Forum: Wirtschaft
S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Der Scheinriese in der Schuldenkrise

Experten empfehlen uns jetzt den Schuldentilgungsfonds, um die Finanzkrise zu lösen. Klingt beim ersten Hinhören plausibel, beim zweiten schon nicht mehr. Wann denken wir endlich über Lösungen nach, die funktionieren - statt über solche, die in unser Weltbild passen?

Seite 1 von 16
GevatterGans 30.05.2012, 13:06
1. Nun

"bedarf es ebenfalls dreier Lösungen: einer Bankenunion, den Euro-Bonds und einer gemeinsame Haushalts- und Wirtschaftspolitik."

Das erzählen Sie uns jetzt ja schon seit einer Weile. Theoretisch mögen sie ja sogar recht haben. Nur führen Sie diesen Gedanken doch mal zu Ende. Dann wird man schnell feststellen, dass Dt. nicht das einzige Land ist, dass da was dagegen hat.

Wer diesen finalen Integrationsschritt gehen will muss auf den Tisch legen, dass das man sich hier zwischen Demokratie und Marginalisierung insebesondere der kleineren EURO-Länder entscheiden müsste. Beides nicht sonderlich attraktiv...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
decius_c 30.05.2012, 13:06
2. Tilgungsfonds ist grober Unfug

Mal wieder sehr richtig, was Herr Münchau schreibt. Momentan liegt die staatliche Neuverschuldung in der Euro-Zone bei gut vier Prozent vom BIP. Wird dieser Wert nicht nur auf Null reduziert sondern stattdessen noch, sagen wir 1% gespart, werden der Nachfrage in der Euro-Zone 5% entzogen. Sofern nun nicht alle Länder in die Nicht-Euro-Welt 5% vom BIP an Exportsteigerungen aufweisen würden - was völlig abwegig ist, bricht die Wirtschaft so dramatisch zusammen - auch bei uns, dass nur noch der Vorschlag der Linksextremen aus Griechenland als Option bleibt: wir verweigert alle jedwede Zahlungen von Zinsen oder Raten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Brennstoff 30.05.2012, 13:11
3. Zumindest was diesen Ansatz betrifft,

Zitat von sysop
Aber irgendwann müssen wir mal anfangen, die Krise tatsächlich zu lösen
gebe ich Hrn. Münchau recht!

Wie auch immer der Lösungsansatz heißen wird, er kann nicht greifen, wenn die erforderlichen Strukturanpassungen im Oliven-Gürtel nicht vorgenommen werden.
In Italien wollen nicht einmal die Parlamentarier das sich etwas an ihren Verhältnissen ändert, was mit den restlichen Reformansätzen dort passiert, kann man sich angesichts dessen am Arsch abfingern.
(Entschuldigung!)
Die soziale Gesetzgebung im Süden ist nicht einmal im Ansatz reformiert.
Wünschenswert ? Na klar, ich möchte bspw. auch lieber mit 60 in die Rente, denn mit 67.
Was ist mit den Verkrustungen der Arbeitsmärkte passiert?
Gar nichts! Na ja, bestenfalls ein wenig Kosmetik!

Wenn die erwirtschafteten Mittel aber nicht reichen, dann muss man sich von dieser liebgewordenen, aber zu teuren Vorstellung eben verabschieden.
Es wird dort grob gesagt im Primärhaushalt, also vor Zinsen, immer noch mehr Geld ausgegeben, als eingenommen.
Die Kosten müssen dauerhaft und nachhaltig runter, sonst geht nüschte, ums mal im Berliner Innenstadtdeutsch auszudrücken!
Steuererhöhungen und hier mal ein bißchen und da mal ein bißchen reicht einfach nicht!

Solange sich daran nichts ändert, und es sieht keineswegs danach aus, nützt kein Eurobonds, kein Schuldentilgungspakt, kein Rettungsschirm - nützt überhaupt nichts.
Falls Hr. Münchau mich in diesem Punkt mit logischen Argumenten widerlegen könnte, wäre ich ihm durchaus dankbar!

Und sind wir doch einmal ehrlich. Der Fiskalpakt ist ein ziemlich zahnloser Tiger, der mit der Wahl Hollandes inzwischen auch noch mausetot ist, wie die Pharaonen!

All die Lösungsansätze stellen nur den zweiten Schritt vor dem ersten dar.
Und wer so zu gehen versucht, fällt auf die Nase.
Jedes Kind lernt das, wenn es sich an seinen ersten Schritten versucht.
Weitere Rettungsmaßnahmen, kaufen Zeit,..schaffen eine Brücke, bla bla!
Ja wohin denn?

