen Honorardumping gehört wie bei Kursen die irgendwie staatlich gelenkt werden. Da können sie ackern wie sie wollen und haben am Ende immernoch Anspruch auf Harz IV!!


Hier mal zwei links für leute die es nicht glauben wollen:

http://www.aktionbutterbrot.de

http://www.daz-netzwerk.de/index.php?id=7

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sedanon 14.06.2011, 13:03
143. Falsches Bild

Zitat von PdBOF
Generell finde ich die Förderung von Selbstständigen gut, aber Kotrolle ist notwendig, gerade bei selbstständigen. Ich kann mich noch gut erinnern wie der Sohn eines Mitteständischen Firmenchefs mir erzählte.......
Mir scheint, als hätte man stets das Bild "Selbstständiger = Bonze" vor Augen. Wer wenig Umsätze hat und kaum einen Gewinn erwirtschaftet, wird es eher schwer haben sich arm zu rechnen (davon abgesehen, dass die ARGE teils mehr Unterlagen erwartet als das Finanzamt bei der Steuererklärung!)
Viele der Aufstocker könnten es sich auch ganz einfach machen, bis 12.00 Uhr schlafen, 5 halbgare Bewerbungen pro Monat abschicken und schon wäre Herr Alt zufrieden.

Vermutlich sind diejenigen Aufstocker mit den Klammersack gepudert, die 7 Tage die Woche bis in die Nacht arbeiten, von Existenzängsten geplagt und vom ständigen Grübeln nicht einschlafen können, die ARGE im Nacken spüren und von einem Bankkredit nur träumen können.
Was das für die Psyche bedeutet, kann man sich als Angestellter/Beamter schwer ausmalen. Nur zur Info und nicht um einen vorzujammern.

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raka 14.06.2011, 13:04
144. .

Zitat von DasReptil
Ja oder wie man es schafft 5-6 Döner- und Falaffelläden (Pizzerien gibts natürlich auch) auf einer 150m langen Straße gewinnbringend zu betreiben.
Naja, fünf bis sechs Läden auf 150 Meter plus Pizzerien ist natürlich Quatsch, das wissen Sie ja selber.

Aber diese Läden laufen meiste deshalb, weil der Selbstständige selbst und ständig arbeitet, inklusive massiver Selbstausbeutung und unter Mithilfe der Verwandtschaft, die ebenfalls permanent arbeitet.
'Gewinn' ist dann ein großes Wort und es reicht dann meistens nur zum Leben.
Wenn man dann keine hohen Ansprüche an den Konsum stellt und sich selbst bekocht und auf Fertigfraß verzichtet, dann klappt das ganz gut.

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eng 14.06.2011, 13:04
145. ...

Zitat von Thomas33613
Aus dem Artikel: Der wahre Skandal sind nicht die 10% Selbstständigen die aufstocken. Der Skandal sind die 90% Nicht-Selbstständigen die aufstocken. Denn es gehört heute zum Geschäftsmodell vieler Unternehmer, insbesondere in der Zeitarbeit, Niedrigstlöhne zu zahlen in dem Wissen, das die "Arbeitnehmer" sich den "Rest" bei den ARGEN holen. Warum regt sich hier keiner über diese Unternehmer auf, die durch das Aufstocken jedes Jahr mit ca. 10 Mrd. € subventioniert werden .....? Tendenz steigend. Aber das ist ja das System des Jobwunders der Frau Merkel ....
Die Behauptung, dass Firmen massenhaft sich die Niedriglöhne durch Hartz IV subventionieren lassen, wird auch nicht wahrer, wenn sie nur oft genug wiederholt wird. Die meisten Aufstocker arbeiten Teilzeit. Sie müssen also nicht aufstocken, weil der Lohn nicht zum Leben reicht, sondern weil eine Vollzeittätigkeit aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist.....

