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Sorge um Sozialstaat: Mehr als 100.000 Selbständige bekommen Hartz IV

In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats: Laut "Süddeutscher Zeitung" stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf.*Im Einzelfall ist es extrem schwer zu prüfen, ob die Antragsteller tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind.

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TomBlatt 14.06.2011, 12:06
60. Lol

Zitat von vw71
Ui Ui Ui! Ich habe mich auch schon immer gefragt wie es jemand schafft mit einem Gemüseladen seinen Mercedes und 6 Wochen Sommerurlaub zu erwirtschaften...
da kommen wir der Sache schon näher... was in den kleinen Geschäften unter den Ladentischen verschwindet möchte ich auch nicht wissen. Mich würde einmal eine Liste mit den Namen dieser Aufstocker interessieren.

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thomas bode 14.06.2011, 12:06
61. Logik

Die fette Zahl 100.000 als Headline, und dann diskret im Text die Info dass 10% der Aufstocker selbständig sind. Was ja schon ganz anders klingt.
HartzIV soll das physische Überleben sichern, darauf hat halt der JEDER ein Anrecht. Viele sind auch eher unfreiwillig "selbständig" da sie z.B. altersbedingt keine Chancen mehr am Arbeitsmarkt haben.
Und wenn sie die aufgestockte Selbständigkeit aufgeben sollen, was sollen sie dann machen? Voll HartzIV beziehen vermutlich? Tolle Lösung und Logik.
Wie Leute, die meinen dass sie selbst einer Elite angehören der dieses Schicksal nie blühen kann, wieder mal Stimmung machen und ihre Mitmenschen denunzieren ist schon trist. Weil Selbständige angeblich ihre Einnahmen "herunterrechnen" KÖNNEN wird unterstellt dass ein erheblicher Teil dies auch tut. Wie das funktionieren soll ist mir allerdings schleierhaft, denn das bezieht sich auch auf Steuer-Einstufung, und da ist das Finanzamt im Spiel und sicher nicht so hilflos wie hier die Arbeitsagenturen dargestellt werden. Um sich arm zu rechnen ist jedenfalls sehr hilfreich reich zu sein um dann mit Abschreibungen, Stiftungen, usw. auf Null zu kommen. Diejenigen die schon am Minimum rumkrebsen, können das sicher nicht so gut.

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rsi 14.06.2011, 12:07
62. Und die Ökoindustrie erst einmal

Wenn man erst einmal anfängt: Die Solarbranche, die Windenergie, Biosprit ... mir fallen einige Gewerbetreibende ein, die schon deutlich länger als drei Jahre mit Geldern in unserem Sozialstaat unterstützt werden. Und das in ganz gewaltigen Dimension, da fallen die paar glücklosen Pommesbuden-Betreiber und Putzmeister eigentlich gar nicht mehr auf.

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blickpol 14.06.2011, 12:08
63. Hartz IV so gern gesehen?

Hört sich an, als wären die Hartz-IVer so gern gesehen, dass man auch die, die sich redlich bemühen, unbedingt vollständig bei den ARGEn betreuen möchte! Ich selbst hatte mich selbstständig gemacht und gutes Geld verdient, wurde blockiert, indem ein Antrag auf einen dringend benötigten PKW auf Darlehensbasis abgelehnt wurde, obwohl ich schriftlich bescheinigen konnte, dadurch Aufträge zu erhalten. Heute beziehe ich vollständig Hartz IV und bin nicht mehr vermittelbar, Rentenfeststellungsverfahren läuft, selbst wenn dies sofort durchgewunken würde wäre ich noch auf Grundsicherung angewiesen, d. h. ich muss heute als Sozialfall leben, weil es einem Sachbearbeiter genug war, nein zu sagen. Wie viel volkswirtschaftlicher Schaden entsteht, weil Sachbearbeiter Bürger völlig unnötig vor Gericht zwingen oder wie bei mir vorsätzlich Armut verursachen, davon könnte der Staat locker noch 200 000 Aufstocker ernähren. Lebenslang! Und ja, es gibt sie auch, die Hartz-IV-Empfänger, die aufs Amt gehen und dem Sachbearbeiter genau vorlegen, was ihnen zusteht - und sie bekommen es auch, ohne Gegenforderung. Und bei manchen Betrügereien hält das Amt beide Augen zu, z. B. dass Familien aus dem ehemaligen Jugoslawien sich bei den deutschen Ämtern mit den Kindern der Nachbarn angemeldet haben und die Nachbarn dies genauso getan haben, so dass jede Familie 7 Kinder angemeldet hatte, obwohl nur insgesamt 7 vorhanden waren. Und auch nachdem dies bekannt wurde, zahlte das Amt brav weiter. Als anständiger Bürger bekommt man dann von diesen vorgerechnet, wie blöd man ist. Und ganz nebenbei: Hat irgendjemand den "normalen Bürger" gefragt, wie er es findet, dass unser Staat wieder mal Milliarden verschenkt? So groß kann die Sorge um unseren Staat also nicht sein, dass man deswegen wieder die eine gegen die andere Bevölkerungsgruppe aufwiegeln muss. Dieses Cäsarenprinzip - teile und herrsche - darf einfach nicht mehr gelingen. Auch hier sind wir "ein Volk".

