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Sorgen um Espirito Santo: Portugal droht neue Bankenkrise
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In Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espirito Santo. Die Börsenaufsicht setzte die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. An den Finanzmärkten herrscht große Unruhe.

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leonkennedy 11.07.2014, 08:50
40. genau

Zitat von vegefranz
haftet doch gerne für die Schulden anderer. Zur Not wird die Einheitspartei CDUSPDGrünFDP die Steuerschraube andrejen, damit genügend Millarden für das "Friedensprojekt" ausgeschüttet werden können
wie ein deutscher michel wie sie, der keine ahnung von der materie hat.
hier geht es nicht um die schulden einiger, sondern die vermögen die damit wieder gerettet werden sollen.

genausowenig wie die griechen, iren, spanier irgendwas von den hilfen hatten, werden die portugiesen auch nichts davon haben. es wird dann auch nur wieder das vermögen derer gesichert, die sich verspekuliert haben, zu gierig waren und die dafür gesorgt haben, das eine bank in solche probleme kommt.

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leonkennedy 11.07.2014, 08:54
41. es hat noch nie

Zitat von Haref
wieder heftig mit dem Kopfschütteln beginnen. Wer glaubt denn ernsthaft, daß die Bankenkrise vorüber ist ? Also Herr Schäuble bestimmt nicht - man muß nur das Gegenteil von dem annehmen, was dieser Herr so von sich gibt und schon ist man näher an der Wahrheit. Es sind 5 Jahre nach der 1. Finanzkrise vergangen - getan hat sich da nicht viel. Fundamentale Daten werden solange EU-weit gebogen, bis es paßt. Abstrusitäten wie die Erweiterung des BIP um den Drogenumsatz sind da lediglich Ergänzungen zur Lächerlichkeit. Die EU-Politik ist am Ende.
eine gegeben.
ein verwaltungsapperat, der keine legitimität hat, der als konstrukt vom ausland nicht wahrgenommen und akzeptiert wird und bei jeder gelegenheit an ihm vorbei mit den nationalen gremien kontaktiert wird, kann man nicht für ernst nehmen, geschweige den als politische instanz.
dort werden nur steuergelder verbrannt, nichts geschaffen außer verbindlichkeiten banken gegenüber.

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carahyba 11.07.2014, 11:02
42. erstaunliche Diskussionen ...

Zitat von sysop
In Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espirito Santo. Die Börsenaufsicht setzte die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. An den Finanzmärkten herrscht große Unruhe.
erstens:
die Krise in Europa war von Anfang an eine Bankenkrise, verursacht durch hoch spekulative Transaktionen, durchgeführt von Personal, dass kaum einer Kontrolle noch Regulierung unterlag, auch nicht mit ihrem Vermögen zur Rechenschaft gezogen werden konnte aber hohe Boni kassierte

zweitens:
die Insolvenz einer ganzen Reihe von grossen Banken konnte nur verhindert werden, weil Staaten, z.B. Portugal, die Schulden dieser Banken (to big to fail) übernahmen. So stieg die Staatsschuld Portugal von knapp 70% auf nun fast das Doppelt. Die Grösse der Staatsschuld bestimmt auch die Höhe der jährlichen Zinsbelastung, die für Portugal einfach zu hoch ist. Hätte man die portugiesischen Banken liquidiert, was ursprünglich Diskussionsgrundlage war, wären in der Folge Spanische, Französische und Deutsche Banken, wie die Deutsche Bank in sogenannte technische (praktische Pleite) Insolvenz gegangen. Deshalb haben Schäuble und Merkle den Portugiesischen Staat gezwungen, erpresst, die Banken zu rekapitalisieren, d.h. deren Schulden zu übernehmen und die Glaübigerbanken auszuzahlen.

drittens:
es ist richtig, dass die private Verschuldung in Portugal verhätnismässig hoch ist, die Politik der Banken hat dazu in erheblichem Maaße mit dazu beigetragen. Darauf einzugehen würde längere Ausführungen notwendig machen. Nichtdestotrotz stehen den privaten Schulden genügend Werte gegenüber, nur die Liquidität ist knapp, weil die Banken angehalten sind sehr restiktiv zu agieren, sie können wenig Liquidität schöpfen, weil die Vergabehürden gerade für Firmen-Kontokorrent-Überziehungen absolut schwachsinnig sind. Damit würgt man den ökonomischen Kreislauf ab.
Beispiel: kaufe elektrische Ausrüstung=> haben wir nicht am Lager, können aber bestellen=> müssen 60% des Warenwertes hinterlegen=> Lieferung dauert 3 Woche. Wieso? => Weil der der Hersteller gegenüber dem Grosshandel genauso verfährt, will Vorkasse haben, weil die Banken seine Produktion nicht mehr vorfinanziert.

