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Sozialverband: Der gefährliche Blues vom bitterarmen Deutschland
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Ausgegrenzt und abgedrängt: Glaubt man dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, dann sieht es düster aus in Deutschland. Doch solche Schwarzmalerei ist gefährlich - gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise.

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xaindsleena 23.02.2016, 16:01
120. Jau.

Zitat von erik93_de
Spiegel: schäm Dich! Gefährlich ist es nicht, ein Problem zu thematisieren, sondern seine Entstehung zu ermöglichen. Und dann noch die Kritiker mundtot zu machen - in dem man die Kritik als neonazistismus-begünstigend denunziert.
Ich bin zwar froh, dass ein Journalist mal die richtigen Schlussfolgerungen dieser "Armutsvermehrungsbude" (cui bono?) auseinandernimmt - der etwas dümmliche Spruch am Schluss hätte allerdings unterbleiben (oder wenn schon verbleiben, dann wenigsten die LINKE einschließen) können.
Aber gut, ist halt SpOn, wat wisse maachn^^

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wolf1003 23.02.2016, 16:01
121. Neue Fans?

Sollte die soziale Benachteiligung in D nicht Thema der Sozialdemokratie sein? Wieso hat er denn von dort keine neuen Fans zu erwarten? Vermutlich, weil es nicht opportun ist. Man könnte ja "den Eindruck zu erwecken, dass es vielen Menschen in Deutschland immer schlechter geht".

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kuk25 23.02.2016, 16:02
122. Schwer zu ertragen,

finde ich die Art und Weise, in der jede Äusserung mit Blick auf die Flüchtlingskrise hin interpretiert wird. So als gäbe es einen Maulkorb, nur ja nichts zu sagen was vielleicht der AFD nutzen könnte.

Hier im Ruhrgebiet gibt es tatsächlich grosse soziale Probleme, verrotende Schulen und Strassen. Und diese werden noch dadurch verstärkt, dass arme Zuwanderer sich wegen der niedrigen Wohnungspreise hier besonders gerne niederlassen, auh wenn es für sie keine Arbeit gibt.

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Michael CGN 23.02.2016, 16:02
123. Wieder der Versuch Alles zu relativieren und so erst

Recht Füchtlinge zu Sündenbocken zu machen.

Der Kernsatz in der Studie heisst zu Recht: "Die Entwicklung sei ein Indiz dafür, dass Einkommensarmut in Deutschland weniger ein wirtschaftliches als ein politisches Problem sei, schlussfolgern die Autoren."

Da dienen die Flüchtlinge als willkommene Ablenkung. Und AFD und Co. versprechen noch mehr neoliberalen Konkurrenzkampf, Steuerentlastung für Reiche und Besserverdienende und gleich Arbeitsdienst für Hartz IVler.

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elikey01 23.02.2016, 16:03
124. Gefährliche Schwarzmalerei?

Mag sein, dass der Wohlfahrtsverband zuspitzt, ohne dass er im Kern tatsächlich falsch liegen würde. Dafür gibt es nun mal unübersehbare Fakten.

Und die Empfehlung von Katja Kipping/Linke, die Reg. möge ein Bekenntnis abgeben, dass wg. der Migranten/Flüchtlinge keine Sozialleistungen gekürzt würden, wird sicher nicht ohne Grund NICHT aufgenommen - obwohl dies zum Abbau von Ängsten in der Bevölkerung beitragen könnte.
Damit könnte auch der so unfair und hysterisch geführte Kampf der Etablierten gg. die AfD erfolgreicher und überzeugender werden.

Warum man das lieber "anders", also nicht macht? Jeder mag sich selbst seinen Reim drauf bilden. Hilfestellung: Die Mehrheitsinteressen der Bevölkerung werden mit dgl. Reg.Haltung eher nicht gepflegt, sondern welche?

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gott777 23.02.2016, 16:04
125. Super Kommentar 105.

Ich stimme dem 105. Kommentar von Strichnid 100% zu. Aus Gesprächen meiner Eltern weiß ich, dass sie damals eine rosige Zukunft für uns 5 Kinder sahen. Papa ging als Lehrer arbeiten, Mutter kümmerte sich um Haus/Kinder oder ging auch arbeiten. Aber ein Gehalt war genug für alle. Tja und heute? Meine Frau ist zum zweiten Mal schwanger, hat aber keine Arbeit und ich ein Durchschnittseinkommen. Und wir werden von Freunden und Bekannten gefragt ob wir uns das überhaupt leisten können, wie Kinder, ohne in das "Hartz 4 Niveau" zu sinken. Unsere Eltern dachten bei unserer Geburt an unsere hoffnungsvolle Zukunft, wir sehen für unsere Kinder eine düstere Voraus. Klar, dem Kind in Afrika oder Südamerika geht es schlechter, aber man vergleicht mit dem, was um einen herum ist, und was man da sieht, ist ein absteigender Ast.

