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SPON-Wirtschaftsmonitor: Den Deutschen geht es gut - doch sie fürchten den Abstieg
Getty Images/EyeEm

Den jahrelangen Aufschwung spüren viele Bürger auch persönlich. Sie sind gegen Ungleichheit und für Umweltschutz. Eine alte Plage hat außerdem ihren Schrecken verloren. Das zeigt der erste SPON-Wirtschaftsmonitor.

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draco2007 15.07.2019, 17:49
100.

Zitat von bluebill
...Wer Kinder aufzieht, kann kaum ganztags arbeiten, und eine eigene "Lebensgestaltung"...
Ähm Kinder aufzuziehen ist doch eine eigene Lebensgestaltung, oder hat sie jemand gezwungen Kinder zu bekommen?
Dass Kinder eine Einschränkung für gewisse Teile des Lebens bedeuten ist ja nun nicht erst seit Gestern so....

Und ja Harz IV ist beschissen...aber wissen sie was beschissener ist? Auf der Straße zu verrecken, weil es eben KEINEN Sozialstaat gibt.

Wir haben immerhin ein soziales Netz, in den USA können sie mit 45 dann Burger braten zum Hungerlohn, weil sie eben kein soziales Netz haben....

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zzipfel 15.07.2019, 17:52
101. Ach Gottchen ... nach "verhungern" sieht mir

Zitat von bluebill
Zum Thema Tafeln: Wenn es die nicht gäbe, müssten sehr viele Menschen bitter hungern. Leuten mit Ihrem Wertegefüge mag das egal sein, aber es birgt auch sozialen Sprengstoff. Nicht alle von "denen da unten" werden einfach klaglos verhungern.
bei der Klientel niemand aus, eher nach dem Gegenteil: Massive Überernährung, bei manch eine(r)m auch ins adipöse gehend.

Und wer keine Lust hat, mit Ü45 abhängig beschäftigt zu sein weil er dabei nicht den Lohn erzielt, den er sich erträumt, darf sich auch gern selbständig machen und sich als Unternehmer exakt den Unternehmerlohn auszahlen, den er als gerecht und angemessen empfindet.

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Sandlöscher 15.07.2019, 17:56
102. Propaganda

Ja, so ist das. Fritz Pleitgen sagte vor einigen Tagen sinngemäß, dass es einen einheitliche Berichterstattung gibt und über Themen nicht mehr differenziert berichtet wird. Dem ist nicht mehr hinzuzufügen.
SPON als Nachhilfe oder Denkanstoß:
Rentenniveau in D bei 48 Prozent Brutto!
In Österreich 80 Prozent, in der CH fast ebenso in vielen anderen Ländern ebenfalls. In D Abzocke der Rentner bei Kapitalabfindungen der Direktversicherungen mit SV-Beiträgen inkl. Arbeitgeberanteil! D im europäischen Vergleich im unteren Drittel bzgl. Wohneigentum. Explodierende Mieten in Ballungszentren, 50 Prozent der Bevölkerung haben keine nennenswerte Ersparnisse (Nennenswert fängt bei rund 5.000 Euro an). Rekordniveau bei der Kimderarmut, die Herkunft entscheidet hier immer noch maßgeblich über die Zukunftschancen eines Kindes. Ein Mindestlohn, der nicht einmal bei lückenloser Beschäftigungbiographie, eine Rente über Grundsicherungsniveau sichert. 50 Prozent der aktuell Sv-Beschäftigten verdient so gering, dass sie eine Rente auf Grundsicherungsnivesu erwartet (Quelle: Bertelsmann-Stiftung). Tafeln, müssen teilweise die Existenz ganzer Bevölkerungsgruppe absichern. 500.000 Menschen können ihre Stromrechnung schon jetzt nicht mehr bezahlen (SPON bejubelt gleichzeitig eine mögliche CO2-Steuer). Man könnte die Liste noch beliebig fortsetzen. Ich kannte den Spiegel noch als investigativen Journalismus aber das ist wohl im Zuge der marktradikalen Reformen vorbei. Rudolf Augstein würde sich im Grabe umdrehen. Die Lunte an den Grundfesten des Sozialstaats, der Gesellschaft und der Demokratie glimmt und viele Journalisten machen sich mitschuldig.

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phg2 15.07.2019, 18:00
103.

