Forum: Wirtschaft
Spielzeugfirma Lego: Klötzchen statt Kleckern

Lego stand 2004 vor der Pleite - nun ist das dänische Unternehmen zum zweitgrößten Spielzeughersteller der Welt aufgestiegen. Am Donnerstag startet der erste Lego-Kinofilm in Deutschland. Anlass für die Frage: Was hat Lego wieder groß gemacht?

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M.Suckow 09.04.2014, 18:11
1. Physisches Spielzeug stirbt wohl doch nicht aus

Der Erfolg von Lego zeigt doch, dass nicht-digitales Spielzeug sich vor Videospielen, Fernsehen und Internet nicht fürchten muss. Es wird immer Menschen geben, die berührbares Spielzeug bevorzugen. Bisher hat die Menschheit noch jede neue Technologie irgendwie überlebt - immer mit der Ruhe.

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humiliatedgrape 09.04.2014, 18:29
2. Nur Jungs?

Vielleicht haben Sie die Lego-Werbeposter aus den achtziger Jahren nicht gesehen, die in letzter Zeit im Internet kursierten und deutlich machen, was für ein wunderbar geschlechterübergreifendes, universelles Spielzeug Lego einmal war. Dass dieses Produkt nun so "gegendert" vermarktet wird, ist ein unglaublicher Rückschritt für unsere Gesellschaft. Nicht nur werden Jungen extrem in die Action/Kampf/Konflikt-Ecke gedrängt, sondern Mädchen sollen Schönheitssalon spielen und Kuchen backen in dieser fürchterlichen pinken Barbie-Welt, in der sie nicht ermutigt werden, kreativ zu werden, indem sie selbst etwas bauen - was der eigentliche Sinn von Lego ist. Schauen Sie sich mal die Werbespots für die neuen Lego-Produkte an (und vergleichen Sie sie mit älteren Kampagnen). Sie sind streng nach Geschlechtern getrennt, Jungen und Mädchen spielen nicht miteinander, dazu gibt's verkrustete Rollenbilder. Ich bin froh, dass meine Mutter unsere alten, bunten, neutralen Legosteine aufgehoben hat, mit denen alle Kinder spielen können. Sollte ich mal eine Tochter haben, werde ich mich hüten, ihr dieses bescheuerte rosa Tussenparadies vorzusetzen. Ich will Lego hier keine bösen Absichten unterstellen, das Marketing funktioniert ja leider Gottes, aber so ganz unkritisch sollte das hier nicht gepriesen werden. Stattdessen könnte man reflektieren, WARUM dieses Geschlechtermarketing so erfolgreich ist, und daraus potentiell interessante Schlüsse über gesellschaftliche Entwicklungen ziehen.

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Lexington67 09.04.2014, 18:55
3.

Zitat von humiliatedgrape
Vielleicht haben Sie die Lego-Werbeposter aus den achtziger Jahren nicht gesehen, die in letzter Zeit im Internet kursierten und deutlich machen, was für ein wunderbar geschlechterübergreifendes, universelles Spielzeug Lego einmal war. Dass dieses Produkt nun so "gegendert" vermarktet wird, ist ein unglaublicher Rückschritt für unsere Gesellschaft. Nicht nur werden Jungen extrem in die Action/Kampf/Konflikt-Ecke gedrängt, sondern Mädchen sollen Schönheitssalon spielen und Kuchen backen in dieser fürchterlichen pinken Barbie-Welt, in der sie nicht ermutigt werden, kreativ zu werden, indem sie selbst etwas bauen - was der eigentliche Sinn von Lego ist. Schauen Sie sich mal die Werbespots für die neuen Lego-Produkte an (und vergleichen Sie sie mit älteren Kampagnen). Sie sind streng nach Geschlechtern getrennt, Jungen und Mädchen spielen nicht miteinander, dazu gibt's verkrustete Rollenbilder. Ich bin froh, dass meine Mutter unsere alten, bunten, neutralen Legosteine aufgehoben hat, mit denen alle Kinder spielen können. Sollte ich mal eine Tochter haben, werde ich mich hüten, ihr dieses bescheuerte rosa Tussenparadies vorzusetzen. Ich will Lego hier keine bösen Absichten unterstellen, das Marketing funktioniert ja leider Gottes, aber so ganz unkritisch sollte das hier nicht gepriesen werden. Stattdessen könnte man reflektieren, WARUM dieses Geschlechtermarketing so erfolgreich ist, und daraus potentiell interessante Schlüsse über gesellschaftliche Entwicklungen ziehen.
Sollte ich jemals eine Tochter haben....

