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SPD-Wirtschaftspolitik: Wie die Sozialdemokraten ihre Ideologie verloren
DPA

Sparen, kürzen, drücken: In der Wirtschaftspolitik bieten die Sozialdemokraten keine ideologische Alternative zur Bundesregierung - und haben deshalb auch keinen Erfolg beim Wähler. Peer Steinbrück täte gut daran, den Keynesianismus für seine Partei neu zu entdecken.

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Käppsele 04.09.2013, 16:23
10. SPD + Keynes -> Stagflation ?

Der Autor des Artikels könnte die Konsequenzen des Nachfrageprogramm in den späten 70ern mal genauer darlegen. Ich glaube nicht, dass Keynesianismus bei Problemen die von Extern kommen wirkt.

Ich glaube übrigens auch dass Keynes gesagt hat, dass Staaten sparen sollen, wenn die Konjunkur gut läuft. Aber eine SPD Regierung ließe sich in so einem Fall zu einer 15% Lohnerhöhung im Öffentlichen Dienst erpressen.

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peterdkrause 04.09.2013, 16:23
11. Nicht mehr SPD

Es gibt drei Gründe, warum ich nicht mehr SPD wähle:
1. Die Agenda 2010 inklusive der "HARTZ-Gesetze".
2. Die von der damaligen SPD-Ministerin Buhlmann durchgesetzte sogenannte "12-Jahresregel", die es defacto verbietet, dass akademische Mitarbeiter nach 12 Jahren Vertragslaufzeit an Universitäten etc. auf befristeten Arbeitsverträgen weiterbeschäftigt werden können. Nun werden die Kolleginnen und Kollegen einfach entlassen, da es eben viel zuwenige unbefristeten Stellen gibt.
3. Seit Herrn Schröder, der nunmehr sein Geld von woanders erhält, ist die SPD ieben keine sozialdemokratische Partei mehr.
Und somit bin ich, wie soviele Sozialdemokraten, politisch heimatlos. Und daran haben auch Herr Steinbrück oder Frau Nahles und der Rest der traurigen Truppe im Vorstand nichts geändert. Traurig aber wahr.

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coopms 04.09.2013, 16:23
12.

Zitat von redrum
Darf ich daran erinnern daß wir die letzten Jahrzehnte auf Pump lebten und dass wir 2000 Milliarden Schulden haben.
Da kann doch Keynes nix für.
Der Keynesianismus beinhaltet die Schulden im Boom abzutragen.
Das das nie passiert ist, ist kein Fehler der Theorie, sondern ein Verstoß gegen die Theorie.
Den Satz: "Das zarte Pflänzchen Aufschwung darf nicht belastet werden", hätte Keynes nie gesagt.
Ganz im Gegenteil. Er hätte geantwortet: Dann beschwer Dich in ein paar Jahren aber auch nicht über Deine explodierte Staatsverschuldung.

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bizzman 04.09.2013, 16:24
13. Haushaltskonsolidierung

Verstehe ich das richtig: Der Autor möche also Schuldenwachstum bis wir 90% unserer Steuereinnahmen für den Schuldendienst ausgeben? Wie soll das funktionieren? Leider mussten wir ja lernen, dass "antizyklisch" in der Politik nicht funktioniert, d.h. Ausgabenwachstum, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, Sparsamkeit des Staates, wenn es der Wirtschaft gut geht.

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parole-board 04.09.2013, 16:24
14. Danke

fuer diesen Beitrag, denke mal das es die aktuelle Situation ganz gut trifft.

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muellerthomas 04.09.2013, 16:24
15.

Zitat von M. Michaelis
Die Politik hat den Keynesianismus nie verstanden. Keynes Idee war Schulden machen in der Krise und tilgen wenn es wieder gut läuft. Die Politik hingegen hat nie antizyklisch operiert, sondern Schulden auf Schulden gestapelt.
Das stimmt ja einfach nicht. Die Staatsschuldenquoten sind in vielen Ländern z.B. in den 50er und 60er Jahren deutlich gesunken oder auch in den 90ern bis 2007. Die USA hatten am Ende des 2. WK eine Schuldenquote von 120% und Anfang der 80er von 30%. Spanien hatte 1996 bon büer 67% und 2007 von 36%. Es wurden also in guten Zeiten Schulden (relativ) abgebaut.

