Forum: Wirtschaft
Sparpolitik: Bundesbank-Chef tadelt Frankreich

Die EU-Kommission hat Frankreich gerade mehr Zeit gegeben, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Doch nun erhöht Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Druck auf Paris: "Das ist für mich kein Sparen", sagte der Deutsche.

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darkview 09.05.2013, 08:55
1. Ich versteh es einfach nicht...

Warum versteht keiner dieser ver******* deutschen Politiker, oder die, die sich dafür halten, dass diese Politik in den Abgrund führt? Was ist das Ziel? Deutschland ist in einem Jahr auch soweit. Und wenn die amderen das Spardiktat diktieren, dann können wir uns hier warm anziehen. Dan ist die Wahl zwar erstmal vorbei, aber hoffentlich werden die Deutschen dann endlich verstehen, was hier wirklich passiert. Und endlich aus ihren Löchern kriechen. Wobei wir hier, im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, nicht mit den Gewerkschaften rechnen brauchen.

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silberrücken99 09.05.2013, 09:03
2. anmaßend..

es steht Herrn Weidmann nicht an die französische Regierung zu mahnen. Sollte er Probleme haben hat er die EZB oder die französische Nationalbank als Gesprächspartner. Bisher war man immer bemüht die Nationalbanken und Politik zu trennen. Insofern wäre Zurückhaltung angebracht.

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joachim-neudert 09.05.2013, 09:05
3.

Früher hieß "Sparen", es wird eingenommenes Geld als Reserve zurückgelegt. Auch im privaten Hauswirtschaften versteht man das so.
In der Politik heißt "Sparen": es werden jährlich statt 5% neue Schulden nur 3% neue Schulden gemacht...

Großartig...

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Progressor 09.05.2013, 09:05
4. Mal Ball flach halten

Ich halte es für unangemessen, wenn sich ein deutscher Bundesbankpräsident zu einem Thema äussert von dem er erkennbar nichts versteht und dann auch noch in dieser Weise.

Der auf Betreiben der deutschen Regierung auferlegte Fiskalpakt und die ESM-Bedingungen waren und sind falsch. Die EZB hat dies von vornherein erkannt und ausgehebelt. Dieser Tage (SPON berichtete) hat Schäuble sein Einverständnis damit erklärt. Sparen im Euroland ist nicht mehr.

Wenn ich Weidmann wäre, hätte ich die Anpassung der Lohnstückkosten via Absenkung der Mindestlöhne in den Problemländern angemahnt.

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hj.binder@t-online.de 09.05.2013, 09:09
5. Weidmann

Ich weiß nicht wo der Mensch Deutsch gelernt hat: Nochmal und ganz langsam, dass ein Merkle-Bundesbanker es auch begreift: Was die Finanzgangster (EZB, IWF) von den Staaten verlangen ist kein Sparen, sondern Streichung von lebensnotwendigen Leistungen für die Staatsbürger zugunsten der Banken.
Dass mit einem solchen vorgehen demokratisch legitimierte Politiker Probleme haben spricht nur dafür, dass der Anstand doch nicht ganz verzockt worden ist.

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Eisenstemmer 09.05.2013, 09:09
6.

Das Statement Weidmanns unterstreicht, dass die Kernachse des Euro, naemlich Berlin -Paris, zu brechen droht. Weil der "deutsche Euro" dem stabilen Norden, der "franzoesische Euro" jedoch dem instabilen, waehrungsweichen Sueden angehoeren. Diesen polaren Zugkraeften standzuhalten, wird, bei aller Neigung zu voelkerfreundschaftlichen Bekundungen, nicht gelingen. Weil es nicht ausreicht, den inhaerenten Gesetzen wirtschaftlicher Dynamik politische Bekenntnisse im Stile Friedmans entgegenzustellen. Sobald die Euro-Schwergewichte Frankreich und Deutschland jeweils divergierenden Bloecken im ohnehin frsgilen Euroverbund angehoeren und sich damit substantiell als Waehrungsgegner wahrnehmen, ist es un die sogenannte Gemeinschaftswährung geschehen.

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Wowiweg 09.05.2013, 09:17
7. Öffentliche Ratschläge

sollte man in dieser Situation vermeiden.

Selbst die Sozialromantiker in der französischen Regierung begreifen langsam, daß es zu harten Reformen kommen muss. Die Leute auf der Straße wissen es längst. Der Stillstand in Paris kommt daher, weil Genosse Hollande auf einen rot(rot)grünen Wahlsieg in Berlin hofft. Dann braucht er weiter gar nichts zu tun, weil die Genossen den deutschen Mittelstand schlachten und das Portemonnaie öffnen werden.

