Forum: Wirtschaft
Sozialstaat der Zukunft: Was ein bedingungsloses Grundeinkommen bringt
imago/Ralph Peters

Jobverluste durch Digitalisierung, ungerechtes Hartz IV: Viele bezweifeln, dass der Sozialstaat die großen Probleme noch lösen kann - und fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen. Kann es diesem Anspruch gerecht werden?

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rkinfo 05.05.2018, 12:11
280. Grundeinkommen von 63 bis 75 ?!

Würde man den Bereich der jungen Rentner komplett über Grundeinkommen abbilden, so könnte die gesetzliche RV mit viel weniger Subvention auskommen. Zudem wäre die lästige Debatte über den Rentenbeginn vom Tisch, den sich dann jeder selbst wählen könnte.
Vielfach wäre aber das Grundeinkommen so niedrig, dass Ältere dann mit begrenzter Wochenstundenzahl weiter arbeiten würden, was deutliche Entlastungen bringen würde.

Grundeinkommen für Jünge sollte nur an Rückzahlung bzw. erhöhte Steuern bis zur Rückzahlung geknüpft werden. Losgelöst davon sollte man aber überlegen, den Hartz IV Regelsatz = Existenzminimum immer zu zahlen und mit der Einkommensteuer fair zu verrechnen. Dies wäre bei den unteren Lohngruppen dann quasi ein Kombilohn, was auch niederige Stundensätze interessant macht.
Aktuell verwalten wir mit hohem Aufwand Rente bis Sozialleistungen, was kaum Sinn macht.

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ben johnson 17.05.2018, 09:07
281. Interessant, aber Fehlerhaft

Dieser Vorschlag ist nicht neu, sondern ca. 500 Jahre alt. Die Fehler: zum ersten würde keine Einkommensteuer erhoben - das wäre sinnlos- die Finanzierung würde über eine Verkaufssteuer von ca. 50% geschaffen, die die Mehrwertsteuer erstzen würde. Das wäre nicht schlimm, weil bei der Digitalisierung und Automatisierung die Herstellkosten ernorm reduziert werden. Zum zweiten würden sich keine oder wenige Abeitslosekolonnen bilden. Es gibt studien die belegen, daß ca. 90% der Erwachsenen würden weiter arbeiten wollen, obwohl sie genug Geld zu leben hätten. Der Vorteil wäre, daß sie wählen könnten, welche Arbeit zu Ihnen am besten passt und auch Spaß macht. Familien wären im Vorteil, weil jeder Mann, Frau und Kind ihr Einkommen beziehen würden. Pilotversuche sind gescheitert, weil man nicht halbschwanger werden kann. Das System müßte ganz oder gar nicht geändert werden. Ich persönlich glaube nicht, daß die Politik den Mut haben würde, eine solche gravierende Maßnahme einzuführen, ohne eine vorhandene Stattskrise..

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universaldenker 04.06.2018, 22:14
282. Für ein Grundeinkommen

Ich habe mit meinen Physikvideos und Inhalten auf meiner Webseite (https://universaldenker.de) Tausenden Schülern geholfen, Physik zu verstehen und in der Schule besser zu werden. Für meine Arbeit habe ich keinen einzigen Cent von den Besuchern und Zuschauern verlangt, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Wissen für jeden frei zugänglich sein muss. Jedes Lernvideo, jeder Lernartikel, jede wissenschaftliche Arbeit - dürfen nicht an einen Preis gebunden sein. Wovon soll ich aber leben, wenn ich alles kostenlos anbiete? Ich arbeite hart daran, möglichst vielen Schülern und Studenten ihren Bildungsweg zu erleichtern und trotzdem lohnt sich finanziell meine Arbeit nicht. Warum nicht? Weil Arbeit ungerecht ist! Ein Profi-Fußballer bekommt Millionen fürs Herumkickern, während ein Krankenpfleger oder ein Müllmann um viele Größenordnungen weniger verdient, obwohl er mindestens genauso viel Arbeit leistet, wie ein Fußballer. Die Arbeit des Krankenpflegers oder des Müllmanns ist aus manch einer Sicht sogar nutzvoller und sozialer als die eines Fußball-Profis, denn wenn alle Fußballer verschwinden, wird die Welt nicht untergehen; wenn aber alle Krankenpfleger und Müllmänner boykottieren würden, dann hätten wir ein gewaltiges Problem! Die Omis und Opis würden verrecken und die ganzen Städte wären mit Müll überflutet, weil den Scheiß niemand entsorgt. In der Zukunft werden Krankenpfleger und Müllmänner aber noch mehr Ungerechtigkeit erfahren, denn ihre Berufe werden durch Maschinen ersetzt; ein Fußballer wird aber weiterhin seine Millionen verdienen. Deshalb sollte ein universelles Grundeinkommen eingeführt werden, das zumindest für alle Menschen ein Existenzminimum gewährleistet; ohne darauf zu schauen, was sie genau an Arbeit leisten, sei es Fußballspielen, alte Menschen pflegen, unsere Städte sauber halten, Schülern etwas beibringen oder in der Kälte sitzend nach dem Geld betteln. Alles stellt irgendwie eine Arbeit dar; aus einer Sicht ist sie sinnvoll und zu gut bezahlt; aus der anderen Sicht eher nicht sinnvoll und wird überhaupt nicht bezahlt. Genau wegen dieser Subjektivität, darf die Arbeit aus moderner Sicht nicht das finanzielle Existenzminimum beeinflussen.