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licht_in_der_dunkelheit 14.06.2011, 13:04
146. Unser Staat fördert die Selbstausbeutung

Zitat von firefox34
****(..) So sehe ich das auch... und damit das dann auch klar ist, wer in seinem Unternehmen so niedrige Löhne zahlt das seine Mitarbeiter aufstocken müssen hat wohl auch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Diese "selbstständigen" Unternehmer sind die wahren Nutznießer des Systems. Sie werden vom Staat dauerhaft subentioniert!
Und genauso lässt sich auch die werte Kundschaft - nicht selten Großkonzerne oder gut situierte Mittelständler - vom Staat alimentieren, wenn sie sich erdreistet, jede Menge hochwertige Arbeit zu Stundensätzen von wenigen Euro zu erwarten - kostenlose (für sie selbst) Vor- und Nacharbeiten, Wegezeiten, Anfahrt auf Kosten des kleinen Selbständigen noch gar nicht eingerechnet.
Und, was ja vielen auch nicht klar zu sein scheint: Die Arbeit eines Selbständigen erschöpft sich häufig nicht in der Arbeit direkt beim Kunden vor Ort, sondern es gehört eine Menge nebenher und drumherum dazu (Verwaltung, Finanzen, Marketing/Akquise und und und), die zwar jede Menge Zeit kosten, die man aber niemandem in Rechnung stellen kann, sodass eben die Rechnung von 40 (Stunden pro Woche) à XX Euro nicht aufgeht.

Und dann, nachdem man die Menschen mit Dumpinglöhnen (Angestellte) respektive ausbeuterischen Stundensätzen in die "soziale Hängematte" gezwungen hat, wird diese "Hängematte" gekappt und die Menschen ins Bodenlose gestürzt. Das ist unser vermeintlicher Sozialstaat.

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citizengun 14.06.2011, 13:05
147. -

Zitat von
In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats:
Der Hartz-IV Satz wird nach prüfbarem Einkommen vergeben. Wenn die Leute ihre Selbstständigkeit beenden, kommt das die Arbeitsagentur auch erstmal nicht billiger.
Das eigentliche Problem ist aber die massive Subventionspoltik des Staates auf Arbeit. Sie ist von der Wirtschaft gewollt, denn sie drückt den Lohn und ruiniert Arbeitsplätze in anderen Ländern (deren Arbeiter dann migrieren und die Löhne noch weiter drücken.) Die Writschaft will es und die Poltik drückt es, meistens wegen Dummheit, einfach durch. Nur wenige Menschen verstehen das perfide poltische Spiel der Massnahmen (z.B. Zeitarbeitsfirmen zur Generierung virtueller Jobs) für den Arbeitsmarkt.

Es sind aber nicht nur die Selbstständigen. Auch kleine Unternehmen können bis zu 80% Lohnkostenzuschuss für ihre Angestellten beantragen. Und das wird auch schon seit mehr als 10 Jahren gemacht.

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Rene W. 14.06.2011, 13:05
148. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an! Titel? ja hier Titel

Zitat von TomBlatt
da kommen wir der Sache schon näher...
... nur von der falschen Seite
Zitat von TomBlatt
was in den kleinen Geschäften unter den Ladentischen verschwindet möchte ich auch nicht wissen.
Im Bezug aufs Thema wäre das aber der Punkt und nicht ...
Zitat von TomBlatt
Mich würde einmal eine Liste mit den Namen dieser Aufstocker interessieren.
... die Namen. Namen sind hier nämlich nicht relevant, nicht nur im datenschutzrechtlichen Sinne.

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brain_in_a_tank 14.06.2011, 13:06
149. ...

Zitat von firefox34
****Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur, sprach sich für eine Debatte darüber aus, ob sich die Bezugsdauer von staatlichen Grundsicherungsleistungen für Selbständige zeitlich begrenzen lasse. "Irgendwann muss man schwarze Zahlen schreiben oder - so weh es tut - die Selbstständigkeit aufgeben", sagte er der "SZ". "Der Steuerzahler kann nicht auf Dauer eine nicht tragfähige Geschäftsidee mit finanzieren."*** So sehe ich das auch... und damit das dann auch klar ist, wer in seinem Unternehmen so niedrige Löhne zahlt das seine Mitarbeiter aufstocken müssen hat wohl auch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Diese "selbstständigen" Unternehmer sind die wahren Nutznießer des Systems. Sie werden vom Staat dauerhaft subentioniert!
Schreibt der Staat eigentlich auch mal schwarze Zahlen? Wenn die Politiker nicht in der Lage sind, auf Dauer eine wirtschaftliche Politik anzustreben, dann ist ihre Politik nicht tragfaehig fuer die Gesellschaft, und Politiker sollten ihre Arbeit aufgeben (und auf die ueberhoehten Diaeten verzichten).

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