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Spielehersteller Goodgame: Die Feel-Bad-Manager
Goodgame Studios

Flache Hierarchien und Mate für alle: So trösten viele Start-Ups ihre Mitarbeiter über schlechte Bezahlung hinweg. Doch mit dem Erfolg wächst nicht immer die soziale Verantwortung - wie der Spielehersteller Goodgame zeigt.

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happy2010 19.01.2016, 10:53
20.

Zitat von badbeardxb
...die deutsche start-up-Szene anschaut, kann man nur Mitleid bekommen. Leute wie Oliver Samwer, die chronische Erfolglosigkeit durch dauerhysterischen Hype im Feldwebelton übertünchen, während sie die Mitarbeiter wie Müll behandeln, geben leider den Ton an. Man vergleiche damit z.B. Uber-Investor Shervin Pishevar`s Haltung und Engagement...eine andere Welt!
Eigentlich schon eine Kunst!

Sie schreiben in einem Artikel, in dem es um Blockierung von Mitbestimmung von Mitarbeitern geht, und loben UBER, der beim Thema Ausbeutung ganz andere Dimensionen erreicht als GG

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neonsilber 19.01.2016, 10:59
21. Mein Senf dazu

Hallo zusammen,

so als stiller Leser welcher regelmässig mal in die Forenbeiträge schaut, will ich heute auch mal meinen Senf dazu abgeben.

So der Tenor in den Forenbeiträgen ist ja, das ja "jedes" StartUp letztendlich nur das Ziel hat, die Personen hinter dem StartUp zu bereichern. Stichworte ala Fleischtopf, Narzissmus etc. sind hier gefallen.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, das Ideen, Projekte bzw. kleine Startups, die versuchen andere Wege zu gehen, eben auf den üblichen Wegen kein einzigen Cent von den gängigen Kapitalgebern erhalten. Zudem darf man nicht vernachlässigen, das jeder die Hand aufhält, wenn ein StartUp versucht sich zu finanzieren. Ob nun per Venture oder Crowdfunding.

Wäre vielleicht einfach mal eine gute Idee diese zu unterstützen und eben nicht jene hypen "StartUps". Gibt ja einige wie z.B. Tatendrang, geradeaus usw.

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kevinschmied704 19.01.2016, 11:01
22. das is nicht nur bei gg so!

es wird immer gegen BR vorgegangen, aber allgemein auch gegen Gewerkschaften.
Nehmen wir die bio Company, ich habe bis zum 1.1 für diesen laden gearbeitet. die Bezahlung ist unterirdisch, aber es gibt inzwischen ein Betriebsrat, allerdings wurde Verdi nicht eingeladen, was ich ansprach und seltsam fand. ich weiß aber das der Chef herr kaiser gegen Gewerkschaften ist, jede Chance nutzt diese zu torpedieren. in einer Kolumne im September letzten Jahres, hat er es sogar offen zugegeben! fakt ist natürlich sind auch hier die Arbeitnehmer mit schuld, warum lassen sie es sich auch gefallen! ich habe meine Konsequenzen gezogen, bio copmpany ist ebenso ein raubhai wie man es aus us Amerika her kennt. ist ja auch kein wunder, die meisten Investoren in dieser Branche zumindest kommen aus den USA oder haben deren Geschäfts Philosophie übernommen.
p.s. witzig finde ich allerdings, das offen gegen TTIP in diesen Läden geworben wird, in dem man einfach den linken erlaubt ihre Flyer dort aus zu stellen. dabei ist die bio Company eher ein freund des TTIP. es ist ein reines geheuchel...schrecklich! gruß

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damp2012 19.01.2016, 11:02
23. Sich solidarisieren?? ...

...das ist schwer bei den Schwergewichten und die Gewerkschaften sind häufig zahnlose Tiger (siehe u.a. auch Helios, Amazon, und und und... ) und wer aufmerksam Stellenausschreibungen verfolgt wird feststellen, dass bei Goodgame alle naslang die Personalabteilung ausgetauscht wird...

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oliver.lohrenz 19.01.2016, 11:04
24.