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Tobias Claren 19.10.2018, 00:23
283. Nur Idioten glauben noch an Vollbeschäftigung. Mitte des JH 1% Arbeit.

Es ist völlig irrelevant was man davon hält, nur ein Idiot glaubt daran dass "Vollbeschäftigung" noch etwas GUTES ist.
Es ist etwas SCHLECHTES, denn KEIN Gesetz, KEINE Partei, NIEMAND wird den Fortschritt in den nächsten Jahren aufhalten können.
NIEMAND kann die Vollautomatisierung aufhalten.
Und will man das?

Laut Ing-Diba wird es 2030 in Deutschland 59% weniger Arbeitsplätze geben. Statt 31Mio nur noch 13Mio.
Mitte des Jahrhundert könnten es auch 1% oder weniger sein die arbeiten.
Das ist keine Sache der Wahrscheinlichkeit, es wird mit absoluter Sicherheit so kommen.
Denn NICHTS was Menschen machen, kann eine Maschine und/oder Computer-KI nicht übernehmen.
NICHTS.
Ja, eines Tages sogar kreative Arbeit.
Aber in den nächsten Jahrzehnten nicht nur jegliche Agrar-Arbeit (Feldfrüchte werden in vollautomatischen Gebäuden unter LED-Licht reifen und geernet, Fleisch wächst "InVitro" in der Fabrik ohne Tier), sondern auch jedes Handwerk (außer Kunsthandwerk), Streifenpolizisten (lacht nur, das ist kein Witz, und es ist GUT, und Ich bin Polizeikritiker) etc..
Und was die Lebenserwartung angeht sucht mal "Parabiose", "GDF11" etc..
ICH kann mit 39 auch noch 390, 500 etc. werden. Evtl. sterbe Ich gleich am Herzinfakt, aber Ich kann es schaffen.
Die Forschung an Lebensverlängerung UND Verjüngung ist heute schon weiter als die Meisten glauben.
Es gibt keinen biologischen Grund warum Menschen nicht viel länger leben sollten.

Übrigens, laut einem Urteil gegen Facebook darf die Bundesregierung auf ihrem Facebook-Auftritt nicht mehr missliebige Kommentare löschen. Z.B. mit diesem Inhalt hier.
Es ist umstritten dass Facebook mit dem Urteil ein Quasi-Staatlicher Status gegeben wurde (das ein Unternehmen sich an GG-Artikel halten muss, die eigentlich NUR für den Staat sind), aber die Urteilsbegründung sagt noch klarer dass der Staat keine Zensur üben darf.
Ich werde also noch mal versuchen dort was kritisches zur Vollbeschäftigungspropaganda zu hinterlassen.
Inkl. den Zahlen der Ing-Diba. Die Bundesregierung verbreitet ja gerne Zahlen wie "2030 Vollbeschäftigung" die sich sich von prostituierten "Wirtschaftsweisen" kaufen. Denn die können ja schlecht selbst daran glauben.

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AlexanderZirkelbach 22.11.2018, 22:13
284. Eine wunderbare Option

Ein bedingungsloses Grundeinkommen macht nur dann Sinn, wenn es in ausreichender Höhe gewährt wird und wenn es als eine Erweiterung zum derzeitigen Sozialstaat gesehen wird und in die Verfassung als Grundrecht des Menschen aufgenommen wird.
Dazu gibt es nun in Österreich eine BGE-Partei die sich dieses Thema als Ein-Themen-Partei zum Ziel gesetzt hat ein humanes BGE in Österreich als ersten Schritt einzuführen.

