Forum: Wirtschaft
Sparkassenpräsident vor dem Abgang: Der rätselhafte Sturz des Georg Fahrenschon
DPA

Vor einer Woche sollte Georg Fahrenschon als Sparkassenpräsident wiedergewählt werden - dann meldete die "Bild"-Zeitung einen Steuerstrafbefehl. Nun muss er wohl sein Amt abgeben. Ein Fall mit vielen Fragen.

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fly2dive 15.11.2017, 20:07
20.

Zitat von prosperede
… an diesem Fall stimmt irgendetwas nicht oder die Presseberichterstattung ist schlicht und ergreifend völlig daneben. Fahrenschon soll seine Steuererklärung für die Jahre 2012-2014 erst 2016 abgegeben haben. O. k., die Nichtabgabe der Steuererklärung ist eine Steuerhinterziehung. Aber die Abgabe in 2016 ist eine strafbefreiende Selbstanzeige. Das war schon immer so und das war bei allen so. Bei Hoeneß hat es nicht geklappt, da die Selbstanzeige unvollständig war. So, und wo ist der Fehler bei Fahrenschon.
Da vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Eine "strafbefreiende Selbstanzeige" setzt voraus, dass das Finanzamt den Tatbestandnicht bereits kennt. Dass Herr Frahrenschon keine Steuererklärung abgegeben hat, war dem Finanzamt aber bereits bekannt, daher kann es keine strafbefreiende Selbstanzeige geben. Anders leigt der Fall, wenn jemand eine Steuererklärung abgegeben hat, aber nicht alle relevanten Tatbestände angegeben hat (Fall Hoeneß) und dies dem Finanzamt unbekannt ist. Dann gibt es die strafbefreiende Selbstanzeige, allerdings muss derjenigen dann aber auch alles & detailiiert nacherklären . Und an der Hürde ist Hoeneß gescheitert, weshalb er zurecht - auch wenn er das unverständlicherweise anders sieht - veurteilt wurde.

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kaltmamsell 15.11.2017, 20:09
21. Dem Verbraucher fallen die Sparkassen auf

durch Gebührenkapriolen, die man mögen muss, und durch eine extrem restriktive Kreditvergabepraxis, die bei einem großen Teil der beantragenden, oft langjährigen Kunden wirklich nicht nachvollziehbar ist. "Ja, EU-Vorgaben, da müssen wir halt so agieren." Ich sage: "Ja, LB-Lasten fallen wohl schon auch noch ins Gewicht." Und überhaupt: Jede Kontobewegung nimmt der Kunde vorteilhafterweise höchstpersönlich am Terminal vor. Muss er quasi schon fast gar. Meine Empathie mit dem Top-Boss hält sich in Grenzen. Und da bin ich sicher nicht allein.

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ziehenimbein 15.11.2017, 20:34
22. Hat er überhaupt jemandem geschadet?

Seine Steuerklärung zu spät abzugeben, mag werweißwie verboten sein, aber er hat sie ja wohl korrekt abgegeben und alle Verbindlichkeiten beglichen. Besonders verwerflich finde ich das jetzt nicht. Es zeugt auch nicht von einer besonders schlechten Moral. Der DSGV hat auch nicht wirklich was mit Entscheidungen zu tun die womöglich auch mich betreffen, die Aufgaben liegen nur im Bereich der Sparkassen, Ausbildung, Rechte am Logo und sowas halt. Da will wohl nur jemand seinen Job haben bekommen und holt sich Hilfe bei den Rechtschaffenen. Das sehe ich eher verwerflich. Jemanden wegen einer Lappalie an den Pranger stellen, um seine eigennützigen Interessen mit Hilfe der öffentlichen Entrüstung durchzusetzen. Das Opfer scheint seinen Job ja soweit ganz gut gemacht zu haben, sonst hätte man ihn nicht erneut wählen wollen? Irgendwann sind wir soweit, dass jemand der mal falsch geparkt hat, kein Verkehrsminister sein darf.

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fly2dive 15.11.2017, 21:10
23.