Dieser Satz verrät sie als Nicht-Vater bzw. Nicht-Mutter.. Ich kann ihnen sagen, als Vater von sowohl Junge als auch Mädchen...
Die sind nicht gleich, und sie brauchen ihre Tochter nicht vor das "rosa Tussenparadies" setzen, die wird von ganz alleine Kommen und das fordern. Genauso wie der Sohn von ganz alleine NICHT mit Puppen sondern mit Autos spielen wollte. Mag sein das sie im Kindergarten durch den "sozialen Druck" in die eine oder andere Richtung geschoben wurden, von mir jedenfalls nicht.

Das Problem mit Mädchen ist.. wenn sie 6 sind wollen Väter "Ronja Räubertochter" und haben eine Prinzessin.. aber wenn sie 16 sind und Papa eine Prinzessin will, dann hat er Ronja Räubertochter...

Und was die Neutralen steine angeht.. die haben meine Tochter erst interessiert, als sie die Pferdekutsche samt Prinzessin hatte und sie ihr "rosa Tussenparadies" damit etwas erweitern konnte.

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widower+2 09.04.2014, 19:35
4. Soll das ein Witz sein

Zitat aus dem Artikel: "Lego versteht jedes Kind auf der Welt, egal in welcher Kultur", sagt Knudstorp. Klötzchen auf Klötzchen setzen, die eigene Welt erschaffen - da brauche es keine Bedienungsanleitung."

Entweder lügt der Herr bewusst oder er hat von den Produkten seiner Firma schlicht keine Ahnung.

Zu meiner Kinderzeit waren Legosteine neutral und vielseitig verwendbar. Man konnte damit bauen was man wollte und seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Heute gibt es nur noch völlig abgedrehte Sets mit umfangreichster Bedienungsanleitung, die selbst psychisch gestählten, langjährigen Ikea-Kunden die Tränen in die Augen treibt. Man kann damit eben nur noch genau EINE Figur, ein Raumschiff oder was auch immer sinnvoll zusammensetzen.

Hat man davon mehrere, kann man vielleicht noch irgendwelche Mutanten erschaffen. Sind die Steine dieser Sets einmal vermischt, bekommt man die NIE wieder auseinander sortiert.

Diverse Kleinstteile kann man nie wieder sinnvoll verwenden, dafür finden sie sich in jeder Ecke des Hauses, in der Waschmaschine, in Socken und Schuhen (aua).

Zudem fallen sie dutzendweise dem Staubsauger zum Opfer. Lego als Unternehmen profitiert anscheinend enorm von dieser Entwicklung. Für Eltern ist sie mit Sicherheit ein Fluch und für Kinder gewiss kein Segen.

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DukeGozer 09.04.2014, 19:46
5. optional

Nicht Lego ist schuld, die produzieren nur das was der Markt fordert. Meine Tochter kennt von uns sicherlich keine Rollentrennung. Sie spielt mit ihrem Bruder an Raumschiffen, aber hat von sich aus die Farbe Rosa entdeckt und möchte eben Mädchensachen auch spielen, auch wenn ich davon nichts halte. Sicherlich werde ich es ihr nicht verbieten oder mit der sozialpädagogischen keule kommen. Oder wollen sie es ihrer Tochter verbieten wenn sie es sich wünscht?

