Forum: Wirtschaft
Sozialer Widerstand: Hier haben die Gelbwesten recht
Virginia Mayo/ AP/ DPA

Der Protest der französischen Gelbwesten ist ein Ventil für Unzufriedenheit, die sonst nur den Populisten helfen würde. Eigentlich müssten sie in ganz Europa demonstrieren - auch in Deutschland.

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Peter_S2 12.05.2019, 00:24
40. Fake News über die Entwicklung der Einkommensverteilung

Der Gini Index ist in den letzten 10 Jahren leicht gesunken, d.h. die Einkommen sind in Deutschland gleicher geworden (von 30% auf 29%). (Quelle statistisches Bundesamt). Wikipedia schreibt "Im Jahr 2016 betrug der Gini-Koeffizient in Deutschland 0,29, dies ist weltweit der geringste Wert einer großen Volkswirtschaft." Alle Welt will Fake news verbieten, wieso werden hier in dem Artikel solche Unwahrheiten verbreitet?

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larsmach 12.05.2019, 00:26
41. Des kleinen Mannes Missgunst gegen seinesgleichen

Es ist der kleine Mann höchstselbst, der aus Neid und Missgunst gegen seinesgleichen aufschreit, wenn Unternehmer mit Blick auf ihre wachsenden Bruttoinlandsprodukte, die durch immer weniger menschliche Arbeit generiert werden, Vorschläge propagieren wie Grundeinkommen und faire Besteuerung auf alle Einkommensarten. Der kleine Mann zahlt keine Erbschaftssteuer auf Millionenerbschaften (er kommt nicht einmal in die Nähe der Freibeträge bei Immobilien), und ihm ist meist unbekannt, dass sämtliche Sozialtransfers seit 2018 in Deutschland die Billionengrenze überschritten haben (knapp 1000 Euro pro Einwohner und Monat). Trotzdem gönnt er seinesgleichen nicht einmal die Sozialhilfe - obwohl er jederzeit der nächste Nutznießer sein kann. Er lässt seine Wut ab, postet anonyme Kommentare im Internet oder zieht sich eine gelbe Weste an und zündet seinesgleichen die Karre an.

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plutinowski 12.05.2019, 00:37
42. schonungslose Wahrheit...

Zitat von muunoy
Die Gelbwesten-Proteste starteten in Frankreich nicht als Protest gegen den imaginären Turbo-Kapitalismus. Auch wenn die linke Journaille das gerne so hätte und aufgrund ideologisch verzerrter Wahrnehmung das vermutlich sogar denkt. Die Proteste entzündeten sich daran, dass der Staat die arbeitende Bevölkerung noch mehr ausbeuten wollte. Und auch bei uns gibt es Gelbwesten-Proteste. In Stuttgart wird bspw. gegen die Enteignung von Diesel-Fahrern protestiert. Und auch Pegida protestiert gegen eine falsche Zuwanderungspolitik. Das ist legitim, denn die Protestierenden müssen dafür auch finanziell gerade stehen. Dass zunehmende Ungleichheit und unbezahlbare Mieten eine Folge der planwirtschaftlichen Geldentwertungspolitik der EU sind, begreifen selbst die ökonomisch nicht so bewanderten Deutschen. Also liebe Journalisten, schreibt doch mal schonungslos über die Wahrheit.
Naja die schonungslose Wahrheit ist doch, dass nicht alles an der Politik liegt. Die Solidarität der Mittelschicht mit denen, die täglich um ihre Existenz kämpfen müssen, oder denen dies droht, ist doch - sagen wir - überschaubar.
Die Verhältnisse sind ja nicht nur von der Politik so gewollt - sie werden durchaus von 40-50% der Wähler auch goutiert. Allein wenn man in Foren hämische Kommentare liest über Leute, die nicht das Richtige gelernt hätten, die doch selbst Schuld hätten usw. usw.
Nein, ein großer Teil der Bevölkerung steht durchaus hinter der Politik der sich vertiefenden sozialen Gräben. Da sollte man sich nichts vormachen.

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caspiat 12.05.2019, 00:45
43. Durchaus verständlich!

Zitat von Nordstadtbewohner
Der Steuerzahler kann nicht alles und jeden alimentieren, nur weil Menschen ihr Privatleben nicht geregelt kriegen.
Solche Überlegungen macht man zum Prinzip, um auf jeden Fall auszuschliessen, dass andere ans Geld rankommen, das man selber verdient hat, und einzahlen musste!
Es dreht sich ja einem der Magen um, wenn Eltern Geld kriegen, bloss weil ein Kind Krebs oder sonst eine Krankheit hat, die es unmöglich macht, wie der Rest der Eltern zu leben.