Zitat von ziehenimbein
Seine Steuerklärung zu spät abzugeben, mag werweißwie verboten sein, aber er hat sie ja wohl korrekt abgegeben und alle Verbindlichkeiten beglichen. Besonders verwerflich finde ich das jetzt nicht. Es zeugt auch nicht von einer besonders schlechten Moral. Der DSGV hat auch nicht wirklich was mit Entscheidungen zu tun die womöglich auch mich betreffen, die Aufgaben liegen nur im Bereich der Sparkassen, Ausbildung, Rechte am Logo und sowas halt. Da will wohl nur jemand seinen Job haben bekommen und holt sich Hilfe bei den Rechtschaffenen. Das sehe ich eher verwerflich. Jemanden wegen einer Lappalie an den Pranger stellen, um seine eigennützigen Interessen mit Hilfe der öffentlichen Entrüstung durchzusetzen. Das Opfer scheint seinen Job ja soweit ganz gut gemacht zu haben, sonst hätte man ihn nicht erneut wählen wollen? Irgendwann sind wir soweit, dass jemand der mal falsch geparkt hat, kein Verkehrsminister sein darf.
Da Sie einen Vergleich aus dem Straßenverkehr gewählt haben, hier mein "Gegenvergleich": Jemand fährt ständig zu schnell, bezahlt aber das Bußgeld immer sofort. Wem wurde geschadet, warum sollte er zusätzlich mit einem Fahrverbot bestraft werden? Antwort: Weil er mehrfach zumindest fahrlässig, wenn nicht gar vorsätzlich, gegen geltendes Recht verstoßen hat.
Davon völlig unabhängig ist die Frage, warum dass gerade jetzt an die Presse lanciert wurde. IMHO beruht das auf den (leider) üblichen politischen "Spielchen" - halt Parteifreunde

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neowave 15.11.2017, 23:14
24. Dann lassen Sie uns doch mal teihaben

Zitat von Shelly
in NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Berlin etc. denke, da wird mir nicht schwarz vor Augen, sondern rot-grün! Bei all den Skandalen in allen (!) Parteien und allen (!) Bundesländer, schaffen es die Bayern immerhin, halb rotgrün-Deutschland finanziell zu erhalten.
Dann lassen Sie uns doch mal teihaben an den Skandalen -wer, wann wo? Wissens, es ist diese Arroganz, die mich jedesmal rechtzeitig tanken lässt, um in Ihrem Bundesland blos nicht anhalten zu müssen. Von Flick bis Hönnesss, von Strausss bis zu den CSU-Landtagsabgeordeten mit angestellten Familienangehörigen - und Gustl Mollat in der Klapse: Ein bisschen, ein kleines bisschen Demuth statt ewig den Grosskotz zu geben, das ständ Ihnen und ihresgleichen gut an. By the Way: Wenn "Schlangenzung" anmerkt, dass " dass eine gewisse Partei in den Finanzämtern Bayerns nach Belieben agieren kann." dann seien Sie versichert, dass er bei weitem nicht der einzige mit dieser Einschätzung ist. Georg Fahrenschon wird dem vermutlich auf zustimmen....

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Minster 16.11.2017, 00:01
25.

Nunja, dieses "Petzen" hat immerhin den richtigen getroffen. Mag zwar mit Beigeschmack sein, aber wenn man sich doch zuviele "Feinde" gemacht hat, hätte man so eine "Riesendummheit" nicht machen sollen. PP (persönliches Pech)

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Grundrechte 16.11.2017, 04:46
26. Ein Knaller, aha

O-Ton Spon - nach allem, was man weiß - wie toll. Spon munitioniert die öffentliche Vorverurteilung, bevor hier auch nur annähernd rechtskräftige Fakten geschaffen werden. Wo bleibt Ihre journalistische Qualität und insbesondere fundierte Recherche in diesem schönen Land? Wir alle leben hier in der vermeintlichem Gewissheit, weder vorverurteilt noch abgeholt zu werden ohne rechtsstaatliches Urteil. Mit freundlichen Grüßen, #steueranwalt #ledererlaw.de Und nein, die Steueranwälte sind nicht am vermeintlichen Minderaufkommen schuld, sondern Garant dafür, dass wir nicht dahin zurückfallen, wo wir vor nicht allzulanger Zeit schon einmal waren!

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vadim1960 16.11.2017, 07:30
27. EU Einlagensicherung

Fahrenschon hat sich wiederholt ablehnend zur europäischen Einlagensicherung positioniert. Insofern gibt es bei einigen Politikern ein Intetesse daran, ihn loszuwerden, verbunden mit der Hoffnung, dass der Nachfolger dem Thema aufgeschlossener gegenübersteht.

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dbrown 16.11.2017, 07:58
28. Gerechte 'Strafe'!

Aber selbst wenn er gehen muß: so jemand hat genügend alte Seilschaften, die ihm einen neuen, hochdotierten Job zuschustern. Bin mal gespannt, ob er sich noch eine fette Abfindung auszahlen läßt, in solchen Kreisen ja nicht ganz unüblich.

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unpolit 16.11.2017, 09:09
29. Bayern halt - Amigo-Land

CSU-Spezln: Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr.
Wo war denn der Aufschrei, als durch Tricksereien bei der Abrechnung von Laborleistungen an Krankenkassen hübsche Sümmchen abgezweigt wurden?

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