Forum: Wirtschaft
Sorgen um Espirito Santo: Portugal droht neue Bankenkrise
DPA

In Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espirito Santo. Die Börsenaufsicht setzte die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. An den Finanzmärkten herrscht große Unruhe.

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Dirk Ahlbrecht 11.07.2014, 21:41
60.

Zitat von elikey01
Der €uro an sich ist h.E. keine "Fehlkonstruktion", sondern dass ein machtarroganter Umarmungsdrang Brüsseler und auch nationaler Politik ihn Nationen "schenkte", die sich zu sehr von den soliden des EWG-Urspungs, wirtschaftlich, kulturell und mental unterschieden, ohne entsprechende polit. Konstrollbegleitung. (...) Die einfache Bevölkerung wird von diesen Polit- und Finanz-/Wirtschafts-"Eliten" zum Erhalt ihres Pools quasi in Geiselhaft genommen, Alterssparer mittels Zinsdumping enteignet, kritische polit. Strömungen (wie z.B. die AfD) diffamiert, attackiert und regelrecht verfolgt. Fürwahr ein Europa friedlichen demokratischen Horts und Wohlstand für alle (wie versprochen), wie sichs wohl jeder wünscht ???
Da hier im Forum auch einige Euro-Befürworter unterwegs sind, elikey01, wollte ich offenbar nicht gar so unhöflich sein - und schrieb versehentlich von einer Fehlkonstruktion.

Sie haben aber natürlich recht. Ich hätte von Mumpitz schreiben sollen, wenn es um die Sinnhaftigkeit des Euro geht. Der Euro gehört abgeschafft - besser heute als morgen.

Wenn man sich nur ansieht, was diese Woche seitens der Bundesregierung wieder in Haftungsfragen zum ESM beschlossen worden ist. Hierzu hat Prof. Sinn ausgerechnet, daß der deutsche Steuerzahler, bezogen auf die Bilanzsummen der Banken in den Krisenländern, nunmehr und im schlimmsten Fall für sage und schreibe 2145 Milliarden Euro geradesteht.

Diese Leute, die sich "unsere" Regierung nennt, müssen komplett den Verstand verloren haben.

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Watschn 11.07.2014, 23:30
61. Der deutsche Steuerzahler haftet blutig...

Zitat von sysop
In Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espirito Santo. Die Börsenaufsicht setzte die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. An den Finanzmärkten herrscht große Unruhe.
Was lange bestritten wurde, wird nun wahr.
Die deutschen Steuerzahler sollen doch an den Kosten der Bankenrekapitalisierung in Südeuropa beteiligt werden. Während die Nation den Fußballsieg über Brasilien bejubelt, beschloss das Bundeskabinett, die Mittel des gemeinsamen Rettungsfonds ESM für die Finanzierung der maroden Banken der Krisenländer verfügbar zu machen.

Nach einer Beteiligung der Eigentümer und Gläubiger von zusammen nur 8 Prozent der Bilanzsumme einer Bank und einer möglichen Beteiligung des neuen Rettungsfonds in Höhe von 5 Prozent verbleibt eine rechnerische Deckungslücke von 87 Prozent!

Dafür dürfen nun im Falle des Falles die Steuerzahler geradestehen, und zwar nicht nur die Steuerzahler der betroffenen Länder selbst, sondern in gemeinschaftlicher Haftung auch die Steuerzahler anderer Länder. Angesichts einer Bilanzsumme der Banken der Krisenländer von 9131 Milliarden Euro ist dies keine Kleinigkeit, sondern ein großes Risiko für die finanzielle Stabilität der Bundesrepublik Deutschland.

Deutschland haftet im Prinzip für 28 Prozent von 87 Prozent dieser Summe, also für 2145 Milliarden Euro. Sicher, bisher blieben die Abschreibungsverluste bei Bankpleiten unter 13 Prozent der Bilanzsumme. Insofern mag man die Wahrscheinlichkeit für klein halten, dass Hilfe zu gewähren ist. Doch erlaubt es die Gewalt der Südeuropa heimsuchenden Bankenkrise nicht, von der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen. Die Risiken könnten alles sprengen, was man bislang hat beobachten können..

Das Hauptproblem bei der Risikoübernahme ist allerdings nicht das Eintreten des Risikos selbst, sondern die Erpressbarkeit der Garantie gebenden Staaten.

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Erwin Lottemann 12.07.2014, 10:05
62.

