Forum: Wirtschaft
S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Der Scheinriese in der Schuldenkrise

Experten empfehlen uns jetzt den Schuldentilgungsfonds, um die Finanzkrise zu lösen. Klingt beim ersten Hinhören plausibel, beim zweiten schon nicht mehr. Wann denken wir endlich über Lösungen nach, die funktionieren - statt über solche, die in unser Weltbild passen?

Seite 13 von 16
DMenakker 31.05.2012, 08:34
120.

Zitat von Rosbaud
Hat zwar in den letzten Jahren nicht so richtig funktioniert
Es wurde letzmals in den 60-ern ausprobiert und damals gabs so gut wie keine Staatsschulden Zitat von
da musste der verpönte Staat Ihre Brüder im Geiste aus der Grube holen, musste Konjunkturprogramme auflegen, damit die Wirtschaft nicht abschmiert,
Es gibt wunderschöne Beispiele in der jüngeren Geschichte, dass Staaten, welche NICHT eingreifen zwar im ersten Moment von Krisen härter getroffen werden, auf Dauer aber wesentlich stärker aus Krisen herauskommen. Staaten, welche intervenieren, mildern zwar die Krise ab, verlieren langfristig jedoch den Anschluss. Ich empfehle hier eine genauere Betrachtung der Asienkrise, insbesondere den Vergleich Thailand / Singapur auf der einen und Malaysia auf der anderen Seite.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RogerRabit1962 31.05.2012, 08:34
121.

Zitat von spaltpilz
und einem in einem parallel laufenden Thread bezüglich ehemaliger "Top-Europäer" als underwriter auftretenden W."Munchau" eventuell Personalunion? Gehört der Autor damit eventuell den beschriebenen "Think Tanks" an, deren illustren Mitglieder sich aus Börsenspekulanten, Automobillobbyisten und bezüglich ihrer Griechenlandengagements überführten Lügnern an? Gibt er gerade Ratschläge, Missstände zu beseitigen, deren Existenz wir alle aus Lobbyisten, Spekulanten und überführten Lügnern bestehenden "Think Tanks" verdanken? Ist der Autor gar einer dieser mysteriösen "Top Europäern"?
Und auch noch Mitbegründer und Herausgeber der von des angelsächsischen Sturm und Blasorgans gegen den Euro "Financial Times".

Cui Bono?

Sie haben die Frage sehr weise gestellt. Hut ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RogerRabit1962 31.05.2012, 08:46
122.

Zitat von Rosbaud
Warum so viele Worte, um die primitive Botschaft zu transportieren: Der Staat ist das Problem, der Markt die Lösung. Hat zwar in den letzten Jahren nicht so richtig funktioniert, da musste der verpönte Staat Ihre Brüder im Geiste aus der Grube holen, musste Konjunkturprogramme auflegen, damit die Wirtschaft nicht abschmiert, nur damit ihm die Geretteten zum Dank die Daumenschrauben anlegen, weil er sich, der Staat, doch durch die Rettungsaktionen so unverantwortlich hoch verschuldet hat. Ohne Staat würde das „freie Spiel der Kräfte“ in einem Chaos enden. Die Dämonisierung von Staatsschulden und die Sichtweise der „schwäbischen Hausfrau“ sind einfach nur lächerlich und zeigen das niederschmetternde Niveau der deutschen Wirtschaftswissenschaft.
Wir geraten ja immer wieder in den verschiedensten Threads aneinander.
Sie haben Ihre äusserst linke Umverteilungs und Keynes Ideen oft verbreitet.
Nur zeigt sich in der aktuellen Analyse der gefahrenen Staatshilfeprogramme eines: Der Wirkungsgrad ist kleiner 1.

Die vielfach beschworenen Keynsianischen Effekte stellen sich einfach nicht ein.
Sie können auswerten wie Sie wollen, die Kurven analysieren, in den USA, in Deutschland, in Griechenland und auch in anderen Ländern.

Dass was sich zeigt, ist der klassische Boom und Bust Zyklus, den Mieses schon vor langer Zeit ausführlich volkswirtschaftlich beschrieben hat.
Der -wie sie es mal formulierten- "Bastard" Keynsianismus hat nur dazu geführt, dass die Währungsbasis demontiert wurde um den inflatorischen Stimulus der eingeführt wurde.

Eigentlich ein von Staat und linker Seite äusserst gewünschter Effekt, weil er einer effektiven Vermögenssteuer in Höhe von 5-7% aktuell auf Geld bedeutet.

Aber nun leidet man an den selben Effekten, die die SPD Verschuldungsikone Willi dann auch bekam.
Im besten Falle haben wir noch eine Zeit Stagflation, die sich beruhigt.

Ich glaube aber nicht wirklich daran.

Da der klassische Zyklus sich analog der damaligen Situation entfaltet und auch die damaligen Ressentiments, Abschottungen und Nationalismen wieder auftauchen, haben wir das darauf abgestimmte Szenario wirtschaftlich übergewichtet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000051328 31.05.2012, 08:52
123. The Roof , the roof is on fire

Man muss es sich bildlich klar machen.

