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SPD-Kritik an "großen Ketten": Gewinne privater Pflegeheime sollen begrenzt werden
Christoph Schmidt/ DPA

Pflegeheime sind in den vergangenen Jahren zu begehrten Investments geworden, zugleich steigen die Kosten für die Betroffenen. Nun will die SPD-Fraktionsspitze die Rendite privater Wohnheime kappen.

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saarpirat 06.09.2019, 12:41
1.

Dann wird halt eine Firma gegründet, die Wäsche liefert oder Essen oder was auch immer ... und da werden dann die Gewinne gemacht, während die Pflegeheime Verluste generieren und bei diesen Firmen einkaufen. Wird nicht klappen.

Private Investoren haben in diesen Bereichen nichts zu suchen. Das sollten kommunale Aufgaben sein und bleiben. Wie auch Krankenhäuser, Schulen, Wasser, Gas Strom.

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archi47 06.09.2019, 12:43
2. Bereiche der Daseinsvorsorge

sollten generell im gemeinnütziger Betriebsform geführt werden. Ebenso die baulichen Anlagen. Dazu der Mindestlohn, bzw. Tariflohn und schon wäre ein gerechter Ausgleich zwischen Kapital und dem Menschen geschaffen.
Damit nicht im Personalschlüssel oder bei den Rücklagen getrickst wird, ist es wohl nötig die Entnahmen zu deckeln, denn manche Menschen sind unersättlich in ihrer Gier und gehen nicht nur sprichwörtlich über Leichen ...

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hagebut 06.09.2019, 12:46
3. Bessere Informationen nötig

Ich habe berechtigten Anlass zum Verdacht, dass die Pflegequalität in privaten Altenheimen besser ist als bei öffentlichen Trägern. Das muss ja nicht stimmen. Aber da mal nachzuhaken wäre die Sache wert.

Nebenbei: Der Staat sollte einen verbindlichen Personalschlüssel bei der Pflege festlegen, die Bezahlung leistungsgerecht machen und dies dann auch übernehmen.

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hagebut 06.09.2019, 13:01
4. Nein zur Pflege von Angehörigen

Viele fühlen sich moralisch verpflichtet ihren Vater oder ihre Mutter zu Hause zu pflegen. Auch haben sie die Vorstellung in einem Heim wäre die Pflege zu unpersönlich und qualitativ schlechter. Dem ist ganz überwiegend nicht so, darüber sollten die sporadischen Berichte über Extremfälle nicht hinwegtäuschen.

Der Pflegende sollte sich darüber im Klaren sein, dass die private Pflege im Endstadium traumatisch wird und damit die schlechteste Entscheidung des Lebens sein kein. Ich finde das sollte man staatlicherseits nicht auch noch unterstützen. Eine Lohnersatzleistung für jemand den man dann damit aus dem Berufsleben nimmt, nenne ich auch eine Fehlallokation.

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johnjo 06.09.2019, 13:02
5.

gut so...ich war 10 Jahre Einrichtungsleitung und weiß, was die Betreiber wollen...Geld-egal wie. Wird Zeit, dass das reglementiert wird. Wenn je nach Pflegegrad ein Zimmer bis 3.800€ pro Monat kostet und durchschnittlich moderne Häuser ca 120 Plätze haben, kann man leicht ausrechnen, was da zusammen kommt. Auch die Pflegebedürftigen zahlen einen extrem hohen Eigenanteil. Nicht selten 1.600€, auch mehr. Die Folge ist oft, die Verarmung im Alter.
HVVG, Marseille-Kliniken...etc. Wer denkt, das die soziale Kompetenz haben?

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haresu 06.09.2019, 13:03
6. Wie bitte?

Private Betreiber werden bislang von Staats wegen bevorzugt? Warum? Weil sie kostengünstiger sind wahrscheinlich. Und weil in den feuchten Träumen unserer Politiker dafür ihre Effizienz ursächlich ist. Wie kann man nur so unfassbar dämlich marktgläubig sein und so tun als ginge diese Pseudo- Effizienz nicht zu Lasten der Bewohner und des Pflegepersonals. Nein, ein gesetzlicher Mindestpflegeschlüssel muss her und zwar ein vernünftiger. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland da weit hinten. Zudem muss der Pflegeschlüssel jeder Einrichtung ständig öffentlich gemacht werden. Und die Deckelung der Gewinne ist natürlich auch völlig richtig. Zudem müsste man auch zur Auflage machen, einen Mindestanteil an Patienten mit höherem Pflegebedarf anzunehmen. Wenn dann eine gewisse Chancengleichheit hergestellt ist, dann darf gerne die Konkurrenz losgehen und der Bessere auch mehr Gewinne machen.

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freid 06.09.2019, 13:06
7. Bravo, SPD

Als gelernter Altenpfleger und studierter Betriebswirt muß ich sagen:
Die vernünftigste Maßnahme gegen den Pflegenotstand, von der ich in 15 Jahren gelesen habe.

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durch blick 06.09.2019, 13:07
8. @all und speziel Reaktion

Warum wird eigentlich die 24 Stunden rund um die Uhr Pflege von pflegenden Angehörigen zu Hause nicht thematisiert. Jeder Altenpfleger/in geht nach seiner Schicht nach Hause und hat Feierabend. Für eine/n Ehefrau/mann gilt dieses nicht. Da ist eine Vergütung schon längst überfällig. Eine Deckelung für den Profit für "Investoren" sollte bei maximal 3% über dem banküblichen Sparzins festgemacht werden. Desweiteren strikte Tarifbindung aller Altenpflegeeinrichtungen, absolut verbindliche Einrichtungs- sowie Pflegestandards. Nur damit hält man die Haie und Heuschrecken fern. Unterm Strich werden dann auch Kassen nicht geplündert und die Beiträge bleiben in einem bezahlbaren Rahmen.
Habe die Ehre DB

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spon-facebook-1338657918 06.09.2019, 13:08
9. Unfassbar

Der Neoliberalismus mit seinem Privatisierungsirrsinn hat seit Mitte der 80ziger Jahre zu solchen Verwerfungen gesorgt. Sei es auf dem Immobilienmarkt oder im Gesundheitswesen. Ist seit dem etwas besser geworden außer der Rendite??? Nein! Nein! Nein! Der rein ökonomisierte Mensch ist auf der Strecke geblieben. Ich begrüße die Stern Kampagne der 215 Ärzte gegen die Fallpauschale. Der Spiegel sollte jetzt eine Kampagne für eine Kappung der Renditen von Investmentfonds im Gesundheitswesen stark machen. Es muss ein Ende der Gier her.

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