Bis dahin hält er fein die Füße still.

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bio1 09.05.2013, 09:17
8. Sparen = Wirtschaftskrise

Zitat von sysop
Die EU-Kommission hat Frankreich gerade mehr Zeit gegeben, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Doch nun erhöht Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Druck auf Paris: "Das ist für mich kein Sparen", sagte der Deutsche.
Nach der Bundestagswahl wird wohl auch in Deutschland gespart werden und damit auch die Wirtschaft endgültig abgewürgt werden, siehe den Süden Europas und Irland. Doch unbeirrt wird diese verheerende Politik weitergeführt – von Wirtschafts”experten” und Frau Merkel verteidigt - sogar von vielen "schwäbischen Hausfrauen".

Dabei ist Überschuldung nur logische Konsequenz unseres Zins-Zins basierten Geldsystems. Es führt zu eskalierender Verschuldung bzw. Geldvermögen, damit zu Wirtschafts- und Vertrauenskrisen.
Raubtier-Kapitalismus | Friedensblick

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Gruuber 09.05.2013, 09:19
9. Die absolut tödliche Zinseszinsformel der Kapitalisten ("Ackermänner"),

die in rasender Geschwindigkeit in den finanziellen und wirtschaftlichen Untergang der Welt führen wird, wenn diese Entwicklung nicht gestoppt wird:
Kn = K0 x ((p / 100) + 1)n

Wobei Kn das Endkapital inkl. Zinsen nach n Jahren darstellt. Ko das angelegte Anfangskapital, p den Zinsatz in Prozent und n die Anzahl der Jahre, die das Kapital angelegt ist.

Wobei es sich um eine Exponentialfunktion(!!!) handelt, bei der rasch Beträge entstehen, die kein Finanzsystem und schon gar keine Realwirtschaft aufbringen kann.

Es kann ja jeder, der einen wissenschaftlichen Taschenrechner besitzt, die Beträge, die heute auf den Finanzmärkte hin und her geschoben werden, einsetzen und schauen, was bei den Zinsen, welche Gemeinwesen und Kreditnehmer zahlen müssen, nach nur 100 Jahren passiert würde. Das sind - wie oben bereits angeführt - Beträge, welche die ganze Welt nicht aufbringen könnte. Schon gar nicht, wenn man noch einige Generationen weiter rechnet.

Aber diese Formel zeigt noch etwas anderes auf, was aber unseren selbst ernannten "Sparpolitikern" und ihren anscheinend zum Analysieren völlig unfähigen Wirtschaftsexperten und Beratern unbekannt sein dürfte. Anders bei den Mathematikern, denen - so wie die o.a. Zinseszins-Untergangsformel - längst auch folgende Tatsache bekannt ist.

Nämlich, dass diese Formel nur durch Drucken von Unmengen an Geld erfüllt werden kann. Denn wenn ich zu einem Grundkapital dauernd Zinsen und Zinseszinsen hinzufügen muss, muss auch ständig eine Geldvermehrung stattfinden. Wo sollte sonst das riesige Mehr an Geld beim Ergebnis der Formel ständig herkommen? Und irgendwann wird sogar die ganze Welt ein geschlossenes System sein, wo man sich nur mehr gegenseitig ausplündern kann.

Dass wir bereits fast am Ende der exponentialen Fehlentwicklung stehen, ist auch an den in immer kürzeren Abständen geschnürten Rettungspaketen für Banken zu sehen. Wobei diese Rettungspakete auch mit immer größeren Beträgen geschnürt werden müssen. Weiters erkennt man das an der Tatsache, dass immer weniger damit gerechnet wird, dass die herrschenden Schulden auch tatsächlich zurückgezahlt werden können.

Zinseszinsgeschäfte ohne direkten Bezug zur Realwirtschaft müssen daher verboten werden. Geld, das nur für profitträchtiges Hin und Herschieben auf Finanzmärkten ohne Bezug zur Realwirtschaft verwendet wird, muss wegbesteuert werden. Kredite an die Wirtschaft und Konsumenten sollen möglichst ohne Zinseszinsen vergeben werden. Eventuell von streng kontrollierten Geldinstituten der Wirtschaftsvertretungen selbst und von streng kontrollierten Geldinstituten des Staates.

Es kann jeder darauf wetten, dass dann auch mehr Geld für die Wirtschaft und die Staatsaufgaben bliebe als jetzt unter den auf Teufel profitoptimierenden "Ackermännern".
Allerdings bliebe als Alternative auch noch der finanzielle und wirtschaftliche Weltuntergang.

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