Ein Haus, 17 Mieter, sind alle Hauseigentümer,
alle haben unterschiedliche Einkommen, Schulden,
der eine Single, der andere verheiratet, einige mit Kindern, einige mit Opa und Oma in der Wohnung, verschiedene Möbel, Lebensweisen,
Gewohnheiten.
Alle zahlen dennoch Mieten (Steuern), unterschiedlich hoch, aber alle sind verschuldet bei Vermietern die kaum Steuern bezahlen, die es sich gut gehen lassen in der Luxusvilla und auf ihrer Jacht im Steurpardies.
Denen gehört zwar das Haus nicht, aber sie haben ab und an, nach und nach, die Arbeitsplätze, Wohnungen und Einkommen der Mieter in Besitz gebracht.

Die Mieter im Erdgeschoss haben kein Geld mehr, heizen mit offenem Feuer, Miete wird von den andern Mietern gespendet, dafür bekommen die anderen Mieter von den Vermietern eine Mieterhöhung und gestiegene Nebenkosten.

Bald waren alle so verschuldet das sie das gesamte Haus an die Vermieter verkaufen müssten, trotzdem die Miete nicht mehr zahlen könnten und alle in den Keller oder auf die Strasse ziehen sollen.

Nun erst schaut man in den Mietvertrag beim letzten noch kreditwürdigem Mieter und dessen Familienoberhäupter, weil sie es sich nicht mit den ungebetnen Vermietern verscherzen wollen beschließen diese Paragraphen des Mietvertrages langsam abzuschaffen:

Art 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

´´Art 8
(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.´´

anstelle von:
Art 15
Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Abs. 3 Satz 3 und 4 entsprechend.

anzuwenden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
max_copernicus 31.05.2012, 09:12
124.

Zitat von sysop
Schuldentilgungsfonds[/url]

Schon die Begrifflichkeit "Fonds" ist absurd und falsch, denn Fonds bedeutet:

Fonds (französische Aussprache [fɔ̃ː], zu deutsch „Mittel“) oder Fund (englische Aussprache [fʌnd], zu deutsch „Kapital“, „Schatz“ oder „Vorrat“)
(Quelle Wikipedia)

Hier jedoch werden Schulden in ein gemeinsames Becken gekippt und alle sollen dafür haften.

Wieder mal ein Für Dumm Verkaufen der Politiker und ihrer Lobby

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RogerRabit1962 31.05.2012, 09:29
125.

Zitat von E.Cartman
Höhere Inflation in Deutschland würde auch eine weitere Entschuldung des deutschen Staates bedeuten, und wird derzeit im Zusammmenhang mit lange überfälligen höheren Löhnen diskutiert. Dass ein paar Betonköpfe weiterhin behaupten, die Ungleichgewichte wären nur ein Problem der anderen, und für Arbeit Geld zu fordern wäre unverantwortlich, bleibt dabei natürlich nicht aus.
Eine höhere Inflation zu fordern, kann nur dem in Sinne kommen, der die Zeiten nicht erlebt hat, in denen wir höhere Inflation hatten.

Recherchieren Sie mal, wer die Verlierer der "glorreichen" Periode der SPD nach dem Ölpreisschock war.
Sehen Sie sich den Weg in die Massenarbeitslosigkeit und den Verschuldungsstaat an.
Erinnern Sie sich an Bundesanleihen mit zweistelligen 10 Jährigen Renditen?

Wer glaubt er könne sich über Inflation entschulden liegt falsch. Das hat noch nie funktioniert.
In den USA musste Volcker das System dann erst wieder reparieren, hier wird es wohl die Bundesbank unter neuer Führung sein.

Eine Hochzinsreparaturphase ist unter der aktuellen EZB Politik undenkbar.

Solange dass aber nicht kommt, hecheln wir von Blase zu Blase der Inflation hinterher und bekommen nie wirkliches Wachstum sondern nur Scheinwachstum und Inflation.

In der aktuellen Situation der negativen Realzinsen sind diejenigen mit Zugang zu Fremdkapital (Kapitalbesitzer die hebeln können) die grossen Gewinner und Arbeitnehmer, Kleinsparer, Riesterer und Beamte die grossen Verlierer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hienstorfer 31.05.2012, 09:49
126. Keynesianische Theorie: Mit SChulden zu Wirtschaftswachstum?

Die letzten 10 Jahre hat Europa, haben die USA - Schulden aufgetürmt um die Wirtschaft anzukurbeln. Nach der Theorie von Keynes bekommt man duch die SChulden ein so großes Wirtschaftswachstum, das man die Schulden locker zurückzahlen kann.

Nach dem amerikanischen Häuserbauboom, nach der Staatskrise - muss man schon einmal die Frage stellen:

Stimmen diese Theorien wirklich?

Politiker lieben die Keynesche Theorie - lassen sich doch Wahlgeschenke auf Pump finanzieren und das ganza noch als ökonomisch vernünftig darstellen.

Einen bekannter Populist ist mit dieser Strategie erst neulich an die Macht gekommen....

Schluss mit dieser Theorie!

