Forum: Wirtschaft
Sparpläne: Griechisches Parlament billigt Massenentlassungen
REUTERS

Wütende Proteste in Athen, Erleichterung in Berlin: Das griechische Parlament hat den Weg für Massenentlassungen im öffentlichen Dienst freigemacht. Damit kann die Finanzhilfe der EU-Troika weiterfließen.

Seite 1 von 5
gewgaw 17.07.2013, 23:48
1.

Zitat von sysop
Wütende Proteste in Athen, Erleichterung in Berlin: Das griechische Parlament hat den Weg für Massenentlassungen im öffentlichen Dienst freigemacht. Damit kann die Finanzhilfe der EU-Troika weiterfließen.
Griechenlands Regierung will 15.000 Beamte feuern - SPIEGEL ONLINE

Über Generationen haben die herrschenden Regierungen den Griechen Jobs in der Verwaltung zugeschanzt. Im Jahre 2010 zählte Griechenland nach amtlichen Angaben 768.009 Staatsdiener - bei rund elf Millionen Einwohnern. Seit Jahren versucht Athen, die Zahl überflüssiger Beamteter zu verringern, seit Jahren fordern die Euro-Retter konsequente Maßnahmen. Mit mäßigem Erfolg. Die Zahl der Staatsdiener sinkt nur langsam. Und Griechenlands Probleme wachsen weiter.

Mir scheint wir leben doch in einer Matrix mit Syntaxerror, da stetige Wiederholungsschleife - es langweilt nur noch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
donrealo 17.07.2013, 23:50
2. Nennen wir das Kind beim Namen

"Konkursverschleppung" reloaded.
Was für eine abgkartete Fars.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
artusdanielhoerfeld 17.07.2013, 23:50
3. Ich fürchte...

...den Griechen wird irgendwann dämmern, dass friedliche Demonstrationen niemanden interessieren. Auch Randale-Demos bringen nichts. Erst, wenn die Bürger die "Volksvertreter" mit nackter Gewalt entfernen, wird sich etwas ändern. Aber alles Reden und Protestieren ist nutzlos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stfns 17.07.2013, 23:51
4. Im Aufschwung

ist das alles etwas leichter. Vor allem Lehrer zu entlassen dürfte für die zukünftige Entwicklung interessante Auswirkungen haben. Man "verheizt" schließlich das Potential, das in der Jugend steckt. Die ja ohnehin keinen Job findet. Und die Kaufkraft der dann ehemals Bediensteten wird sowieso wegfallen. Ob die Konditionalität des IWF wirklich den Turnaround bringt.. ich bin jedenfalls höchst gespannt, wann es wieder aufwärts geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wanneeickel 18.07.2013, 00:38
5.

Zitat von sysop
In Berlin und anderen europäischen Hauptstädten dürfte das Ergebnis der Abstimmung mit Erleichterung aufgenommen worden sein.
Hier in Wanne-Eickel auch, das können Sie glauben.
Wir sind sowas von erleichtert über das Abstimmungsergebnis, haben sich doch die Griechen in der Vergangenheit IMMER als zuverlässig, glaubwürdig und selbstlos erwiesen. Auf die ist Verlaß!
Zitat von sysop
Wäre sie anders ausgefallen, hätte das gesamte Rettungsprogramm für Griechenland zur Disposition gestanden.
Ouuh, ja, genau. Zur Disposition. Rettungsprogramm.
Hätte gaanz übel werden können, das.
Schäuble höchstpersönlich hätte dann.
Aber so richtig.
Zitat von sysop
Die Troika hatte die Verkleinerung des öffentlichen Sektors in Griechenland immer wieder zu einer der Top-Prioritäten erklärt. Hätte Athen sich verweigert, wäre die Zahlung der nächsten Tranche von Finanzhilfen kaum zu rechtfertigen gewesen.
Nee, das wäre dann wohl nicht mehr gegangen.
Gut, die Griechen haben die Geldgeber, aka uns Steuerzahler, seit 2010 permanent verarscht, aber die Troika hat, nicht zuletzt in unser aller Namen, immer wieder drohend den Zeigefinger gehoben.
Und Wolfgang auch. In unserem Namen. Drohend!
Zitat von sysop
Die Angst vor einem griechischen Staatsbankrott, die bereits als überwunden galt, wäre mit Wucht zurückgekehrt.
Gottseidank: der rettende Konjunktiv, der uns alle wieder ruhig schlafen läßt.
Auch weil Schäuble heute wieder betont hat, daß...HALT!

