Forum: Wirtschaft
Soziale Gerechtigkeit: Die Mittelschicht betrügt sich selbst

Die deutsche Mittelschicht stellt die meisten Wähler, verliert aber immer mehr politischen Einfluss. Schuld ist das Bürgertum selbst: Es grenzt sich von den Armen ab, wähnt sich an der Seite der Vermögenden - und stärkt damit genau jene, die sich auf seine Kosten bereichern.

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Reinhard Seyer 22.05.2019, 11:05
780. Solidarische Marktwirtschaft

Unser wirtschaftlicher Erfolg kommt nicht bei allen an. Während Zweidrittel den Wohlstand genießt, wird er einem Drittel durch Niedriglohn und prekäre Arbeitsverhältnisse vorenthalten. Vielen ist bewusst, oder sie haben zumindest das Gefühl, dass beides voneinander nicht unbhängig ist. Es ist schon zynisch dies eine soziale Marktwirtschaft zu nennen.
Daraus folgt: Die Mehrheit oder die Mittelschicht befürchtet, dass die Überwindung des Niedriglohnsektors, für sie zu einbußen führt. Dementsprechend werden sie für die Ausweitung der sozialen Gerechtigkeit auch nur eine geringe bis keine Sympathie empfinden.
Dagegen hilft, die Ausweitung der sozialen Gerechtigkeit mit massiven Investitionen zur Erhaltung unserer Wettbewerbsfähigkeit und damit zum Ausbau unseres wirtschaftlichen Erfolgs zu verbinden und dies auch entsprechend zu kommunizieren. Soziales, Ökonomisches und technologischer Fortschritt müssen von einer Fortschrittspartei in einer solidarischen Marktwirtschaft, wie Frau Nahles es vorgeschlagen hat, zusammengedacht und behandelt werden.

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