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Sparpläne von General Motors: Opel-Stammwerk Rüsselsheim verliert Astra-Produktion
DPA

Es ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten im Rüsselsheimer Opel-Stammwerk: Sie dürfen ab 2015 keine Astra-Modelle mehr produzieren. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, soll die Fertigung dann komplett ins Ausland verlagert werden.

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wika 17.05.2012, 11:41
10. Akzeptierten einen Lohnverzicht …

… na also es geht doch noch schlimmer. Auf der einen Seite wird Solidarität mit den banken und Konzernen gefordert, da sind die Engländer dann den deutschen Arbeitnehmern, so scheint es um Meilen voraus. Natürlich erstirbt deshalb die Solidarität der Deutschen, wir sind da etwas feiner und realisieren dies steuerbasiert dann über Bankenrettung und Rettung ganzer Nationen. Nun da ja die Optimierung der Volksausbeute das höchste Ziel zu sein scheint, müssen wir uns also nicht verstecken, wir sind voll dabei.

Das dann am Ende die ganzen anderen Rettungspläne nicht mehr so ganz funktionieren, weil ja die breite Masse stets weniger verdient (darüber gibt es bezogen auf Deutschland doch reichlich Statistiken) und damit irgendwann auch die Steuereinnahmen wegbrechen, dass scheint nicht so sehr von Belang. Toll wenn die Profitabilität das einzige Kriterium ist.

Mal still und leise weitergedacht, da würde ich sagen, dass die Kosten für die Umrüstungen, Umstellungen und Verlagerungen kaum wieder hereinkommen, bevor Opel dann ganz die Grätsche macht. Aber auch solche Fehlplanungen interessieren dann niemanden mehr, man hat ja dann alles Menschenmögliche getan. Bei mir bleiben da aus mehrerlei Gründen allerhand Fragezeichen in den Augen stehen … (°!°)

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Inuk 17.05.2012, 11:46
11. Opel

Zitat von sysop
Es ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten im Rüsselsheimer Opel-Stammwerk: Sie dürfen ab 2015 keine Astra-Modelle mehr produzieren. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, soll die Fertigung dann komplett ins Ausland verlagert werden.
Nachdem die Opel-Mitarbeiter durch ihre Zugeständnisse um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes nach und nach ausgeblutet wurden, verlagert nun der Mutterkonzern die Produktion des Astras ins Ausland. Sicherlich kann der Konzern ob der hohen Zahl von Arbeitslosen dort, noch mehr aus den Arbeitssuchenden herausholen.
Hier werden wieder hoch qualifizierte Fachkräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt. Aber die brauchen keine Angst zu haben. Fachkräfte werden händeringend gesucht, oder?

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Umbriel 17.05.2012, 11:49
12. Opel ist eben nur eine Tochter - weil GM das so will

Zitat von dlmb
Oder woher kommt die (gespielte) Überraschung, dass Modelle immer wieder wechselnd in verschiedenen Werken zusammengeschraubt werden? Das ist doch schon seit Jahrzehnten so.
Das ist natürlich sehr oberflächlich gesehen.

Tatsächlich geht es ja um etwas anderes. Rüsselsheim ist kein austauschbarer Montagestandort, sondern eine kastrierte Subkonzernzentrale.

Die Amis wollen sie gut genug, um Qualität zu entwicklen und zu produzieren, aber klein genug, um sie herumscheuchen zu können.

Wenn Rüssensheim zu gut ist, wird es gedeckelt, damit es kein zu großes Eigenleben entwickelt.

Einen besonderen Wert, Rüsselsheim als Konzernstandort strategisch langfristig auszubauen und zu stärken, gibt es nicht. Werte werden stets abgeschöpft, Kanibalismus darf nur der US - "Staatskonzern" GM.

Interessant und wichtig ist aber ein Aspekt: Als es auf der Kippe stand, Opel aus dem Konzern herauszulösen, unternahm GM einiges, um das zu vermeiden.

Daher sollten alle Beteiligten im langfristigen strategischen Interesse diese Karte weiterspielen.

Entweder Opel erfolgreich aus dem US - "Staatskonzern" GM herauskaufen oder vor Ort so viel Widerstand leisten, daß GM irgendwann die Lust verliert.

Gewerkschaften, Medien und Politik können das auf jeden Fall erreichen.

GM anprangern wo immer es geht, härteste Finanz- und Steuerprüfungen vor Ort, Umweltauflagen hochschrauben, Steuern erhöhen, Arbeitskampf mobilisieren - alles auf einmal. Und eine Transfergesellschaft vorbereiten.

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Rodelkönig 17.05.2012, 11:50
13.

