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SPD und Syriza: Warum linke Parteien in Europa scheitern
DPA

Die SPD rückt immer weiter nach rechts, doch was bringt ihr das? Nichts. Der Syriza-Partei droht dasselbe Schicksal. Wenn Europas Linke überleben will, muss sie endlich aufhören, mit der neoliberalen Doktrin zu kuscheln.

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mam71 07.09.2015, 16:47
1.

Syriza ist also neoliberal? Ich weiss ja, dass diese Kolumnen Privatmeinungen sind, aber SPON und v.a. Der Spiegel sollten doch aufpassen, dass sowas nicht auf Sie abfärbt... Ansonsten mal wieder eine neue Episode aus der Endlosserie "Schickt den Griechen einfach Geld" von Herrn Münchau. Dabei steht es doch jedem hier in D frei, sich mit griechischen Staatsanleihen einzudecken...

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andreas.mueller 07.09.2015, 16:49
2. Kehrtwende

Was Münchau heute sagt, ist nicht ganz falsch. Wer aber nachliest, was er zu den Hartz-Gesetzen vor 10 oder 12 Jahren geschrieben hat, wird tüchtig mit den Ohren wackeln. Da hat aber einer eine saubere Kehrtwende hingelegt!

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Putsche 07.09.2015, 16:59
3.

Dass SPD und auch Grüne schon seit der gemeinsamen Koalition (Hartz4, Rentenkürzung auf 44 %, Gesetze zur Öffnung des Finanzwesens) für viele eigentlich nicht mehr wählbar sind, und sich nur noch minimal von CDU oder FDP unterscheiden, ist richtig. Die Frage ist: warum wählt das Volk zu 80 % immer noch eine Politik (CDU, SPD, Grüne, FDP und auch AFD), die sie nicht haben wollen.

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joes.world 07.09.2015, 16:59
4. Die Syriza-Partei mit der SPD zu vergleichen, ist ein wenig kühn.

Was die SPD machen kann um wieder mehr Stimmen zu bekommen - da fällt dem Autor nicht wirklich viel ein. Ob Griechenland eine neoliberale Wirtschaftsordnung verordnet bekommt oder nicht - würde für die SPD in Stimmen wohl keinen Unterschied machen.

Ich sehe den Beginn des SPD Absturzes eigentlich in der Wiedervereinigung.

Da wurde die LINKE mit genommen. Und weil es sie im Osten so stark gab, bekam sie auch im Westen Aufmerksamkeit und Stimmen.

Die traurige Wahrheit für die SPD: solange es die LINKE als ernstzunehmende Größe auf Bundesebene gibt, wird sie nicht an die CDU/CSU herankommen.

So viel kann deren Chef/Chefin gar nicht falsch machen.

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n.wemhoener 07.09.2015, 17:04
5. Wurmfortsatz

Ich stimme der Einschätzung von Herrn Münchau 100 % zu. Die SPD wird vom Wähler nur noch als Wurmfortsatz der Union wahrgenommen.

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curiosus_ 07.09.2015, 17:06
6. Zusammenhänge sehen …

… hilft. Z.B. den:

Zitat von Münchau
Mir geht es hier um die neoliberale Politik, die zu einem Verfall der Reallöhne beigetragen hat
Mit dem:

Zitat von Münchau
Zu einem gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht gehört auch die außenwirtschaftliche Bilanz. Ein Überschuss von nahezu zehn Prozent der Wirtschaftsleistung sollte eine Anpassung erzwingen.
Wobei Sie dann Ihre Lieblingswährung, den €, wohl oder übel mit einbeziehen müssen.

Der hat nämlich den Reallohnverfall erst ermöglicht. Über diesen Ablauf:

1. Der € wird eingeführt

2. Die Löhne wachsen nicht mehr gemäß Inflationsrate plus Produktivitätszuwachs, sondern unterhalb dieses Wertes. Außerdem werden vermehrt Niedriglohnbereiche geschaffen.