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coopms 04.09.2013, 16:26
16.

Zitat von M. Michaelis
Die Politik hat den Keynesianismus nie verstanden. Keynes Idee war Schulden machen in der Krise und tilgen wenn es wieder gut läuft. Die Politik hingegen hat nie antizyklisch operiert, sondern Schulden auf Schulden gestapelt.
Richtig. Nun ist Keynes aber seit über 60 Jahren Tod und kann sich nicht mehr wehren.

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cobden27 04.09.2013, 16:26
17. Keynes in den USA

Obama hat in den letzten Jahren einen Supterkeynesianismus betrieben. Folgen: 12 Billionen Dollar Schulden und anhaltend große Probleme in der Wirtschaft und auf den Arbeitsmarkt. Und so sehen die Erfolge aus: Etwa 600.000 Arbeitsplätze konnten durch die Konjunkturprogramme erhalten werden. Das entspricht 1000.000 Dollar pro erhaltenem Arbeitsplatz. Für die Hälfte des Geldes wären die betreffenden Arbeitnehmer wahrscheinlich bereit gewesen den Arbeitsmarkt ganz zu räumen.

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sensitivo 04.09.2013, 16:27
18. Genau...

...so sehe ich das auch. Exakte Beschreibung der fast identischen Positionen der "Mehrheitsparteien", was gerade in diesem einlullenden TV-Duett wieder wunderbar demonstriert wurde.
Leider ist die von Herrn Münchau analysierte Ideologienlosigkeit der SPD noch nicht in der Führungsetage angekommen. Als ich mich vor 4 Jahren bei einem Bier mit einem SPD-Technokraten unterhielt warf ich "seiner" Partei genau diesen Ideologieverlust vor. Da war allerdings keinerlei Einsicht zu vernehmen, man sieht das innerhalb der SPD scheinbar überhaupt nicht kritisch, die wollen alle in die Mitte, zu Mutti.
Ich versteh's nicht, aber der imposante Basisverlust (vgl. Stammwählerkarte, danke SPON) zeigt die Konsequenz dieser Dummheit.
Lafo wird wohl als letzter echter Sozialdemokrat in die Geschichtsbücher eingehen, da hat's FDP-Clement doch entscheident länger ausgehalten.
Schade SPD, auf Wiedersehen.

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kabian 04.09.2013, 16:28
19. Miese Aussichten für die SPD

Ich denke sie haben es ganz richtig getroffen, aber leider ist die diese Partei in eine Falle getappt. Die SPD hat sich mit Schröder total verrannt. Er war der große "Experte" und sehr beliebt bei der Wirtschaft.
Man kann auf zwei Arten hier Wirtschaftspolitik betreiben. Einerseits wie es die Union schon immer tat, die Amerikanisierung weiter durchsetzen und hoffen das die Oberschicht ihre soziale Verantwortung erkennt. Oder eben wie die SPD es früher sah. Die Löhne von Angestellten und Arbeitern stärken um somit unser Wirtschaft- und Sozialsystem auf eine breite Basis zu stellen.
Ein Großteil unserer Kleinstaatprobleme basiert auf die Schere zwischen Arm und reich. Diese läßt sich leider nicht mehr so einfach schließen. Keine Partei traut sich gegen Steuerhinterzieher und Optimierern vorzugehen. Beim denkwürdigen Versprechen der Kanzlerin im Oktober 2008 war nur eine kleine Schicht gemeint. Die meisten Menschen in Deutschland haben ja gar nicht geahnt das wir vor einem Bankenkollaps standen.
Selbst wenn die SPD das heute erkennen sollte, so stellt sich die Frage ob es überhaupt noch die Möglichkeit gibt wieder zu ihrer alten Wirtschaftspolitik zurückzukehren. Die Gewerkschaften sind stark geschwächt und ausgedünnt. Zuviele Wähler der Unterschicht enttäuscht. Und die Oberschicht extrem mächtig.

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