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Sparkassenpräsident vor dem Abgang: Der rätselhafte Sturz des Georg Fahrenschon
DPA

Vor einer Woche sollte Georg Fahrenschon als Sparkassenpräsident wiedergewählt werden - dann meldete die "Bild"-Zeitung einen Steuerstrafbefehl. Nun muss er wohl sein Amt abgeben. Ein Fall mit vielen Fragen.

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licorne 15.11.2017, 16:40
1.

Da gab es in Frankreich unter Hollande einen Staatssekretär Thevenoud, der auch seit Jahren keine Steuererklärung gemacht hatte. Er erklärte das mit einer ‚Administrationsphobie‘. Ich glaube, ich habe auch sowas.

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smartphone 15.11.2017, 16:48
2.

Das ist keine Riesendummheit sondern spiegelt die hochtendenziöse Arroganz solcher Leute wieder. Leider ist dieses Verhalten - nennt sich dann Geschäftsordnung- auch nach unten skaliert ... Gehen SIe mal als zB 61 jähriger mit schuldenfreiem immobesitz zu so ner Bank und wollen einen Kleinkredit... man schaut sie an und denkt : In Ihrem Alter- und da laufen sie immer noch da rum .... Kaltlächelnd -und Tschüß . Achja udn dann sitzt soeiner im zB Lionsclub und verteilt als edeler Spender Geld anderer Leute an die z. B. Lebenshilfe ........

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Bibendumx 15.11.2017, 16:57
3. trottelig

Unvorstellbar, dass so jemand mal Finanzminister war. Aber die Kriterien, nach denen jemand als CSU-Spezi Karriere macht, sind sicher unergründlich. Insofern muss man auch nicht viel spekulieren, mit welchen "Zufällen" jemand auch wieder "abgeschossen" wird. Vielleicht wird Dobrindt ja der neue Sparkassenpräsident. Das Zeug dazu hat er!

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smartphone 15.11.2017, 16:59
4.

Das ist keine Riesendummheit sondern spiegelt die hochtendenziöse Arroganz solcher Leute wieder. Leider ist dieses Verhalten - nennt sich dann Geschäftsordnung- auch nach unten skaliert ... Gehen SIe mal als zB 61 jähriger mit schuldenfreiem immobesitz zu so ner Bank und wollen einen Kleinkredit... man schaut sie an und denkt : In Ihrem Alter- und da laufen sie immer noch da rum .... Kaltlächelnd -und Tschüß . Achja udn dann sitzt soeiner im zB Lionsclub und verteilt als edeler Spender Geld anderer Leute an die z. B. Lebenshilfe ........

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prosperede 15.11.2017, 17:11
5. Strafbefreiende Selbstanzeige

… an diesem Fall stimmt irgendetwas nicht oder die Presseberichterstattung ist schlicht und ergreifend völlig daneben. Fahrenschon soll seine Steuererklärung für die Jahre 2012-2014 erst 2016 abgegeben haben. O. k., die Nichtabgabe der Steuererklärung ist eine Steuerhinterziehung. Aber die Abgabe in 2016 ist eine strafbefreiende Selbstanzeige. Das war schon immer so und das war bei allen so. Bei Hoeneß hat es nicht geklappt, da die Selbstanzeige unvollständig war. So, und wo ist der Fehler bei Fahrenschon.

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hjcatlaw 15.11.2017, 17:18
6. Der Mann wird sich bald

wohl einen neuen Job suchen müssen? Wohl kaum. Bei dem Posten, den Fahrenschon in den letzten 6 Jahren bekleidet hat, wird wohl genug für einen vorgezogenen Ruhestand übrig geblieben sein!

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Schlangenzung 15.11.2017, 17:22
7. bayerische Politik as usual

Man wird sich erinnern, dass es einen ähnlichen Fall im Jahr 2001 gab: Der designierte Verbraucherschutzminister Wolfgang Herrmann (damals auch Präsident der TU München) wurde durch Veröffentlichung seiner Steuerakte "abgeschossen". Es wurde nie geklärt, wer damals das Steuergeheimnis verletzt hat, aber man konnte den Eindruck bekommen, dass eine gewisse Partei in den Finanzämtern Bayerns nach Belieben agieren kann. (Vielleicht schaut ein Spiegel-Redakteur ja mal ins Archiv, da lässt sich die ganze Geschichte finden. Es war Anfang Februar 2001)

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ramuz 15.11.2017, 17:24
8. Sie stellen die Frage ...

Zitat von prosperede
… an diesem Fall stimmt irgendetwas nicht oder die Presseberichterstattung ist schlicht und ergreifend völlig daneben. Fahrenschon soll seine Steuererklärung für die Jahre 2012-2014 erst 2016 abgegeben haben. O. k., die Nichtabgabe der Steuererklärung ist eine Steuerhinterziehung. Aber die Abgabe in 2016 ist eine strafbefreiende Selbstanzeige. Das war schon immer so und das war bei allen so. Bei Hoeneß hat es nicht geklappt, da die Selbstanzeige unvollständig war. So, und wo ist der Fehler bei Fahrenschon.
.. ja nicht ernsthaft, sondern lediglich rhetorisch, auf dass dem/der geneigten MitleserIn jemand den Casus erklären möge, oder?
Zitat von Ihnen: "O. k., die Nichtabgabe der Steuererklärung ist eine Steuerhinterziehung."

Dassssss nun reicht aus, um ihn als ehemaligen Finanzminister als vertrauenswürdigen, ehrbaren, moralischen Führungsmenschen (sogar!) für Banker (!) unmöglich zu machen. Sind Sie anderer Meinung??

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Referendumm 15.11.2017, 17:36
9. Ne, SPON, das hat selten was mit "Schlamperei" zu tun.

Ne, SPON, das hat selten was mit "Schlamperei" zu tun. Lt. Aussagen eines Richters an einem Finanzgericht wird so etwas gerne dann gemacht, wenn Verlustvorträge bestehen oder hohe, zu versteuernde Gewinne in einem Jahr eben vor sich hin geschoben werden sollen. Es handelt sich dann schlicht um Steuerhinterziehung, weshalb so etwas dann auch streng gehandhabt wird.

Wie schafft man es, die ungeliebte Steuererklärung so weit vor sich herzuschieben, bis irgendwann der Staatsanwalt klingelt?
Die Finanzamtmühlen laufen bekanntlich langsam; das Hinauszögern stellt daher kein großes Problem dar. Zur Not schmeißt man FA-Aufforderungen einfach weg, den Rest erledigt dann ein "geschickter" Steuerberater.
Gab es keine Warnungen des Finanzamts? Doch klar, aber siehe vorher.
Und ist jemand, dem so etwas passiert, überhaupt geeignet, eine so große Finanzorganisation zu führen? Nö - imho! Wie geschrieben, es handelt sich letztendlich um Steuerhinterziehung - nicht mehr, nicht minder.

>Fahrenschon selbst schob hastig eine Erklärung vor: Es gehe aus seiner Sicht keineswegs um Steuerhinterziehung, sondern um eine "Riesendummheit". <

Ja, ja, und morgen kommt der Weihnachtsmann.

Dass man dem Georg Fahrenschon eins auswischen will und die Sache an "Bild" durchsteckte, steht auf einem anderen Blatt; aber die Steuerhinterziehung hat Fahrenschon begangen, NICHT die anderen, die ihm - aus welchen Gründen auch immer - schaden wollen.

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