3. Nun würde normalerweise die Währung aufwerten, Importe würden billiger und Exporte gebremst. Tut der € aber nicht angemessen, da sich sein Außenwert an dem gesamten Währungsraum orientiert.

4. Die Exporte wachsen da D immer wettbewerbsfähiger wird (klar, billig produziert). Die Importe wachsen weit weniger, da die Binnenkaufkraft dafür fehlt („Verfall der Reallöhne“)

5. Wir werden Exportüberschussweltmeister, seit der €-Bargeldeinführung über 1,8 Bio. €

6. Parallel dazu müssen wir im selben Umfang (1,8 Bio. €) Kapital exportieren (ergibt sich zwangsweise aufgrund der Zahlungsbilanz). Wer das wohl in persona exportiert hat?

Irgendwann kapieren Sie diese Zusammenhänge auch mal, man sollte die Hoffnung nie aufgeben. Vorgehalten wurde das Ihnen ja in den letzten Jahren oft genug. Ob die SPD das aber jemals kapiert?

Und dazu:

Zitat von Münchau
Dort regiert die Zentralbank auf einen Verfall der Inflationsraten sofort mit einer aggressiven Gegensteuerung.
Ernst gemeint? Was versucht den Herr Draghi aktuell? Und, hilft’s?



[b]Ceterum censeo Eurinem esse delendam


![!b]

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jskor 07.09.2015, 17:06
7. Irrtum

Das Problem linker Politik ist nicht das Kuschen vor einer angeblich neoliberalen Doktrin, das Problem sogenannter linker Politik ist, dass sie regelmäßig gegen die Leistungsträger der Gesellschaft agieren möchte, und selbst der letzte hoffentlich bald verstanden hat, dass Linke Politik dem Volk mehr Schaden als Nutzen hinzufügt. Wenn das auch die realpolitisch orientierten Leute aus der SPD verstanden haben, dann besteht wohl doch noch Hoffnung für unser Land. Linke Politik versucht den Menschen und die Gesellschaft einzuengen, einzuschränken und unnötige Bürden aufzuzwingen. Man muss endlich verstehen, dass Links nicht das Gegenteil von Konservativ ist. Sondern Links und Rechts ist in sich ein völlig fehlgeleitetes Konzept. Die USA machen es vor: Es gibt Demokraten, die eher liberal und fortschrittlich sind, und es gibt Republikaner, die eher konservativ sind. Von Links und Rechts ist dort nicht die Rede. In Deutschland gibt es nur eine dem Namen nach liberale Partei, und die steht auch noch meistens den Konserativen am nächsten, statt deren Gegenpol zu sein. Durch die ewige Betrachtung von Links und Rechts ist die politische Landschaft ad absurdum geführt.

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Tahlos 07.09.2015, 17:08
8. Die

SPD bei uns im Lande hat ohnehin schon den inneren geistigen Zusammenschluß mit der CDU (und FDP) vollzogen, daher ist aus dieser Ecke nichts mehr zu erwarten. Die treten doch nur noch als 2 Parteien auf, damit sie dem uninformierten Wähler, dem das ganz extrem lästig ist, nicht auffällt und so die gesamten Stimmenanteile höher auffallen. "Es gab mal zwei Schokoriegel, bei dem einem war Keks von Schokolade ummantelt, beim anderen war der Keks von Schokolade umgeben"....

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hansfrans79 07.09.2015, 17:09
9. Parteien Teil des Kapitalismus

Das stimmt schon alles. Allerdings ist das generelle Problem, dass das Parlament nur ein Werkzeug des Kapitalismus ist.
Hier müssen die Entscheidungen getroffen werden, damit es weitergeht.
Somit wird sich auch nie eine Partei erfolgreich gegen Ausbeutung und Armut einsetzen können.
Große soziale Kämpfe und Siege sind nur außerhalb des Parlaments möglich.

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