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Sozialer Abstieg und Aufstieg: Wer in Deutschland dauerhaft arm bleibt
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Armut ist ein Gift, das langsam wirkt - und lang. Und wer erst einmal arm ist, wird von der Gesellschaft regelrecht abgekoppelt. Eine Studie zeigt: Die Zahl der Abgehängten ist gestiegen. Die der Reichen allerdings auch.

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Bondurant 05.11.2018, 15:35
200.

Zitat von muunoy
Man nehme mal den Rentenfaktor einer Rürup-Rente und rechne damit den Kapitalstock der Pension eines Oberstudienrats aus. Tja, jeder Oberstudienrat mit abgezahlter Immobilie ist eben Millionär. Ggf. sogar schon mehrfacher. ... Wer das begriffen hat, weiß auch, warum es niemals eine generelle Vermögenssteuer geben wird.
Das kommt noch erschwerend hinzu. Hier waltet jedenfalls die Ungerechtigkeit. ein Selbstständiger,der neben seinem Wohnhaus auch noch ein paar 100.000 € in seinem Depot hält, wird für reich gehalten, obwohl er tatsächlich weniger finanziell abgesichert ist, als der von Ihnen erwähnte Oberstudienrat. Das hört man allerdings ungern. So weit her ist es mit dem Reichtum bei vielen scheinbar Reichen nicht. Klar, der Selbstständige kann seine Guthaben vererben, wenn er vorzeitig verstirbt, der Beamte nur teilweise (Hinterbliebenenversorgung). Das macht den Unterschied aber auch nicht so groß, wie man immer tut. Deshalb haben Sie vollkommen recht: würde man realistisch die Vermögensverhältnisse der Menschen beurteilen, etwa zur Erhebung einer entsprechenden Vermögensabgabe, müsste man selbstverständlich die rechtlich gesicherten Versorgungsansprüche gesondert mitberücksichtigen. Das gilt übrigens auch für Betriebsrenten.

ich bin mir übrigens auch keineswegs sicher, ob das nicht noch kommt, wenn der Staat richtig Geld braucht. Das kann ja bald so sein. Und, liebe Beamte, was die Pensionen betrifft, so handelt es sich hier um reines Steuergeld.Falls der Steuerzahler dann irgendwann mal sagt, das sei ihm zu viel, sieht's schlecht aus.

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max.schmitt 05.11.2018, 15:36
201. Kein Urlaub für Hartzer

Das sind immer so ganz tolle Erhebungen. Gepaart mit Provokation, Hartzer können nicht in Urlaub. Das Problem liegt deutlich vielschichtiger.

Zuerst ein Blick auf die Abgaben und Steuerlast in BRD:

https://taxfoundation.org/comparison-tax-burden-labor-oecd-2017/

Hilfreich dazu auch
-> The Tax Burden of Typical Workers in the EU 28 (Gockel hilft).

D.h., wir haben in BRD mittlerweile die Zweithöchste Abgabenbelastung, aber die daraus resultierende Absicherung -zBsp. Arbeitslosigkeit, Rente, Infrastruktur- ist nur noch Durchschnitt, teilweise unterdurchschnittlich:

https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/a801-sozial-kompass-europasoziale-sicherheit-im-vergleich.html

oder OECD/Pensions at a Glance:
http://www.oecd.org/publications/oecd-pensions-at-a-glance-19991363.htm

Die Lohnspreizung hat seit Ende der 1990er signifikant zugenommen. Dafür haben niedrige bis mittlere Einkommen teilweise überhaupt keinen realen Zuwachs erfahren, die Grundkosten wie Wohnen, Essen + Trinken, Energie, Mobilität sind deutlich gestiegen. D.h., niedrigen bis mittleren Einkommen verbleibt immer weniger zum eigentlichen Leben.