SPON, jetzt aml im Ernst: merkt Ihr eigentlich noch, was Ihr da für einen, ich sag's mal im Klartext, Bullshit rauf und runter schreibt?
Merkt Ihr eigentlich, was das alles für eine elende Volksverarsche ist, die in solchen Durchhalteartikeln steckt?
Wenn nein, dann seid Ihr das Zeilenhonorar nicht wert.
Wenn ja, dann seid Ihr das, was ich schon lange vermute: Honorarschreiber auf der Schleimspur der Eurokraten und Bankster.
Der SPIEGEL war für mich über rund 40 Jahre, die ich ihn lese, so was wie ein Leuchtfeuer.
Jetzt ist er, nicht zuletzt durch solche "Journalisten", nur noch eine trübe funzelnde Imitation des Neuen Deutschland.
Unglaubwürdig geworden.
Denke mal, schlimmer es für Journalisten nicht mehr kommen als unglaubwürdig beim Leser zu werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
toskana2 18.07.2013, 00:42
6. Augiasstall

Zitat von sysop
Wütende Proteste in Athen, Erleichterung in Berlin: Das griechische Parlament hat den Weg für Massenentlassungen im öffentlichen Dienst freigemacht. Damit kann die Finanzhilfe der EU-Troika weiterfließen.
Es fällt einem schwer, der in Lohn und Brot steht,
anderen Verzicht abzuverlangen.
Andererseits, wenn es rund 700.000 Staatsbediensteten gibt, dann ist fast jeder 12ter
Grieche beim Staat tätig.

Also hat Schäuble nicht unrecht,
wenn er von der "Überdimensionierung"
der griechischen Verwaltung spricht.

Noch viel schlimmer aber als die Überdimensionierung des Verwaltungsapparates, ist dessen verdammenswerte Uneffizienz!
Wer in Griechenland mit Behörden zu tun bekam,
der weiß, was damit gemeint ist!

Ich kenne und mag das Land gerne,
weil ich dort oft meinen Urlaub verbringe.
Dazu gehört auch manche unschöne Erfahrung.

Leider präsentiert sich mein Hellas heute im Zustand eines riesigen Augiasstalls.
Dass Samaras und Konsorten die Aufgabe eines Herkules' stemmen könnten,
kann man nicht ausschließen,
aber für wahrscheinlich halte ich es nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unsermichel 18.07.2013, 00:52
7. Wieso Erleichterung?

Ich mag mir kein Urteil über einen vielleicht aufgeblähten griechischen Staatsapparat erlauben, sehe aber 12500 Menschen (und deren Familien) weiterhin in der Abwärtsspirale, die schon Tausende unter die Existenzgrenze und damit Armut geführt hat. Wieso sollte da "Erleichterung" aufkommen? Doch wohl nur bei jenen, die das Geld über alle Werte stellen und damit die eigentlichen Feinde unserer Demokratie sind. Und bei uns, in NRW, protestieren die ohnehin privilegierten Beamten, weil sie eine Nullrunde einlegen sollen. Wobei ich die Polizisten ausnehme, denn die sind wahrlich nicht überbezahlt, wenn man ihre Leistung für die Gesellschaft als Maßstab nimmt. Doch auch deren Protest ist unverhältnismäßig, wenn unsere Bundesregierung in vorderster Linie darauf erpicht ist, andere Länder kaputtzusparen. Ja, wenn die Armut zurückschlägt, dann ölen sich die Merkels und Schäubles längst in ihren Ruhebezügen ... nach uns die Sintflut!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yo_ma_sofa 18.07.2013, 00:54
8. Es werden also zusätzliche Pöstchen vergeben

15.000 Abgänge aus einem Bestand von 700.000 Alimentierten entsprechen 2.14%. Was bei einer Dienstzeit von 46.7 Jahren und einer ausgeglichenen Altersstruktur alleine mit planmäßigen Pensionierungen zu erreichen wäre.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass die reguläre Dienstzeit weit weniger als 46.7 Jahre beträgt, also weiterhin oft zweckfreie Stellen auf Gefälligkeitsbasis zusätzlich besetzt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dio_genes 18.07.2013, 00:56
9. Fehler

Angesichts des aufgeblähten öffentlichen Dienstes in GR (der zudem oft schlecht arbeiten soll wie man hört) ist eine Reduzierung der Staatsbediensteten sicher richtig. Zumal 2 % wirklich lächerlich sind wenn man es mal mit Deutschland vergleicht, wo es im öffentlichen Dienst eine deutlich bessere Effizienz gibt.

Allerdings war es ein Fehler, dass Außenstehende (auch wenn sie Kreditgeber sind) konkrete Vorgaben machen.

Statt dessen hätte man nur zwei Bedingungen stellen müssen:
1) Reduziert die Staatsausgaben jährlich um 3 Prozent in den nächsten 10 Jahren.
2) Versteuert endlich die Bonzen und treibt die offenen Steuern auch ein.

So hat man nun für jede Einzelmaßnahme den schwarzen Peter und dient als Sündenbock für die Griechen.
Allerdings, wenn man es genau betrachtet, das scheint so gewollt zu sein, damit man die jeweiligen Landespolitiker aus der Schusslinie nimmt (auch wenn das nicht immer so klappt).
Die Welt wird manchmal bewusst kompliziert gestaltet, damit jeder die Verantwortung auf den anderen schieben kann und niemand zur Rechenschaft gezogen wird.
Langsam durchschauen aber alle diese Spielchen. Das ist einer der Gründe für Politikverdrossenheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5