Staatshilfe, die ja vom anderen Bürger bezahlt wird, ist widerlich.
Für Gläubige Menschen (in den USA sehen das sehr viele Republikaner so, und die sind in der Mehrheit schön gläubig), aber noch mehr wenn man gar nichts oder wenig glaubt!

Und wenn ein paar Leute auf die Idee kommt, dass die Kaufkraft seit den Sechzigern enorm abgenommen hat, und das ausreicht um zu erklären, warum die Reichen reicher sind, und eventuell Politiker die ganze Zeit die Tendenz mit Gesetzen gefördert haben, ist das bloss Ausrede und Gejammer!
Wenn man selber klarkommt, kann es nicht sein, dass die Welt für viele andere nicht gerecht ist!

Das war sarkastisch.
Ich bin Arbeitgeber im Ausland.
Gesetze sind manchmal auch nicht für Arbeitgeber fair, aber allgemein ist man hier als Arbeitnehmer schlimm dran!
Merkwürdig, dass ich als Arbeitgeber Gelbwesten sehr gut verstehen kann, und ihnen eigentlich wünschte, sie hätten den richtigen Hebel angefasst, um die nationale ausbeutende Ordnung aus dem Lot zu werfen!

Ich stimme mit dem Schreiber des Artikels überein:
Weltweit sollte die Gesellschaft sich eigentlich gegen die Oligarchie stellen!

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großwolke 12.05.2019, 00:52
44. Globalisierung nicht verstanden

Da schwadroniert er lang und breit über die "Globalisierung", hat aber nicht verstanden, dass es diese selbe Globalisierung ist, die das neue Prekariat erst erzeugt. In dem Maß, in dem die Armen der anderen Kontinente sich reinhängen, um ein bisschen mehr vom globalen Kuchen abzukriegen, desto stärker merkt man das bei uns. Und ja, mir ist durchaus klar, dass der Kuchen ein Stück weit mitwächst. Aber das gleicht es halt nicht völlig aus. Der de-facto-Arbeitszwang, der durch die Hartz-Reformen eingeführt wurde, und das daraus resultierende Wachstum des Niedriglohnsektors haben den Wirtschaftsstandort Deutschlands vom kranken Mann Europas wieder zu einem konkurrenzfähigen Land werden lassen (das, und die Euro-Schwäche). Die Politik hat in dem Zusammenhang gar keine Handlungsmöglichkeiten. Beim Mindestlohn sind vielleicht noch ein, zwei Euro Luft, aber das hilft wenig, wenn die Hauptquelle der Armut Teilzeitjobs sind. Von daher ist das Gebot der Stunde nicht das Bitten um Wohltaten, die keiner geben kann. Sondern das Wahren des sozialen Friedens in Anbetracht der Tatsache, dass nach unten immer noch reichlich Luft ist, man schaue nur nach Griechenland oder Portugal.

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caspiat 12.05.2019, 00:56
45. Empathie

Zitat von Ein Stein!
Ich bin grundsätzlich konservativ eingestellt, lesen Sie meine heutigen (und auch vergangenen) Beiträge in diesem Forum. Aber ich stimme diesem Text uneingeschränkt zu! Die Politiker sollten endlich begreifen, dass ein "weiter so" schon deshalb nicht mehr geht, weil das Internet auch ein Wissensspeicher ist. Noch vor 15 Jahren konnte man ein Problem "sich selbst erledigen" (sprich: Totlaufen) lassen. Dies ist heute nicht mehr möglich, dank Google benötige ich nur wenige Sekunden, die Äußerungen eines Politikers aufzufinden und ihm vor die Nase zu halten. Allein die heutigen Themen im SPON, und das waren vergleichsweise wenige im Vergleich zu intensiven Tagen, reichen aus, um mit der politik zu brechen! Und hier sehe ich eine ernsthafte Gefahr, weil ich verstehe (im Sinne von Begreifen, nicht im Sinne von Verständnis), wie es in den 70ern zur Bildung der RAF kommen konnte. Wenn ich, als gewaltfreier konservativer Bürger schon zunehmend eine Wut verspüre, die sich nur bedingt zämen lässt, wie muss es dann erst den Menschen anderer politischer Überzeugung oder emotional weniger gefestigten Menschen ergehen! Bisher ist das Ventil noch demokratisch, einige flüchten sich in die Wahl extremistischer Parteien, andere ziehen sich aus dem politischen Leben zurück. Wie lange geht das aber noch gut?
Anders als ein anderer Beitrag freut es mich den Ihren zu lesen!
Ich bin genauso pazifistisch eingestellt, und ich kann ebenfalls sehr gut verstehen, warum es bei einigen so weit kommt, dass sie die Schnauze voll haben.
Es gibt recht viel Zahlen mit denen man vergleichen und messen kann, und es ist nicht zu leugnen, dass irgendwas im Gange ist, das zum Resultat führt, dass es nicht ausreicht um zu leben oder in Rente zu kommen.
Diese Situation "ergibt" sich nicht einfach so, weil die "Märkte" drücken.
Märkte können nicht drücken, wenn Gesetze nicht das Tor dafür öffnen!
Und Märkte ist ein fieses Etikett, das vertuschen soll, dass Wille und Interesse von ein paar wenigen Tausend dahintersteckt.
Sogar Soros oder Buffet sagen ganz offen, dass sie bestimmte Dinge tun, weil sie zugelassen sind! D.h. unsere lobbysierten Politiker sind die Handlanger für Leute wie Soros und Buffet, und was geschieht ist ein Spiel gegen uns.