Als Beispiel, wenn von bei einem alleinstehenden "Mittelschichtler" mit 1.500 *netto* 700 Euro für Wohnen/Telefon/Internet/Energie weggehen, 100 Euro für Mobilität, 300 Euro Haushalts- und Lebensmittel, verbleiben mtl. 400 Euro für Neuanschaffungen Kleidung/Haushalt/Auto, "mal abends weggehen", Zuzahlungen Arzt/Apotheke, Rücklagen. Lässt sich leicht erkennen, das funktioniert langfristig nicht. Kommt noch eine 2. Person (Kind/Lebenspartner/Ehegatte) -ohne Einkommen- dazu, geht gleich gar nichts.

Banken rechnen als überlebensfähig pro Person im Haushalt nach Abzug der Fixkosten und einem pauschalen Betrag zur Haushaltsführung mit Minimum monatlich 750 bis 900 Euro zur freien Verfügung. Da benötigt der Alleinstehende abhängig Beschäftigte mind. *brutto* mtl. 3.200 Euro. Rund 50% der Erwerbsfähigen haben weniger (BA-Entgeltstatistik + Transferbezieher). Bei Rentnern (NICHT Pensionäre) ist das ein Äquivalent von ca. 1.900 Euro mtl. Rentenzahlbetrag. Die Anzahl derer liegt deutlich unter 5%.

Also sind eigentlich noch deutlich mehr "arm" oder von "Armut bedroht" als es mit "Kein Urlaub für Hartzer" suggeriert wird.

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xelox123 05.11.2018, 15:40
202. Sinn

Reich werden kann man durch erben, reich heiraten, Lotto spielen, Erfindungen/Patente, Unternehmensgründung, Manager / Investment Job oder durch Verbrechen. Am Ende des Lebens zählt aber nicht ob man nun arm oder reich war, sondern ob das eigene Leben sinnvoll war. Hat man einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft geleistet oder war nur eine Last für die Anderen? Es gibt Reiche die einen sinnvollen Beitrag leisten und es gibt reiche Schmarotzer. Genauso gibt es Arme die einen Beitrag leisten und arme Schmarotzer. Reichtum bringt dem Menschen kein höheres Glück, nur ein angenehmes Leben. Es ist angenehm in einem großem Auto zu fahren und in einem schönen Haus zu wohnen. Ein Mensch der sich anstatt einem sinnvollen Leben für Reichtum entscheidet ist ein Narr und den höchsten Preis dafür bezahlt er selbst. Er hat unsterblichen Sinn und Liebe zu den Menschen gegen wertlosen Plunder und Gier eingetauscht. Er hat seine kostbare irdische Zeit vergeudet. Er ist der wahre Arme.

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Freidenker10 05.11.2018, 15:41
203. Es geht um die Gerechtigkeitsfrage

Zitat von euro-paradies
Sozialetat ausgegeben. Und diese Studie zeigt, dass die Mittelverteilung so gut wie keinen Erfolgt verspricht, dass die Leute sich verbessern. Offensichtlich fehlen Anreize bei der Mittelverteilung. Dies ist ein Armutszeugnis für unsere naive Sozialpolitiker - insb Sozen, Grüne und Merkelianer Die wollen nämlich noch mehr Geld in die Umverteilung stecken.
Wo soll man bei Ihrem Beitrag anfangen? 1. die "Merkelianer" haben null Interesse an einer Erhöhung des Sozialstaats, die interessiert noch nicht mal der Mietwahnsinn! 2. die Grünen machen gerade nur einen auf sozial, die eigene Wählerschaft betreffen die Probleme i.d.R. eher nicht und das weiß die Führung auch! 3. die "Sozen" sind seit Jahren total gespalten ob sie nun das Soziale in den Vordergrund stellen sollen, oder eher die Mitte bedienen soll. Der Mindestlohn war doch so eine Nummer. Gut das er eingeführt wurde, aber viel zu gering um davon leben zu können! 4. Keine Ahnung wie Sie auf 60% an Sozialausgaben kommen, wahrscheinlich haben Sie da auch die Rentenauszahlungen mitgerechnet, diese sind aber keine Sozialausgaben und auch kein Almosen, sondern eine wohlverdiente Auszahlung der zuvor eingezahlten Beiträge. Für mein Gerechtigkeitsempfinden muss man von seiner Arbeit auch gut leben können, also wäre mein Lösungsansatz Flächentarife für alle Branchen einzuführen und diese mit einem Mindestlohn auszustatten von dem man auch leben kann. Von mir aus verteuert sich dann der Frisör um 5 Euro und ein Päckchen kostet eben einen Euro mehr, aber diese Ungerechtigkeit muss endlich aufhören. Zumal die Probleme dieser Leute und letztlich auch den Staat im Rentenalter frontal einholen weil aufgestockt werden muss. Die Gerechtigkeitsfrage muss beantwortet werden, ansonsten ist es einfach nicht mehr vermittelbar warum beispielsweise der Post Chef so viele Millionen verdient, während seine Angestellten wie die Zitronen ausgepresst werden!! Arbeit muss sich für alle lohnen, nicht nur für die Vorstände!!