Zitat von mostly_harmless
Die Schweiz, Schweden oder Dänemark haben schon IMMER wesentlich höhere BIP pro Kopf gehabt als Deutschland. Das hat NULL mit irgendwelchen Entwicklungen der letzten 20 Jahre zu tun. https://www.google.de/publicdata/explore?ds=d5bncppjof8f9_&met_y=ny_gdp_pcap_cd&idi m=country:CHE:LUX:USA&hl=de&dl=de#!ctype=l&strail= false&bcs=d&nselm=h&met_y=ny_gdp_pcap_cd&scale_y=l in&ind_y=false&rdim=region&idim=country:CHE:DEU:D N K:SWE&ifdim=region&hl=de&dl=de&ind=false
Kaufkraftbereinigt liegt Dänemark sogar knapp hinter Deutschland und Schweden ein bisschen davor. Und in der Schweiz braucht's
70.000€ Netto um gut zu leben, hat mir zumindest ein Schweizer gesagt. Aber es sind dann doch eher "spezielle" Länder wo das kaufkraftbereinigte BIP deutlich höher liegt.
Und wer unbedingt das BIP der USA haben will...........ist vermutlich keine gute Idee. Ich liebe ja www.globalrichlist.com - ich bin da mit meinem Nettoeinkommen jedenfalls komplett perplex.

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Crom 15.07.2019, 18:14
104.

Zitat von wiesenflitzer
Ich nehme mal an, dass Sie mit "Geld anlegen" meinen Aktien zu kaufen, habe ich recht? Nun, Sie meinen bestimmt all diese Aktien von zumeist skrupellosen Unternehmen, wie sie auch hier bei SPON täglich als Kapitalhaie und Heuschrecken und schlimmstes Unternehmen der Welt (gestern erst!) benannt werden.
Es steht jedem frei den zu seinem Gewissen passenden Fond oder Einzeltitel zu erwählen. Jedenfalls ist es Quatsch zu behaupten, jeder der kein Erspartes hat, dem geht's schlecht. Es gibt Ärzteehepaare die hauen alles raus und es gibt Menschen mit kleinen Verdienst, der dennoch was zurücklegt.

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Crom 15.07.2019, 18:21
105.

Zitat von techkritik
Harter Tobak - und es stellt sich die Frage, wer tatsächlich in einer Filterblase lebt. In der Wissenschaft gibt es unzählige Publikationen, die von einem Rückgang des Reallohnes seit den 90er berichten. Auf die Schnelle konnte ich ohne große Mühe den folgenden Artikel finden: https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/erschreckend-die-loehne-in-deutschland-sind-jetzt-kaum-hoeher-als-1992_H90774886_305209/
Schöner Artikel, die Reallöhne haben sich also seit 2007 erholt. Das heißt, kurz nach Einführung von Hartz IV konnte eine Trendwende geschafft werden. Der Artikel ist von 2016. Seit dem sind die Reallöhne bekanntlich weiter gestiegen und höher als in den 90ern bzw. überhaupt am höchstens.

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Crom 15.07.2019, 18:24
106.

Zitat von uhrentoaster
"SPON-Wirtschaftsmonitor in seiner ersten Auswertung zeigt: 58,3 Prozent beurteilen sie als "sehr gut" oder "gut". Mit 22,7 Prozent schätzt lediglich knapp ein Fünftel die aktuelle ökonomische Lage negativ ein." Wenn gerade mal knapp 58 Prozent ihre Lage positiv, aber knapp 22 Prozent ihre Lage negativ einschätzen und der Rest wohl irgendwo in der Mitte ist, wäre das für mich ein Alarmzeichen und keine Lobhudelei. Vom Spiegel hätte ich etwas anderes erwartet.
Inwieweit wäre das ein Alarmzeichen? Ab wann wäre es kein Alarmzeichen mehr und warum?

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Crom 15.07.2019, 18:26
107.

Zitat von Newspeak
Absolut richtig. Ich weiss auch nicht, ob sich Journalisten manchmal selbst fragen, wie solche Saetze wie "Den jahrelangen Aufschwung spüren viele Bürger auch persönlich." in den Ohren derer klingen, die nicht dazugehoeren? "Vier von zehn Deutschen geht es besser als 2014", also nicht mal einer Mehrheit, im Gegenteil, 20% geht es schlechter.
Es geht also doppelt so vielen besser als schlechter. Das es immer welche gibt, den es schlechter geht (von welcher Basis eigentlich, müsste man auch wissen, von sehr gut auf gut ist auch schlechter), ist normal.

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Crom 15.07.2019, 18:28
108.

Zitat von dieter-ploetze
jetzt geht die konjunktur zurueck, die arbeitslosigkeit steigt wieder. hartz 4 gibt es immer noch.
Können Sie einen Beleg dafür liefern, dass die Arbeitslosigkeit wieder steigt?

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Crom 15.07.2019, 18:30
109.

Zitat von phg2
Manche haben sogar Schulden und denen geht's bestens. Das Ganze ist schwer zu objektivieren. Schaut man sich die Zufriedenheits Statistiken an, glaubt man's kaum.
Ich habe auch Schulden und mir geht's gut. Die Frage ist, warum habe ich Schulden, weil ich eben ein Haus finanziere. Schulden sind also erst einmal kein ausschließendes Kriterium, warum es einem nicht gut gehen sollte. Zudem stellt sich immer die Frage nach der Relation. Was empfindet man als gut oder schlecht.

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