Man kann etwas tun, ganz konkret, und es würde 10 bis 20 Jahre dauern, um die Machtpyramide auf den Kopf zu stellen.
Es heisst Demokratie.

Die Leute wissen nur nicht, dass das was wir haben, gar nicht Demokratie in Gang bringen kann, weil Wahlen schon durch Wahlgesetze und Regeln für Oligarchie ausgelegt sind.
Wüssten sie, wie der Trick läuft, würden sie nach Wegen suchen, Politikern eine Leine anzulegen, damit sie nicht zu der Elite überlaufen können.

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oinarc 12.05.2019, 00:59
46. Es wird höchste Zeit

Die Politik benötigt das Dilemma, um sich zu bewegen.
Ob Migration, Klimaschutz, Artensterben, Pflege oder soziale Missstände, der "Durchschnittspolitiker" pflegt seinen Tunnelblick.
Wir müssen diese Politiker vor sich selber schützen, indem auch wir, angepaßte Alten, sichtbar werden.
Wir dürfen spät, aber immerhin, von unseren Kindern lernen.
Chapeau!

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Flinger 12.05.2019, 01:05
47. Schlecht recherchiert und faktisch falsch

Die Aussage, von Jahr zu Jahr steige der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit eines Landes misst, ist schlichtweg falsch und schlecht recherchiert. Der Gini-Koeffizient mag in den Jahren 1991 bis 2005 von 0,25 auf 0,29 angestiegen sein, seither ist er aber bei diesem noch immer vergleichsweise moderaten Wert (weltweit liegt die Range zwischen 0,24 und 0,66) relativ konstant (mit zwei Ausschlägen in den Jahren 2013 und 2014), wobei davon auszugehen ist, dass der Koeffizient angesichts der vergleichsweise stattlichen Tarifabschlüsse und der Mindestlohnerhöhung zurückgegangen sein dürfte. Bitte korrigieren!

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buffbuff 12.05.2019, 01:31
48. moloch eu

ich habe derzeit den eindruck, dass die sinnvollen veränderungen durch den moloch veranlasst sind. die nationalen regierungen sind gelähmt und tun nichts

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Faktomat 12.05.2019, 01:47
49. Falsche Zahlen

Zitat: "Von Jahr zu Jahr steigt der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit eines Landes misst". Bei Einkommen nach Steuern und Transfers ist der Gini-Koeffizient für Deutschalnd seit 1991 annähernd gleich und seit 2006 praktisch identisch. Quelle: https://www.gut-leben-in-deutschland.de/static/LB/indikatoren/einkommen/gini-koeffizient-einkommen/
Deutschland ist ungefähr in der gleichen Liga wie Frankreich oder die Schweiz, aber (bei Einkommen) weit gleicher als etwa Italien, England oder die USA. Bei Vermögen sieht es etwas anders aus; dies liegt aber daran, dass Deutsche eher Geld für zwei Fernurlaube pro Jahr ausgeben, als Wohneigentum zu bilden oder in Aktien zu investieren. Deutsche verlieren jedes Jahr Milliardenvermögen auf Spar- und Riesterkonten, andere sind in dieser Hinsicht gescheiter.

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