Zitat von mam71
Genau das ist allerdings eine "Machtfrage" und der Betriebsrat ist eben v.a. für die Schwachen da, die das nicht können. Inwieweit Sie dafür Verständnis haben können oder nicht, würde man unter dem Stichwort "Solidarität" subsumieren, also: Ich nehme zugunsten von Schwächeren Nachteile für mich selbst in Kauf. Oder eben nicht.
Die Frage ist, ob Verträge, die ein Betriebsrat eingeht, nicht im Zweifelsfall ebenso existenzgefährdent sein können wie eine Entscheidung, die mir ein Arbeitgeber aufzwingt. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche: Entweder passt es mir und ich bleibe, oder es passt nicht und ich gehe. Der Zwischenweg (Aushandeln, damit es für beide passt) gebe ich unfreiwillig an den Betriebsrat ab - der aber bestenfalls Interesen vieler (aber von meinen abweichende) und schlechtenstenfalls von Gewerkschaftsfunktionären berücksichtigt.

Das Problem mit steigendem Alter und mangelnden Alternativen ist mir bewußt. Die Frage ist aber trotzdem recht einfach: Entweder meine Arbeit ist dem Unternehmen etwas wert oder halt nicht. Sollten diese Parameter auseinanderlaufen, sehe ich nicht, wie ein Betriebsrat daran konstruktiv etwas ändern könnte. Entweder es passt, oder es passt halt nicht.

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ag999 19.01.2016, 11:11
25. fordern

Das Problem hier ist das viele Leute in der IT zwar begnadet in Ihrem Job sind aber sich sonst im Leben eher doof anstellen.
Ein ITler hat das picklige Kellerkind zu sein das freudestrahlend ohne Blick auf die Uhr jedes Problem behebt. 24/7 Bereitschaft inbegriffen, Privatleben hat man neben Serienschauen und WoW eh nicht.
Will man einen Ausgleich für Überstunden wird man auch von den Kollegen wie ein Alien angesehen, aber komischerweise wird immer bezahlt was man fordert, wenn man fordert.

Wird Zeit für eine IT Gewerkschaft, mal schauen was passiert wenn wir mal streiken … ;-)

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kaminister 19.01.2016, 11:14
26. Ein etwas reißerischer Artikel 2/2

... was passiert mit den Unternehmen die sich auf diesem großen Spektrum verteilen? Die unternehmerische Freiheit, aber auch die Freiheit der Mitarbeiter (ohne Betriebsrat auskommen zu wollen) muss gewahrt bleiben.

Viele Unternehmen versuchen eine fehlende Vertretung durch "Nähe" des Chefs/Gründers zu kompensieren, z.B. in Familienunternehmen. Da ist der Chef, selbst bei mehreren 1.000 Angestellten tatsächlich greifbar und meint es auch ehrlich. Persönlich halte ich das für einen klassischen Fehler von Familienunternehmern. Zeitverschwendung und spätestens beim Ableben des Gründers ist das Klima zwischen Belegschaft und Gründer dahin (da Gründer weg). Da zeigt sich der Vorteil einer Institution wie der des Betriebsrates.

Hier muss ich meinen Vorkommentatoren aber widersprechen: Es sind keinesfalls "alle deutschen Spitzenunternehmen" ver-betriebsratet. Mit Nichten. Aber eher sind es Aktiengesellschaften als Familien-/Gründerunternehmen.

Der Autor verbreitet eine Stimmung, die suggeriert, wir müssten hier durch mehr Verbote und Eingreifen in die Unternehmerische Freiheit für eine Lösung sorgen. Das ist falsch, wir brauchen mehr Möglichkeiten für Unternehmen schnell zu wachsen, z.B. zu Aktiengesellschaften zu werden, in denen der Gründer nicht mehr den Ton angibt (Was er nicht bereuen dürfte, weil er hierfür reichlich entlohnt wurde). Personell Große Unternehmen brauchen von ganz allein eine Mitarbeitervertretung.