Also nix Staatsschuldenkrise, sondern Bankenkrise, weil die irgendwann mal praktisch pleite waren wegen der ungehemmten unregulierten Spekulationsverluste.

Schäuble hat uns Jahrelang weiss machen wollen, dass es keine Bankenkrise gab, die Ursache der Krise die Staatsschulden gewesen wären.

Natürlich gab es Staatsschulden und die waren auch schon vor der Krise zu hoch, waren aber nicht die Ursache für den Zusammenbruch, im Gegensatz zu dem was uns Schäuble und Merkle immer wieder versichern wollten.

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prince62 11.07.2014, 11:58
43. Es muß auch niemand die Schulden übernehmen, ist alles freiwillig.

Zitat von kimmberlie67
die deutsche Regierung wird alles regeln. Auch mit Umgehung der selbst auferlegten EU-Gesetze, z.B kein EU-Mitglied muss für die Schulden anderer Aufkommen.
Das wird auch nicht geschehen, nach wie vor muß kein EU-Land für die SChulden eines anderen Landes aufkommen, das wurde auch bereits vom BVerfG festgestellt und bestätigt,

denn die Regierungen in Berlin und den übrigen EU-Staaten übernehmen die Schulden freiwillig, das ist der kleine und entscheidende Unterschied,

deshalb ist es lt. BVerfG auch nicht gegen die Verträge von Maastricht und Lissabon, haben Sie es jetzt verstanden?

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Dirk Ahlbrecht 11.07.2014, 14:10
44.

Zitat von Erwin Lottemann
Schon immer. Das nennt man auch das "Bankenprivileg". Im Gegensatz zum Staat darf eine Bank nahezu unbegrenzt Geld "drucken". (...) Real muß von diesem Geld nur eine Sicherheitsreserve existieren, die zB. durch die Spareinlagen der anderen Kunden "gedeckt" wird. Zuletzt waren das immer so um die 4 Prozent, man strebt inzwischen so um die 10 Prozent an... Aber strengenommen ist das Geld der Banken nicht mehr wert, als wenn ich Ihnen einen Zettel gebe, auf dem steht "10.000 Euro". Reine Phantasie. Aber diese Phantasien regieren die Welt.... Aber wehe, der Staat druckt Geld - dann kurbelt das die Inflation an - wenbn Banken Geld erinden, passiert das nicht. Und jetzt raten Sie mal, wer mehr Geld druckt!;-)
Was Sie hier, Erwin Lottemann, schildern ist ja alles richtig. Dennoch bleibe ich dabei, daß es eben, wie in jedem Spiel, einen gibt, der die große Linie vorgibt. Der Vorgaben hinsichtlich Zins (Kosten), Besicherung und sonstigen Haftungsfragen macht eben weil er letztlich das Geld verteilt: Und dies ist in unserem Fall die EZB sowie, eben weil diese Einfluss haben, die dahinterstehende Politik.

Wenn ich, Erwin Lottemann, zu meiner Hausbank gehe um dort beispielsweise ein Hypothekendarlehen aufzunehmen, dann werden all diese Dinge zwischen mir und meiner Bank bis ins Detail geregelt. Und zwar einzig und vor allem deshalb, weil die Bank letztlich das Risiko des Kreditausfalls trägt; und allen damit verbundenen Risiken.

Und schon ein zwei Stufen höher, also in unserem Fall im Verhältnis der Banken untereinander, sollen all diese Prinzipien nicht mehr gelten? Die Banken konnten machen was diese wollten? Sich Geld besorgen ohne Ende? Ohne Rücksicht auf Verluste und deren Folgen? Einfach so? Und ohne, Erwin Lottemann, daß dabei jemand mindestens Schmiere stand? Oder sogar der Initiator des Ganzen war?

Es gibt sicher viele Zentralbanker und Politiker die dies den Kunden und Wählern glauben machen wollen. Schon um Fragen zur eigenen Verantwortung und entsprechender Fehler gar nicht erst aufkommen zu lassen. Und viele Wähler glauben diesen Unsinn auch.