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widower+2 09.04.2014, 19:51
6. Soll das ein Witz sein

Zitat aus dem Artikel: "Lego versteht jedes Kind auf der Welt, egal in welcher Kultur", sagt Knudstorp. Klötzchen auf Klötzchen setzen, die eigene Welt erschaffen - da brauche es keine Bedienungsanleitung."

So so...
Zu meiner Kinderzeit waren Legosteine neutral und vielseitig verwendbar. Man konnte damit bauen was man wollte und seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Heute gibt es nur noch völlig abgedrehte Sets mit umfangreichster Bedienungsanleitung, die selbst psychisch gestählten, langjährigen Ikea-Kunden die Tränen in die Augen treibt. Man kann damit eben nur noch genau EINE Figur, ein Raumschiff oder was auch immer sinnvoll zusammensetzen.

Hat man davon mehrere, kann man vielleicht noch irgendwelche Mutanten erschaffen. Sind die Steine dieser Sets einmal vermischt, bekommt man die NIE wieder auseinander sortiert.

Diverse Kleinstteile kann man nie wieder sinnvoll verwenden, dafür finden sie sich in jeder Ecke des Hauses, in der Waschmaschine, in Socken und Schuhen (aua).

Zudem fallen sie dutzendweise dem Staubsauger zum Opfer. Lego als Unternehmen profitiert anscheinend enorm von dieser Entwicklung. Für Eltern ist sie mit Sicherheit ein Fluch und für Kinder gewiss kein Segen.

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gazettenberg 09.04.2014, 19:53
7.

Zitat von humiliatedgrape
Jungen und Mädchen spielen nicht miteinander, dazu gibt's verkrustete Rollenbilder. ... Sollte ich mal eine Tochter haben, werde ich mich hüten, ihr dieses bescheuerte rosa Tussenparadies vorzusetzen.
Wir sprechen uns wieder, wenn Sie eigene Kinder haben ... :-)

Aus der Erfahrung mit unseren eigenen Kindern, mit Nichten und Neffen, Nachbarskindern und mit Freunden unserer Kinder kann ich Ihnen versichern, dass Mädchen sich von ganz alleine für rosa Prinzessinen und Pferdchen interessieren und Jungs für Autos und alles was Bumm macht und nach Technik aussieht. Mädchen nehmen natürlich auch gerne Autos - meist bauen sie die dann in ihre bunte Glitzer-Feen-Elfen-Zauber-Welt ein.

Ob das "gendergestreamt" und "political correct" ist, interessiert Kinder zum Glück nicht. Die wissen nicht, wer Alice Schwarzer ist und es wäre ihnen auch egal.

Natürlich gibt es Ausnahmen, aber 80 Prozent der Kinder verhalten sich anscheinend geschlechtstypisch - das ist zumindest meine Erfahrung und auch die vieler anderer Eltern. Insofern: Alles richtig gemacht, LEGO!

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Ty Coon 09.04.2014, 19:57
8.

Lego muß man einfach lieben. Die Klötzchen sind zudem unverwüstlich: auch nach 30 Jahren noch so frisch wie am ersten Tag.

Wie das Lego-Management es geschafft hat, diesen Goldesel in der Nähe der Insolvenz zu bringen, bleibt wohl ein Geheimnis. Lego ist ein bißchen wie Apple: man kann fast jeden Preis verlangen, die Kunden schlagen trotzdem begeistert zu.

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michaelXXLF 09.04.2014, 20:14
9.

Da haben sie leider ziemlich recht, humiliatedgrape.

Allerdings hat eine der "Friends" Damen einen Job in einem Labor. Das ist im Vergleich zu allem anderen zwar wirklich nicht mehr als ein Feigenblatt aber immerhin.

Und dann gab es da neulich ja noch diesen Brief einer 8-jährigen Amerikanerin an Lego, die ins selbe Horn wie Sie gestoßen hat. In einem anderen Interview sagte Knudstorp die Tage, der habe der Firma stark zu denken gegeben und sie wolle darauf reagieren.

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