Zitat von Dirk Ahlbrecht
Kein Banker, Erwin Lottemann, der noch bei Verstand ist (und die meisten sind in meinen Augen vernünftige Kaufleute), schmeißt doch mit Geld einfach nur so umher, lässt Besicherungen, Haftungsfragen, Risiken und vieles mehr völlig außer acht; wenn er denn die Existenz seines Unternehmens nicht gefährden will.
Doch, Investmentbanker tun das! Deren Umfeld hat aber auch nichts mehr mit dem klassischer Geschäftsbanken aus der Zeit vor dem Entkoppeln der Finanzmärkte zu tun. Und selbst die handeln überwiegend nach rationalen Kriterien - allerdings innerhalb eines völlig irrationalen Systems.

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Erwin Lottemann 12.07.2014, 14:50
63.

Zitat von elikey01
Der €uro an sich ist h.E. keine "Fehlkonstruktion",
Doch, ist er.

Eine Währung, die nur einen nivellierten Wert hat und doch als Landeswährung in zig Ländern mit höchst unterschiedlicher Wirtschaftskraft gilt, die zudem sehr verschiedene Preise und Lohnstrukturen haben, IST eine Fehlkonstruktion!

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hermannheester 13.07.2014, 11:14
64. Barroso&Draghi GmbH & Co KG haben versagt?

Zitat von sysop
In Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espirito Santo. Die Börsenaufsicht setzte die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. An den Finanzmärkten herrscht große Unruhe.
Barrosos Mitwirkung an der Finanzkrise in Portugal dürfte unbestritten sein. Sein Anteil an der Euro-Misere ist kaum Gesprächsthema. Immerhin hat er als Präsident der EU-Kommission nicht geringe Möglichkeiten der Einwirkung auch hier.
Senor Draghi wiederum tobt seine Sehnsucht nach der Welt der Lire unvermindert aus und übernimmt faule Papiere wie andere faules Holz. Angeblich glaubt er ja immer noch, mit seiner "Warmer Regen Politik" den Euro zu "stützen". M.E. macht er mit diesen Eskapaden den angeblich "harten" Euro endgültig zum Spielball der Kräfte von Markt und Moneten. Zocker bestimmen seit Jahren über den Wert oder Unwert der Währung.

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Egbert.Quirl 13.07.2014, 14:51
65. ....Espírito Santo..............

Zitat von carahyba
Nossa Sra. de Nazaré wird die Portugiesen beschützen, wie sie die Tausenden von Marujos aus Nazaré beschützt hat die in alle Welt gesegelt sind.
........Muito pouco mudou desde que os antigos marujos cruzaram esses
mares.

Ganz klar, im Wein aus dem Alentejo ist wenigstens echter Geist drin,
am anderen Ort ist selbiger schon aus der Flasche entwichen, für immer.

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Egbert.Quirl 13.07.2014, 15:18
66. ......einer geht noch, einer g......

Zitat von carahyba
Auf die Schlaftablette von Passos Coelho sollte man auch nicht noch Rotwein aus dem Alentejo trinken. Das Erwachen könnte unangenehme Überraschungen bereithalten. Verbale Versicherungen, insbesondere vom Ex.mo.Sr. Passos Coelho verkündet müssen nicht Sicherheit bedeuten, kann genauso das Gegenteil ausdrücken. Die Familie Espirito Santo wird viel Geld verlieren, noch streitet man sich über die Höhe des Verlustes und wer anteilig zur Kasse gebeten wird. Das mit Angola ist undurchsichtig, da mischen zu viele nicht sehr vertrauenwürdige Gestalten mit. Das Öl ist in festen sehr mächtigen Händen, alles andere ist nur was für Hasardeure.
........hier noch ein kleines Schmankerl zum Thema Banco Espírito Santo
von einem wirklich kompetenten Mann, der seit vielen Jahren vor Ort
mit grösster Kompetenz ermittelt und berichtet.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/die-spa...ach-1.18341943

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carahyba 13.07.2014, 17:01
67. Sie kennen die Geschichte ...

Zitat von Egbert.Quirl
........Muito pouco mudou desde que os antigos marujos cruzaram esses mares. Ganz klar, im Wein aus dem Alentejo ist wenigstens echter Geist drin, am anderen Ort ist selbiger schon aus der Flasche entwichen, für immer.
Über beide Punkte herrscht uneingeschränkte Einigkeit, ich will auch nicht mit Exkursen über "vinho alentajano" langweilen.
Es gibt einen Wein der nach alter Tradition in grossen Tongefässen gekältert und nicht mit Holz in Berührung kommt. Der wird ganz jung getrunken, wenn er älter wird schmeckt er nicht mehr, ist auch nur im Winter und Frühjahr verfügbar. Ist das Beste was ich bisher getrunken habe.