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DasReptil 14.06.2011, 12:09
64. ............

Zitat von vw71
Ui Ui Ui! Ich habe mich auch schon immer gefragt wie es jemand schafft mit einem Gemüseladen seinen Mercedes und 6 Wochen Sommerurlaub zu erwirtschaften...
Ja oder wie man es schafft 5-6 Döner- und Falaffelläden (Pizzerien gibts natürlich auch) auf einer 150m langen Straße gewinnbringend zu betreiben.

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Leyon 14.06.2011, 12:10
65. Schaffung eines sozialpsychologischen Klimas das Kürzungen notwendig erscheinen läßt

Zitat von Asirdahan
Aha, ich lese wohl nicht richtig? Andererseits dürfen Betriebe, die ihre Existenz nur noch dadurch aufrecht erhalten, dass sie Hungerlöhne zahlen, munter weiter bestehen, denn sie sichern ja Arbeitsplätze! Doch wer Dumping-Löhne zahlen muss, der lebt auch nicht gerade von einer tragfähigen Geschäftsidee, oder?
Das ist die Logik von Schwarz/Gelb:
solange Sozialmißbrauch nur der Unternehmerseite nutzt, ist das nach den neokonservativen Ideologen politisch korrekt. Wird das gleiche Phänomen bei einer auch noch so geringen Minderheit des Lagers aus Ich-AG‘s und Arbeitslosen festgestellt, wird sofort verallgemeinert und die typische Spaltungshetze neu aufgelegt.

Immer mit dem gleichen Ziel:
Kürzungsorgien auf allen Kanälen, welche ohnehin der strategische Hintergrund bei solchen "Debatten" - völlig unabhängig von jedwedem Mißbrauch - sind. Es geht ausschließlich um die perfide Schaffung eines sozialpsychologischen Klimas, das diese Kürzungen schlüssig und notwendig erscheinen läßt. Mehr nicht, das ist der einzige Hintergrund bei solchen "Kampagnen"!

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erlachma 14.06.2011, 12:12
66. Nicht tragfähig

Zitat von sysop
In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats: Laut "Süddeutscher Zeitung" stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf.
"Der Steuerzahler kann nicht auf Dauer eine nichttragfähige Geschäftsidee mitfinanzieren." – aber sollte das nicht immer gelten? Im Falle der Selbständigen ist deren Geschäftsmodell nicht tragfähig, im Falle von festangestellten Aufstockern eben das deren Arbeitgeber...
Das Aufstocken an sich ist für mich schon Betrug am Sozialsystem. Entweder man zahlt faire Löhne, oder man bietet die Leistung eben nicht an, wenn man das nicht kann. Aber sich seine Arbeiter vom Staat bezahlen lassen, und den Gewinn selber einstreichen, das ist unredlich (das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl der Postdienst PIN).

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reznikoff2 14.06.2011, 12:12
67. Rührend

Zitat von sysop
In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats: Laut "Süddeutscher Zeitung" stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf.*Im Einzelfall ist es extrem schwer zu prüfen, ob die Antragsteller tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind.
Klingt rührend: "...wächst die Sorge". Als ob dieser Staat nicht sytematsich auf Missbrauch angelegt wäre. Hier zockt doch jeder ab, was geht. Allen voran der Staat, der jedem das Geld abzockt und sich dann dem Missbrauch mit Umverteilung an den Hals wirft.

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TomBlatt 14.06.2011, 12:12
68. Alles eine Frage der Organisation

Zitat von motion11
Jeder weiss, dass H4 erst gezahlt wird, wenn der Antragsteller weder Ersparnisse, Haus, grosse Wohnung oder grosses Auto (>5000 Euro) besitzt. Hier wird wieder mal Stimmung gegen H4 gemacht.
Wenn die Familie groß genug ist, kann der Mercedes auch auf eine andere Person angemeldet werden ;-) mitdenken! Auch die große Wohnung ist mit ein paar Tricks kein Problem. Da sind sie schon ein wenig naiv, bitte nicht Schwarz-Weiß-Denken.

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hasenfuss27 14.06.2011, 12:14
69. ...

Zitat von ich-kanns-nicht-glauben
außer vielleicht: Die sollten sich mal anschauen, wie lange eine Selbstständigkeit im Durchschnitt real braucht, um sich zu tragen (2 Jahre) und dagegensetzen, wie lange der Start gefördert wird (0,5 Jahre) - dann ist es kein Wunder, daß viele Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit starten, erst mal noch aufstocken müssen - das ist schlicht und einfach Mathematik.
Mooooment,

rein mathematisch betrachtet habe ich dann 1,5 Jahre, von denen ich vorab weis, dass ich sie irgendwie überbrücken muss - kann ich das nicht aus der eigenen Tasche, sollte ich mir schleunigst was anderes überlegen...

Man mag drüber streiten, dass die Startup-Förderung zu kurz ist - aber mit einzukalkulieren, dass die Gesellschaft einem das schon bezahlen (aufstocken) wird finde ich irgendwie - falsch...

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