Die Bankenkrise, Erwin Lottemann, hat ein sehr gut vergleichbares Pendant - zumindest in Deutschland und wenn auch im kleineren Rahmen: Und zwar das EEG. Auch hier startet der Unsinn einzig deshalb, weil die Politik glaubte man müsse mal wieder eines ihrer berühmt berüchtigten "Projekte" (in diesem Fall die Energiewende) auf den Weg bringen.

Das Ergebnis sind Chaos, Abzocke, Planwirtschaft, drohende soziale Verwerfungen und vieles andere mehr.

Und exakt dasselbe passiert im Fall der Bankenkrisen. Ausgang allen Ungemachs ist einzig das nicht funktionieren des Euro und die damit verbundenen dramatischen volkswirtschaftlichen Probleme.

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Egbert.Quirl 11.07.2014, 14:23
45. ....Sorget Euch nicht,........denn ihr

Zitat von carahyba
erstens: die Krise in Europa war von Anfang an eine Bankenkrise, verursacht durch hoch spekulative Transaktionen, durchgeführt von Personal, dass kaum einer Kontrolle noch Regulierung unterlag, auch nicht mit ihrem Vermögen zur Rechenschaft gezogen werden konnte aber hohe Boni kassierte zweitens: die Insolvenz einer ganzen Reihe von grossen Banken konnte nur verhindert werden, weil Staaten, z.B. Portugal, die Schulden dieser Banken (to big to fail) übernahmen. So stieg die Staatsschuld Portugal von knapp 70% auf nun fast das Doppelt. Die Grösse der Staatsschuld bestimmt auch die Höhe der jährlichen Zinsbelastung, die für Portugal einfach zu hoch ist. Hätte man die portugiesischen Banken liquidiert, was ursprünglich Diskussionsgrundlage war, wären in der Folge Spanische, Französische und Deutsche Banken, wie die Deutsche Bank in sogenannte technische (praktische Pleite) Insolvenz gegangen. Deshalb haben Schäuble und Merkle den Portugiesischen Staat gezwungen, erpresst, die Banken zu rekapitalisieren, d.h. deren Schulden zu übernehmen und die Glaübigerbanken auszuzahlen. drittens: es ist richtig, dass die private Verschuldung in Portugal verhätnismässig hoch ist, die Politik der Banken hat dazu in erheblichem Maaße mit dazu beigetragen. Darauf einzugehen würde längere Ausführungen notwendig machen. Nichtdestotrotz stehen den privaten Schulden genügend Werte gegenüber, nur die Liquidität ist knapp, weil die Banken angehalten sind sehr restiktiv zu agieren, sie können wenig Liquidität schöpfen, weil die Vergabehürden gerade für Firmen-Kontokorrent-Überziehungen absolut schwachsinnig sind. Damit würgt man den ökonomischen Kreislauf ab. Beispiel: kaufe elektrische Ausrüstung=> haben wir nicht am Lager, können aber bestellen=> müssen 60% des Warenwertes hinterlegen=> Lieferung dauert 3 Woche. Wieso? => Weil der der Hersteller gegenüber dem Grosshandel genauso verfährt, will Vorkasse haben, weil die Banken seine Produktion nicht mehr vorfinanziert. Also nix Staatsschuldenkrise, sondern Bankenkrise, weil die irgendwann mal praktisch pleite waren wegen der ungehemmten unregulierten Spekulationsverluste. Schäuble hat uns Jahrelang weiss machen wollen, dass es keine Bankenkrise gab, die Ursache der Krise die Staatsschulden gewesen wären. Natürlich gab es Staatsschulden und die waren auch schon vor der Krise zu hoch, waren aber nicht die Ursache für den Zusammenbruch, im Gegensatz zu dem was uns Schäuble und Merkle immer wieder versichern wollten.
werdet bestimmt ent-täuscht.
Besser ist der jetzige Zustand nicht zu beschreiben: umfassend, sach-
lich, kompetent! Bravo!
........und der heilige Geist schlummert weiter...im Garten!

Sie haben sich mal wieder einen Delta-Cafe verdient.

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Erwin Lottemann 11.07.2014, 15:00
46.

Zitat von Dirk Ahlbrecht
Ausgang allen Ungemachs ist einzig das nicht funktionieren des Euro und die damit verbundenen dramatischen volkswirtschaftlichen Probleme.
Hier muß ich widersprechen. Wäre das der Fall, wäre die Bankenkrise von Europa ausgegangen, und nich von den USA.