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carahyba 13.07.2014, 17:19
68. guter Artikel ...

Zitat von Egbert.Quirl
........hier noch ein kleines Schmankerl zum Thema Banco Espírito Santo von einem wirklich kompetenten Mann, der seit vielen Jahren vor Ort mit grösster Kompetenz ermittelt und berichtet.
Guter Artikel, der kurz, aber ziemlich umfassend die Strukturen und die Situation schildert.

Ein Nebensatz im Artikel sollte Aufmerksamkeit verdienen: die Bank und die Familie galt als Regierungsnah und mischte soweit sie konnte im Machtzentrum mit, auch unter José Socrates.

Die Familie Espirito Santo ist eine Fusion alter plutokratischer Familien die durch Heirat verbunden sind.

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tjivi 13.07.2014, 18:45
69. Sie sprechen die wesentlichen

Zitat von Erwin Lottemann
Hier muß ich widersprechen. Wäre das der Fall, wäre die Bankenkrise von Europa ausgegangen, und nich von den USA. Nein, die Ursache ist - und das ist im Grunde uralt - der Zwang zur Verzinsung von Geld, seit Geld als Ware und nicht mehr als Tauschmittel dient. Jedes wirtschaftliche Handeln dient inzwischen nur noch der Vermehrung von Geld. Wenn am Ende eines Zyklus ein Betrieb weniger GELD hat, ist es egal, wieviele Menschen er mit seinem Tun ernährt hat, er ist "unwürdig" weiterzubestehen. Alles wird in Geld gerechnet. Und als Folge der letzten großen Expansion des kapitalistischen Wirtschaftssystemes erst durch die Kriege, dann durch die Massenmotorisierung und Konsumgüterindustrie, kam das Wachstum in den 70ern zum Erliegen. Im Grunde ist das System seitdem im Eimer - weil es nicht mehr wachsen kann. Dem realen Problem begegnete man auf virtuelle Weise. Man entkoppelte das Geld vollständig vom warenproduzierenden System. Die Goldbindung des Dollar wurde aufgehoben, dem Kreditwesenalle Zügel abgeschnitten. Die Kapitalmärkte entwickelten ein völlig unreguliertes Eigenleben. Das hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die schier unfaßbar sind. Am Aktienmarkt werden Wertpapiere gehandelt deren Gesamtwert der zu erwartenden realwirtschaftlichen Produktion des gesamten 21. Jahrhunderts entspricht! Aber immer noch wird das Märchen erzählt, die Aktienmärkte wären nur so eine Art Vorkapitalisierung der Realwirtschaft. Das ist aber eine Lüge. Nehmen wir die Derivate. Wertpapiere, die außerbörslich gehandelt werden und damit keinerlei Kontrolle unterliegen. Die Financial Times Deutschland bezeichnete sie einmal treffend als "Pferdewetten". Sie haben absolut nichts mehr mit der Realwirtschaft (Asicherung von Ernten etc.) zu tun! Das Volumen allein dieser Derivate beläuft sich weltweit inzwischen auf rund 700 Billionen Dollar! Echte Billionen! Keine "amerikanischen"! Oder anders gesagt: Die Derivate summieren sich auf das Zehnfache des Jahres-BIPs der ganzen Welt!! Die Ursache der Finanzkrise war schlicht und ergreifend: Geld, das "vernutzt" werden mußte, und das deshalb in Form von Krediten unters Volk gestreut wurde - um die entstandenen Verbindlichkeiten gleich weiter als "Finanzprodukte" zu handeln. Hätte man das nicht getan, hätte man diese gigantischen Summen vernichten müssen - weil sie eben keinen Gegenwert hatten! Mit allen Konsequenzen, die da heißen: Weltkrise. Denn einen Systemwechsel zieht ja niemand in Betracht. Wie diese Summen entstehen, habe ich ja bereits erläutert. Tja, und "gelöst" hat man die Krise durch Geld.....
Probleme an. Nach der Aufhebung der Goldbindung konnten sich die Finanzmärkte beliebig aufblähen. Der Derivatehandel hätte nie ermöglicht werden dürfen. Hier hat die Politik komplett versagt, indem sie tatenlos dem Treiben der Märkte zusah. Eine Lösung des Problems wird es nicht geben.

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