Das ist doch das Riesenproblem, die fehlende Einsicht, dass ein "Weiter so!" einfach nicht funktioniert, sich die erforderlichen Schritte nicht demokratisch legitimiert umsetzen lassen.
Es reicht einfach nicht, wenn die Eliten wissen, wir müssen an die sozialen Errungenschaften ran, die Bevölkerung sich dem aber verweigert.

Mein Fazit ohne Strukturreformen, geht der Euro unter, Rettungsmaßnahmen verlängern nur noch das Siechtum!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wespetzel 30.05.2012, 13:19
4. Klar

Zitat von sysop
Experten empfehlen uns jetzt den Schuldentilgungsfonds, um die Finanzkrise zu lösen. Klingt beim ersten Hinhören plausibel, beim zweiten schon nicht mehr. Wann denken wir endlich über Lösungen nach, die funktionieren - statt über solche, die in unser Weltbild passen?
Herr Münchhausen, dass in Ihr Weltbild nur die Weiterführung des Kettenbriefs passt.....vereinigte sozialistische Bankensubventionsunion...
Leute, die , wie ich und Sie sicher nicht, Kinder haben sind eher für ein Wirtschaftsverbrechertribunal , bei dem geklärt wird, wer mit seinem Vermögen für die bisherigen Verluste geradesteht.
Und das werden die sein , die den Kettenbrief betreiben inkl- ihrer Mouthpieces....An die Kanonen ihr Piraten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000226165 30.05.2012, 13:27
5. Ein Schrecken ohne Ende !

Jetzt einen Cut, dann 1-2Jahre massive wirtschaftliche Turbulenzen , danach sollte es für alle wieder ,mit nationalen Währungen, bergauf gehen.
Bei der Euroeinführung war mir klar, dieses Konstrukt besteht keine 11 Jahre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pati M. 30.05.2012, 13:27
6.

Herr Münchau beschreibt schön wie man sich mal wieder frisches Geld bekommen könnte...so wird das Problem nicht gelöst.
Seien sie einmal Realist und erkennen:
Eine Wirtschaftsunion mit gemeinsamen EU-Haushalt wird es nicht geben.
Die "unglaubwürdige Drohung des Rausschmisses" wird bald realität t, weil Griechenland auch nach der nächsten Wahl keine Regierung hinbekommt und alle solidarität irgendwann ein Ende hat!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Konradii 30.05.2012, 13:28
7. Wenn man hingegen noch ein einziges Mal...

Zitat von decius_c
Mal wieder sehr richtig, was Herr Münchau schreibt. Momentan liegt die staatliche Neuverschuldung in der Euro-Zone bei gut vier Prozent vom BIP. Wird dieser Wert nicht nur auf Null reduziert sondern stattdessen noch, sagen wir 1% gespart, werden der Nachfrage in der Euro-Zone 5% entzogen. Sofern nun nicht alle Länder in die Nicht-Euro-Welt 5% vom BIP an Exportsteigerungen aufweisen würden - was völlig abwegig ist, bricht die Wirtschaft so dramatisch zusammen - auch bei uns, dass nur noch der Vorschlag der Linksextremen aus Griechenland als Option bleibt: wir verweigert alle jedwede Zahlungen von Zinsen oder Raten.
...ordentlich investiert und (noch mehr) neue Schulden aufnimmt, dann kann man die Nachfrage noch ein bißchen künstlich hochhalten...und der spätere Crash würde dann auch wenigstens Deutschland endgültig auf griechisches Niveau herabziehen!

Ein Teufelskreis. Die Frage ist eigentlich nur, wann man einsieht, dass man deutlich über seinen Verhältnissen lebt....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pati M. 30.05.2012, 13:29
8.

Herr Münchau beschreibt schön wie man sich mal wieder frisches Geld bekommen könnte...so wird das Problem nicht gelöst.
Seien sie einmal Realist und erkennen:
Eine Wirtschaftsunion mit gemeinsamen EU-Haushalt wird es nicht geben.
Die "unglaubwürdige Drohung des Rausschmisses" wird bald Realität , weil Griechenland auch nach der nächsten Wahl keine Regierung hinbekommt und alle solidarität irgendwann ein Ende hat!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
antifant88 30.05.2012, 13:31
9. Wirklich gefragt?

Zitat von sysop
Als ich neulich einen EU-Diplomaten nach dem Tilgungsfonds fragte, bekam ich zu hören: Das Tolle daran sei, dass man ihn sofort und ohne Änderung der europäischen Verträge einführen könne. Mit anderen Worten: wir machen es, weil wir es können.
Haben Sie wirklich einen EU-Diplomaten gefragt?
Und der wusste was ein "Tilgungsfonds" ist? Ich hätte vermutet er antwortet etwas wie "Fondue gab's doch erst gestern" oder so ähnlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 16