In der Praxis
sind stehen heute die Staaten am schlechtesten da, welche die größten Wachstumsprogramme hatten - und dafür die meisten Schulden gemacht haben: USA, Griechenland & Co.

In der Praxis haben die USA ein neues Wachstumsprogramm aufgelegt, finanziert durch neue Schulden - und shoppen bei hoher eigener Arbeitslosigkeit fröhlich weiter - in China! Nur die Chinesen wachsen!

Die Ursachen der Krisen müssen bekämpft werden - das ist die Kostenposition bzw. die Innovationsfähigkeit!
Die klassischen Wachstumsprogramme fördern nur die Starken, diejenigen mit der besten Wettbewerbsposition!

Wachstumsprogramm der letzten 10 Jahre in Griechenland:
Die Massenkaufkraft wurde durch Kredite befeuert. DIe Leute hatten mehr geld zum Shopppen, die Löhne sind gestiegen.
Folge: Die Bekleidungsindustrie ist aus Griechenland verschwunden, da bei steigenden Löhnen nicht einmal die Griechen ihre eigenen, verteuerten Produkte kaufen wollten. Sie sind mit der zusätzlichen Massenkaukfraft woanders shoppen gegangen.

Führten die SChulden zu einer reinen Preiskonjunktur?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xerius 31.05.2012, 09:52
127. Falsch gedacht

gleich 3-mal: 1) Italien muss ja nicht alle Anleihen über 60% des BIP in den Fond einbringen, sondern nur so viele, wie es glaubt tilgen zu können. 2) Wenn die Länder bislang kein Wachstum organisieren konnten, liegt das wohl eher an strukturellen Problemen, denn an billigem Geld, denn das hatten sie ja seit der Einführung des Euro. 3) Euro Bonds, das erkennen wohl selbst die Verfechter, elminieren jedes Sparziel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Netcube 31.05.2012, 10:39
128. ...

Zitat von sysop
Wann denken wir endlich über Lösungen nach, die funktionieren - statt über solche, die in unser Weltbild passen?
Und das hier sind also die Lösungen, die funktionieren, statt in unser Weltbild zu passen?:
Zitat von
Um sie alle zu beenden, bedarf es ebenfalls dreier Lösungen: einer Bankenunion, den Euro-Bonds und einer gemeinsame Haushalts- und Wirtschaftspolitik.
Meine Prophezeiung ist: Gar nichts wird funktionieren, wenn nicht sehr grundsätzlich das gesamte Finanzsystem hinterfragt wird. Wenn es weiterhin unmöglich bleibt, die Macht der Banken und Märkte zu brechen, wenn weiterhin versucht wird, die Demokratien der EU "Marktkonform" zu gestalten, anstatt die Banken und Märkte in die Demokratie zu zwingen.

Aber das wird nicht die Politik leisten - kann sie nicht. Das werden die Menschen tun, die Bevölkerung(en)... Es braucht nicht mehr viel, denn psychologisch kocht der Kessel doch sogar hier in Deutschland. Und das, obwohl es uns doch SO GUT GEHT! ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
E.Cartman 31.05.2012, 10:43
129.

Zitat von RogerRabit1962
Eine höhere Inflation zu fordern, kann nur dem in Sinne kommen, der die Zeiten nicht erlebt hat, in denen wir höhere Inflation hatten. Recherchieren Sie mal, wer die Verlierer der "glorreichen" Periode der SPD nach dem Ölpreisschock war. Sehen Sie sich den Weg in die Massenarbeitslosigkeit und den Verschuldungsstaat an. Erinnern Sie sich an Bundesanleihen mit zweistelligen 10 Jährigen Renditen? Wer glaubt er könne sich über Inflation entschulden liegt falsch. Das hat noch nie funktioniert.
Nun, im Moment funktioniert es gar nicht schlecht, und die Briten sind anscheinend auch merklich weniger vom Bankrott bedroht als Kontinentaleuropäer, die es mit Ihrer Methode versuchen.

Zitat von RogerRabit1962
Eine Hochzinsreparaturphase ist unter der aktuellen EZB Politik undenkbar. Solange dass aber nicht kommt, hecheln wir von Blase zu Blase der Inflation hinterher und bekommen nie wirkliches Wachstum sondern nur Scheinwachstum und Inflation.
Würde es kommen würde ein großteil der Staatshaushalte bestreikt, und Wirtschaftswachstum wäre die geringste Sorge. Dass lockere Geldpolitik nicht zu mehr realem Wachstum führt ist klar.

Zitat von RogerRabit1962
In der aktuellen Situation der negativen Realzinsen sind diejenigen mit Zugang zu Fremdkapital (Kapitalbesitzer die hebeln können) die grossen Gewinner und Arbeitnehmer, Kleinsparer, Riesterer und Beamte die grossen Verlierer.
Arbeitnehmer, Beamte etc. können zum Glück ihre Gehälter neu aushandeln, und haben sich zuletzt daran erinnert wie das geht. Das wird ja nun in Deutschland auch gern als Grund für eine mögliche höhere Inflation angeführt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 13 von 16