4) kenne ich GoodGames. Wenn der Autor es dem Unternehmen zum Vorwurf macht, dass es erhebliche Gehaltsunterschiede gäbe, kann ich leider nur "face-palmen". Erst einmal besteht die Belegschaft mit Nichten nur aus begehrten Software-Entwicklern, sondern auch aus jeder Menge "Kreativer" von der es in einer Stadt wie Hamburg mehr wie Sand am Elbstrand gibt. Außerdem ist die Leistung zweier Software-Entwickler schwer vergleichbar und kann in der Produktivität mehrere 100% auseinander liegen. Das ist einfach sehr untransparent. Das ist unschön. Für den schlechter, wie auch den besser Bezahlten. Aber ein Betriebsrat löst hier rein gar nichts.

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vaikl 19.01.2016, 11:19
27. Falsche Ausbildung

Die hoch gelobten Eliteschulen für nassforsche Jungmanager scheinen alle das Thema deutsches Betriebsverfassungsgesetz im Unterricht zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Sonst wüssten die unerfahrenen "Firmenlenker von morgen" schon früh, dass entgegen den "amerikanischen" Gepflogenheiten, die in solchen Schulen gern als Ausbildungsgrundlage herhalten müssen, ein deutscher Betriebsrat im Grundsatz *eben keine* Gewerkschaftsvertretung ist. Wer (s)ein Unternehmen als Zusammenwirken vieler einzelner Fähigkeiten und Ansprüche begreift, wird dann evt. eher bereit sein, dieses Zusammenwirken auch als organisierte Querschnitts-Funktion zum Vorteil des Betriebs zu instrumentalisieren, was durch die Betriebsverfassung nur gestützt wird.

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neonsilber 19.01.2016, 11:22
28.

Zitat von oliver.lohrenz
Der Zwischenweg ... gebe ich unfreiwillig an den Betriebsrat ab - der aber bestenfalls Interesen vieler (aber von meinen abweichende) und schlechtenstenfalls von Gewerkschaftsfunktionären berücksichtigt. Das Problem mit steigendem Alter und mangelnden Alternativen ist mir bewußt. Die Frage ist aber trotzdem recht einfach: Entweder meine Arbeit ist dem Unternehmen etwas wert oder halt nicht.
Dem darf und muss ich vollends zustimmen.

Wobei steigendes Alter in den meisten Fällen auch einen großen Erfahrungsschatz sowie Wissen mit sich bringt. Und das kommt einen Unternehmen zu gute, auch jungen StartUps.

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edl666 19.01.2016, 11:26
29. Traurige Zustände

Die Führungskräfte in der Games Branche prahlen immer damit, dass ihre Branche mittlerweile mehr Umsatz macht als die Filmindustrie. Wo landet dann die ganze Kohle? Warum werden in Deutschland Gehälter gezahlt, die nur knapp das Überleben möglich machen? Warum arbeiten auch hier Heere von Praktikanten? Warum arbeiten Leute für eine Monatskarte der U-Bahn oder für eine Pizza am Tag? (Kein Witz!) Weil Horden von Kids von den Games Academys kommen und unbedingt in dieser Branche arbeiten wollen. Das nutzen die Firmen schamlos aus. Als Senior in dieser Branche habe ich keine Chance, ein angemessenes Gehalt zu bekommen und eine Familie zu ernähren. Was ich in 25 Jahren in dieser Branche erlebt habe, ist einfach nur traurig und unmenschlich. Nur weil junge Menschen in einer "coolen Gamesschmiede" arbeiten wollen, lassen sie sich ausnutzen bis sie psychisch schlapp machen. Mir hat mal vor ca. fünf Jahren eine Firma ein Gehalt von 1.200 brutto angeboten. Mit 20 Jahren Berufserfahrung. Habe ich natürlich lachend abgelehnt. Ein paar Tage später haben sie angerufen, ob ich mir das nicht noch mal überlegen will. Ich glaube, ich bin sehr laut und ausfallend geworden.
Für GGS habe ich als Freiberufler mal ein Jahr gearbeitet. War OK. Aber immer wenn ich mal vor Ort in HH war, taten mir die Leute leid, die da arbeiten müssen. Hatte was von einer Sekte. Erzwungene Fröhlichkeit, alles ist toll.
Wird vielleicht Zeit, dass diese ach-so-tolle-Branche mal ein bisschen näher beleuchtet wird. Ich würde junge Menschen vor einem Einstieg warnen.

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