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SamuelSpeitelsbach 08.02.2019, 23:56
285. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist möglich

Grundbedingung ist lediglich, dass Empfängern dieses Grundeinkommens die Fortpflanzung untersagt wird.

"Jobverluste durch Digitalisierung" Genau aus diesem Grund sollten sich die Menschen fortpflanzen, die mit der Technischen Entwicklung Schritt halten können. Das Schicksalhafte an unserer sozialistischen Gesellschaft: Das Gegenteil ist der Fall und immer weniger Menschen können einer produktive Arbeit nachgehen.

Lasst diese Menschen leben, gebt ihnen zu leben und wenn sie es schaffen Nettosteuerzahler zu sein, dann haben sie ein Recht auf Fortpflanzung. Ein halbes Kind kann wie in China auch gratis sein. Wenn die Gesetze der Natur nicht mehr missachtet werden, dann wird sofort wieder ein Wirtschaftwunder eintreten und es wird auch tatsächlich immer so weitergehen, solange es Sozialistischen Parasiten nicht gestattet wird wieder zu schmarotzen wollen.

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okav 17.05.2019, 12:34
286. Isolierte Betrachtung

Das liest sich alles, als ob es im Reagenzglas stattfindet. Wer soll denn das Grundeinkommen bekommen? Jeder der den Fuß auf deutschen Boden gesetzt hat? Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand auf der Welt noch für 1000 € arbeiten würde, wenn er in Deutschland 1000€ Grundeinkommen bezieht. Würde es reichen hier eine Meldeadresse und einen Briefkasten zu haben oder reicht schon ein digitales Postfach der Neuzeit um in den Genuss zu kommen. Ich würde ja gerne 1000 € auf mein Online Konto bekommen und dabei die Füße in Thailand am Strand hochlegen. Interessant wäre auch das Verhalten der nächsten Generationen, die in solch einem System groß wird. Die wird sich wahrscheinlich so verhalten, wie die zweite und dritte Generation von Sozialhilfeempfänger, die sich empirisch auch immer weniger aufraffen kann und immer mehr in Ihrem System verharrt. Ich denke nach wie vor, das eine Soziale Gesellschaft dauerhaft nur in einer Leistungsgesellschaft existieren kann, weil es notwendig ist eine genügende Anzahl von Menschen hervorzubringen, die bereit ist über das für sie selbst notwendige Maß hinaus zu schaffen, damit genügend für die Lahmen, Alten, Hinkenden und Kinder da ist.

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lalito 17.05.2019, 14:39
287. hmmm

Zitat von syracusa
Da gibt's diese Kurzgeschichte von Lem: ein autonomer Agrarroboter der unteren Kategorie erhält täglich seine Anweisungen, welche Felder er wie zu bestellen hat. Er fährt dann raus, pflügt, eggt, jätet oder erntet, je nachdem, wie sein Auftrag lautet. Aber eines Tages kriegt er keinen neuen Auftrag. Orientierungslos fährt er ein wenig herum, um doch noch an Aufträge zu kommen, und trifft dabei auch andere Agrarroboter, die genau so wie er keine neuen Aufträge erhalten haben. Schließlich treffen sie einen höhergestellten Verwaltungsroboter, der ihnen die Lage erklärt: der letzte Mensch auf Erden sei in der Nacht gestorben, es gäbe also keinen Bedarf mehr an Agrargütern ...
Also, in Eden, bisschen mehr als eine Kurzgeschichte, war doch der Clou, dass menschliche Raumfahrer auf einem fremden Planeten ein in sich gescholssenes Recycling-System vorfanden. Und, Achtung Spoiler, die Figuren, die es bis zum perfekten Kreislauf optmimiert hatten, die hingen schon seit Jahrmillionen vertrocknet in ihren Höhlen.

Lem ist derart vielschichtig wie brandaktuell. Seine Ausführungen zum Zeitfenster unserer Spezies sind so gültig wie damals. Selbst das religiöse Ding hat er überaus respektvoll in Fiasko behandelt.

Leider mauert da in the US grad' jemand unser aller Zeitfenster insbesondere mit seinen Entscheidungen zur Nutzung fossiler Energieträger Stück für Stück zu, so sad.

Denn, allem Technikglauben zum Trotz, das Ruinierte kurzerhand wieder ins Lot zu bringen, übersteigt auf mittelfristige Sicht die bekannten technischen Möglichkeiten unserer Spezies. Mit den Urwäldern geht die Soil, und damit ist erst einmal Schicht auf dem everywhere-plastic-planet.

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