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Spektakuläre Arbeitskämpfe: Weselsky - im Vergleich ein Softie
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Erst die Piloten, jetzt die Lokführer - in Deutschland scheint ständig gestreikt zu werden. Eine Rückschau zeigt jedoch: Wir leben in friedlichen Zeiten. GDL-Chef Weselsky hätte vor einigen Jahrzehnten als moderat gegolten.

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JBond 05.11.2014, 16:42
1. Zahlen lügen doch

Es ist doch klar, dass ein Generalstreik einer großen Gewerkschaft deutlich mehr Ausfalltage erzeugt, als einer kleinen Spartengewerkschaft wie der GDL.

Man könnte ja mal dagegen die Zahl der direkt betroffenen Kunden als Vergleichszahl messen - dann sieht 2014 wohl gar nicht mehr so gut aus.

Und warum muss man ein Jahr eigentlich immer mit dem Schlimmsten vergleichen, was es in Sachen Streiks je gab?


Zumal...warum sind 5% mehr Lohn + 5% weniger Arbeit so weit weg von 11% mehr? Zumal die blanken Zahlen für Wesselsky und Co doch inzwischen nur noch Nebensache sind.

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otelago 05.11.2014, 16:42
2. es geschehen wunder

ein gdl freundlicher beitrag, wurde auch mal zeit.

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kurpfaelzer54 05.11.2014, 16:48
3. Oberfläcklich recheriert

Der Kampf um die 35-Std./Woche fand 1984 in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg statt nicht in NRW. Vorsitzender der IG Metall war damals Hans Mayr, nicht Franz Steinkühler. Er war Stellvertreter. Bezirksleiter in Ba.Wü. war Ernst Eisemann. In NRW, in der Stahlindustrie, trat die IG Metall 1978 mit der Forderung für die 35 Std./Woche an. Heraus kamen 6 Wochen Urlaub für alle. Vorsitzender war Eugen Loderer. Steinkühler war damals noch Bezirksleiter in Baden-Württemberg.

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cptlars 05.11.2014, 16:50
4. vollkommen andere Bedingungen

wenn der Müll mal 3 Wochen nicht abgeholt wird is das was anderes als wenn ich 3 Wochen nicht auf die Arbeit komme. zahlt die gdl dann meinen Lohn weiter?
und nur weil die Lokführer Gewerkschaft der Meinung is jetzt auch Kellner betreuen zu müssen. .. was soll der Schwachsinn?

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j1958 05.11.2014, 16:53
5. Früher...

war man froh, wenn man sein Neckermann-Paket in einer Woche bekam, das Auto weniger als 12 Liter auf 100 brauchte und man die Oma beim dritten Versuch am Telefon hatte. Times are changing. Deutschland hat sich auf Kompromiss statt Konfrontation festgelegt und wenn ich mir die Arbeitslosenzahlen streikfreudigerer Nachbarländer ansehe war das vielleicht für beide kein schlechter Entschluss. Im Endeffekt muss alles was wir tun von irgendjemandem bezahlt werden.

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boingdil 05.11.2014, 16:54
6. Fast völlig falscher Vergleich

Lediglich der Streik des öffentlichen Diensts ist vergleichbar. Denn auch der längste Streik ist ok solange die Opfer auch die beteiligten Unternehmen sind. Hier wird aber ein ganzes Land, Unternehmen wie Privatpersonen, in Mitleidenschaft gezogen. Bei GdL wie VC. Das ist Mißbrauch eines Verfassungsrechts.

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spon-facebook-10000084270 05.11.2014, 16:54
7. Danke das sie das in Erinnerung bringen...

denn es zeigt, wie verwöhnt unsere Politiker, Arbeitgeber und auch Bürger mittlerweile sind....einige wenige Tage Streik..und sie meinen..die welt ginge unter..aber dahinter steckt Kalkül....denn...nach Möglichkeit garnicht streiken...zahme zahnlose Gewerkschaftsfunktionäre, die faule Kompromisse zugunsten der Arbeitgeber und ihrer eigenen Karriere wegen machen....
Das ist die welt von heute....richtig identifizieren mit den Problemen der Malocher und sich entsprechend für sie einsetzen macht heute kaum einer.
Und wenn doch..siehe Reaktion auf GDL Streik..ich bin übrigens Jahrgang 1958..ich habe den Streik von 1974 noch vor Augen..der Müll stapelte sich....die Aschentonnen quollen über.....

Das waren aber auch noch Arbeitnehmerzeiten, mit einer starken SPD unter Bundeskanzler Willy Brandt....

Aber was hilft Nostalgie....heute müssen wir kämpfen...

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paulroberts 05.11.2014, 16:59
8. ja

"GDL-Chef Weselsky hätte vor einigen Jahrzehnten als moderat gegolten." Inzwischen leben wir in sehr arbeitgeberfreundlichen Zeiten, und-wir haben uns daran gewöhnt.Es wird Zeit, es sich wieder abzugewöhnen!

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ellereller 05.11.2014, 16:59
9. Was für eine Recherche!

Wie schon JBond bemerkte, sind 5% mehr Lohn + 5% weniger Arbeit nicht allzu weit weg von 11% mehr Lohn. Hinzukommt, dass in der ersten Hälfte der 1970er Jahre die Inflation auf ihrem Höhepunkt war - allein im Jahr 1973 betrug sie 7,1 Prozent. Heute liegt sie bei etwas über einem Prozent. Auf Reallohnsteigerungen bezogen war Klunker sehr viel moderater als Weselsky.

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