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femdoc 05.11.2018, 15:42
204. verfehlte Politik

diese bedauernswerte Entwicklung zeigt die verfehlte Merkel-Politik auf. von wegen "sozial".
Merkel, die selbst keine Kinder hat, hat niemals etwas für Familien gemacht. sture Weigerung der Einkommensteuersenkung trotz IWF-Empfehlung, keine Abschaffung der kalten Progression, des soli, kaum KITA-Plätze, fehlende Ganztagschulen, Förderkurse etc. etc. außer Lippenbekenntnisse garnichts!
kein Wunder, dass die jungen Menschen keine Familien gründen, wie denn?
das einzige, das die Regierung immer fleißig tut, ist die Erhöhung des Kindergeldes, von dem primär dienjenigen profitieren, die gut und gerne vom Kindergeld leben. fünf Kinder à 200 Euro macht 1000 Euro plus Wohnzuschuss und Harz 4 etc etc, da geht was!
damit gibt es auch quantitativ eine Verschiebung der Gesellschaft, sehr sinnvoll angesichts der neuen Digitalisierungsära, in der primär gut ausgebildete Menschen benötigt werden.
da bleibt leider nur zu sagen: danke Merkel und gut´Nacht Deutschland!

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Olli Ökonom 05.11.2018, 15:42
205.

Zitat von Freidenker10
Nochmal: Hierbei gehts um eine Beschönigung der Armutszahlen um als Politik besser dazustehen! Wenn ich Armut definieren müsste, würde diese bei 1500 Euro/Monat Netto beginnen und schwups hätten wir wahrscheinlich eine Armut von 15-20% die natürlich kein Politiker hören will. So definiert man halt die Armut wie es einem gerade in den Kram passt und landet bei einer Armut von 3-5% hört sich doch viel besser an so nach dem Motto " wir kümmern uns"! Und eines noch: Wenn es um die Eröhung des Spitzensteuersatzes geht hört man von den Wohlhabenden ( jenseits der 100.000 Euro ) das sich "Leistung lohnen muss", aber warum soll sich Leistung dann nicht auch für die unteren Lohngruppen lohnen die trotz Vollzeitarbeit oder erzwungene Teilzeit ( Einzelhandel ) für einen Hungerlohn arbeiten?
Gut was passiert,wenn Sie die Löhne anheben? Glauben Sie etwa wirklich, dass dann auch die Kaufkraft dauerhaft steigt? Nie im Leben!

DIe Folge sind Preiserhöhungen um die erhöhten Personalkosten decken zu können. Folge der Export geht stark zurück, Importe steigen stark, weil Sie billiger sind als Produkte, die in D hergestellt werden. Folge: massives Unternehmensterben mit Arbeitsplatzverlusten! Und was haben Sie jetzt gewonnen? Allen wird es deutlich schlechter gehen!

Mal abgesehen davon, dass es in D keinen Hungerlohn gibt. Das behaupten nur Faule und Arbeitsscheue!

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citizen_k 05.11.2018, 15:43
206. Dank den Agendaisten!

Bei jeder Wahl versuche ich mit meiner Stimme zu verhindern, dass sich der Schurkenstreich Agenda 2010 wiederholt. Den Abgrund vor Augen, ist die SPD am sozialdemokratischsten.

