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Soziale Ungleichheit: Rund jeder sechste Deutsche von Armut bedroht
DPA

Im Wirtschaftswunderland Deutschland gelten fast 16 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet. Das ist mehr als in Frankreich, den Niederlanden, Österreich oder Slowenien - allerdings weniger als im EU-Durchschnitt.

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kapuki 29.03.2012, 14:43
40. Piep piep piep, Gui(l)do hat euch alle lieb

Zitat von Bondurant
Und wenn Sie genau zuhören, werden Sie feststellen, dass Frau Lötzsch und andere genau in diese Richtung argumentieren. Und vielleicht, vielleicht, da auch wieder hinwollen...
Sie trauen einer alleinregierenden Linken zu, das Werk von Kohl, Schröder und Merkel weiter auszubauen und zu vollenden?

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Bondurant 29.03.2012, 15:20
41. Sie

Zitat von kapuki
Sie trauen einer alleinregierenden Linken zu, das Werk von Kohl, Schröder und Merkel weiter auszubauen und zu vollenden?
sind also der Ansicht, dass die von Ihnen genannten Politiker eine allgemeine Einkommensnivellierung betrieben haben? Das hört man wirklich selten. Ist aber auch nicht ganz falsch, vor allem was Kohl betrifft.

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simon.lemmert 29.03.2012, 17:56
42. Soziale Gerechtigkeit und individueller Verdienst.

Der Artikel verrät ein missratenes Verständnis von Gerechtigkeit hinsichtlich der Gehaltsverteilung in einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft. Folgt man der Logik des Artikels, dass ein geringeres Vielfaches unterer Einkommen gerechter ist als ein höheres Vielfaches, wird absolute Gerechtigkeit erst dann erreicht, wenn alle das Gleiche erhalten, wobei dann die Frage, ob sie dies im marktwirtschaftlichen Sinne auch tatsächlich verdienen, völlig außer acht bleibt. Das missachtet sämtliche Funktionsprinzipien der Marktwirtschaft und bedeutet im Endeffekt Sozialismus oder Kommunismus, deren verheerende gesellschaftliche Auswirkungen schlecht Vorbild sein können. Was ist dann unter gesamtsozialen -nicht individuellen, nach Angebot und Nachfrage sowie Leistung bemessenen- Gesichtspunkten eine gerechte Gehaltsverteilung in einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft? Das Zweifache, das Dreifache oder vielleicht das Achtfache unterer Einkommen? Man weiß es nicht - aber darauf kommt es grundsätzlich -vielleicht abgesehen von sich aufdrängenden Gehaltsobszönitäten- auch gar nicht an, weshalb der Gerechtigkeitsbegriff in diesem Zusammenhang schon grundlegend verfehlt ist. Denn unter dem Gesichtspunkt gesamtsozialer Gerechtigkeit ist allein entscheidend, wie gut derjenige mit einem unteren Einkommen im Leben finanziell zurechtkommt, d.h. wie hoch seine Kaufkraft ist - alles andere ist nur Neid. Wenn die Kaufkraft unterer Einkommensgruppen mit demjenigen, was ihnen netto verbleibt, unter Berücksichtigung regionaler Verschiedenheiten ein menschenwürdiges Leben der, wenn auch unter Umständen vergleichsweise bescheidenen, Selbstverwirklichung in Freiheit ohne wirkliche materielle Not ermöglicht, ist das Klassenziel erreicht, auf dessen Sicherstellung sich die politischen Bemühungen zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit unter Einkommensgesichtspunkten allerdings richten sollten. Wie viel andere Einkommensgruppen dann im Verhältnis dazu am Markt mehr verdienen, ist an sich gesellschaftspolitisch irrelevant und allein dem Bereich individueller Zielsetzung und Möglichkeiten vorbehalten, auch wenn deren Förderung ein gesellschaftspolitisches Ziel sein muss, schon allein um das volkswirtschaftliche Potential einer Gesellschaft auszuschöpfen. Gesellschaftspolitische Gestaltung kommt demgegenüber im Rahmen der Steuer- und Sozialpolitik zum Tragen, wo das individuelle Einkommen als Grundlage steuer- oder sozialpolitischer Maßnahmen und Ziele unter dem Gesichtspunkt gesamtgesellschaftlicher Statik herangezogen wird, wozu z.B. das Prinzip der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit gehört. Aber auch hier muss selbstverständlich aus der Perspektive einer essentiell aus der Keimzelle des freiheitlichen und mündigen Individuums erwachsenden Gesellschaft Leitlinie politischen Handelns sein, dem Einzelnen, also auch demjenigen mit einem Vielfachen unterer Einkommen, in Ausgewogenheit mit dem Ziel einer stabilen Gesellschaftsstatik so viel individuellen Verdienst wie möglich zu lassen. Als absolute Obergrenze der individuellen Steuer- und Abgabenlast im insofern relevanten Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinwesen dürfen dabei unter dem Gesichtspunkt eben jener nicht zulasten des Individuums zu verletzenden Ausgewogenheit im Sinne universaler Prinzipien der Symmetrie und des Gleichgewichts insgesamt real 50 % des jährlichen Bruttoeinkommens nicht überschritten werden. Fazit: Es gibt an sich keinen sozial ungerechten Verdienst nach oben, sondern nur nach unten.

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kapuki 29.03.2012, 18:30
43.

Zitat von Bondurant
sind also der Ansicht, dass die von Ihnen genannten Politiker eine allgemeine Einkommensnivellierung betrieben haben? hört man wirklich selten. Ist aber auch nicht ganz falsch, vor allem was Kohl betrifft.
Die Zeichen der Zeit laufen seit Kohl, Schröder und Merkel auf ein "Hartz IV für Alle" hinaus, wobei natürlich die obersten 10% nie und nimmer auch "Alle" sind.

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