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undog 23.02.2016, 16:04
126. Dieser Blues

Zitat von StFreitag
Na bis jetzt hat der Spiegel diesen Blues gern mitgesummt. Mal sehen, ob das anhält.
passt nicht zu dem fröhlichen Lied mit Titel:
"Auch die ärmsten Deutschen teilen gern."

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kj.az 23.02.2016, 16:04
127. Schiefes Lied ?

Wenn hier jemand ueberhaupt ein 'schiefes Lied' singt, dann ist es der Autor dieses Kommentars.

Setzen Sie Ihre (moeglicherweise von oben verordnete) rosarote Brille ab, Herr Kleinhubbert, dann sehen Sie auch die Fakten etwas klarer. Ein ueberproportional grosser Anteil der deutschen Bevoelkerung ist aermer dran als jemals vorher in der Geschichte der BRD. Selbst kurz nach 1945 gab es diese Diskrepanzen nicht, da waren alle gleich arm (bis auf ein paar wenige Kriegsgewinnler). Diese Armut wurde aber nicht als solche empfunden, da sie relativ war. Und heute geht es um einen Anteil der Gesellschaft, der vom erreichten mittleren Lebensstandard abgekoppelt wurde. Vielfach trotz eines vollen Arbeitslebens ausgegrenzt ist. Und dieses Gefuehl macht arm, auch in der Seele.

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Mister Stone 23.02.2016, 16:05
128. Ein zynischer Artikel

Nur wer tatsächlich über Reichtum verfügen kann, ist auch wirklich reich.
Was nützt es den 80 Millionen Nichtreichen in unserem Land, wenn "Deutschland" (wer ist das?) angeblich so reich ist (eine Propaganda-Floskel, mit der wir rund um die Uhr bekifft werden), sie aber nix davon spüren dürfen, weil nur die Reichen reicher werden dürfen?

Selbst auf dem dubiosen Reichtumsindex (Human Development Report) stehen wir nur auf Platz 18, hinter Ländern wie Frankreich, Österreich, Island, Irland, Großbritannien, Belgien usw.

Aber hey: Im Verhältnis zu den Hungernden in Burkina Faso geht es unseren Obdachlosen, Niedriglöhnern, Dreifachjobbern, Harz-IV-Empfängern und Armutsrentern saugut, oder?

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GeorgMenz 23.02.2016, 16:05
129. Hetze gegen Sozialverbands-Armutskritik ..

blendet Lebenswirklichkeit aus. Der Autor Guido Kleinhubbert zeigt unverhohlen seine Ahnungslosigkeit von der wachsenden Armut der Bürger durch eine zu geringe Familienförderung, die zu niedrigen Frauenrenten, die Auswirkungen der gebrochenen Erwerbsbiographien, die großen Unterschiede zu den Renten im öffentlichen Dienst usw.
Selbst unsere Bundeskanzlerin verweist in der Korrespondenz auf die Bewertungsfaktoren und die sich daraus ergebende Lebensleistungs-Renten. Damit zeigt diese ein verblüffendes Ausmaß an emotionalem Abstand zu den wehrlosen Arbeitnehmern mit zu geringem Einkommen. Geradezu verblüfft ist man über die Kürzung der Witwen-/Witwerrenten von 60 auf 50 % des verstorbenen Partners. Politiker müssen sich nicht wundern, wenn diesen Ahnungslosigkeit über die wirklichen Verhältnisse und die praktischen Auswirkungen vorgeworfen wird.

Derartige Tiraden zu der berechtigten Aufforderung des Sozialverbandes, mehr Augenmaß für den finanziell schlechter gestellten Bevölkerungsteil zu entwickeln, sind schlicht unappetitliche Hetze und Stimmungsmache.

Wenn Volker Beck als innenpolitischer Sprecher der GRÜNEN gestern in der Sendung UNTER DEN LINDEN davon ausgeht, dass die zunehmende Radikalisierung erst in der derzeitigen Kooaltion entstanden sei, so zeigt das die zunehmende Betriebsblindheit und argumentative Armut. Verantwortungsbewusste sensible Politik zugunsten schwächerer Bevölkerungsteile sieht anders aus. Würde nicht der Wohlstands-Abstand zwischen ARM und REICH ständig wachsen, wäre das ein Beitrag zum sozialen Frieden. Parteipolitische Diffamierungen sind daher eher unangebracht.

Was das Hobby des seriösen Präsidenten des Sozialverbandes Schneider (Rockband) mit den Thema zu tun hat, ist für den Autor unerfindlich: außer Ideenarmut und fehlender gebotenen Distanz zu Funktion und Privatem.

Eine solche Veröffentlichung ist unappetitlich und nur mit spitzen Fingern erträglich. Pfui.

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