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SPD-Forderung an GroKo: Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung
DPA

Was könnte die SPD in einer neuen großen Koalition durchsetzen? Gesundheitsexperte Karl Lauterbach pocht auf die Abschaffung der privaten Krankenversicherung - und erntet den wütenden Protest der Ärztelobby.

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jura12 27.11.2017, 15:37
20. Zwei-Klassen-Medizin

Die Lobbyverbände haben Angst um ihre Pfründe. Nur aus diesem Grund soll das bisherige ungerechte System beibehalten werden.
Die Minderheit der Privatversicherten zahlt das Dreifache der Gebühren und subventioniert damit auch gutsituierte leitende Angestellte, die sich und ihre ganze Familie zu einem Spottpreis versichern.
Umgekehrt zahlen alle gesetzlich Versichertenden Preis hierfür mit langen Wartezeiten bei Fachärzten, auch wenn es dringend ist und der Gesundheitszustand sich während der Wartezeit verschlechtert.
Dieses System ist zutiefst ungerecht und gehört abgeschafft. Lauterbach hat völlig Recht, die SPD sollte ihre Koalitionsbereitschaft von der Einführung einer Bürgerversicherung abhängig machen, damit dieser Unfug ein Ende findet.

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echobravo 27.11.2017, 15:38
21. Pkv

Ich habe kürzlich einen Termin bei einem HNO Arzt in HH gesucht, Wartezeit drei Monate. Dank Onlineterminvergabe konnte ich dann auch feststellen, dass in den drei Monaten täglich mehrere Termine für Selbstzahler und Privatpatienten frei waren. Das musste ich so leider in mehreren Praxen feststellen, Pfui Teufel. Ich habe dann nach einiger Suche doch einen Termin in anderthalb Wochen gefunden, in einer Praxis, wo alle gleich behandelt(!) werden.
Das Personalleiter, Vertriebsdirektoren, Anteilseigner an großen Firmen, Lobbyisten, Anwälte, Immobilienmakler und jeder andere der es sich eine PKV leisten kann, nun dagegen Sturm läuft, liegt in der Natur der Sache. Das Traurige ist, dass dies aufgrund der größeren Nähe zur Politik auch erfolgreich sein wird.

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Planquadrat 27.11.2017, 15:39
22. Natürlich

laufen die Ärzte dagegen Sturm, denn für viele Praxen sind Privatversicherte überlebenswichtig.
Ich sehe auch keinen wirklichen Sinn darin, die PKV abzuschaffen. Der GKV bringt das nicht wirklich eine Entlastung, denn auch die Patienten aus der PKV werden ja auch einmal krank.
Man sollte lieber die GKV unter einem Dach vereinen und die einzelnen Kassen abschaffen, von der jede einen riesen Wasserkopf an Verwaltungskosten mit schleppt.
Würde man die GKV zentralisieren hätte man schon eine große Kostenersparnis. Dazu die Fallpauschalen für Kliniken wieder abschaffen und den Ärzten ein vernünftiges Budget zubilligen, das ihnen erlauben würde sich viel mehr mit den Patienten zu beschäftigen, um statt einfach nur Medikamente zu Verordnen, auch einmal in die Tiefe zu gehen und zu sehen, welchen Hintergrund Erkrankungen haben. Viele sind psychosomatisch bedingt und ließen sich auf ganz andere Weise behandeln, als sinnlos Medikamente einzunehmen, die sie im Laufe der Zeit noch kränker machen.
Die vielen Gesundheitsreformen in den letzten Jahrzehnten haben das Gesundheitswesen mehr und mehr zurück geworfen, statt vorwärts zu bringen.
Einzig die Pharmaindustrie ist dabei der große Gewinner.

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banker1 27.11.2017, 15:39
23. es wird zeit....

das Problem anzufassen, war ja 2013 schon auf der Agenda

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shechinah 27.11.2017, 15:39
24. Ähem..

"Diejenigen, die es sich leisten könnten, sicherten sich dort einen exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin als Selbstzahler oder durch teure Zusatzversicherungen." Genau das ist doch mit der privaten Krankenversicherung heute schon der Fall. Was soll man auch von einer Lobby anderes erwarten - Frösche sprechen sich gegen die Trockenlegung des Sumpfes aus.

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neowave 27.11.2017, 15:40
25. Schön wärs...

Die Einführung der Bürgerversicherung wäre das einzige vorstellbare Trostpflaster als Äquivalent zur GroKo. Wird aber nicht geschehen. Mal abgesehen von unseren (FDP-) Ärzten wird der eigentliche Herscher dieser Republik, das Großkapital, in diesem Fall verteten insbesondere durch Schattenbanken wie Allianz, seine Pfründe zu verteidigen wissen. Die Seeheimer-SPD wird´s schon richten...

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Uli46 27.11.2017, 15:40
26. Nur nicht zu zaghaft

Wenn schon Bürgerversicherung, dann auch eine Neuausrichtung der Kassenärztlichen Vereinigung.

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mcmercy 27.11.2017, 15:40
27.

Was genau soll eine Bürgerversicherung verbessern? Ich bin GKV versichert und ich fühle mich eigentlich überall gut behandelt. Ich bezweifle, dass ich bei einer Bürgerversicherung auch nur einen Cent weniger zahlen werde. Wer es sich leisten kann wird sich trotzdem weiter zusätzlich privat versichern und privilegiert behandelt.

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Fxxx 27.11.2017, 15:41
28. Ärzteverbände besorgt wegen drohender Zwei-Klassen-Medizin :-)

Genau mein Humor!
Verdienen sie doch selber Milliarden zusätzlich durch die aktuell existierenden zwei Klassen Privat Versicherte und Gesetzlich Versicherte. Dass die Lobbys sofort Sturm laufen spricht dafür, die Bürgerversicherung endlich einzuführen.

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mhwse 27.11.2017, 15:41
29. sozial wird nicht durch Gleichmacherei erreicht

das System ist gut wie es ist. Was hingegen ist mit dem Ansatz, ein BGE im Parlament zu diskutieren?
Ein gut gemachtes BGE würde ebenfalls wie das jetzige KV System, nach Unten absichern, aber nach Oben Möglichkeiten schaffen.
Die SPD ist nicht sozial, sondern evangelikal-kalvinistisch. (Nur wer arbeitet darf essen .. )

Was aber im Zuge der Vollautomatisierung immer schwerer wird ..
da sollte die SPD mal ansetzen - dazu fehlen aber gebildete Menschen in der Partei .. leider eigentlich.
(Ein Schmidt oder Brand werden so schnell wohl nicht mehr kommen ..)
Eine AfD ist eigentlich das soziale Schreckgespenst - dass die SPD und die FDP allerdings ohne Not deren Arbeit machen ist noch schrecklicher ..

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