Nein, die Ursache ist - und das ist im Grunde uralt - der Zwang zur Verzinsung von Geld, seit Geld als Ware und nicht mehr als Tauschmittel dient.

Jedes wirtschaftliche Handeln dient inzwischen nur noch der Vermehrung von Geld. Wenn am Ende eines Zyklus ein Betrieb weniger GELD hat, ist es egal, wieviele Menschen er mit seinem Tun ernährt hat, er ist "unwürdig" weiterzubestehen.

Alles wird in Geld gerechnet. Und als Folge der letzten großen Expansion des kapitalistischen Wirtschaftssystemes erst durch die Kriege, dann durch die Massenmotorisierung und Konsumgüterindustrie, kam das Wachstum in den 70ern zum Erliegen. Im Grunde ist das System seitdem im Eimer - weil es nicht mehr wachsen kann.

Dem realen Problem begegnete man auf virtuelle Weise. Man entkoppelte das Geld vollständig vom warenproduzierenden System. Die Goldbindung des Dollar wurde aufgehoben, dem Kreditwesenalle Zügel abgeschnitten. Die Kapitalmärkte entwickelten ein völlig unreguliertes Eigenleben. Das hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die schier unfaßbar sind. Am Aktienmarkt werden Wertpapiere gehandelt deren Gesamtwert der zu erwartenden realwirtschaftlichen Produktion des gesamten 21. Jahrhunderts entspricht! Aber immer noch wird das Märchen erzählt, die Aktienmärkte wären nur so eine Art Vorkapitalisierung der Realwirtschaft. Das ist aber eine Lüge.

Nehmen wir die Derivate. Wertpapiere, die außerbörslich gehandelt werden und damit keinerlei Kontrolle unterliegen. Die Financial Times Deutschland bezeichnete sie einmal treffend als "Pferdewetten". Sie haben absolut nichts mehr mit der Realwirtschaft (Asicherung von Ernten etc.) zu tun! Das Volumen allein dieser Derivate beläuft sich weltweit inzwischen auf rund 700 Billionen Dollar! Echte Billionen! Keine "amerikanischen"! Oder anders gesagt: Die Derivate summieren sich auf das Zehnfache des Jahres-BIPs der ganzen Welt!!

Die Ursache der Finanzkrise war schlicht und ergreifend: zuviel Geld im System! Geld, das "vernutzt" werden mußte, und das deshalb in Form von Krediten unters Volk gestreut wurde - um die entstandenen Verbindlichkeiten gleich weiter als "Finanzprodukte" zu handeln. Hätte man das nicht getan, hätte man diese gigantischen Summen vernichten müssen - weil sie eben keinen Gegenwert hatten! Mit allen Konsequenzen, die da heißen: Weltkrise. Denn einen Systemwechsel zieht ja niemand in Betracht. Wie diese Summen entstehen, habe ich ja bereits erläutert.

Tja, und "gelöst" hat man die Krise durch noch mehr Geld.....

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TooSmart 11.07.2014, 15:17
47. Espirito Santo ?

Jemand der seine Bank so nennt KANN nur betrügerische Absichten haben.

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carahyba 11.07.2014, 15:42
48. der heilige Geist hat schwer gelitten ...

Zitat von Egbert.Quirl
werdet bestimmt ent-täuscht. Besser ist der jetzige Zustand nicht zu beschreiben: umfassend, sach- lich, kompetent! Bravo! ........und der schlummert weiter...im Garten! Sie haben sich mal wieder einen Delta-Cafe verdient.
Der Espirito Santo hat erheblich an Image eingebüsst, noch vor zwei Generationen war er einer der Hauptstütze des Latifundiums und des Salazarismus.

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Erwin Lottemann 11.07.2014, 16:27
49.

Zitat von TooSmart
Jemand der seine Bank so nennt KANN nur betrügerische Absichten haben.
War auch mein erster Gedanke. Aber der Zensor hat meine Antwort gestern nicht durchgelassen.

Der Name soll übrigens dem Namen des Gründers entspringen. Dennoch sehr seltsam, daß im stockkatholischen Portugal eine Bank so heißen kann - wo der der angebliche Regligionsstifter doch einst die "Wechsler" aus dem Tempel warf....

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