Zitat von dlmb
Ist sonst nichts in der Welt passiert, dass man so eine nichtssagende Meldung als großen Aufmacher bringen muss? Ab 2015 wird in Rüsselsheim nicht mehr der Astra gebaut, sondern ein anderes Modell neben dem Insignia. Wow. Irgendwie nicht sehr spektakulär, oder? Oder woher kommt die (gespielte) Überraschung, dass Modelle immer wieder wechselnd in verschiedenen Werken zusammengeschraubt werden? Das ist doch schon seit Jahrzehnten so.
Wer die Berichterstattung dazu in den letzten 6 Wochen verfolgt hat, weiß, dass das ein eindeutiges Signal ist. Der Verlust des Astra für das Werk bedeutet, dass es sich früher oder später auf die Schließung einstellen kann ... genau wie Bochum. Langfristig wird Eisenach, weil es das neueste und modernste ist, das letzte Opelwerk in Deutschland sein. Den Rest wird GM wahrscheinlich nach Frankreich und Tschechien auslagern, was ja auch schon von GM inoffiziell angekündigt bzw. angedeutet wurde. Selbst einen großen Teil der Opeler Entwicklungsabteilung will GM einstampfen und die Entwicklung zu Peugeot nach Frankreich vergeben. Die Opeler Entwicklungsabteilung gilt weltweit als eine der führenden in dieser Fahrzeugklasse. Dass GM die trotzdem einstampfen will, zeigt, dass es da nicht nur um wirtschaftliche Aspekte geht, sondern dass GM damit noch andere Ziele verfolgt.

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dunnhaupt 17.05.2012, 11:51
14. Ins

Ach, und ich dachte, Europa sei jetzt ein gemeinsames Wirtschschaftsgebiet. Da sollten wir uns doch eigentlich freuen, dass GM die Fertigung des Astra weiterhin in Europa lässt.

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Umbriel 17.05.2012, 11:54
15. Astra ist der Opel-Golf

Zitat von dlmb
Ich weiß nicht, was an "Ihr baut ab 2015 nicht mehr den Astra, aber dafür ein anderes Modell neben dem Insignia mit dem Ziel der Vollauslastung" nun wie eine Horrormeldung klingt. Auch wenn der Spiegel sich alle Mühe gibt, das zur Horrormeldung aufzublasen, inhaltlich geben die Fakten das einfach nicht her.
Der langweilige Astra ist der traditionelle Opel-Golf und somit das Volumenmodell.

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idealist100 17.05.2012, 11:55
16. Richtig

Zitat von meisp
... mögen auch die Polen den Astra kaufen!!!
So wie die Rumänen die Nokia Handys.

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derostwestfale 17.05.2012, 11:57
17. nicht klagen...

... sondern neue Chancen suchen. Citroen hat ja den C5 schon angeboten. Teilefertigungen für die hoffnungslos überlasteten Werke in Wolfsburg und Stuttgart: Warum denn nicht?
Opel ist die einzige Marke, die meines Wissens nach noch ihr eigenes Süppchen kocht und dadurch ein erhöhtes Risiko geht. Selbst wenn Werke geschlossen werden können diese immer noch von anderen Herstellern aufgekauft und umgerüstet werden. Ein wenig mehr Vorstellungskraft und Flexibilität statt immer nur in Plastik und mit Trillerpfeifen herumlaufen wäre hier angesagt. Merke: Wer durch Lohnkürzungen darauf hofft seinen Arbeitsplatz zu retten, arbeitet in einem nicht rentablen Unternehmen und sollte sich daher schnellstens etwas anderes überlegen. Früher oder später kommt ohnehin das Aus.

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sagmalwasdazu 17.05.2012, 11:59
18. Anschlußverwendung.....

Zitat von Freifrau von Hase
Klingt zunächst wie eine Horrormeldung, aber anstelle der Belegschaft würde ich mir keine Sorgen machen. Wir haben ja überall dramatischen Fachkräftemangel, wie uns die Medien, Unternehmer und Politiker nicht müde werden zu erzählen. Die Arbeiter sollten also quasi aus dem Werk weg für neue Jobs rekrutiert werden!
....immer wird suggeriert, das " Fabrikarbeiter " nicht Qualifiziert
seien. Wie kann da von " Fachkräften " geredet werden ?
Ein erheblicher Anteil der Belegschaft besteht ebenfalls
aus Leiharbeitern.

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vincent1958 17.05.2012, 11:59
19. Seit wann...

Zitat von Freifrau von Hase
Klingt zunächst wie eine Horrormeldung, aber anstelle der Belegschaft würde ich mir keine Sorgen machen. Wir haben ja überall dramatischen Fachkräftemangel, wie uns die Medien, Unternehmer und Politiker nicht müde werden zu erzählen. Die Arbeiter sollten also quasi aus dem Werk weg für neue Jobs rekrutiert werden!
...wann ist ein Fliessbandarbeiter ein Fachkraft?

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