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ich2010 05.11.2018, 15:44
207.

wie soll denn das Allheilmittel Grundeinkommen finanziert werden? Ich habe noch keine einzige tragbare Lösung gesehen. Wer macht dann noch die schlecht bezahlten Jobs? Wer bringt die Post, stellt sich an die Fließbänder...?
Ist ja alles schön so durch die rosarote Brille, aber die Realität sieht nun mal anders aus. Erstens ist ein Grundeinkommen nicht ohne Steuererhöhungen finanzierbar. Danke - ich würde als erstes hinschmeissen. Ich arbeite doch nicht um anderen die Hängematte zu finanzieren damit sie sich selbst finden können... Ich bin dann vermutlich nicht der einzige, dem das zu blöd ist. Jaja ich weiss es gibt doch das Grundeinkommen, dann komme ich mit meinen 3 Kröten wieder da raus wo ich bin. Nein. Ich weigere mich noch mehr Steuern zu zahlen. Kann ja dann bequem und faul vom Grundeinkommen schön leben.

Wenn bei den schlecht bezahlten Jobs die Löhne nach oben gehen damit man überhaupt noch einen De**en findet, der arbeiten will, ist das schön. Die Löhne müssen bezahlt werden. Und das geht nun mal über den Preis, den der Verbraucher bezahlt. Ergo: steigende Preise... usw usf. So. Preise steigen, Reallohn sinkt. Und schon wars das mit dem ach so tollen Grundeinkommen. Dank Preiserhöhungen ist das dann nix mehr wert. Und dann gibt es da einen Haufen Leute in der Hängematte, die dann von... was genau... leben??

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r_b 05.11.2018, 15:46
208.

Zitat von claus7447
... gerechteres Steuersystem. Aber da traut sich keiner dran .... und ein Herr Merz, der da plötzlich auftaucht wird sicherlich keine Veränderung herbei führen wollen, denn wir brauchen unten Entlastung, dafür oben ein bisschen mehr. Das Beste wäre ohnehin eine komplette Entschlackung, insb. der Abschreibungsmöglichkeiten - den die nutzen Otto Müller nichts - da hat lediglich der, der schon HAT was davon. Ich denke da auch an Obergrenzen Vorstandsgehälter als "Kosten" unlimitiert zuzulassen. Zudem, warum müssen nicht auch Kapitalerträge über eine gewissen Höhe (sagen wir mal 20.000 Euro/Jahr) wie normale Einkommen versteuert werden
Vor allem keine solche Steuerbelastung. ;)
Ich bin ganz bei dir. Unter diesen Umständen und in Zeiten einer bevorstehenden Digitalisierung, sollte man ein Bedingungsloses Grundeinkommen realisieren. Für alle Staatsangehörigen.
Solch ein System ist allemal finanzierbar. Wenn zu dem alle brav ihre Steuern zahlen von Amazon bis Google bzw Uli Hoeneß, allemal. ;)
Dann könnte man dazu noch die Bordsteine aller Straßen aus purem Gold aufstellen/ finanzieren.
Lieber ein BGE als bettelarme Menschen im reichem Deutschland. Eine Art, BGE haben wir ja schon, das aber nur Beamte bekommen. Warum nicht auf alle ausweiten? EIn Mindestlohn...BAukinedrgeld ALG I u. II könnten darin aufgehen. Und und

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Kanalysiert 05.11.2018, 15:48
209. Abgezockt!

Der Spitzensteuersatz greift viel zu früh, da ist man noch weit entfernt von wohlhabend. Das bißchen Netto vom Brutto ist ein Witz, unsere Steuersätze darf man getrost als Raubrittertum bezeichnen. Man nehme nur mal die Ausgabenliste, was mit unserem Geld gemacht wird und was buchstäblich zum Fenster rausgeworfen wird. Sparpotential ohne Ende! Was bringen diese kleinen Wirzgoodies von Geld, dass man uns vorher hundertfach aus der Steuertasche gezogen hat? Und dann muss man die Rente - Geld, dass man bereits schon mal versteuert hat!!! - nochmal besteuern lassen?!?! Wer diese Leute jedes Jahr wieder wählt, hat nicht mehr alle Tassen um Schrank....

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